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Deutscher Ohnehaltflug nach Nordamerika
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mungen der Friedensdiktate noch nicht hat befreien können, Letzt scheint aber die ungarische Regierung entschlossen, dieses Versäumnis nachzuholen. Die Mitglieder der Regierung sind
Rosche. Aus politischen Kreisen verkantet hierzu, daß zwischen dem Ministerpräsidenten und den Parlamentariern der SDP. über die Möglichkeit und Aussichten bevor st ehender Verhandlungen gesprochen wurde.
Die Flieger bereits bei Neufundland.
Berlin, 11. Aug. (Funkmeldung.) Am Mittwoch um 19.53 Uhr ist aus dem Flugplatz. Staaken das viermotorige Focke-Wulf-Flugzeug FW 200 „Condo r" mit dem Zu- laisungszeichen D—ACON zu einem Obnebaltflug von der Reichsbauptstadt nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika s e st a r t e t. Nach der letzten Standortmeldung von beute, 11.19 Uhr, befand sich das Flugzeug zu dieser Zeit aus 53,05 Nord, 44,45 West und nähert sich damit der K ü st e von Neufundland.
Die Besatzung des Flugzeuges besteht aus den beiden Flugzeugführern Flugkavitän Alfred Henke und Hauptmann Rudolf von Moreau. Oberfunker Maschinist Paul D i e r b e r g und Oberslugzeugfunker Walter Kober. Hauptmann von Moreau ist Offizier der deutschen Luftwaffe, die drei anderen Besatzungsmitglieder sind Angehörige der Deutschen Lufthansa. Henke unb »on Moreau, die eine langjährige Fliegerkameradschaft verbindet, haben einen gemeinsamen Ozeanflug schon seit langem beabsichtigt.
Hartmanitz (Böhmerwold), 11. Ang. (Funkmeldung.) Der heutige Tag ist für die ganze Bevölkerung des Biihmer- waldes ein Trauertag. Schon feit Mittwochabend setzle der Zu ström der Trauergäste ein, die größtenteils zu Fuß, einzeln oder in geschlossenen Gruppen aus allen Teilen Westböhmens nach Hartmanitz eilen, um ihrem ermordeten Kameraden, dem SDP.-Mann P a i e r l e, die letzte Ehre zu erweisen.
Tiefer Ernst liegt auf den abgehärmten, scharfgeschnittenen Eestchtern der Gebirgsbewohner, in die der ständige Kampf mit dem kargen Boden seine Runen eingegraben hat. Überall vollzieht sich der Aufmarsch in grüßtet Ruhe und Disziplin. Viele tausend Volksgenossen stnd schon versammelt. Lautkose Stille herrscht, die nut hie und da von Kommandorufen unterbrochen wird. Allgemein ist unter der Bevölkerung die Entrüstung und Erbitterung Über das nur sötzliche und ruchlose Verbrechen. Alle Hüten und Häuser, die inmitten der steinigen Äcker oder umgeben von dem dunkelgrünen Hochwald liegen, tragen Trauerfahnen. Mit Eichen- ?der Tannengrün sind die Fenster geschmückt, die SDP.-Fahnen slattern von den Dächern.
Der K a t a f a l k ist auf der Straße, die sich von der -Üzordstelle anderthalb Kilometer zum Frietchos in Gutwasier hinzieht, bei einer Kapelle auf der sogenannten „Ebene", errichtet.
Der jüngste Tote der Bewegung, Wenzel P a i e r I e, entstammt einer alteingesessenen Familie aus Balch a u. Nach Beendigung seiner Schulzeit trat er als Arbeiter in dns Sägewerk Seidel ein, wo er sich durch seinen Fleiß und seine Zuverlässigkeit bis zum Säge- schneider emporarbeitete. Dort hat Paierle 13 Jahre lang für sich und seine alten Eltern das tägliche Brot erarbeitet, bei der gesamten Bevölkerung durch Hilfsbereitschaft, Zuvorkommenheit und Bescheidenheit beliebt und hoch geachtet. Der SDP. gehört er seit dem Jahre 1935 an. Er war einer der eifrigsten Mitarbeiter der Bewegung und hing mit voller Begeisterung an seinem angestammten Volkstum.
Sudetendeutsche Abgeordnete bei Hodscha.
Prag, 10. Aug. Ministerpräsident Dr. Hodscha empfing heute Bormittag die Abgeordneten der SDP. K u n d t und
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Von Heinrich Karl Kunz.
