Wiesbadener Tagblatt
Erscheinungszeit:
86. Jahrgang
Montag, 25. Juli 1938
Nr. 171.
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Unterhaltungsbeilage. i8erIiner ®ür0: ”______________
Märtyrer für Grobdeutschland.
Die Ostmark und mit ihr das gesamte deutsche Volk ehren die Helden der Juli-Erhebung 1934.
Erinnerungen.
Don Heinrich Karl Kunz.
Was wären wir ohne Erinnerungen? Eintags- ?biegen, die kein Woher und Wohin besäßen. Das Erlebnis ginge durch tierhaft dumpfe Bezirke unterers Fühlens, echo- los und ohne schöpferische Folgerungen auszulösen. Selbst das einfachste Gerät unseres täglichen Gebrauchs birgt eine Summe von Erinnerungen in sich, die Vergleiche gestattet und zu Verbesserungen anregen. Ohne Erinnerung gäbe es kein Bewußtsein, das den Menschen erst in den Rang erhebt, der ihn vor den übrigen Erscheinungsformen des Lebens auszeichnet. Das Erinnerungsvermögen ist die Voraussetzung jeder kulturellen Entwicklung. Eine der großen Erkenntnisse, die durch ihre Einfachheit nichts an Bedeutung verlieren.
Ein Volk ist eine Vielheit von Menschen, die gemeinsame Blutselemente, Sprache und ein gemeinsamer Raum verbindet. Erundkräfte, die aber allein eine Volkwerdunq noch nicht erklärten, wenn nicht die Erinnerung an den gleichen Weg, an dasselbe Schicksal hinzuträte. Ans ihr, die mir Geschichte nennen, schöpft das völkische Bewußtsein, das wiederum Voraussetzung für das gemeinschaftliche Handeln, für die Politik ist. Der E r a d dieses Bewußtseins bestimmt die Tatkraft eines Volkes, seine Willensbildung, den Radius seiner Zielsetzung.
Vor dem Kriege, im kaiserlichen Deutschland, war die Geschichte nahezu ausschließlich Wissenschaft. Em Bestandteil der gesellschaftlichen Bildung, den wir in der Schule in uns aufnahmen und meist bald wieder vergaßen. Und obwohl die damalige Führerschicht ihre Existenz aus der Geschichte und aus der Tradition herleitete, tat sie wenig, zu ihrer Verlebendigung in den breiten Massen des Volkes. Das Versäumnis rächte sich bitter in dem blutigen Völkerringen. Es gab allzuviele, die glaubten, das auskömmliche Leben sei das Wesentliche, die Fahne nur ein Beiwerk eine Sache, die lediglich die „Großen" angeht. Diese Auffassung war der Keimbode:: für die Zersetzung, einer der Grunde unseres Zusammenbruchs, eine der Ursachen, die eine allerletzte und äußerste Nervenanspannung unmöglich machte.
Die nationalsozialistische Bewegung erkannte, daß die Geschichte kein trockener Lehrstoff sein darf, daß ste lebendige Erinnerung in jedem einzelnen und das Rückgrat seiner Deutschheit werden muß. Die Schule legt die Wissensfundamente, die HI. erschließt sie dem Gefühl des jungen Menschen. Die Partei aber stellt durch F e i e r n u n d S t a a t s a k t e. die das ganze Volk in ihren Erlebnisbereich ziehen, immer wieder die Vergangenheit in die Gegenwart hinein, zeigt die Beziehungen zum Heute auf. Denken wir an den König-Heinrich-Tag in Quedlinburg, an den Besuch des Führers am Grabe des Löwen und, um m unserem Gau zu bleiben, an das Gedächtnis Huttens. Denken wir vor allem an die Totenfeiern für die Gefallenen des Krieges an den 9. November, an den fahrlichen historischen Marsch zur Feldherrnhalle, der die Wiedergeburt des Reiches einleitete. Gestaltete Erinnerung, die sich auch dem em- fachsten Gemüt einprägt und ihm das Geschehen unvergeglich macht Erinnerung und Geschichte, die in der „Ewigen Wache" in Stein geformt, jeden anspricht und ihn dazu er
mahnt, daß ein großes Gestern ein mutiges Heute zur Pflicht macht. Ein Vermächtnis, das sich forterbt vom Vater auf den Sohn.
In die Reiche der Feiern, die das Wissen um vergangene Taten zum Mythos der Nation gestalten, sie dem seelischen Erleben und dem religiösen Empfinden zuführen, ist gestern in Klagenfurt erstmalig der Gedächtnistag fürdiegefallenenHeldenderOstmark getreten. Er wird, alljährlich wiederkehrend, den nachkommenden Generationen bewußt machen, daß Eroßdeutschland nicht durch einen Verwaltungsakt geschaffen wurde, Es wuchs auf dem Boden eines unsagbar schweren Opfers, das
Tausende sich freiwillig auferlegten. Das Blut der Besten, die Tränen ihrer Mütter, ihrer Frauen und Kinder, Not und Verbannung waren sein Preis. Der Tag von Klagenfurt wird bis in ferne Geschlechter hinein die Erinnerung an die heroische Haltung, an die selbstlose Hingabe der nationalsozialistischen Kämpfer der alten, heiligen Ostmark wachhalten und eindringliche Mahnung sein daran, daß das, was nut Blut geschaffen wurde, auch nur mit Blut, nut der Bereitschaft zum letzten Einsatz, verteidigt und erhalten werden kann. . r
Klagenfurt, eine der Erinnerungen, aus denen unsre Deutschheit lebt.
Rudolf Hetz: Die Letzten, die im Bruderkamps fielen.
Die Opferkette der Ostmarkdeutschen.
Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, sprach in der Weihestunde für die H e l d e n d e r O st m a r k in Klagenfurt. Er richtete sein Wort an die Angehörigen der 13 Opfer des 25 Juli 1934, die um Tote, Männer, Söhne und Vater, um Brüder und Schwestern klagen. Er sprach zu ihnen davon, daß überall dort, wo auf der Welt deutsche National- sozialisten marschieren, die Toten im Geiste in ihren Reihen mitmarschieren.. „Die Toten unserer Bewegung", so fuhr der Stellvertreter des Führers fort, „sink> das letzte Glied einer großen Opferkette der Deutschen in der Ostmark, einer Opfertet», die weit in tue Ver-
Das Heldenlied des Weltkrieges.
Rudolf Heß wies darauf hin, daß die Deutschen in Österreichs Gauen nichts anderes als der schlichte Wille, deutsch zu sein und deutsch zu bleiben, immer von neuem ihr Leben ein« setzen ließ, unterschiedslos, ob Feldherr oder Philosoph, ob Dichter ob Bauer oder ob Soldat. „Wofür denn anders als für das deutsche Volk haben die gefallenen Deutschen der früheren Donaumonarchie ihr Leben im Großen Ärieg gegeben? Wofür denn anders haben die Männer aus Kärnten und Steiermark, aus Wien und Tirol, haben die Deutschen Österreichs von 1914 bis 1918 und von 1918 bis 1938 gekämpft als für ihr deutsches Volk, das (eine einzige, wirkliche Heimat in Eroßdeutschland hat? Und Leute weiß cs das ganze deutsche Volk und wird es nie vergessen, daß die Zahl der gefallenen Deutschen im Weltkriege prozentual am höchsten gewesen ist in den deutschen Gauen der Ost -
Eiger-Nordwand bezwungen.
Erindelwald, 25. Juli. ((Eigene Meldung des ,M. T") In der Nacht von Samstag auf Sonntag und am Sonntag* vormittag bestanden bei der Deutschen Bergwacht für die Besteiget der Eiger-Nordwand größte Besorgnis. Sie hatten die Nacht über an vier verschiedenen Platzen in der Schlucht biwakiert und stiegen in den Vormittagsstunden m einer steilen Eisrinne, die zum oberen Teil des Ostgrates hinaufleitet, zum Gipfel. In dem Augenblick, in dem die Bergwacht sich anschickte, eine Rettungsmannschaft auszusenden, wurde der Erfolg der Bergsteiger bekannt, die spat abends nach dem Abstieg über den Westgrat wohlbehalten auf der Station Eigergletscher der Jungfraubahn anlangten.
Die Schwierigkeiten des Aufstieges wurden durch ungünstiges Wetter'noch außerordentlich erschwert. Schneefall und Gewitter stellten an die Bergsteiger größte Forderungen. Am Samstag waren Harrar und Kaspare! ums Haar von einer Lawine mitgerifien worden. Sorg und He ck- meier glaubten ihre beiden Kameraden schon verloren. AM Sonntagvormittag mußten die Kletterer die Pausen zwischen den einzelnen Lawinen aus nutze n, um vorwärts zu kommen. Die Biwaks in der.Nacht waren außerordentlich schlecht und konnten nur dank überlegtem Anteilen ausgehalten werden. Mit dieser Besteigung ist die gefürchtete und gefährliche Eiger-Nordwand zum ersten Male von deutschen Bergsteigern bezwungen worden. Eine sportliche Großtat, die in der deutschen Alpinistik immer einen ehrenvollen Rang behalten wird.
gangenljeit der deutschen Geschichte zurückreicht, zuruckreichtbis in die Zeit, da die besten Deutschen aller Stämme sich ihres gemeinsamen Deutschtums bewußt wurden und damit zugleich die Sehnsucht der besten Deutschen erwachte nach der Vereinigung aller Glieder dieses deutschen Volkes in einem Deutschen Reiche. ~ .
Wie verschiedenartig ist der Kampf gewesen, der zum Reiche aller Deutschen führte! Schien er eine Epoche lang em dynastischer Streit zu sein, so sahen ihn die.nächsten Generationen wieder auferstehen in Vauernaufstanden, wieder andere in religiösen Revolutionen. Wie immer in der Vergangenheit diese Kämpfe auch aufgefatzt und ausgelegt sein worden mögen, wir wissen heute, es waren letzten Endes Kämpfe um das Großdeutsche Reich aller Deutschen. Und wie die Toten unserer Generation, sind dre Gefallenen von damals gefallen für Großdeutschland. Die Bauern in Oberösterreich so gut wie in Tirol, in Salzburg wie in Kärnten. Sie haben in der Zeit der Bauernbeweguim ihr Leben eingesetzt nach ihren eigenen Worten „Für die Einheit des Reiches unter einer machterfüllten Spitze, und tn der Gegenreformation da wollten die Deutsch-Tiroler m erster Linie sein — wie sie selbst sagten — „Hüter uiü Bewahrer der Teutschheit". Ebenso wie nach der großen Revolte von 1918 sich Soldaten und Bauern, Arbeiter und Stud-nten Deutsch-Österreichs den Freikorps anschlosien, um der Iioßen Heimat zu dienen, so stellten schon 1813 und 1814 -tiroler Landschützen eine Kompanie zu Fuß dem Freikorps „Lützotf.
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Der Führer und Reichskanzler, der zur Eröffnung der Dühneniestioiete '" Bayreutb eintraf, mit Frau Winifred Wagner und ihrem Sohn Wieland tm ©arten »es
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Schlesische Feierstunde zum Beginn des Deutschen Turn- und Sportfestes in Breslau. Zwei Aufnahmen vom Aufmarsch der Turner und Sportler zur Feierstunde vor dem Schloß in Breslau. (Weltbild. K.)
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