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Diplomatische Winkelzüge und neue rote Angriffe

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Minenerplosionen in Palästina.

Seriijalcm, 4. Aug. In der Nähe der Judensiedluna Klar.Saha zwischen Haifa und Tel Aviv fuhr ein mit 17 jüdischen A r Leitern besetzter Lastkraftwagen auf eine Mine und flog in die Luft. Sechs Juden wur­den getötet und sieben verletzt.

Trotz aller Anstrengungen von Behörden und Militär erfahrt in Palästina die Kette der täglichen Attentate und Gewalttaten keinerlei Unterbrechung. Bei Tulkarem explo- dierte unter einer Draisine, die mit sieben jüdischen Hilfs- polizisten besetzt war, eine Mine. Zwei Hilfspolizisten -wurden dabei verletzt.

Das Militärgericht zu Jerusalem verurteilte wegen Bombenbesitzes einen Araber zum Tode.

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Bekannt ist die Äußerung Mussolinis, daß er den Begriff des malerischen Italiens ablehne, ja geradezu Haffe. Diese Stellungnahme ist der Protest eines Mannes gegen die Nomantijiererei von Schwärmern, denen es tatsächlich *- lungen war, von Italien das Bild eines ! 1 Vergangenheit ausruhenden Landes in die ganze Welt zu tragen. Der Duce hätte seine ehrliche Freude daran gehabt

« £. latfc Metzen können, mit welchen Augen unsere Aotf. -Fahrer das italienische Leben in Vergangenheit und Gegenwart als Ganzes betrachtet haben. Hier finden sich gleichgeartete Welt-Anschauungen, äußern sich dieselben, letzten Endes auf der politischen Erundeinstellung beruhenden Kräfte. . Die vielen Tausende, die so mit .Kraft durch Freude" ^uen Blick über die Reichsgrenzen hinaus in ferne Länder und Volker tun, begreifen aus eigenster Anschauung, daß das Leben überall in der Welt von den gleichen Gesetzen diktiert wird, Lag es von den Menschen allein abhängt, wie weit sie sich von ihm unterkriegen lassen oder seine Herren sind. Sie begreifen, daß die Welt überall schön ist und gleichzeitig dunkle Flecken hat. Die Palmen sind nicht schöner als unsere Eichen oder Tannen, sondern anders, und die Riviera hat ihre Vor­züge die Ostseeküste aber auch. Wertmäßig läßt sich das qar- nicht vergleichen, und wenn man das viele Dahinter und Drumherum mit in Rechnung stellt, dann, ja dann ist es Bei

Verlogene Ausreden

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)

n es tatsächlich ae- schlafenden, auf großer die ganze Welt zu

bestrebt, den Konflikt friedlich beizulegen. Der Sprecher des Außenamtes äußerte auf die Frage, welche Schritte man unternehmen werde, falls Moskau die Zurückziehung feiner Gruppen ablehne, dag Japan zunächst einmal eine endgültige Antwort Lltwmow-Finkelsteins abwarten müsse. Auf die we-ltere Frage ob sich das Schangfenagebiet in japanischen

-Nnde, antwortete er:Größtenteils". Die java- nlfche Presse zeigt große Zurückhaltung. Sie hat noch nicht zu ver Gesamtlage Stellung genommen und deutet ledialich an, datz Japan bereit sei, den Zwischenfall gross- zugrgzuer ledigen. D

3n der Nacht zum Donnerstag haben, nach einer Reuter­meldung, die Sowjettruppen erneutden Versuch gemacht, die japanischen Stellungen bei Schang- ^ng Zu nehmen Sie sind aber zurückgeschlagen worden. Dem Angriff ging schweres Artilleriefeuer voraus ^wei koreanische Dörfer wurden am Mittwoch von Einbruch der Dämmerung bis um 1 Uhr nachts von russischer Artillerie beschossen.

