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Verlag Langgasie 21

»T-Sblatt-H-us".

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wöchentlich

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l nb m den L^in^7di°"'be^S-n LSr^

Berliner Redaktion des Wiesbadener TagblattS:

12 Ausgaben.

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TiMatt.HauS" Nr. 6S50-5Z.

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^rtag, n. auguft 1914.

Berlin-Wilmersdorf. Güntzelstr. 66. Fernspr.: A.nt Uhland 450 u. 451.

TOggSgCTBTOgagg

Morgen-ktusgabe.

Hr. 369. 62. Jahrgang.

^fahren für ZranKreich.

Urt1eren Nachbarn von ber inneren Partei fc, ^ ro ^' das wissen ihre Machthaber am ^ Ä^inist deshalb soll ein sogenanntes Konzentra- ^riuni helfen. Aber eine einzige verlorene ^dH^^d,der Sozialismus, der über die Ermor ^ Unfi aufschäumt, wird mit diesem Ministe

V, tahj'o U(mn e . r einmal bei der Arbeit ist, auch 'mit sie ü'in Regierung aufräumen. Nur bruchstück- A ^ zu uns, daß sich in Paris seltsame ;r ?ltsa^don; wir hören von Straßenkämpfen, von ;herw er s Unterdrückung sozialistischer Kundgebun- MeM den Krieg; wir hören von einer wahrhaft M Stimmung von Millionen französischer f 2Nöw e I'cht begreifen wollen, daß sie um des ge- * Ä sgr Ehrgeizes von beamteten Volksversührern «. und Gut in einen: mörderischen Kriege A" ob fe|en sollen. Nicht alles läßt sich nach- gärt da drüben. Indessen nicht von 8 ?arteizwistlgleiten soll hier die Rede sein, son- einer anderen und außerordentlich großen i °n der Frankreich bedrohk ist, nämlich von !v^ n z i e l l e n Zusammenbruch. Schon " wiesen wir darauf hin und seitdem haben Ni ^wichtige Momente für unsere Auffassung >tj x iUß Frankreich sich mit seiner Anleihe- '" v " ü bernomme n. hat. Lange bevor der

kLunmittelbar droht, zu einer Zeit also, & n;EstUchter vor sich selber bie Gewißheit haben

ja ttirfu ^ 1 J vD0MiMeir yaoen

Ä durch Wünsche und Hoffnungen beirrt zu

< _ 2t e§ imfprnrr fmrm^fitnSfrrnrr SAnitr+mTn-m tti

es unseren finanzkundigen Beurteilern in aber auch in Regierungskreisen als sehr

^ iii e ^5 o r * an das unersättliche Rußland, * i Scj, st/anstaaten und an die s ü d a m c r i ka- ^ ly* o; ^ Ebrr b l i ke n hergegeben hat, beziffern sich

Ni^rV^ntische Summe von 40 Milliar- tzi>^n?k e n, also mehr als 1000 Franken auf den Edolkerung. Wieviel sind nun diese vierzig

ölkerung. Wieviel sind nun diese vierzig 6. wert? Die Balkanstaaten sind ''i'oemttiert und iJip Wt das Gespenst

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Wte. e , r bat es schon gekracht, als noch Friede

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Ä o P rl^ rout}ert und finanziell gelähmt, in Süd ihn L" das Gespenst des Staatsbankerotts um . »»^vsen laufen dürftig oder gar nicht ein; O

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.? &ie§ Staatswescn lebt fast allein von "wschen Hand in den eigenen gefräßi-

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.i>icht' ^as geht, solange es gehen mag, aber es auf Dauer,gehen, zumal setzt nicht, wo

t| io?: 0 , 1 * Kriegsführung ebenfalls mit !' Ns ui e m Geld wird bezahlen wollen und auch tvlrd ein Ende mit Schrecken geben,

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,, iujj» E für Frankreich als für Rußland. iO'U' ivi-i,» - nn es unserem östlichen Nachbarn viel hl'toH ,ie einen netten und hübschen Staat s- uwchen? Nur nützen kann es ihnen,

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' ws, und nach den Proben von Anstand

bie wir jetzt von Rußland haben erleben jW. man nicht im geringsten darüber zu

wenn^ ein gleiches summarisches Per-

wo bc-

, M Geldsachen durchgeführt wird, fkonb..Gemütlichkeit aufhört".

