Wiesbadener Tagblatt
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Erscheinungszeit:
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86. Jahrgang
Dienstag, 9. August 1938
Nr. 184. £
Die Schuld der Prager Regierung
volkstreue Bevölkerung
Verzweifelte Stiznmung unter den rotspanischen Truppen
davon in Kenntnis
13.
Schwere Verluste bei den Kämpfen um Schangfeng
<
des
Wöchentlich
mit einer tägliche«
Besitz Batas übergegangen. Der tschechische Schuh- industrielle, der auch in deutschen Großstädten, u. a. in Wiesbaden, Verkaufsläden unterhält, ist durch seinen Haß gegen das Sudetendeutschtum bekannt. Erst vor kurzem trat er durch üble Äußerungen hervor. In sudetendeutschen Kreisen fürchtet man deshalb für das Schicksal der über 3 0 0 Mann starken Belegschaft. Durch die Fabrikverkäufe werden immer größere Teile des Sudetendeutschen Volkes der Arbeitslosigkeit und der Verelendung preisgegeben. Auch ein Punkt, der neben dem Landraub bei ber. Erledigung der Henleinschen Forderung nach Wiedergutmachung der «schätzen berücksichtigt werden muß.
Prager Verelendungs-Politik.
Kz. Neben die seelisch-geistige Vergewaltigung und den körperlichen Terror tritt der wirtschaftliche Kampf gegen das Sudetendeutschtum. Die Tschechen, vor allem die tschechischen Juden nutzen die Notlage in den sudetendeutschen Gebieten aus und kaufen die . Unternehmungen und Fabriken auf. Die Folge ist die Entlassung der deutschbewußten Arbeiterschaft und ihrer Ersetzung durch Tschechen. Die lange Liste der Fabrikverkäufe wird um einen neuen Fall bereichert. Die Firma „Macco-Spinnerei Cichorius & Co." in Krazau ist in den
in Toulouse eintreffen, wo sie ihr Hauptquartier einrichten werden. Wie der diplomatische Korrespondent von Preß Association schreibt, wird die Kommission keine Untersuchungen vornehmen, wenn sie nicht ausdrücklich hierzu von einer der spanischen Kriegsparteien eingeladen wird. Die Berichte über die Bombenangriffe würden dem Foreign Office in London sofort zugesandt werden, wo sie dann veröffentlicht würden. Die Kommission werde sich bei ihrer Arbeit möglicherweise auch auf Augenzeugen stützen Die Kommission werde dann an Ort und Stelle ihre Entscheidungen treffen. In London sei man der Ansicht, daß die Veröffentlichung der Berichte als Abschreckungsmittel wirken würde. Beide Seiten in Spanien sind bereits
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gesetzt worden, daß die Kommission ab August zu ihrer Persügung steht.
Spiel mit der deutschen Geduld.
Kz. Die feige tschechische Mordtat, der ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel, drückt nicht nur die Sudetendeutschen nieder, sie trifft alle Menschen deutschen Blutes, vor allem auch uns im Reich. Mit tief st er innerer Erschütterung müssen wir täglich die Not und das Elend unserer Brüder miterleben. Unser Herz schlägt mit denen, die einzig um ihrer Treue zu ihrem Volkstum willen Drangsal und Terror über sich ergehen lassen. Ein abgrundtiefer Hatz wütet sich in den fortgesetzten feigen und gemeinen Taten des tschechischen Pöbels aus. Die Schuld aber trifft die Prager Regierung, die dem Wüten zusieht, ohne einzuschreiten. In der Verständigungsbereitschaft. die Hodscha heuchelt, können wir nur noch eine drei st e Lüge erblicken. Wer aus der Einsicht heraus, daß die gegenwärtigen Zustände geändert werden müssen, sein Volk für eine verständnisvolle Lösung vorbereiten will, darf nicht eine mahlose Pressehetze gegen alles Deutsche dulden. Die tschechischen Blätter aber lassen keine Gelegenheit vorübergehen, um den Hatz der Massen gegen