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Seite 2. Nr. 172.

Wiesbadener Tagblatt

Dienstag. 26. Juli 1988.

kräuseln leichte Schaumwellen seine Oberfläche. Unser See, der übrigens erst im vorigen Jahre für den Fremdenverkehr entdeckt wurde, hat einige Distanz zum Gebirge, das ihm als prächtiges Panorama vorgelagert ist. Er liegt noch im Bezirk der Vorberge, der Berglern, oder „Bichl", die als Sonnenbichl, Fischerbichl oocr Ealgenbichl seine Ufer m mäßiger Höhe um­randen und die Möglichkeit weiter Sicht bieten. Hier ist es frei und luftig nach allen Seiten. Wenn die Sonne über der Landschaft brütet, bringt ein frischer Luftzug Kühlung, und wenn es regnet, steckt man nicht gleich im dicken Nebel. Die flachen Ufer des Sees sind schilfbewachsen. Unmittelbar nach dem Schilf kommen die Seerosen, deren gelben Blütenköpfe im Sonnenlicht funkeln. 800 Tagwerk groß ist, wie uns Anwohner versichern, der See, dessen Farbe mit dem Licht des Tages wechselt. Wir versuchen seinen Umfang im Ruderboot zu er­gründen und brauchen für die längste Diagonale eine knappe Stunde. Das war mehr, als wir erwartet hatten. Auf ein Durchschwimmen, das geplant war, verzichteten wir daraufhin und begnügten uns damit, uns am Strande herumzuräkeln und nur gelegentlich zur Abkühlung ins Wasser zu gehen. Manchmal versucht ein kleines Segelboot, das auf den romantischen Namen „Bounty" getauft ist, in See zu stechen. Wegen mangelnder Brise wird das Unternehmen aber bald wieder aufgegeben und das Segel gestrichen. Die dreiköpfige Mannschaft kommt stets rudernd Zurück. Auch angeln kann man im See. Der Pächter der Fischgründe gibt bereitwillig die Erlaubnis dazu. Aber nur vom Ufer aus, damit man ihm die großen Fische nicht alle wegfängt. Hauptziel der see- schiffahrttreibendcn Sommergäste ist übrigens der „Wies- bauer", dessen schmuckes Anwesen im Sonnenlicht lockend über den See leuchtet und bei dem es Schlagsahne in rauhen Mengen gibt.

Das Dorf.

An dem großen See liegt das kleine Dorf, das eigentlich nur aus vier oder fünf Bauernhäusern besteht, die sich um die, von einem wehrhaften Turm mit Schrägdach überragten Kirche gruppieren. Die übrigen Bauernhäuser stehen einzeln und weitverstreut im Gelände. Einige kleben in beträchtlicher Höhe am Berge. Die wuchtigen, breitausladenden Dächer ragen weit über die Fassade, in deren zahlreichen Fenstern sich die Morgensonne spiegelt. An der langgestreckten Uferstraße des Sees find zahlreiche neue Landhäuser errichtet, die im Baustil ausgezeichnet der Landschaft und dem Brauchtum angepaßt sind. Das Dorf selbst zählt nur wenig mehr als hundert Einwohner, ist aber uralt. Eine Burg, die im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstört wurde, reckte einst ihre Zinnen von der nahen Höhe. Einziger Zeuge der Vergangenheit ist heute nur noch die alte Kirche, ein wuchtiger, romanischer Sakralbau aus dein 12. Jahrhundert, der später im Innern barockisiert wurde. Bei der Renovierung in diesem Jahre wurden unter einer zwei Zentimeter starken Mörtelschicht schöne gotische Fresken mit Spruchbändern, aus dem 14. Jahrhundert, bloßgelegt und vom Bezirkskonservator in München als künstlerisch wertvoll be­zeichnet. Sie zeigen so frische Farben, als seien sie gestern erst gemalt worden. Das große Bild stellt den Ritter St. Jörg dar, der einen gelben geflügelten Lindwurm ersticht und die ihn um Hilfe anrufende Jungfrau befreit. Trotz aller Primi­tivität der flächigen Darstellung ist der Vorwurf verständlich und eindrucksvoll von dem unbekannten Künstler dargestellt. In der Kirche befindet sich u. a. eine Gedenktafel für etwa 12 in den napoleonischen Kriegen 1805 bis 1815 in Österreich, Spanien, Rußland und bei Waterloo gefallenen Kriegsteil­nehmern der Gemeinde. In einem angebauten Vorraum hängen die Bäuerinnen ihre nassen Regenschirme einer farbig bemalten Petrusstatue über den Arm. Neben der Kirche steht das Schulhaus. Der Lehrer feiert an diesem Sonntag gerade sein 25jähriges Dienstjubiläum. Ein Anlaß, der die nach Ausweis eines gerahmten Diploms im nahen Gasthof preis­gekrönte Musikkapelle des Dorfes auf die Beine gebracht hat. Sie bringt ihm ein Ständchen. Der Lehrer, ein blonder Hüne, dessen massiver, eckiger Kopf die keltische Abstammung deutlich erkennen läßt, dankt mit freundlichen Worten für die Ehrung. Wir haben die Szene ohne sein Wissen mit Erfolg geknipst und hoffen, ihm mit dem Bilde eine Freude zu machen. Das von ihm vertonte, schöne Preislied auf das Dorf schließt mit dem Kehrreim: „In Sturm und Schnee und Sonnenglut, bis du mein Dorf in guter Hut."

