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Vs schrie y.o . . . bort treiben Tote, denen HM keiner

Kanal be-

Hals Hetzen

Rotterdam, mit neuer

.tyf, durch die Luft ute ein Mann eine

Mühsam dechiffrieren wir das Radiogramm: „Habe neue Order auf Waffen. Geht nach Baumwolle löschen. Dann wieder in See Ladung!"

„Ob er uns wieder ein Kriegsschiff auf den wird?" meint nachdenklich der Erste.

„Wieder mit Massen in See!" sagt der Kapitän.

„Oder mit Zündkerzen?"

„Dann schon lieber mit Zündkerzen!"

(feine neue Fahrt beginnt. Neuen Abenteuern leben wir entgegen. Was meine Kameraden und ich erlebten, habe ich hier ausgezeichnet.

Wir blicken noch einmal zurück.

Ich denke an die Dielen Schisse, die mir durch Iahre Heim und Existenz bedeuteten. Die Menschen aut diesen Schjssbn waren meine Freunde. Ich laße sie im Geiste an -mir chzrüberziehen, der eine lebt jetzt in Ehina, der andere fährt' zwischen New York und Australien, alles gute Kameraden, ist finde keinen schlechten Kerl darunter.

Alle gleichen sich in ihren Seelen. Verhaltene Menschen im Gleichmaß der unendlichen See.

Sie alle wundern sich über nichts mehr. Abenteuer sind ihnen tägliches Brot. Sie würden sehr erstaunt ein, wenn man ihre Erlebnisse als romantisch bezeichnen wurde. Sie alle finden das Leben an Land besser!

Am Lande sind ste unglücklich, bis die See sie wieder auf nimmt! All ihren Hast und ihre Liebe haben ste auf die See übertragen, und vielen wurde das Meer znm Grad.

Tausend und tausend mästen sich Iahr um Jahr in der Fremde unter fremder Flagge durchschlagen, sich einsetzen mit Leib und Leben für ihr Schiss, ihre Pflicht, wenngleich auch ihre Reeder das Schiff nicht immer in den Dienst der besten Sache stellen.

Und dennoch: Es lebe die christliche Seefahrt!

mehr!" . ,

Endlich scheinen sich Freund und Feind erkannt M ha'ben. Die Boote haben sich in zwei Gruppen gesondert, die stch gegenseitig beschießen.

Tolle Sache! Inzwischen schleppen bie Gangster den Whisky an Land!" — . ..

In der nächsten Nacht tarnen .wieder die Boote zu uns heran. Diesmal war Nebel und wir dl'eben ungestört. Dae elektrischen Lampen, die an langen Gummi kabeln dnigen, beleuchteten die Arbeit. Ganze Bündel von Whiskyslaschen wurden in Netzen aus den Ladetuken fteW, durch die Lust «schwenkt und auf Deck gesetzt. Dann bohrte ein Mann eine Kiste an, nahm eine Flasche heraus kostete— wie ost betri^ man sie mit Wasser — dann erst durste die Kiste ins Boot gefiert werden.

Der Gunman, bis an die Zähne bewaffnet, stand an der Reeling und legte für jede Kiste eine Hundert-Dollarnote in eine Schachtel, 'die unser Zahlmeister hielt. Bezahlung für Ladung und Fracht!

Hauptsache war, das? wir unsere Bezahlung bekamen. Was nachher damit geschah, ob sie geraubt, vernichtet wurde oder in die Hände des Küstenschutzes fiel, uns war es gleich­gültig. Genaueste Navigation, das war unsere Sache. Wehe, wenn wir uns verrechnet hätten! Dann waren wir inner­halb der Hoheitsgrenze geschnappt worden!

„Unsere Arbeit ist getan, meine Herren", sagte der Mte, ,Mir" gehen nach Hause!" ,

„Da ist ja unser Geschäft zehnmal gefährlicher gewesen . faat der dicke Schwendt, „wenn s nach mir ginge, wurde ich weder Waffen schieben noch Schnapps schmuggeln . . . lieber auf dem kleinsten deutschen Fisthdompier nach Island

tiimpeln."