Bolschewistische Verluste an der Ebrofront,

m? 51 ?ug. (Funkmeldung.) 3m Abschnitt

Mequlnenza wurden, wie der nationale Heeresbericht vom Donnerstag meldet, die vorderen Linien verbessert und 55 Gefangene gemacht. Einer unter diesen, ein Offizier er­klärte, datz die P e r I u st e der Roten bei ihr e r Ebro-Offensive über 20 000 Mann betragen wurden. An der Ebrofront wurde ein neuer Angriff ' der Sowietspamer abgewiesen. Die nationalen Flieger griffen in diesem Gebiet die rückwärtigen Verbindungen des Gegners an sich zahlreiche nationale Flugzeuge in der Luft, die dem Gegner schweren Schaden zusugen. So gelang es ben Fliegem, mehrere rote Lastwagenkolonnen in Brand zu schienen. Überläufer bestätigen, daß in den Reihen der Roten n herrsche Weiter nähmen vn-

glaublich »wie Ausländer an dem Kamps auf feiten der Roten teil, so allem über iqoo französische Offiziere hte teilweise tm aktiven Dienst der ffanzösischen Armee ständen'

Tschechische Militärflieger über Glatz.

Eine Karte von der Grenze.

(Kartendienst. E. Zander-Multipler-K.)

wirksame Abwehrmassnahmen. Wir haben das Recht und die Möglichkeit gegen solche Luftpiraten vorzu­gehen, wie man überall gegen gewerbsmäßige Friedensstörer vorgeht. Es ist ja auch den Tschechen nicht entgangen, daß Frankreich sich genötigt gesehen hat, sich gegen Grenzver­letzungen durch Rotspanier zur Wehr zu setzen. Auch wir könnten uns der Tschecho-Slowakei gegenüber zu ähnlichen Wwehrmaßnahmen gezwungen sehen, was den jetzt so mangelnden Orientierungssinn tschechischer Flieger vermutlich sehr plötzlich erheblich stärken und die Prager Regierung der Mühe entheben würde, verlogene Ausreden stammeln zu müssen.

Wikingererobern" die Welt.

Von Dr. Eberhard Moes, Leiter der Presseabteilung des Amtes Reisen und Wandern in der DAF.

Wenn jemand auf eine weite Reise geht, dann macht er sich von dem Ziel oder den Zielen schon vorher irgendein Bild. Er denkt sich allerlei Sachen aus und schwelgt in Vorstellungen, bie ihm seine Phantasie mehr oder weniger reich ausmalt. Der Gewissenhafte wird vielleicht in die Bibliothek gehen und Bucher zu Rate ziehen, oder er sieht sich im Museum Bilder an, die Motive aus jener Gegend enthalten.

Besonders ergiebig sind die Vorstellungen naturgemäß bei Menschen, bie, des Reisens vollkommen unkundig, zum ersten Male in ihrem Leben ins Ausland fahren und wie bei »Kraft durch Freude" damit einem unbegreiflichen Aben­teuer entgegengehen. Ob das nun Madeira ist oder Capri oder das afrikanische Tripolis, immer wird das Herz der Glück­lichen übervoll und von Erwartungen mannigfaltigster Art sein.

Aber bann kommt alles noch wesentlich anders. Dann hat so ein fremdes Stück Welt ein ganz anderes Gesicht, ali man sich träumte; auf den Palmen liegt zum Beispiel stumpfer Staub, bie Vorstellung von strahlender Sonne erhält evtl, ihren Knacks durch einen echten Nieselregen, die Kamele haben Hunderte von Flöhen kurz: auch dort ist Alltag mit sehr deutlichen Schattenseiten. Verwundert denkt man an die vielen Filme mit ihrem märchenhaften Sonntagsgesicht oder an die begeisternden Reiseschilderungen in zahlreichen Büchern.

Und da liegt vielleicht der größte Wert der vonKraft durch Freude" veranstalteten Reisen ins Ausland, daß Tausende und Zchntausende von Arbeitern sich ein unge­fälschtes Bild von einem Teil der übrigen Welt machen können, daß sie mit eigenen Augen die Wirk- Ilchkeit sehen, bestehend aus vielem Schönen, gewiß aber auch gemischt mit grauen Schatten nicht anders als bei uns zu Hause auch.