Die Käste.

Vor ein paar Jahren waren das Dorf und der See noch völlig unbekannt. Sie liegen abseits der Straße, die in jedem Sommer einen mächtig flutenden Fremdenverkehr nach bevor­zugteren Punkten bringt. Da kam ein Brauereibesitzer auf den Gedanken, eine Bauernschänle durch Anbau in einen schmucken Seegasthof, mit Garagen und allem Komfort zu ver­wandeln. Zunächst nur Ausflugsziel mit Badegelegenheit, wurde der See bald Erholungsort für längeren Aufenthalt. Gäste, die einmal hier weilten, kamen wieder. Die Personen­post verbindet heute Dorf und See mit der nahen Stadt und mit dem Auto ist man bald an Ort und Stelle. Gäste aus allen Gegenden unserer Heimat sieht heute der idyllische Platz, der jo mannigfache Erholungsgelegenheiten bietet. Wir trafen Wiesbadener, Mainzer und Frankfurter neben Berlinern und Sachsen, die im besten Einvernehmen mit den freundlichen Dorfbewohnern als Gastgeber leben und dankbar die mannig­fachen Anregungen, die von der Landschaft geboten werden, aufnehmen. Auch „Kraft durch Freude" hat natürlich diese schöne Gegend mit in ihre Fahrten einbezogen, was wesentlich zur Erschließung der Schönheiten für zahlreiche Volksgenossen aus anderen Gauen beigetragen hat. Je nach dem Eau, aus dem die Volksgenossen kommen, nehmen sie die gebotenen Ein­drücke auf. Die Hamburger, mit denen wir zunächst zusammen waren, zurückhaltend und gemessen, die Berliner mit frisch­fröhlichem „Hinein!" und die Kurhesten, mit denen wir zuletzt gemeinsamen Aufenthalt hatten, mit heiterer Anteilnahme und frohem Genießen des abwechslungsreichen Erholungsaufent­haltes. Beim Eintreffen der KdF.-Fahrer geht am hohen Maibaum die Hakenkreuzfahne hoch. Der prächtige KdF.- Walter findet die richtigen Begrüßungsworte und bringt damit