Mr liegen wieder auf dem nordatlantischen Treck. B,s zur Mitte des Ozeans kreischt unser Lautsprecher amerika­nische Iazz und Anpreisung der besten Schuh^sta. Dann kommen wir in den Bereich unserer heimatlichen Wellen während wir auf nnferen Liegestühlen in der Freizeit unter dem mit Millionen Sternen besäten Himmel liegen und das Schiff sich leise von einer zur anderen Seite wiegt hören wir ergriffen das „Waldweben" unseres deutschen Meisters.

Drei Tage vor (Einfahrt in den englischen kommt der Kapitän ein Telegramm vom Reeder.

— Ende. —

Julimorgen im park.

Das goldene Eewö steht hochgebauscht und drüber in dem Dunstschleier weid

Jedweder Laut ist aus der Welt gestorben.

Nur in den Kronen singt der Bienenton. als ob sich durch Entzückung le bst erworben die Erde iel'ge Jenseitslieder schon.

lk der Blütenlinden ums schiefergraue Dach.

blauen Himmel schwinden und werden wieder warn.

Die Rasenfläche nickt mit reifen Gräsern und Falter gaukeln durch den Pollenrauch Fern aber geh n die Berge..^au und chalern als dieses Erdentranmes höchster Saum.

Hermann Stehr.

Per alte Hecht.

Tierskizze von Ott» Boris.

Die Frühlingswolken zogen tief und schwer wie vollge­sogene Schwämme dahin. Sie vergingen sich in dem dunklen Geäst der Tannen des Thüringer Waldes. Es troft von J^bcl und Regen. Wässerchen wurden zu kleinen Rmn|alen. Diese sammelten sich in Bächen, plätscherten und hupften zum Tal, wo sie stilleijrig durch die Wiegen murmelten.

Das war die Zeit, da die Hechte des Eibreviers mit starken Schlägen ihres kraftvollen Schwanzes gegen die Strö­mung ankämpften, um eine Bucht zu finden, wo Jte 'm kreisenden Stillwasfer ihren Laich Hetzen konnlem^ald sich die rauschenden Fluten verzogen, blich ein sonnendurch- qluletes Brackwasier zurück: die Kinderstube der Familie Hecht. Winzig, iftikroskopisch klein fast. stand da ein Schwarm durch- sichtiger, wenig sischähnlicher Wesen wie eine Wolke, die das Wasser trübte. Barben, Rotfeder und Schlammbeißer nahmen dann und wann mal ein Mäulchen voll, versprengten die Wolke, vermochten sie aber nicht ganz zu vertilgen. Dann räumten Eelbrand, Kolbenkäfer und Libellenlarven unter den

”'$icC Sonne aber wärmte, die Algen schmeckten, und zuletzt kamen Mücken und Wasserflöhe als Nahrung hinzu. Sa wuchsen die kleinen Hechte in stiller Abgeschiedenheit, bis die nächste Frühlingsflut und der Wandertrieb sie stromab führten.

Es waren nur wenige, sehr, sehr wenige von dem reichen Segen übrig geblieben, und auch die..sichren. idjneül ander; denn schon versuchten die größeren ,n angeborener Mordqier die zurückgebliebenen Geschwister zu Haschen und zu verschlingen. Aus solch einem unbarmherzigen Anfang "wuchs Wutsch. Was Wunder, wenn er den Sinn des Lebens im Toten erblickte. .

Am Rande des Freiwassers, zwischen Froschkraut und Binsenstengeln versteckt, stand der grisfellange schlank«-Bursche regungslos. Nur seine glastgen, lichtgrauen.Astgen glotzten tn das rinnende Stromwasser. Die Wellen ?p,«gelten tauend Sonnen und warfen Helle, goldfarbene Ringe vÄ,hen kiesigen Grund. Silberii glitzerten die Bläschen an den Wassergrasern Der Kolbenkäfer sieg kugelige Perlen aufsteigen. Ein Stichling zog gemächlich daher. Blutegel krochen Ms vermodertem Holze Wutsch sah das alles, aber er rührte sich nicht, ^etzt kam em Schwarm kleiner Plötze spielend und an den W«P(laii?en knabbernd ahnungslos in feine Nähe. Wte em Torpedo schoß er auf eines der Tierchen zu und packte es mit feinen Haiftfch- ,zähnen. . .