Ein englischer Journalist sagte mir kürzlich, als er in L'ssabon aus der Stadt zurück zumKdF."-Schiff kam, er sei auch in die Arbeiterviertel gegangen und habe dort viele Urlauber getroffen, die eingehend alles betrachtet hätten. Er finde es fabelhaft, daß bieKdF."-Fahrer nicht bloß die großen Platze und Prachtstraßen aufsuchten, sondern eben auch dort- hin gingen, wo die internationalen Touristen bestimmt niemals hinkamen.

.. N""-. das ist bei j^er Fahrt und in jeder Hafenstadt, wo dieKdF. -Schiffe anlegen, zu -beobachten. Und die Er­klärung ist nicht schwer: Die Menschen, die mitKraft durch Freude reisen, sind ausnahmslos vom Leben nicht verwöhnt worden. Sie kennen ben ewigen Kampf bes Alltags, unb feine noch so blendende Fassade kann sie täuschen. Nicht daß sie für die Schönheiten der Welt kein genügendes Verständnis begreifen und erleben sie seelisch sehr wohl, mehr vielleicht sogar als die vielen andern, da sie auch um die voll­brachte Arbeit wissen, aber ihr wirklichkeitsgeschulter Geist begnügt sich nicht mit ben Spitzenleistungen, sondern sucht bas Leben in allen Formen,

wt. Die Verhandlungen zwischen Japan , n Sowjets zur Beilegung des Schangfeng-Kon- fliktes kommen nicht von der Stelle. Der Sowjetbotschafter in Tokio wurde von dem stellvertretenben japanischen Außen- inlnister empfangen, gleichzeitig suchte bei japanische Bot- sibaster tn Moskau Litwinow-Finkelstein auf. Die Sowjets brücken sich aber um eine klare Stellungnahme herum. Der Vorschlag Japans geht dahin, daß Moskau den Status guo J Schangfeng anerkennen soll, während Tokio sich bereit er- klart, über die Frage der gesamten Erenzfestsetzung zu ver- baudeln. Litwinow-Finkelstein stellt sich auf den Standpunkt, Lag sich die lapanischen Truppen, bevor Verhandlungen in (Sang gebracht werden könnten, hinter die Linie, die auf dem Vertrag von Huntschung (1886) beige- JW markiert wurde. Da diese Karte niemals veröffent­licht und sich auch nrcht im Besitz der Japaner befindet, wird sie von Tokio nicht anerkannt. Ein immerhin eigenartiges Verhalten der Sowzetrussen, die plötzlich die bisher praktisch eingehaltene Grenze nicht mehr respektieren wollen. Japan ist aber trotz intriganter Haltung Moskaus auch weiterhin

Auch die deutsche Geduld hat ein Ende.

Berlin, 5. Aug. Das Tschecho-Slowakische Preßbüro hat aber den Grenzzwischensall in der Nähe von Glatz eine Meldung veröffentlicht, die folgendermaßen lautet:

Ber einer Fl reg er Übung, die am 2. August in Ost- bohmen stattfand, verlöredrei tschecho-slowakische Flug- seuge d»e Orientierung und gerieten über deutsches Ge- uLhLV Umgebung der Stadt Glatz. Die deutsche Ee- (""btschast ,n Prag ,chritt am 4. August im Außenministerium gegen dieses überfliegen ein. Das Außenministerium sprach ! ei n^ Bedauern über den Vorfall aus. überdies werden die Flieger, die den Zwischenfall verschuldet haben, be­straft werden.

Die faschistische Rassenpolitik.

Das Rassen-Manifest der Faschistischen Partei be- Rack^ h?r Maßnahmen auszuwirken,

rssach ber neuesten Verfügung wirb austänbii&en jüdischen Studenten ber Besuch it alten Hebet Hochi.chu l en unb L eh r ansta l t en v e r bo* "« Ä ,lqhent[dje treffe begrüßt bas schnelle Hanbeln Wenn pfiffige Juben glaubten, sich burch bie Taufe ber fatoiftiidicn Rassepolitikentziehen zu können, so sagt bas Blatt' Resto d?l Carlino , bann irrten sie sich. Es hanble sich nicht um bte Religion, sondern um bie Rasse. Mit viel Interesse unb Sympathie wird auch die neue deutsche Verfügung die den lubischen Ärzten bte Behandlung arischer Patienten verbietet, ausgenommen. Die jüdische Hetze die die Welt glauben machen wollte, baß Deutschland bereits alle Juden aus seinen Grenzen vertrieben habe, so sagt der Teuere" werde durch die neue Verordnung am besten widerlegt 3m nationalsozialistischen Deutschland lebte auch heute noch eim Zahl von Juden, die Handel trieben und denen ?s nicht schlecht.gehe. In Italien sei die Judenffage leiste? Bevölkerung t8te 3abI 8ertna fet im Verhältnis zur Gel amt=