Wir stehen unter dem Eindruck der Terrorwelle, die mit erneuter Heftigkeit über unsere Brüder jenseits der tschechischen Erenzpfähle zusammenschlägt. Das Menschenleben gilt nichts mehr. Der Deutsche ist vogelfrei. Viel furchtbarer aber als der offene Mord wütet der schleichende, blasse Tod. die Folge der von Prag betriebenen Verelendungsmethoden, denen die Tschechen den Namen „Berge l t u n g s p o k i t i k" gegeben haben. Sie, Prager Staatsgründer brauchen nicht — in goetheschem Sinne — zu wägen, was am Anfang ihres Werkes stand, die Tat oder das Wort. Sie können getrost behaupten: Am Anfang stand die Lüge. Die Lüge von dem imperialistischen Ausdehnungsdrang des deutschen Volkes nach Osten. Die Lüge von den deutschen Eindringlingen, die den Tschechen Grund und Boden weggenommen und sich an ihrem Volksgut bereichert haben sollen. Die Geschichte spricht die Sprache der Tatiachen und die Tatsachen zerreißen den nebelhaften Mythos vom geknechteten tschechischen Volk, den die Leute um Masaryk ihrer modernen Historie, die die geistige Grundlage eines tschechischen Staatsbewußtseins bilden soll, vorangestellt haben, zerstören damit den Ausgangspunkt der sogenannten „Vergeltungspolitik". Wo kein Unrecht geschah, kann auch feine vergolten werden. Einsichtige Tschechen, wie Pekar, geben zu, daß ihr Volk unsagbar viel von den Deutschen gelernt und gewonnen hat. Nicht als Eroberer, die die Einheimischen mit Gewalt unterwarfen, kamen die Deutschen ins Land. Sie wurden von den tschechischen Fürsten gerufen, ja herbeigelockt und mit allen in der Heimat geübten Rechten ausgestattet. Sie besiedelten die landwirtschaftlich weniger ergiebigen Gebirgsgegenden, die von den Tschechen nicht bewohnt waren, rodeten in die weiten, undurchdringlichen Urwälder neuen Ackerboden, hoben die Schätze der Berge, die Erze, bauten Glashütten und Papiermühlen, schufen eine weitverzweigte und reiche Industrie. Wie deutsche Gelehrte, vor allem Herder, durch die Sammlung slawischer Lieder die Fundamente yir Selbsterkenntnis des tschechischen Volkes legten, so gaben ihm die Sudetendeutschen die Voraussetzungen für seinen höheren Lebensstandard, das Beispiel eines schöpferischen Mittelstandes, das den Tschechen, die in der Zweiteilung von Reich und Arm lebten, völlig unbekannt war. Die Deutschen schufen die Dome, die in den Himmel Böhmens ragen und wenn die Tschechen heute von der Rückeroberung „ihrer" Städte sprechen, so ist das eine grobe Eeschichtssälschung. Die Deutschen bauten die Städte, für die die Tschechen ohne Bedarf waren, weil sie keine Städter hatten. Zieht man den Ramsch ab, den die Tschechen seit 1919 dem alten Prag zugeschandelt haben, dann bleibt, baulich gesehen, nur eines übrig: eine deutsche Stadt. „Vergeltungspolitik?" Ein moralisches Mäntelchen mit dem die Tschechen ihren Raub an dem sudetendeutschen Eigentum verbrämen möchten.
„Vergeltungspolitik": Die sudetendeutsche Industrie belieferte den weiten Wirtschaftsraum der österreich- ungarischen Monarchie mit ihren Erzeugnissen. Nach der Eingliederung in den neuen tschecho-slowakischen Staat verlor sie ohnehin soviel Wsatzgebiete, daß ein erheblicher Teil ihrer Produktionsfähigkeit brachliegen mußte. Damit nicht genug. In nationalistischer Verblendung ging Prag daran, eine tschechische Industrie aus dem Boden zu stampfen. Das mußte zwangsläufig zur Zerstörung der sudetendeutschen Existenzgrundlage führen. Die Handelsvolitik, ausschließlich von Tschechen bestimmt, erschwerte und unterband die Ausfuhr. Die Folgen, die in den Industrie-Friedhöfen, die das sudeten-
gestern zu einem außerordentlichen Ministerrat zusammengetreten, der vier Tage dauern wird und dessen Sitzungen tagsüber nur durch kurze Pausen unterbrochen werden sollen. Dieser Ministerrat wird der Durchführung des Daranyischen Fünfjahresplans und dem Erlaß weiterer Regierungsverordnungen zur Durchführung der ungarischen Judengesetze gewidmet sein. Hauptberatungsgegenstand aber ist die Aufrüstung, deren Programm der Kriegsminister soeben der Presse in großen Zügen dargelegt hat. In ungarischen Kreisen hält man es für immer dringlicher, daß, nachdem durch den Vertrag von Saloniki auch Bulgarien die Wehrhoheit wieder erlangt hat, nun auch Ungarn so schnell wie möglich sich seine 'militärische Gleichberechtigung wieder erwirbt. Da jedoch vorläufig nicht zu erwarten ist, daß die Kleine Entente geschlossen tfngarn gegenüber sich ebenso verständnisvoll verhält, wie das der Balkanbund Bulgarien gegenüber getan hat, nimmt man in Budapest an, daß die ungarische Regierung in absehbarer Zeit die schon