ä?iifche Anleihepolitik kann indessen, auf 'd f* kuiEr^EbOründe hin betrachtet, als unbeson- Mj^Wig boch nicht bewertet werden. Es s 'chlunm dainit ausgehen, aber im Kern

ein sehr realer und sehr vernünftiger 'JfH'! l n h UUf ^ weist in ungemein bemerkenswerter

WV' , mei,r :n ungemein vemerkenswertcr i^ Lrefflichcr Aufsatz von Professer Dr. Lud-

dg ' m Augusthest vonNord und Süd" hin. ^ "% .uuseinandergesetzt, daß das System des

J b 0 n * politischen Freundschaften gegen Ge

rHi«.v Oq v.vuuu|UiCii ?jrtuuX)]ii]a|ien ybg'C-N V3)c=

Anleihen, gerade aus Frankreich stamnlt

®örie und Haute finanee haben u ec Welt eine so enge Fühlung, ja ge f'UMmg wie in Frankreich. Das Macht- * Negierung ist die Gewährung

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! » r/cegierung r,r oie Wewayrung

der Zulassung (Kotisierung) ausländi- öer Pariser Börse. Seit einen: f. ctta n macht nun Frankreich von diesem ! i .0 ^."^ ausgiebigsten Gebrauch. Alle kapital-

le t w aQ f c n richten ihre flehenden Blicke nach "^richüpfstch scheinenden Schatzkammer der

Welt, um gutes Wetter für ihre Anleihen zu erbitten. Eisenbahnen, Wegebauten, militärische und materielle Rüstungen, Ausschließung von Minen und Urbar­machung ganzer Länderstriche, vor allem aber das Jns- Leben-rufen neuer Industrien in den Batkanstaaten den südamerikanischen Republiken waren davon abhängig, wie der Wind in Paris für die betreffenden Länder wehte. Rußland hätte weder sein Bahn netz bis nach der Mandschurei ausbauen, noch seine Armee nach der zcrschinctternden Niederlage im Kriege mit ^apan reorganisieren, noch endlich eine überüppig wuchernde Industrie künstlich aus dem Boden können, wenn ihm Frankreich mit seinen Milliarden nicht zu Hilfe gekommen wäre."

Diese von Frankreich inaugurierte, inzwischen von England, das seinen Überschuß an Kapitalien in seinen eigenen Kolonien gut untcrbringen konnte, in abge­schwächtem Maße nachgeahmte Methode von kapitalisti­scher Politiik beginnt sich bitter zu rächen. Natürlich konnte sich Deutschland diesem durch das Beispiel Frankreichs herrschend gewordenen System von unge- sunder Verflechtung weltpolitischer mit rein ökonomi­schen Interessen nicht einseitig entziehen. Da sich die französische Regierung nicht bloß den deutschsn An­leihen grundsätzlich verschloß, sondern auch dem Deutsch- land verbündeten Österreich-Ungarn die Türe der Pariser Börse nach und nach ganz verranrmelte, so daß che Regierung.,,, gur ,einzetuei!,, besonderst.bevorzugten Hypotheken- und Eisenbahnobligationen mit Mühe und Not die Zulassung bewilligte, so blieb dem Deutschen Reiche nichts anderes übrig, als das französische System wenn auch m engerer Ümgrenznng, sich anzueigncn. So tanien che türkischen Werte auf den Berliner 'Markt, weil das Interesse an den politischen Schicksalen der itiirm infolge der deutschen Bagdadbahnpolitik ein vitales wurde. Italien hatte sich zu seinem Glück, dam seinem Finanzgenie Luzzatti, finanziell auf eigene Ktze gestellt, hatte ferne Rente im günstigsten Augen- fvnvertlert und die Zulassung zur Pariser Börse blieb^ unangetastet. Aber Östeirreich-Ungarn und vtnmanlen, das damals noch zum Dreibund-Konzern gehörte, waren Mif den deutschen Geldmarkt ange­wiesen. Die deutschen Börsen mußten diese Anleihen aufnehmen, wenn anders der Dreibund nicht ins Dtark getroffen werden sollte. In dem Augenblick, da Bi-pmarck den russischen Werten die Beleihungsfähig- s ,fetirn§ der deutschen Reichsbank entzog und eben damit die Russen finanziell in die Armee Frankreichs das Schicksal der Znsammenschweißung von Politik und Kapitalismus entschieden. Weltpolitik und Kapitalismus waren von nun oib nicht mehr vonein- er trennen. Was in Deutschland nur eine Poli­tische Repressalie wegen des Rückversicherungsvertrages war, das wurde in Frankreich zu einem System ails- gebaut, dessen verhängnisvolle Folgen sich jetzt fühlbar