das Deutschtum zu mobilisieren. Sie putschen den tschechischen Chauvinismus auf und geben seinem Größenwahn immer neue Nahrung. Die Regierung aber tut nichts zur Eindämmung dieser Hemmungslosigkeit, die zu Gewalttaten auffordert. Niemand kann sie deshalb von der Mitschuld an den Auswirkungen dieser Hetze freisprechen. Hinzu kommt, daß die Mörder und Revolverschützen von den Richtern außerordentlich milde behandelt werden. Den Mörder von Eger entzog man den gewöhnlichen Gerichten. Man stellte ibn vor ein Militärgericht, um von vorneherein das Recht »u knebeln. Der sudetendeutsche Vertreter mußte sich obendrein noch anschnauzen lasten. Als die Aussagen die Verlogenheit der tschechischen Darstellung ergaben, wurden die Verhandlungen abgebrochen und bis heute nicht wieder ausgenommen. Der tschechische Revolverschütze, ein Feldwebel, der ohne Grund zwei Sudetendeutsche niederschoß und schwer verletzte, kam mit einigen Monaten Gefängnis davon. Er wurde noch nicht einmal degradiert, womit man wohl zum Ausdruck bringen wollte, daß seine Tat nicht „unehrenhaft" war. Derartige Urteile und Verhandlungsmethoden geben allen tschechischen Rohlingen von vornherein einen Freibrief. So spornt die Regierung selbst den Mob zu immer neuen Gewalttaten an. Sie trägt die Schuld der geistigen Urheberschaft.
Während man in jeder sudetendeutschen Veranstaltung gleich eine Bedrohung der „öffentlichen Sicherheit" siebt und sie verbietet, gibt man den tschechischen Legionären jede Möglichkeit zur Provokation. Sie dürfen in reindeuffchen Gebieten aufmarschieren und da sie den Schutz des Staates hinter sich misten, gehen diese Demonstrationen nie ohne die größten Herausforderungen zu Ende. Auch für die nächsten Wochen sind in fast allen größeren sudetendeutschen Städten Kundgebungen der tschechischen Legionäre angekündigt. Sie haben, wie das offizielle Organ des Legionärverbandes erklärt. den Zweck, das „geistige Übergewicht" und die „Furchtlosigkeit" der Legionäre zu zeigen. „Den Sudetendeutschen muß vor Augen geführt werden, daß die Legionäre sich im Grenzgebiet als Herren fühlen". Sie sollen den Sudetendeutschen klar machen, daß die Tschechen nicht daran denken, ihre Unterdrückungsvolitik aufzugeben. Provokationen übelster Art. und die Prager Re-
Die Japaner führen derweilen ihre Offensive in China mit ungebrochener Kraft fort. Nach den neuesten Meldungen griffen starke japanische Bombengeschwader Kanton an und bewarfen die Regierungsgebäude, Kasernen und andere militärische Objekte. Der Schaden soll groß sein. In S ch a n g h a i ist in den letzten Tagen die Stimmung außerordentlich gespannt. Man befürchtet für den 13. August, den Tag, an dem sich die Kämpfe um Schanghai jähren, ernste Aufstände. Der Polizeichef von Groß-Schanghai, der mit den chinesischen Freischärlern unter einer Decke steckte, wurde verhaftet. In der Internationalen und der Französischen Konzestion ist Eroßalarm gegeben worden. Die Polizei wurde durch Freiwillige verstärkt, die in kleineren Einheiten dem Sutschau-Bach entlang postiert sind. Aus dem Hasenvorort P u t u n g, der von den chinesischen Freischärlern erobert werden sollte, sind 50 000 Menschen nach Schanghai geflüchtet. Die Japaner haben in Putung zahlreiche Maschinongmvehrnester eingerichtet.
Druck und Verlag:
L. Schellenberg Iche Hofbuchdruckerei, „Tagbiatt-tzaus".
Die nationalen Flieger machten einen Angriff auf den Hasen Palamos und bombardierten mehrere militärische Objekte. Eine Reihe von Explosionen zeigten den Erfolg Bombardements an.
Neues Opfer des tschechischen Mordstahls.
