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die ins Neben-

L

„Sie könnte wach werden--"

ßetjte innigfte Mutterliebe flackert auf. Trina reifet sich aufmnrnert. Wieder umspannen ihre festen 5>ände die »er- brechlichen der Sterbenden.

„Ich — ich war nicht put zu ihr, Trina, aber ich habe s«e rnlmer geliebt — auch draußen in der Fremde. Das müssen Sie mir glauben. Und Sie müssen — Sie müssen —«

(Fortsetzung folgt.)

Auch eine Kollegin der Toten, die in demselben Zug "‘^.miröals Zeugin vernommen: Mlle. Rita, ein junges, mofleies Mädchen von kränklichem, fiebrigem Aussehen.

„„y, »^Ü',1'e,IP,”1!tc nid)t in mein Abteil „iteigen, sie war müde uno wollte schlafen", sagte sie aus. „r.....

letzten Wagen begleitet, der in Beirut

so schluchzt Trina plötzlich auf. Leise und mahnend haucht die Stimme der Sterbenden:

doch, Trina, die Annemarie nebenan--""

Mühsam wandert ihr Blick zur Tür zimmer führt.

Mord int Libanon«

Von Mareella d'Arle.

Der kleine Zug, der fünf Stunden brauchte, um die Änr'iirff,, e lerl uiisc Strecke von Beirut nach Damaskus o i tu...... ~ 1ichroffeii —Hänge des

Libanon hinan. Er. bestand, aus altmodischen Wagen ohne Seitengang und bewältigte die steileren Wegstrecken in einem int‘(cl,kcint’o' daß oft einer oder der andere Reisende w -3Ä0 um ich ein wenig die Beine

L’Ä"'Ä,cKin der großen vitze. lagen alle auf den Banken, oder he saßen, die Augen mit schwarzen Brillen mm Schutz gegen das grelle Soniienlicht bewahrt, an den 1 nnMdfaft*'nb er0o<5ten 'lrf) an ber wildromantischen Gcbirgs- ^i„»min9r&rn sunh feL1e saßen einander gegenüber in LMch Abteil des letzten Sßagens. Die Frau war blond iun0^’nfwfnM0ctf(-eibeti h^^^iunn hochgewac^sen, kräftig, noch iung, obwohl sein energisches Gesicht von tiefen Falten durch- kfinn' i?HrntfrmtmL,b9n Junten sich nicht und sagen einander cSwJxlt 0fcxQ?mei ^Vcrlc stumm gegenüber. In dem tiefen ?,!>u^^men hörte man nur das Schnauben des Zuges, heiser H”b (P.ffi f.1- rote das Keuchen eines sterbenden Tieres. In

Ptefe un&efttmmte Schwermut, die an gewissen Asiens Erde Iahet und die durch zuviel Licht und Schönheit, durch zumel Einsamkeit bewirkt wird hier 'Ä RäS gibt'?‘?‘e Unüermittc,t Stau. ..daß es lächelte der Mann: Schon viele Frauen hupten diese .Frage an. ihn gerichtet, sowohl in Syrien als 1 faroohl int Irak als in Persien oder Ägypten

ridl Helgens welche zeigten, würde ich Sie schon verteidigen.erwiderte er und zog aus der Tasche ein Begleiter'warb ^nappmesser, das seit Jahren sein treuer „Ich bin erst seit einem Monat im Orient", gestand die vtilge Frau und spielte dabei mit der Waffe.' ..Ich bin iu^ettt’' *tttb audj in Europa langweilte ich mich nicht, aber M^^i^b^n-U^ers viel unterhaltender. Die Leute hier baben so viel Geld und sind immer bereit. Geschenke zu ^lhcn . Seben Sie diesen Ring . Ein junger Araber t6n >mr geschenkt Der Stein nt natürlich eine Nach­ahmung, aber er funkelt wie wenn er echt wäre . . . Streifen Sie ihn über Ihren .Finger . . . Wirklich wie ein echter Ntnlant . ... Das einzige Unangenelnne hier im Orient ist surchtbare .Hibe . . Wenn ich wenigstens ein leichteres Kleid anlegen konnte!

v„ »«Benn Sie wollen, steige ich auf einige Minuten aus, der Zug fahrt la so langsam . . . Wenn Sie fertig find so ’ ’• ®ie E>itze draußen macht mir nichts. In Afrika war ich an eine ganz andere Sonne gewohnt!"

„Sie sind sicherlich viel gereist. . . Dann werden Sie ™\crä(r*ri.i meinte sie lächelnd. Später mußte er sich oft an ihre schlichten Worte, an ihr Lächeln erinnern.