die neuen Ankömmlinge mit den übrigen Feriengästen in ein kameradschaftliches Verhältnis, das Freundschaften über die Dauer des Aufenthaltes hinaus verbürgt. Ein Heimatabend vermittelt Feierabendbräuche und gesellige Unterhaltung. Die liebenswürdigen Menschen dieser Gegend lassen kein Gefühl von Fremdfein aufkommen. Jeder macht mit, ist fröhlich mit den Fröhlichen und nimmt dankbar alle Eindrücke auf, die ihm die einzigartige Leistung des Nationalsozialismus, das KdF.- Werk der Deutschen Arbeitfront, vermittelt. Das reichhaltige Programm eines solchen Aufenthaltes dringt neben Führungen in die nahe Landschaft und Exkursionen ins Hochgebirge auch eine Reihe von größeren Autobus-Ausflügen zu den deutschen Brüdern in der Ostmark, nach Innsbruck oder über die Pässe der Tiroler und Vorarlberger Alpen. Genug, um sich einmal erlebnisreich zu entspannen und neue Kräfte zu sammeln für die Arbeit eines Jahres in Werkstatt und Büro.

über Pässe und Höhen.

Wenn man den ganzen Tag über das gewaltig schöne Panorama des Hochgebirges vor sich hat, dann wächst die Sehnsucht, einen der hohen Gipfel zu ersteigen, oder wenigstens ihm möglichst nahe zu kommen. Es werden Pläne gemacht, wieviel Stunden Anmarsch erforderlich sind, ob die Zeit reicht hinauf und hinunter, oder ob man in einer „Hütte" über­nachten mutz. Manchmal macht das Wetter einen Strich durch alle Berechnungen und man kehrt um, weil keine Aussicht auf Aussicht besteht. Da ist zum Beispiel der Säuling, dessen 2000 Meter man machen könnte oder der Tegelberg oder Die Schlicke. Schließlich ist man auf dem Wege, klettert ein bißchen an den Vorbergen herum, ist mit einem Male mitten drin im -romantischen Dämmer des Hochgebirgswaldes, bestaunt die riesigen Weißtannen, die kerzengerade zum Himmel streben, bewundert gigantische Felsbildungen und blickt etwas be­klommen in steilabfallende Abgründe. Immer schmaler und steiler wird der Weg, immer felsiger der Boden, immer spär­licher die Vegetation und immer leuchtender werden die Farben der ÄlpenbluMN, das dunkle Blau des Enzian und das brennende Rot der Alpenrosen, die, meist unerreichbar hoch, am Rande der Felsenwand blichen. Noch ein letzter An­stieg auf schmalem Grad und man steht hoch oben in luftiger Höhe. Losgelöst von aller Erdenschwere, genießt man den Blick über die unendliche Weite, erlebt die Wunderwelt des Hochgebirges mit trunkenem Auge und ftohem Herzen.

Man kann das auch bequemer, aber kaum weniger er­müdend haben mit einer Autofahrt über die Pässe von Tirol und Vorarlberg. Von Füssen aus, an den alten Zollhäusern vorbei, über Ulrichbrücke und Reutte, sind es etwa 80 Klm. das Lechtal hinauf bis zum Flexenpaß, der, 1784 Meter hoch, die Wasserscheide zwischen Rhein und Donau bildet. Von hier führt die kunstvoll in den Felsen gehauene Flexenstraße über Brücken und durch Tunnels auf steiler Höhe zum Arlbergpaß (1800 Meter), über den Fernpaß und,am Zugspitzmassiv vorbei zurück nach Reutte. Wir hatten Pech. An der Flexenpaß- stratze wird gebaut und gesprengt. Ein Felssturz versperrte gerade an diesem Tage die Straße und wir kamen nur bis Zürs. Im Sturm uns unter eisigen Regenschauern passierten wir zu Fuß die Paßhöhe bis zur Flexenstraße, die wir, bei wieder durchbrechender Sonne, von einer nahen Höhe, um­rahmt von schneebedeckten Bergketten, in ihrer ganzen Groß­artigkeit einsehen konnten. Daß wir auf demselben Wege zurückkehren mußten, war zwar nicht im Programm vorgesehen, ließ uns aber die grandiose Kunststraße, die in Kehren und Windungen so hoch hinaufführt, noP einmal in ihrer ganzen Großartigkeit als Abschluß der Ferien bewundern.

Tschechische Vergeblichkeit.