Ein junger sudetendeutscher Arbeiter von Tschechen erstochen. — Entsetzen und Erbitterung erfüllt die
'in der Richtung der etwa in 150 Schritt Entfernung auf dem Felde arbeitenden sudetendeutschen Landleute, denen die Kugeln um die Ohren pfiffen. Auf den Zuruf einer Frau hin, der eine Kugel unmittelbar am Kopf vorbeigeflogen war, bestieg der Revolverschütze sein Rad und fuhr gegen Hohenelbe davon. Der Gendarm Trachta in Pelsdorf wurde verständigt; von der Einleitung einer Untersuchung ist jedoch bisher nichts bekannt geworden/ •
Vom Kamnitztal kommend fuhr der Sudetendeutsche Herbert Fiedler mit seinem Motorrad beim Gasthaus „Zum blauen Stern" in Unter-Pohlaun vor. Eine Gruppe, lärmender Tschechen, unter der sich zwei Soldaten befanden, stand vor dem Haus. Als sie den Motorradfahrer, der weiße Strümpfe trug, sahen, tiefen sie: „Da kommt schon wieder so ein „Hen- leiri-Nowece". Kaum hatte Fiedler das Motorrad zum Stehen gebracht, als er auch schon überfallen wurde. Er erhielt einen Faustschlag ins Gesicht, wurde vom Rade gerissen und zu Boden geworfen. Unter Schmährufen mißhandelten ihn die Tschechen auf das gröbste. Sie risten ihm die Schuhe und Strümpfe herunter und verschwanden darauf mit einem Lastauto, wobei sie die zerristenen Strümpfe als „Kriegstrophäe" mitnahmen. Vorher hatte dieselbe tschechische Bande junge Turner vom Spielplatz des Deutschen Turnvereins vertrieben und einen sudetendeutschen Jungen durch einen Faustschlag in die Nierengegend verletzt. Gegen die Unbekannten ist Strafanzeige erstattet worden.
Die sudetendeutsche Bevölkerung ist von dem fortgesetzten Terror auf das tief st e betroffen. Die feige tschechische Mordtat an Paierle hat sich mit Windeseile im ganzen Böhmerwald herumgesprochen. Die Menschen gehen bleich und erschüttert einher, wissen sie doch nicht, wer von ihnen das nächste Opfer des tschechischen Mordstahls sein wird. Jeder, der aus seiner volksbewutzten Haltung keinen Hehl macht, mutz das Schlimmste befürchten. Selbst bei der Feldarbeit können sie sich nicht mehr sicher fühlen. In den Dörfern stehen die Menschen in Gruppen zusammen und besprechen das neue Verbrechen, das nur ein Glied in der Kette der fortgesetzten tschechischen Quälereien darstellt.
Salamanca, 9. Aug. (Funkmeldung.) Wie der nationale Heeresbericht vom Montag meldet, wurden bei der Säuberungsaktion an der Ebro-Front zwischen Fayon und Mequi- nenza über 2(00 Gewehre und 150 Maschinengewehre von den Nationalen geborgen. Im Abschnitt Mora de Ebro erlitt der Feind riesige Verlusie, sie von vielen roten Überläufern bestätigt werden.
Im Laaer der Nationalspanier fanden sich zahlreiche Überläufer der Roten ein, die von der verzweifelten Stimmung unter den roten Kräften berichteten. Die rote „Heeresleitung" habe strenge Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, daß die Entmutigung im Hinterland auf die Bevölkerung übergreife. Mehrere höhere Anführer, z. B. Abschnittskommandeure aber auch Mannschaften habe man ohne Protest erschoßen und zwar auf Grund einer Anzeige der politischen Kommistare, die ihnen „Mangel an Kampfgeist" verwarfen.
An der Castellon-Front vereitelten die Nationalen einen Durchbruchsversuch der Roten.
.An der Estremadura-Front setzten die Bolschewisten ihr verbrecherisches Werk der Zerstörung fort. Die roten Flieger bombardierten mehrere friedliche Ortschaften des Hinterlandes, wo ihren Bomben sechs Frauen, drei Kinder und ein Viehhirt zum Opfer fielen.