nach der Landung des Luftschiffes in Köln der Gegenstand oegeljterier Ovationen, der nach Tausenden zählenden stu- schauer. "

Die Grenzgefechte an der österreichisch-russischen Grenze.

^p./-'^'-^Wicii, 10. Aug. An der ganzen Grenze von Dst- und Mittel-Galizien erneuerten die Russen gestern früh ihre Versuche, in österreichisches Gebiet eiNZufallen. Außer Kavallerie traten auch Jnfauteric- abteilungeii ^und Geschütze in Tätigkeit. Trotzdem wehrten die österreichischen Grenzschutztruppen alle An­griffe ab. Ein besonders heftiger Kampf ent­spann sich mit zwei Sotnien Kosakeii. Die ange­griffenen Grenzposten hielten den Feind im Schach und nahmen chm 9 Pferde weg, worauf einige r e i t- ku nd l ge Soldaten des. Postens eine Attacke ritten. Dies vcranlaßte die durch Feuer arg mitgenommenen Kosaken zur eiligen R ä u m u n g des Gesechts- feldes, auf dem sie 90 Tote und Verwundete zurück- ließen. Die Österreicher hatten keine Verluste. Eine österreichische Grenzabteilung, die von Öster­reich rsch - N o v o s i e l i tz a über die Mohile-Höhe bis zu dem gleichnamigen russischen Grenzort vorge­drungen war,, wehrte eine Reihe von Angriffen über­legen ab. Da der mit dem Vorstoß beabsichtigte Zweck inzwischen erfüllt war, wurde der Wteilung be-^ fohlen, ihre frühere Stellung wieder einzunehmen, die weiter behauptet wird. Im Verlauf der mehr­

tägigen K ämp f e und bei Beginn des VorstoßeL

Die franzosenfrcundliche Haltung Belgiens.

, O SMi,. 10 Aug. (Eig. Drahtbericht) Hier cin- gctrofscnc Briefe aus Brüssel bestätigen, daß unmittel­bar vor oem deutschen Vorgehen gegen Belgien eine f r " n 3 1 1 c Militärmission in Brüssel ge­

wellt mit und auch vom König empfangen worden ist. ~i c . uach Deutschland gelangte Nummer des

,a ) r . ei °f selbst, daß die belgische Regierungzur Grbvlumg ihrer Neutralität" Besprechungen mit !r « ausgenommen habe. Zweifellos hat die be- denkllche Haltung der belgrschen Regieruilg das deutsche Vorgehen gegen Belgien beschleunigt. Bei der Eroüc- rulig ^uttlchs wurden 2 9 0 0 Deutsche vorgefunden, denen man die Rückkehr nach Deutschland gewalt- s a m verweigert hatte.