Kz. Die tschechischen Staatsmänner scheinen sehr vergeß­lich zu sein. Sie können sich, um ein Beispiel zu nennen, mit dem besten Willen des Pittsburger Vertrages nicht mehr er­innern. Selbst durch die Vorlegung des Original-Textes gelang es nicht, ihnen die damaligen Vorgänge ins Ge­dächtnis zurückzurufen. Zu dem Kapitel der tschechischen Ver­geßlichkeit liefert nun Lloyd George, der sein Erinnerungsbuch über Versailles fertiggestellt hat. einen neuen Beitrag. Als Hauptakteur der sogenannten Friedenskonferenz ist er natür­lich bestrebt, Versailles zu verteidigen. Er macht dagegen Benesch den Vorwurf der Unaufrichtigkeit und des Bruchs von Versprechungen, die er in Versailles gegeben habe. Nach der Darstellung Lloyd Georges hat Benesch am 5. Februar 1919 vor der Friedenskonferenz erklärt, daß die tschechische Regierung nicht im geringsten die Äbsicht habe, die Deutschen in Böhmen zu unterdrücken. „Es sei vorgesehen, ihnen volle Minderheitenrechte zu gewähren und es würde reine politische Verrückt­heit sein, wenn man das nicht tun wollte." Damit hat der tschechische Präsident zweifellos eine Grundwahrheit ausge­sprochen. Hätte er sich an sein Wort gehalten, so wären ihm die jetzigen Schwierigkeiten erspart geblieben. Das tschechische Staatsgebilde stünde heute gefestigter da und Europa hätte eine Sorge weniger. Auf Grund dieses Versprechens, so heißt es in dem Buche Lloyd Georges, von dem der „Daily Telegraph" einige Abschnitte veröffentlicht, habe Benesch am 20. Mai der Konferenz eine Denkschrift übermittelt, in der er folgende Punkte als richtungweisend bezeichnete:

Proportionelle Vertretung für die Minderheiten gemäß dem Allgemeinen Wahlrecht; vom Staat unterhaltene Schulen für alle Nationalitäten, bei denen die Zahl der Kinder dies erfordert; Zugang zu allen Staatsämtern für die verschiedenen Mimierheiten; die Gerichtshöfe sollen gemischt sein; die Deutschen sollen das Recht haben, in ihrer Sprache auch vor den höchsten Gerichten zu verhandeln; die lokale Verwaltung soll in der Sprache der lokalen Minderheit durchge­führt werden; die amtliche Sprache soll das Tschechische sein, aber in der Praxis soll die deutsche Sprache die zweite Sprache des Landes sein und soll gleichzeitig vor der Verwaltung, vor den Gerichten und vor dem Haupt­parlament verwandt werden, und zwar auf gleichem Fuße mit der tschechischen Sprache.

Die Zusagen, die Benesch also bereits 1919 gab, spielen, wie das kürzlich veröffentlichte Memorandum der Sudeten­deutschen zeigte, in den Forderungen Henleins eine große Rolle. Man sollte denken, daß Benesch, gerade nach den neuen englisch-französischen Schritten in Prag, die Zeit für gekommen erachten müßte, endlich seine vor 20 Jahren gegebenen Ver­sprechungen einzulösen. Leider scheint der tschechische Staats­präsident auch diese Zusagen völlig vergessen zu haben. Vielleicht gibt ihm die Veröffentlichung Lloyd Georges Ver­anlassung, sein Gedächtnis wieder etwas aufzuftischen.

Fürst Franz I. von Liechtenstein f.

Vaduz, 26. Juli. (Funkmeldung.) Fürst Franz I. von Liechtenstein, der bereits im März dieses Jahres den Thron­folger seinen Großneffen, den Prinzen Franz Josepb. mit der Ausübung der ihm verfassungsmäßig stehenden Rechte betraute, ist am 25! Juli um 11.45 Uhr auf Schloß Feldberg, im Alter von 85 Jahren, gestorben. Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein bat Fürst Franz Joseph n. über­nommen.

Dokumentarischer Film: „Das Schwert des Friedens".