® Lauie1?- roar bl£ glühend heiß und duftete nach Harz, nach Sonne und Wasser. Die Taler des Antilibanon stiegen in großen, starren Wogen zum Mittelländischen Meer hinab, grün die einen, gelblich und öd die anderen, über den BedUlnendorfes ragte unbeweglich eine schwarze Rauchsaule in den strahlenden Himmel.

®er Mann, ein unermüdlicher Wanderer, der seit Jahren äu Öanb Joe, jedem Elend, jeder Gefahr und hÄÄh i8e seine Augen noch niemals

O !o friedlicher und reiner Schönheit ge­schaut batten. Lange folgte er dem keuchenden Zug, ohne an hnH« Wem nur der Bewunderung der Natur hingegeben. Er hatte schon seit einer, ganzen Weile die junge Künstlerin vergessen, als er mit einem Male bemerkte, daß er ihren Ung. der im prallen Sonnenlicht zauberhaft funkelte, noch sM'er nm Finger hatte. Der Mann verstand sich auf (steine. A".e kurze Prüfung genügte ihm. um zu erkennen, daß der Franken^hatte ' unb etnen 30011 ÖOn »wei- bis dreitausend P.,»„'^x0?-^-0bel^.weiß anscheinend noch nicht, daß eine hübsche 'knrovaerin im Orient einen ganz anderen Wert hat als in

Tage früh zu Bett. Ein Dienstmann bringt am Abend noch einige Koffer, die der Frau gehören und die sie wohl auf dem Bahnhof abgestellt hatte. Es sind schöne lederne Koffer, auf benen viele Zettel kleben — Hotelzettel aus Wien, Rom, Pans, Ostende. Und es sind schöne, kostbare Kleider darin.

„Die mutz was Schreckliches erlebt haben", sagt Mutter Trina zu ihrem Mann, nachdem die fremde, junge Frau schon ein paar Tage da ist und kaum das Bett verläßt, „wir müssen sie gut pflegen."

„3a, ja, das müssen wir wohl, Trina."

Binzens kratzt sich hinterm Ohr.

„Geld scheint sie ja woll nicht mehr zu haben", brummt er. „Sonst wär sie in ein Hotel gezogen — hm?"

„Schäm dich — ob Geld oder nicht. Krank ist sie und mutz wieder gesund gemacht werden. Binzens! Etwas Schmuck hat sie noch in den Koffern — Perlenketten und Eoldarmbänder und so. Das ist auch schon was."

Aber es ist nichts mit dem Gesundpflegen, so sehr sich Trina auch, abmüht und sorgt. Immer schmaler wird das Gesicht der fremden Frau, und der Blick ihrer blauen Augen, mit denen sie ihr Kind anlächelt, wenn Trina es für eine A"/be Stunde an ihr Bett bringt, ist erschütternd. Uncnd- iiche Zärtlichkeit und unendliches Leid ist darin. Auch das blonde Haar hat nichts von seinem leuchtenden Glanz ver­loren.

„Mein Haar", flüstert sie oft, wenn sie zuweilen mit der durchsichtigen Hand über Klein-Annemaries Haar streicht, „meine Augen--"

Und Trina denkt dann: 3a, ja, sie wird so schön werden, die Annemarie, wie Sie es waren — noch vor zwei Jahren — und noch immer sind, junge, liebe Frau.

Jeden Tag stellt sie Helle, bunte Wiesenblumen in einer kleinen Vase neben das Bett — in jene kleine, schmale, glas- schillernde, bunte Vase, die dann so viele Jahre noch auf der Konsole stand. Und nachdenklich ruht ber Blick der Kranken dann darauf und einmal sagt sie leise zu Trina:

., ,»®as. Trina, ist wohl die richtige Buntheit im Leben, nicht das andere, nach dem man jagt und das man fassen will. Es ist alles so einfach, wenn man es — später überdenkt — das ganze Leben, ach —“

Unb am nächsten Tag holt Trina den Arzt, ba es sehr schlimm mit der Kranken steht. Nun mutz man doch endlich wissen, was mit ihr los ist.

Der Arzt zuckt kaum merklich die Schultern, und sagt nachher zu Trina:

. „Da hilft nur noch Gott mit seinem erlösenden Frieden, Fran Fink." ° '

Es kommt noch eine lange Nacht, während der Trina Fink am Bett sitzt und wacht und auf das wirre Fieber­gestammel der Kranken horcht. Manchmal klingt ein brüchiges Zachen auf, in dem wohl ein bißchen von jenem silberhellen Don schwingt, den es gewiß früher gehabt hat. Schwer atmen die zerstörten Lungen.