verschiedentlich angekündigten Maßnahmen zur Ver - stärkung der ungarischen Wehrmacht, die erste,und wichtigste Grundlage für die Wiederherstellung der ungarischen Wehrhoheit, nun ganz offen vor aller Welt durchführen wird. Bemerkenswert ist nun, daß in diesem Augenblick aus dem Lager der Kleinen Entente eine recht interessante Stimme laut wird, die diesen ungarischen Wünschen entgegentommt. Das Belgrader Blatt „Novosti" hat,'offenbar amtlich inspiriert, erklärt, es könne kein Zweifel daran bestehen, daß Ungarn die militärische Gleichberechtigung und die Rllstungsfreiheit zustände. Ebenso sei es notwendig, den ungarischen Volksteilen in fremden Staaten ihre Rechtezu sichern, wenn auch nicht von einer territorialen Änderung die Rede sein könne. Besonders bedeutsam ist es, daß diese Äußerung kurz vor der bevorstehenden Tagung der Kleinen Entente gefallen ist, auf der das Thema Ungarn auf der Tagesordnung steht. Die erwähnten jugoslawischen Äußerungen erfahren eine besondere Beleuchtung, wenn man sie noch in einen anderen Zusammenhang stellt. 3n der zweiten Julihälfte hielten sich bekanntlich tgarische Ministerpräsident und Außenminister in Rom Das Ergebnis der dortigen politischen Besprechungen war die Ankündigung der Möglichkeit eines Vertrages zwischen Ungarn und Jugoslawien mit Hilfe italienischer Vermittlung. Es wurde^auch von der Zusammenarbeit zu vieren, zwischen Deutschland, Italien, Ungarn und Jugoslawien gesprochen, die eine Neuordnung im Donauraum nach dem Anschluß Österreichs an das Reich bedeuten würde. Ein solcher Vertrag wäre zugleich die Absage zunächst eines Mitgliedsstaates der Kleinen Entente an den ursprünglich antiungarischen Sinn dieser Mächtegruppe, die dadurch immer mehr von ihrem realpolitischen Wert verlieren würde.
as. Berlin, 11. Slug. Es liegen von verschiedenen Seiten, aus Budapest wie aus Belgrad, Berichte vor, die erkennen lassen, daß sich im südwe st europäischen Raum neue Möglichkeiten anbahnen, von denen andeutungsweise schon längere Zeit die Rede war. Nachdem Ungarn durch den Anschluß Österreichs unmittelbar Nachbar des Reiches geworden ist, berühren uns natürlich alle politischen Vorgänge in Ungarn besonders nahe. Hierher gehört vor allem die der un.—-----
Angesichts der sorgfältigen Planung und Vorbereitung des Unternehmens stellte das Reichsluftfahrtministerium den beiden Piloten das „Condor"-Flugzeug zur Verfügung. Die Deutsche Lufthansa unterstützte den Flug, indem sie auch Dierberg und Kober, zwei bewährte Männer ihres Trans- ozean-Luftverkehrs, die Erlaubnis zur Teilnahme als Maschinist und als Funker gab.
Der Start in Staaten ging am Mittwochabend in aller Stille vonstatten. Auf Grund günstiger Wetterberichte wählten die beiden Flugzeugführer diesen Zeitpunkt für ihren Abflug. Mit einem Fluggewicht von annähernd 18 Tonnen kam das mit vier BMW.-Motoren ausgerüstete Flugzeug mit imvonierender Leichtigkeit vom Boden weg. Seither steht die Besatzung in dauernder Funkverbindung mit den Erdstationen und meldet jede Stunde den Standort. Um 20.45 Uhr wurde Hamburg Überflogen, um Mitternacht befand sich die Maschine Über dem Ozean. Meist über den Wolken fliegend, hielt das Flugzeug bisher bei gutem Wetter eine Flughöhe von etwa 2000 Meter ein.
Ungarische Wehrhoheit
(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)
Marschall Balbo im Saus der Flieger.
Im Saus der Flieger fand ein kameradschaftliches Zusammensein der deutschen und italienischen Flieger statt, bei dem General der Flieger Milch unb Marschall Balbo Begrüßungsreben wechselten. Unser Bild: Luft- marschall Balbo (Mitte) int Gespräch mit General der Flieger. Staatssekretär Milch (rechts), und dem italienischen Botschafter Dr, Attalin lWaltLild. 2J
Wiesbadener Tagblatt
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Donnerstag, 11. August 1938
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