Berlin, 25. Juli. Nach einjähriger Vorbereitung ist von der Reichspropagandaleitung der NSDAP., Amtsleitung Film, unter dem Titel ..Das Schwert des Friedens" ein doku­mentarischer Film fertiggestellt worden, der ab August im ganzen Reich durch die 39 Eaufilmstellen der Partei in großen Filmveranstaltungen zum Einsatz gelangen wird.

Der Film war ursprünglich als Gemkinschaftsarbeit der Waffenkameraden des Weltkrieges aus dem Ältreich und aus der Ostmark gedacht. Durch die Heranziehung der Filmarchive Italiens, Ungarns und Japans sowie anderer wertvoller Dokumentenquellen hat sich der Film jedoch zu einer Gegen­überstellung des Geistes der Zerstörung, repräsentiert durch den völkerverhetzenden Bolschewismus, mit dem Geist des Auf­baues und des Waffenfriedens, so wie ihn die Politik der autoritären Staaten vertritt, erweitert.

Da nur Originalaufnahmen und zum Teil in der Öffent­

lichkeit noch nie gezeigte Szenen verwendet wurden, hat der Film einen besonderen dokumentarischen Wert von überzeugender Kraft. Manuskript. Regie und Schnitt besorgten Johannes Häußler unter Mitarbeit von Ernst R. Müller. Der Film zeigt u. a. das Aufblühen des Zweiten Reiches. Sarajewo, den Weltkrieg mit seinem ungeheuren Einsatz an Menschen und Material, die Nachkriegszeit mit der lähmenden Selbstzerfleischung in Deutschland und der Schmach der Rheinlanbbesetzung, das Ausrüsten der sog. Siegerstaaten und die bolschewistische Mobilmachung zur Weltrevolution im Fernen Osten, in Spanien und in anderen Ländern, wo der Klassenkamps zu blutigen Auseinandersetzungen geführt bat. Diesem Geist der Zerstörung wird der friedliche innere Auf­bau in Deutschland und der Wille der anderen friedliebenden Völker gegenübergestellt, die bereit sind, dem bolschewistischen Ansturm auf die Welt eine stählerne Wehr entgegenzusetzen.

Führer-Austausch zwischen der SA. und der Miliz.

Rom, 25. Juli. Mussolini hat am Montag den Generalstabschef der Faschistischen Miliz, General Russo, empfangen, der ihm über seinen Besuch in Deutschland Be­richt erstattete. Der General hob dabei besonders den außer­ordentlich herzlichen Empfang hervor, der ihm von den Männern der SA. zuteil wurde. Besonders herzlich sei General Russo vom Führer und vom Generalfeldmarschall Göring empfangen worden. Der Duce beauftragte General Russo, StabschefLutze seinen besonderen Dan? für die der Abordnung der Faschistischen Miliz zuteil gewor­dene kameradschaftliche Ausnahme zu übermitteln. Zur roeiteren Vertiefung dieser Kameradschaft zwischen SA. und Faschistischer Miliz hat der Duce angeordnet, daß demnächst ein Austausch von Führern der beiden Forma­tionen zur Verteidigung der Revolution stattfinden solle.

Ein Tagesbefehl des Stabschefs.

Berlin, 26. IM. In einem Tagesbefehl an die SA. bringt Stabschef Lutze nach einer Meldung der NSK. seine Anerkennung für die Erfolge und Leistungen bei den Reichswettkämpfen der SA. mit folgenden Worten zum Aus­druck: Die Reichswettkämpfe der SÄ. sind vorüber. Das Er­gebnis war sowohl hinsichtlich der Beteiligung als auch in der Leistung besser als im Vorjahre, ein Zeichen dafür, daß die SA. in ganz Deutschland, wie immer, so auch im letzten Jahr keine Arbeit und kein Opfer gescheut hat. Den Dank und die Anerkennung, die ich im Olympia-Stadion bereits zum Ausdruck brachte, möchte ich deshalb an dieser Stelle wieder­holen nicht nur den Siegern und denen gegenüber, die dank ihrer Dorkampfleistungen an den Kämpfen in Berlin teil­nehmen konnten, sondern auch denen, die an den Vorkämpfen in ihren Heimatorten teil­nahmen und dort ihre Einsatzbereitschaft für den Führer und seine Idee unter Beweis stellten.