Und es kommt ein neuer Morgen, eine neue Sonne steigt über ber Alster auf, und da erwacht die Kranke aus ber Be­wußtlosigkeit, in die sie zuletzt gesunken ist.

Die weißen, zuckenden Hände tasten unruhig über die Bettdecke. Trina hält sie mit einem festen, mütterlichen Griff fest und zwingt sich ein Lächeln auf die Lippen

„Gut haben Sie geschlafen", flüstert sie.

Aber jene lächelt und hat große, klare und Helle Augen, können b'e Hon hinter ein Lächeln gütiger Täuschung sehen

»Trina Sie — Sie werden den Schmuck verkaufen in meinen Koffern, und die Kleider, ich brauch' bas alles nicht mehr. Für einen Sarg unb auch ein Grab."

Trina Fink will ein ärgerliches Gesicht machen, aber es gelingt ihr nicht mehr. Diesen klaren, blauen Augen gegenüber in bem weißen Gesicht kann man nicht mehr lügen. Die haben schon langst durch alle irdische Unzulänglichkeiten

I Hgttfpdern-Reiniounq

Nietzsche in SUs-lUatta.

Ein schmales Engadiner Haus, da trug einer seinen Dämon aus.

Volz bas Gehaus: die Stube schlicht, der oremdensuhrer kennt sie nicht.

Das Bett vermietet, darin er gewacht, tiefer als der Tag gedacht.

v!" tat seine Seele den Adlerschrei.

Die Packards der Ausländer riefeln vorbei.

als'stumm^ Wand. 0°k"nut. stürmt noch empor Zwischen Hotels ein vergessenes Haus.

So sehen die Paläste der Großen aus.

Richard E u r i n g e r.

gerate

LAMPEN1 Ehe-Darlehene

faste stck> der Mann mit einem zynischen Lächeln, jxi bekifa taum dweiljunbert Franken, batte in Syrien keinen ^.reundund kerne Aussicht auf Arbeit, aber nicht ber Schatten rinne» cr un,un0 ^reifte ihn, sich den kostbaren Ring anzu- v. ?Us er wieder in den Wagen stieg, lag die junge Frau, bereits ein anderes, weißes Kleid mit großen, unregel- maBiaen Rosen ungxlegt hatte, in einer unbequemen Stellung Sei Sitz. das Gesicht zur Wand gekehrt, als wäre sie, von ^„Sitzc ermattet, eingeschlafen. Aber plötzlich hörte der nrhn’VüLu01 crs5 ®t°öncn ®r beugte sich über die unbeweg- h$e Gestalt und unterdrückte mit Mühe einen Schrei des Schreckens In der Brust des Mädchens stak ein Dolch

»Sie lebt noch . . . Vielleicht kann ich ihr helfen . . ", W.e er sich nachdem er sich von seinem Entsetzen erholt ohne daß er aber daran dachte, um Hilfe zu rufen, war kabi0Äri0c^Ä1- r011* .den ärgsten Lebenslagen nur auf l'm 'Mt angewiesen zu sein. Mit leichter Hand griff et nach gLT ihn vorsichtig aus der Wunde. Ein Schauer

Ve2,r rül bcar Es war sein Schnappmesser. In

tiimln1 U0en^jl^ x^ncAj.b0s Mädchen seine schon glasigen Augen, unb etn gcllenber Schrei zerriß die tiefe Stille. Dann fank es in sich zusammen: es hatte ausgelitten. Kurz darauf 7~ . r Mann stand noch unbeweglich an der Leiche — drangen zwei Reisende.in das Abteil.

r„ , »Die Waffe, mit der der Mord begangen worben ist, gc- hort mir unb weist, meine Fingerabbrücke auf", überlegte kühl „Wenigstens den Ring darf man nicht bei mir roani?te dem Fenster zu, um den Ring un­bemerkt hniauszuwerfen, aber fchon »egte sich eine Hand mit eifernem Griff aui feinen Arm. Es war einer ber beiden Reifenden, der ihn nicht aus den Augen gelassen hatte . . .