,®*e Entschuldigung, die die tschechische Regierung auf die deutsche Beschwerde gestammelt hat (einen anderen Ausdruck kann man wirklich nicht gebrauchen), stellt der tschechischen -ustwasse ein Armutszeugnis sondergleichen aus. Wir wollen zur Ehre der tschechischen Luftwaffe annehmen, datz chre Flieger nicht so schlecht sind, wie uns die Prager Re­gierung glauben machen möchte. Denn bei einem leicht er­kennbaren Erenzverlauf 20 Kilometer in deutsches Gebiet beretn|ufliegen und nach dieser Glanzleistung noch weitere 40 Kilometer an deutschem Gebiet entlang zu fliegen, das 'onnte nur Flugzeugen passieren, die von Leuten geführt werden, die nicht an das Steuer eines Flugzeuges gehören, benen man vielleicht einen Äinberroagen anoertrauen kann. Slußerbem war Glatz aber auch für Fliegersäuglinge sehr leicht als beutsche Stabt auszumachen, wehten doch hier ge= rabe an jenem Tage zahllose Hakenkreuz- I ahnen zu Wien ber Gäste bes Breslauer Turn- u nb Sp vr t s este s. Ferner war an jenem Tage Sonnen-

»Nb beste Sicht unb schliesslich gehörten die 'Piloten zu Verbanden, bie in Ostböhmen Manöver abhielten, mussten also ben borhgen Raum sehr gut kennen. Wenn man uns °ormachen will, daß unter solchen Umständen lediglich ein Verfliegen" vorlag, so können wir bas nur als vet- 1 ene Ausrede kennzeichnen. Wir wissen ja nur zu gut, daß seit dem 24. Mai, d. h. bald nach dem Mobil­machungs-Skandal, sich immer wieder tschechische Militärflug- ,zeugeverflogen" haben, dass aber diese armen Unschulds- lamtner von Piloten dann treu und brav Bahnhöfe auf deut­schem Gebiet photographierten, Eisenbahnlinien entlangflogen unb bort tief heruntergingen, wo sie deutsche Befestigungs­anlagen vermuteten. Auch von den Glotzer Fliegern steht uberbies einwandfrei fest, dass sie Aufnahmen von Glatz machten. Auf ben Leim von ben armen Piloten bie bie Orientierung verloren, kriechen wir {ebenfalls nicht. Wir fallen ebenso wenig auf bie Zusicherung herein, bass die Fli^er, bte den Zwischenfall verschuldet haben, bestra-t werben. Was es mit der sogenannten Bestrafung solcher Schuldigen tn ber Tschecho-Slowakei auf sich hat, das haben soeben erst jene skandalösen Gerichtsverhandlungen bewiesen in denen s ch i e ß w ü t i g e T s ch e ch e n, die sich an Sudeten-

deutschen vergingen, eher eine Ehren st rase als eine wirklich fiih l b are Busse erhielten.

Aber auch die deutsche Geduld hat eine Grenze. Wir können uns nicht unausgesetzt eine Ver­letzung unserer Hoheitsrechte gefallen lassen. Die Er­regung ber beutschen Erenzbevölkerung über diese immer wiederkehrenden tschechischen Provokationen ist sehr gross und mit Recht verlangt die Erenzbevölkerung

GRULICH

WiWbaÜMr Tagblatt

Druck und Verlag: ___...

Erscheinungszett:

Nr. 181.

Freitag, 5. August 1938,

86. Jahrgang

Wöchentlich

mit einer täglichen

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81 Schellenberg ssch« Hofbuchdrucke»!, ^Tagblatt < Haus". Fernfprecher-Sammei-Nr. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

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