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Seite 10. Nr. 187.

Wiesbadener Tagblatt

Freitag, 12. August 1838.

Mit 20,7 Millionen, Höchststand der Beschäftigtenziffer.

Serlin,'41. Aua. Die Reichsanstalt für Apbeitsvermitt- lung und Arbeitslosenversicherung teilt mit: Der im ißoi- monat gemeldete bisherige H ö ch'st st and der beschäftig­ten Arbeiter und Angestellten wurde Ende Juli durch ein weiteres Ansteigen der Beschäftigten (einschließlich Kranken) um 165 000 auf 20 700 000 übertroffen. Von dieser Zunahme entfallen auf die männlichen Arbeiter und Ange­stellten 94 000 (14 210 000) und aus die weiblichen 70 000 (Stand 6 490 000). Gegenüber Ende Juli des Vorjahres hat die Zahl der Beschäftigten um 1117 000 zugenommen. Nur etwas mehr als ein Drittel dieses Zusatzes, nämlich 345 000, konnte aus dem Rest an Voll- und beschränkt einsatzfähigen Arbeitslosen entnommen werden, während rund 772 000 Volks­genoffen im Zeichen des immer stärker werdenden Kräfte­mangels und der weiteren Anspannung der Wirtschaftstätig­keit aus den Reserven der mithelsenden Fami­lienangehörigen, der Kleinhandwerker und

Sozialrentner in abhängige Arbeit eingetreten sind; auch die Eingliederung des starken Schulentlaffenenjahrganges 1938 und die Hinausziehung der Jnvaliditätsgrenze haben ihre Wirkung getan.

Der Bestand an Arbeitslosen sank im Juli weiter von 292 000 auf 218 000. Der starke Rückgang von 74 000, der den des Vormonats (minus 46 000) weit übertrifft, erklärt sich in erster Linie daraus, daß im größeren Umfange bisher arbeits­lose Volksgenoffen, darunter auch beschränkt verwendungsfähige in berufsfremder Arbeit eingesetzt worden sind. Unter den restlichen Arbeitslosen sind nunmehr nur noch 19000 voll einsatz- und ausgleichsfähige Kräfte, von denen zudem der größte Teil nur wegen Stellenwechsels vorüber­gehend ohne'Beschäftigung ist.

2n fast allen Wirtschaftszweigen und Landesarbeitsamts- bezirken verstärkt stch der Mangel an Fachkräften und

an Arbeitskräften überhaupt, so daß in vielen Fällen die benötigten Arbeiter und Angestellten nur nach dein Grade der Dringlichkeit zugeteilt werden konnten. Betriebs­führer und Verwaltungen nahmen mehr und mehr auch er- werbsbchinderte oder sonst leistungsschwächere Kräfte auf oder gingen zum Anlernen von Frauen über. Insbesondere die Metallindustrie konnte auf diese Weise einen Teil ihres großen Kräftebedarfes decken. In der Bauwirtschaft, wo diese Ausgleichsmöglichkeiten nicht gegeben sind, hat stch der Kräfte, mangel verschärft. Die Landwirtschaft hatte während der Erntezeit einen Hohen Spitzenbedarf an Arbeitskräften, die Ein­bringung der Getreideernte, die in der zweiten Hälfte der Monats Juli begann, konnte durch den Einsatz zahlreicher Erntehelfer erleichtert werden.

Im Lande Österreich war der Rückgang der Arbeitslosig­keit (minus 124 000) noch erheblicher als im Vormonat (76 000). Es waren Ende Juli nur noch 151000 männliche und 77000 weibliche Arbeitslose vorhanden.

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Wiesbadener Tagbla»274 Der Arzt als Helfer

Gerstenkorn.