r. 3m großen Verhandlungsfaal in Beirut. Die ersten ^iublrelhen sind von einem eleganten europäischen Publikum WM. dle anderen von einer unruhigen, bunten asiatischen mMiAMA0!’ Arabern in Eallabya, von Beduinen in Ä’ÄS011 grauen in Awarzem Charchaf, das Gesicht mit dem dreifachen syrischen Schleier verhüllt. In der Luft hängt ein Amber- und Haschisch-, ein Schweiß- und Schmutzgeruch. ,?" §eruch des Orients. Das blaße, energische Gesicht des Angeklagten verrat den entschlossenen, eisernen Willen, fein ließen bis zum äußersten zu verteidigen. Aber die Zeugenaus- fagen. die einander folgen, sind erdrückend, unerbittlich.

gestopften Haifische gibt und die Elefantenzähne unb bie ollen indischen Götzen und den besten Grog von der ganzen Reepcrbahn — da tippt mir doch ber Haase auf die Schulter unb ruft mich so nebenbei unb fragt, ob wir nicht 'n lüttes Balg in bie Pflege wollten — wo du doch so sehr dafür wärst. Er hätte da so einen gewissen Auftrag — und wenn du Lust hättest, na, bann also sollst bu boch mal morgen vormittag zu Haase hinkommen —“

.„.So also hat bas angefangen. Und es hat wirklich seine Richtigkeit gehabt. 3n Käptn Haases guter Hinterstube ist alles ein paar Wochen später geregelt worden. Eine schöne junge Frau, wohl kaum Anfang der Zwanziger, hat der Trina Fink das Kind überlassen, ein entzückendes kleines Madel mit funkelndem Eoldhaar, wie cs die Mutter hatte, und das wie ein Glorienschein um bas Köpfchen ftanb. Der Mairn ber jungen Frau — so konnte sie Nachweisen — war verschollen, hatte sie im Stich gelassen! unb sie selber, nun, sie mußte bas wohl mit sich ab machen, warum sie sich von ihrem Kinde trennen wollte.

Sic ist dann noch in die Wohnung ber „Finken" gekom­men, sauber unb blank hat es da ja immer ausgeschaut, unb Re hat eine größere Summe gleich hinterlegt,' bie für ben Binzens ein kleines Vermögen bebeutete. Unb allmonatlich würbe noch eine weitere Summe geschickt werben, unb auch sonst, so versprach bie schöne, junge Frau, würde sie sich schon ab und zu sehen oder Horen lassen.

So kam das Wunder — und auch bas Glück.

Trina Fink hält bie Hände fest im Schoß gefaltet. Unb ihre Augen sind fast ganz geschlossen.

Nun — wurde sie doch noch Mutter, und die Heran­wachsende Annemarie, ein Engelsgeschöpf, lernte cs auch nicht anders in diesen ersten Jahren, als daß die gute, freundliche, zärtliche Frau ihre Mutter war, und der lustig singende, stieselklopfende Meister Fink ihr Vater.

Nun ja, der hat sich mit dem schönen Geld allerdings nicht lange „aufgehalten" — Windhund, der er war. Bald genug ist's zerronnen gewesen. Und im zweiten Jahre haben denn auch die monatlichen Zuschüsse aufgehört. Mutter Trina hat sich oft gewundert gehabt, woher die Geldsenduirgen kamen. Mal aus Berlin, mal aus Paris — ober aus Nizza, aus Petersburg — die schöne, junge Frau muß wie ein bunter Vogel durch die Welt geflattert sein. Aber nie kam eine Zeile von ihr, nie sie selbst. Und der Trina ist cs schon recht so gewesen, denn immer mehr ist ihr die Annemarie ans Herz gewachsen wie ihr eigen Fleisch und Blut, unb auch ber Binzens hat das kleine, goldhaarige, wunderhübsche Menschen­geschöpf lieb gehabt.

Mutter Trina öffnet die Augen und schaut zu dem alten biblischen Bild drüben an der Wand über ber Konsole hin. aus ber keine bunt schillernbe Vase mehr steht. Ein Streifen Helles Sonnenlicht hat sich barübergelegt. Trina wendet ben Blick zum Fenster hinaus.

So ein Heller Sommer tag ist es gewesen, als bann eines Tages bie Flurklinael schrillte in bem Schusterhaus unweit der Alster, in bem die Finks das Erbgeschotz bewohnten — unb eine junge Frau vor der Tür stand.

Die Trina Fink hat mucksstill geftanben unb die Hände mit einer fast abwehrenden Bewegung erhoben. Unheimlich deutlich erlebt sie in dieser Crinnerungsstunbe jene Szene wieder mit all bem, was bann kam.

3o, ba steht also eine junge Frau, schlank unb schön unb vornehm, aber fast schneeweiß ist bas Gesicht. Unb ein Irr­lichtern ist in ben großen blauen Augen wie Fieberglanz. Tiefe Schatten liegen darunter, unb um die blassen Lippen ist ein bünnes, erschütterndes Lächeln.