Ich freue mich, daß der Generalstabschef der faschistischen Miliz, General Russo, und die in seiner Begleitung befind­lichen Offiziere der Miliz diesen Erfolg sehen konnten.

Die Ostmark im Zeichen der Gedächtnisfeiern.

wt. Auch der Montag stand in der Ostmark noch völlig im Zeichen der Gedächtnisfeiern aläßlich der Volkserhebung im Juli 1934. Auf dem Wiener Ballhaus-Platz mar­schierten am Montag die Gliederungen der Partei zu einer Kundgebung auf, an der u. a. Reichsstatthalter Dr. Seyß - I n q u a r t und Gauleiter B ü r ck e l teilnahmen. Vom Balkon des Bundeskanzler-Palais aus sprach Staatskommissar Dr. Wächter, einer der Anführer des Sturmes auf das Bundes­kanzleramt. Aus dem Marsch der Kämpfer von damals, so führte Wächter u. a. aus, sei nun der Marsch des gesamten deutschen Volkes geworden. Es wurde eine Gedenktafel enthüllt. Ihre Inschrift lautet: „154 deutsche Männer der 89. ^-Standarte traten hier am 25. Juli 1934 für Deutschland ein. Sieben fanden den Tod durch Henkershand". Am ehe­maligen Rundfunkgebäude wurde ebenfalls eine Gedenktafel angebracht. 2n Innsbruck und in Graz gedachte man

gleichfalls des historischen Tages. Eine Gerichtsverhandlung, die gerade am Montag in Graz zu Ende ging, ließ die überstan­dene Not noch einmal lebendig werden. Sie erhellte schlag­lichtartig die brutalen Methoden des Schuschnigg-Systems. Der der „Vaterländischen Front" angehörende Gendarm Ludw. Ringhoser, wurde zu drei Jahren schweren Kerker ver­urteilt. Er hatte am 15. Oktober 1934 in Voitzberg den Inge­nieur G r ö 0 e r, als er für verhaftete Kameraden inter­venieren wollte, ohne jeden Anlaß durch zwei Schüsse niederge st reckt. Er schoß noch auf den am Boden liegenden Schwerverletzten. RinKoser suchte in der Verhandlung seine Roheit dadurch zu entschuldigen, daß von den Beamten immer wieder schärfster Waffengebrauch ver­langt worden sei. Diese Eerichtsoerhandlung enthüllte an einem kleinen Ausschnitt noch einmal den Terror, unter dem die deutschbewußte Bevölkerung der Ostmark unter den Schergen Schuschniggs zu leiden hätte.

Bei diesem Erfolg bleiben wir aber nicht stehen, sondern nach unserer alten Parole heißt es nun: „Vorwärt»zu neuer Arbeit im alten Geiste!" Es lebe Deutsch­land! Es lebe der Führer!

Hauptschriftleiter: Fritz Günther.

Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Heinrich Karl Kunz. ' verantwortlich für den politischen Teil: Heinrich Karl Knnj; für Kunst und Unter- Haltung: Dr. Heinrich Reichert; für Stadtnachrichten und wirtschaststeil: Willi Hempel (erkrankt), Stellvertreter: Heinz Lenbardt; für Umgebung, Provinznachrichten und den Sportteil: Heinz Lenhardt; für den Bilderdienst: die betr. Ressortleiter;

für den Anzeigenteil: Otto Kaiser; sämtlich in Wiesbaden.

Preisliste Nr. 6. — Durchschnitts-Auflage Juni 1938:21542, Sonntags allein: 27145.

Druck und Verlag des Wiesbadener Tazblatts: £. Schellenberg'sche Hofbuchdruckerei, Wiesbaden, Langgaffe 2\, Gesamtleitung:

Dr. phil. habii. Gustav Schellenberg und Verlagsleiter Heinrich Pabst.

Die Lusaabe umfaßt 12 Seiten und das „llnterhaliungsblatt".