Die Teilnahme desz. yj« nn j, cr Erstürmung von Lüttich.

r s^Y' 10. Aug. Wie dieKölnische VMszj.g."

mcwc-t, ist2. VI von einer Kreuzfahrt ülber.Belgien zurück- gekchrt. Von der erfolgreichen Fahrt erführt das genannte Blatt folgendes: DaZ Lufifchisf beteiligte sich in hervor-

I{I .' 8 .l n j 1 e fn dem Kampfe, der sich bei Lüttich ab.

gefp.elt hat. Es konnte sehr wirksam in ihn eingreifen. Ans einer Hohe von W0 Meter wurde die erste Bombe geworfen.

gOO WttS sing das Luftschiff bis auf

a s- puderte weitere 12 Bomben, die

sämtlich c x p l o d - er . e n. Infolgedessen geriet Lüttich

mui-^non"r.'n EN, . Sämtliche Bomben

. . - o -umuii; II.

fYr/n TolTX der Besatzung,au3 der hin

teten Gondel herahgeworfcn. Der Unteroffizier war

bis zum Einrücken in ihre frühere Stellung büßte die Abteilung 4 Tote und 6 Verwundete ein. Von den österreichischen Grenztruppen wurden bis zur Lösung besonderer Aufgaben unternommene kleinere Vorstöße erfolgreich durchgeführt.

Angriffe der Montenegriner abgewiesen.

W ' Wien, 10. Aug. Aus dem südlichen Kriegs- schauplatz zeigten die Montenegriner gestern und vor­gestern große Angriffslust gegen die österreichisch-uii- garische Grenze. Am 8. August brachen sie in einer Stärke von '4000 Mann gegen den Grenzposten östlich der Festung Trebinje vor. Die Verluste der Österreicher betrugen 1 Offizier und 21 Mann. Die Montenegriner hatten 200 Tote. Ferner sah man zahlreiche Schwer- verwundete sich zurückschleppen. Am 9. August früh versuchte eine andere montenegrinische Kolonne die Posten bei Gad und Autovac zu überfallen. Die Be­satzung entdeckte den Anschlag und wies ihn tapfer zurück.

Antivari von einem österreichischen Kreuzer beschossen.

Wien, 10. Aug. Der österreichisch-ungarische Kreu­zerSzigctvar" erschien vorgestern vor Antivari und zerstörte die montenegrinische Funken« st a t i o n.

Eine Kundgebung des Fürsten Vülow.

Hamburg, 6. Aug. Am 70. Geburtstage des Fürsten Bis­marck hörte der frühere Reichskanzler Wrst Bülow, wie der gewaltige Kanzler zu seinem Sohne Herbert sagte: Den

großen Erfolg meines Lebens verdanke ich im Grunde dem, daß ich mich Immier an den BerS gehalten habe:U n d

setzet Ihr nicht das Leben ein, nie wird Euch das Leben gewonnen sein!"

Diese Worte Schillers im Reiterliede, so schreibt Fürst Bülow denHamburger Nachrichten", gelten in diesem Augen­blicke für jeden Deutschen, sie gelten für die Nation. Heute geht es uni Haus und Hos, um Gegenwart und Zukunftz um die materiellen und die viel kostbareren ideellen Güter. Es geht um: alles: Um die Früchte von 1870, um das, was unsere Väter vor 100 Jahren crkänipft, es geiht nicht nur um das junge Reich, unter dessen Schutz wir seit 43 Jahren leben, e S geht auch um das alte Preußen, für das der große König sieben Jahre im Felde stand, es geht umdieganze ruhmvolle Vergangenheit bis in die fernsten Tage unserer 2000jährigen Geschichte. Es kann nicht sein und wird nicht sein, daß so viele Helden Kraft und Opfer- m u t, so viel Wille und Gei st, wie sie aus der preußischen und deutschen Geschichte sprechen, umsonst anfgewandt haben sollten. Nicht umsonst haben große, edle Geister für uns ge­dacht und gekämpft, gearbeitet und gelitten. Heer und Flotte -werden sich schlagen, wie sich der Deutsche immer geschlagen hat. Wir sind im Rechte, wie wir es 1870 waren. Jetzt handelt es sich darum, den Platz in der Welt zu behaupten, auf den das deutsche Volk nach seiner Gesittung und Be­gabung, nach seiner Arbeitskraft und nach seinen. Leistungen für die Menschheit einen Anspruch hat, den Platz, den man uns n-icht gönnen und bestreiten will. Je mehr Feinde uns umgeben, je widerwärtiger. Ungerechtigkeit, Haß und vor allem Neid emporzüngeln mögen, um so fester sei unser

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