Das Gerstenkorn ist eine häufig beokschtete Erkrankung des Augenlides. Es entsteht infolge Entzündung einer Drüse am Lid. rand des Oberlides. Deren Ausführungsgang verstopft sich, dadurch kommt es zu einer Stauung des Sekretes und dem Erndrtngen von Bakterien ist Tür und Tor geöffnet, so daß die Drüse schließlich vereitert. Ziemlich heftige Schmerzen tm Auge sind das erste An. Zeichen für Gerstenkorn. Gleichzeitig entsteht Bindehautkatarrh so- wie eine ödematöse Schwellung des Oberkoes.

Behandlung: Heiße Umschläge beschleunigen die Er- weichung des Abszesses. Gewöhnlich entleert sich der Eiter von selbst, manchmal ist ein kleiner Schnitt zur Entlastung nötig. Sehr gut wirkt auch, gleich im Anfangsstadium angewandt, gelbe Augen­salbe/eine quecksilberhaltige Salbe.

Geschwülste.

Unter Geschwulst versteht man eine gewiffermaßen „außerplan. mäßige', unzweckmäßige Wucherung von Körperzellen, die oft große Ausdehnung annehmen kann.

Man unterscheidet zwischen gutartigen und bösartigen G e s ch w ü l st e n. Gutartige Geschwülste unterscheiden sich von bösartigen dadurch, daß sie immer gegen ihre Umgebung abgegrenzt sind, während bösartige Geschwülste, zu denen der Krebs gehört, die umgebenden Gewche durchwuchern. Gutartige Geschwülste bleiben auf den Ort ihrer Entstehung beschränkt, während bösartige in die Blut- und Lymphbahn einbrechen und an entfernteren Körper­stellen Tochtergeschwülste erzeugen.

Aus allen Körpergeweben können sich Geschwülste entwickeln, so die Fibram aus dem Bindegewebe, die Lipome aus dem Fettgewebe, die Myome aus den Muskelzellen, die Neuronen aus dem Nerven­gewebe und andere. — Die bösartigen Geschwülste sind vor allen Karzinome und Sarkome, die „Krebsgeschvülste'.

Wenn auch noch nicht die letzten Ursachen der Geschwülste bekannt sind, so kennt doch die ärztliche Wissenschaft schon eine Reihe von Tatsachen, die zum Geschevulstwachstum führen. Es ist aber imnier zu bedenken, daß dieses ein Wachstumsproblem ist und der Erforschung ungeahnte Schwierigkeiten bereitet.

Es ist hier der Ort, darauf hinzuweisen, baß „Krebs' kein unheilbares Leiden ist. Die ärztliche Wissenschaft, die auch hier rastlos tätig ist, vermag fast immer zu helfen — wenn der Patient auch michilft. Diese Mithilfe besteht darin, daß möglichst frühzeitig ein Arzt ausgesucht wird, sobald nur die geringste ge- fchwulstartige Bildung am Körper beobachtet wirb. Nur der Arzt vermag mit den modernen Hilfsmitteln eine gutartige Geschwulst von einer bösartigen zu unterscheiden.

Gehe rechtzeitig zum Arzt

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Freitag, den 12., Samstag, den 13. und Sonntag, den 14. August 1938

Gastspiel des Original-österreichischen Bauerntheaters:

Sepperl muß heiraten

Ein lustiges Stück mit Gesang u. Tanz von Paul Löwinger Beginn 20.15 Uhr, Eintritt RM. 1.— u. 1.50 (zuzügl. 5 Pf. Altersversorg.) Karten i.d. Kartenverkaufsst. Luisenstr.41

Große August-Rennen

Frankfurt am Main - Niederrad

Sonntag, den 14. August 1938

Dienstag, den 18. August 1938

Beginn 15 Uhr Wäldchens-Rennen

Landgrafen-Rennen

Preis vom Rhein Heinrich von Opel-Rennen

Beginn 16 Uhr

Flach- und Hindernis-Rennen Rennen f. Amateure u. Berufsreiter u. a. Dr. Riese-Jagd-Rennen Graf Holck - Jagd - Rennen

Preise der Plätze ohne Sportgroschen: ab 70 H Vorverkauf an den bekannten Stellen.

Frankfurter Rennverein e. V.