Sein stets waches, gieriges Auge täufchte sich nie in der Entfernung. Wichtiger aber noch war fein Wafserdruckmeßer, ein Sinn, der, zwischen Bauch- und Rückenmuskeln eingebaut ihm selbst das leiseste Nahen eines Gegenstandes im Wasser mitteilte. Den langen lieben Tag tat Wutsch nichts als rauben und schlingen.

Doch in das dunkelgrüne Geheimnis des Schihrohrs, der Binsenfelder, Wasserlilien und Seerosen wagte er sich nicht. Hier hauste der gefräßige Barsch, und der lange Körper hin­derte Wutsch in den engen Zwischenräumen am Entkommen.

Zweimal schlüpfte Wutsch durch Netze. Dann kcmnte er sie und mied sie. Aus der Laichtour, die ihn zum Ert>urtsort zurückführte, muhte er Wehre und Stellnetze überbringen. Schließlich ankerte er in einem Seitenarm teer Elbe nöMich Wittenberg und wurde hier zum Standhecht. Dem «ter- psünder drohten nun im Wasser keinerlei Gefahren. Sie kamen allein aus der fremden, stickigen, heihen Welt jenseits des

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Badewannen,m" "■ 62. Bauer --

Wasserspiegels und kündeten sich durch Schatten an, bi« auf dem Grunde rasch dahinhuschten. Da zog alljährlich ein See­adler die Elbe hinaus. Er kannte den alten Wutsch. Aul jeder Fahrt pflegte er längere Zeit über ihm zu kreisen. Da kamen Boote, von denen Flimmerfischchen heraushingen, Reusen versenkt und Zinkenjpeere geschleudert wurden. Das alles kannte der Alte und entrann rechtzeitig. Er selber aber war der gefräßige Hai, der graue Tod des Wasiergetiers geworden. .....

Wärmten sich die Erünfrösche in der lauen Oberschicht bes Wassers und ließen die Sonne in ihre goldgelben Glotz­augen scheinen, dann tauchte plötzlich lautlos ein graustger Rachen aus der Tiefe, und einer von ihnen verschwand. Ihre Schar nahm zusehends ab. Eine Stockente führte sechs ^unge, nach wenigen Tagen hatte sie nur noch eines. Das- Taucher- weibchen lockte ängstlich feine Kleinen. Der Wildschwan zog aus, weil Wutsch ihn lahm gebißen hatte. Die Ratten in den Uferhöhlen verschwanden nacheinander im Rachen des luter« sättkichen. Selbst die größten Döbel und Braßen waren ihres Lebens nicht sicher. Alles Getier nahm ab, Wutsch aber zu.

Die Rohrweihe, die in den Ufererlen horstete, freute öfter laut schreiend über ihm, wenn er wie ein grünet Piahl im Brackwasser lag. Für ihre Kräfte aber war er weitaus zu groß und mit seinen zehn Pfund zu schwer.

Doch machte ihr Benehmen einen leidenschaftlichen Angler aus den Unhold der Tiefe aufmerksam. Nun verging kaum ein Tag, da nicht ein Flimmerfischchen Wutsch vor der Nase tanzte. Aber der alte, gerißene Knabe dachte jedesmal an den Zu­sammenhang dieses flirrigen Dinges mit dem Bootsschatten und zog angewittert aus. Da fiel eines Tages ein Sperling dicht vor ihm ins Wasser. „Wutsch!" weg war er.„ Ern Häher folgte und dann eine Taube. „Hier ist gut sein , stellte der Alte fest, „den Platz muß ich mir merken.' Jedesmal, wenn sein riesiger Rachen zuschnappte, hüpfte das H«rz des Analers vor Freude, wilder, als jemals Mordlust und Eier die Seele des alten Hechts beherrscht hatten.