Annemaries Mutter!

So ist sie doch wieder zurückgekehrt, unb Trina steht ihr an, baß sie nur noch ein Schatten der jungen, lebensfrohen unb gesunden Frau ist, die ihr einst bas Kind in die Arme legte. Eine ungeheure Angst überfällt sie — nun wird jene bas Kinder wiederholen - unb die Kinberfröhlichkeit im Hause wirb ein Ende haben.

Ob Ne hier bleiben könne, fragt die Frau. Unb ist so schwach, daß Trina ihr schnell einen Stuhl hinschieben muß. . 2a, freilich, antwortet sie, und schrickt zusammen, als aus

bem schmalen, Minnen Mund ein rauher, stickiger Husten kommt, der die ganze zierliche Person erschüttert. Binzens Fink kommt hinzu unb kann sie nur groß unstarren unb holt bann rasch die kleine Annemarie. Scheu küßt bie Frau bas Krnd auf die Stirn, ihre Augen leuchten — und gibt es der Trina zurück.

fteßen der Fremden das eigene Schlafzimmer zm Verfügung; müde und matt ist sie und geht an diesem

il steigen, sie war müde Mten Wagen begleitet, der in Beirut iiod!"lee/'war^Lhcrie hat sich sofort niedergelegt. So habe ich sie zum letzten Male MfUen. blaß, müde, in ihrem weißen, mit großen roten kram'vfÄ'auf" Ä ctb ' ' ’ ® c bn l Ja|i inne unb schluchzt m„ir^,1°CIem3c«U0e,l: Kolleginnen unb Kollegen bei Toten, u et-f$.nbe. Bekannte bes Angeklagten. Die Stunbcn ver­streichen. Draußen, über bem Mittellänbifchen Meer, glüht bas rote Licht bes Somienuntergangs.

l‘iL(6moJ,enen Bstien sich zur Beratung zurück. Die Wartezeit ist enblos aualend. Rach einer Stunde — schwarze Schatten, kriechen gespensterhaft durch die Fenster herein — halten bie Geschworenen ihren Einzug in den Saal. Sie haben alle Fragen beruht.

. Das Publikum fiat sich erhoben und vernimmt schweigend das Urteil: Der Angeklagte, des Raubmordes überführt, wird ?um Tode verurteilt. Eine Frau schluchzt krampfhaft, andere lachen hysterisch, in die bunte arabische Volksmenge kommt Bewegung. Der zum Tode verurteilte blickt mit verzweifelten, wilden Sinnen um sich, beißt sich in bie Sippen, um nicht auf« zuschrere.n. Mit einem Male kommt eine plötzliche Überzeu­gung wie ern Donnerfchlag über ihn: Der Mörder ist im Saal anwesend und starrt ihn an, muß ihn anstarren . . . Verzweifelt sieht sich der Verurteilte nach allen Seiten um. ®Qs. ^611(1101 beginnt schon, ben Saal langsam zu räumen, Me beiben Justizbeamten treten an ibn heran, um ihn abzu- fubren . . . Rasch, rasch, halb wirb auch ber Mörder ben Saal verlassen, wirb auf ewig verschioinben . . . Bald wirb es zu fpat fein . Man muß ihn zurückhalten, verhaften . . . Aber wer ist, er? Wo ist er? Warum hat er getötet? . . . Gott, eine Minute vergangen, eine Ewigkeit . . . Und der Mörder ist hier, aber in wenigen Sekunden wird er fort fein, für immer, für immer . . .Mit einem Male zuckt ber Mann rote elektrisiert zusammen. Er entsinnt sich einiger Worte, bie er vor ein paar Stunbcn nebört bat. Worte, die für ihn die Rettung, die Freiheit bedeuten, das Leben. Erst jetzt ist es ibm zum Bewußtsein gekommen . . . Der Mann weist mit zitterndem Zeigefinger auf Mlle. Rita, die junge Kollegin der Toten, die noch auf der Zeugenbank sitzt. Die Zeugenbank ist noch voll besetzt, denn niemand wollte sich das Ende des Mamas entgehen lasen. Mit harter Stimme ruft der Mann: „Das ist die Mörderin!"

Unbeschreiblicher Lärm bricht im Saal los, tödliche Bläffe verfärbt das Gesicht ber Frau.

_ .„Sie ist bie Schulbige". fährt bet Verurteilte mit lauter, sieghafter Stimme unbeirrt fort „Sie ist in das Abteil ge-