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wt. Bei Schangfeng scheinen die Sowjets ihre Angriffe vorläufig eingestellt^u haben. Die Japaner veröffentlichen ihre erste Perlustliste. Danach hatten sie bis zum 6. August 70 Tote und 180 Verwundete. In den zwei folgenden Tagen wurden 200 japanische Soldaten getötet und 450 verletzt. In Tokio gibt man die russischen Verluste mit 1500 Mann an. 100 russische Tanks und kleinere Kampfwagen wurden zu- fammengeschofsen und sechs russische Flugzeuge heruntergeholt. Die weitere Entwicklung des Konfliktes läßt sich schwer vorausberechnen. Französische Zeitungen, die sich in den letzten Tagen sshr optimistisch zeigten, sehen die Dinge heute schr viel trüber. Sie glauben, daß Marschall Blücher, der nur mit Müh« der großen Säuberungsaktion in der Roten Armee entging, mit allen Mitteln zum Kriege dränge. Durch einen Sieg über Japan möchte er sich zum „Volkshelden" stempeln lassen und so seine brüchig gewordene Stellung befestigen. Englischerseits leugnet man jeden Vermittlungsversuch ab. Eine Permittlung käme nur auf Ersuchen einer Partei in Frage.
Himmelschreiende Anklage.
wt. Eine neue, kaum faßliche lluglücksbotschaft erschüttert UNS. Im Böhmerwald, in dem kleinen Ort Elaserwald, wurde der 28 Jahre alte Sägewerksarbeiter Paierle, ein Mitglied der Sudetendeutschen Partei, von Tschechen erstochen. Paierle hatte sich mit seinen Kameraden Knchler und Schwarz in das Gasthaus Hcrrer begeben. Zwischen ihnen und 14 Tschechen, denen sich später noch ein tschechischer Finanzbeamter zugesellte, kam es zu Meinungsverschiedenheiten, woraus der Gastwirt den Tschechen das Lokal verwies. Als sich die drei SdP.-Leute eine halbe Stunde später auf den Heimweg begaben, wurden sie unweit des Gasthofes von den aus dem Lokal Gewiesenen überfallen. Sie versuchten vor der Übermacht zu flüchten. Paierle brach durch vier Stiche verletzt, wovon einer in die linke, einer in die rechte Seite und zwei in den Rücken drangen, sterbend zusammen. Später fand ihn der Lehrer Rusa aus Eöckelberg tot auf. Der Täter konnte noch nicht sestgestellt werden. Im Zusammenhang mit der Tat wurden 13 Personen sestgenommeu.
Ein weiterer Roheitsakt wird aus Bodenbach gemeldet. Ein junger Turner der in Breslau, wo er an dem Turn- und Sportfest teilgenommen hatte, erkrankt war, konnte nur mit Schwierigkeiten in das Krankenabteil des Zuges gebracht werben. Auf der Grenzstation schleppten ihn die tschechischen Zollbeamten aus dem Zug heraus. Der Kranke mußte sich völlig entkleiden, während die Beamten seine Kleider durchsuchten. Dabei wurde der Kranke grundlos g e - 161 agen. Der Polizeiarzt, der den Turner nach seiner Weiterfahrt untersuchte, konnte noch nach mehreren Stunden Schwellungen am Jochbein feststellen. Bei einer späteren Gegenüberstellung mit den Zollbeamten erkannte der Turner di« tschechischen Finanzbeamten Frantik und Visek als Prügelhelden wieder.
Auf der Straße von Mittel-Langenau nach Hohenelbe fuhr ein tschechisches Militärfuhrwerk, dem zwei Soldaten auf Fahrrädern folgten. LHne jeden ersichtlichen Grund zog der eine Soldat seine Militärpistole und schoß
Die Nachprüfung der Luftangriffe.
London, 8. Aug. Die englische Kommisiion, die sich zur Nachprüfung von Luftangriffen auf offene Städte und britische Schiffe nach Spanien begeben soll, bestcht aus Eruppenkapitän Smyth-Pigott, einem im Ruhestand lebenden Offizier der britischen Luftwaffe, und Major L e j e u n e, einem Offizier der ÄttiOerie. Beide werden am 13. August 1938
o Werktäglich nachmittags.
o -ausgautll Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- u. Feiertags.
Unterhaltungsbeilage. ®üro: S8c"tIme^ort'