Dann wat es soweit. Eines Tages schwamm dicht an ihm eine handlange Plötze vorbei. Sie schien krank zu sim; denn zuweilen lag sie breit, bann taumelte sie, kreiste und drehte sich. „Schwapp!" — hatte Wutsch sie gepackt. Pfui Molch und Salamander! Das Biest hatte auswärts am Rucken Ijarte, unangenehme Stacheln. Äusspeten! — Da, ein Ruck, die Plötze versuchte wohl, sich loszureißen. Doch hinten ,m Rachen oes Hechtes saß der Doppelhaken fest und zerriß ihm beit Schlund. Flucht! Hinein ins Schilfgewirr! Es ging nicht. Die Angel­leine zerrte ihn dem offenen Wasser zu, und aus dem fchwebke der Schatten eines Bootes. Von Grauen und Entsetzen gehetzt, raste der Gepeinigte ständig würgend eine Strecke daher. Hinter dünnstengligen Binsen machte er Rast. Doch nun zog es ihn wieder schmerzhaft im Schlunde. Er gab dem Zerren nach. Dadurch kam er dem Boote näher. Schon griff der Angler nach dem Käscher, ba entrann Wutsch mit einem mächtigen Schwanzschlage. Noch ein paar Male wiederholte sich das grausame Spiel von Leinegeben und Einholen. Zuletzt lieg Wutsch sich matt treiben. Sein heller Bauch kam zuweilen an

Da ^aber sah er über sich den Schatten des Adlers. Sein Zweifel, dieses mußte der unbegreifliche, gefährliche Feind sein. Mit einem letzten Aufschnellen rettete sich Wutsch ins Röhricht, umschwamm hier eine Stengelgruppe, und die Schnur saß sest. Eilig kam nun das Boot näher. Einen letzten per,zweifelten Schlag tat Wntfch und — i<hlug sich kvs. Der gälten aber hinterließ eine schwere Wunde.

Dem Alten wurde so elend zu Mute, daß er willenlos mit der leisen Strömung dahintrieb. So gelangte er zum jen- teitigen Ufer und landete weit abwärts bei einer Sandbank. Das' Wasser war seicht und warm, so recht geeignet zum Rasten. Seine Augen blickten glasig und trübe. ®ah"bemertte er den Adlerschatten nicht, der ihm gefolgt war. Erst als die scharfen Fänge seinen Rücken durchbohrten und er auf festem Boden vergebens nach Atemwasser fchnappte, schlug und schnellte er wild. . ,

Der Angler sah den Adler entfallen und dachte sich den Zusammenhang richtig. Er trieb fein Boot zur Sandschak. So tagte der stärkste Räuber einem andern den Körper des dritten ab. Es kam, wie Wutfchs Instinkt,es ihm prophezeit hatte, als er noch ein fingerlanges Fischlein war. Er lebte vom Raube und wurde zum Raube.

Dem glücklichen Angler schlug das Herz vor Freude und et0!jEln Museumsstück ist bas", sagte er. So kam es, daß ich Wutschs Kopf wohlpräpariert in der Anglerhütte nahe Wittenberg am Brackwaßerarm sehen konnte.

Sommerabenb.

Sie hatten lange auf einer rann dauernd leine Hände und Mut und fragte: „Sagen Sic. Liebe ist?"

„Ja. das wein ich", seufzte nicht zu wißen!"

Bank im Park gesessen. Er schwieg. Schließlich faßte er Fräulein, wißen Sie. was

sie. „aber Sic scheinen es

Das ärztliche Gutachten.

Die nicht mehr ganz junge Dame am Steuer versuchte eine Ecke zu „schneiden". Dabei stten sie mit einem Laternenvfahl zusammen und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Arzt und Krankenschwester umstanden ihr Bett.

„Schreiben Sie, Schwester: Rivvenbruck, Schulter aus- gercnkt. Hautabschürfungen . . . wie alt sind Sic, meine Dame?''

..Zweiundzwanzig!"

.....und das Gedächtnis verloren!" diktierte der Arzt weiter.

Das war peinlich.

„Warum hast du eigentlich deine Verlobung mit Susanne wieder aufgelöst?"

„Weil ihr Papagei immer rief .Bleib noch ein bißchen.

Hugo', wenn ich mich verabschieden wollte!

„Da ist doch nichts dabei, eure Verlobung war doch fein Geheimnis!"

„Stimmt — aber ich heiße garnicht Hugo!"

Eine Stellung ist frei.

Der Kassierervosten wird mit zweihundert Mark monat­lich bezahlt!" sagte der Direktor.

„Zweihundert Mark im Monat?" überlegte der Bewerber, „damit kommt man aber nicht weit!

„Das ist auch nicht beabsichtigt!" gab der Direktor zur Antwort.

H

„Hallo, Albert, glaubst du. daß du mir heute abend die zehn Mark »urückgcden kannst, die ich dir geborgt habe . . . • i