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Sette 2. Nr. 137.

Wiesbadener Tagblatt

Mittwoch, 15. Joni 1938.

Hauptschriftleiter: Fritz Günther. , Stelle erfaßter des Hauptschriftleiters: Heinrich Karl Kunz, verantwortlich für den politischen Teil: Heinrich Karl Aunz; fürKunst und Unter» Haltung: Dr. Heinrich Reichert; für Stadtnachrichten und rvuchchaftsteil: Willi Oempel; für Umgebung, Orovinznachrichten und den Sportteil: Heinz Len Hardt; für den Bilderdienst: die betr. RrsiortleEer;

für den Anzeigenteil: Dtta Kaiser; sämtlich in Wiesbaden. Preisliste Nr. 6.—Durchschnitts-Luflage Mal 038:21826, Sonntags allein: 27372.

Druck und Verlag des Wiesbadener Tagblatt»r „

L Schellenberg'sche Hofbuchdruckerei, Wiesbaden, Langgasse 21, .Tagblatt-Hass .

Gesamtleitung:

Dr.phil. habil. <?ui?an S*tl!enberg nnb vttlagsleittt Beinti* Pabst.

Die Ausgabe umfaßt 14 Seite» und das „Unterhaltungsblatt".

Appell der Kriegsschulen am Reichs-Ehrenmal

Scharfe Kritik an der britischen Kolonialpolitik

Ratlosigkeit und Verwirrung in Sowjetspanien

Villareal von den Nationalen eingenommen

Nach einer Havasmeldung aus Castellon haben die natio­nalen Truppen die 10 Kilometer südlich von dem eben erst eroberten Castellon gelegene Stadt Villareal einge­nommen und damit einen neuen bedeutenden Erfolg er-

„Das Empire ein bankrotter Konzern."

London, 15. Juni. (Funkmeldung.) In der Aussprache des Unterhauses am Dienstag über den Kolonialhaushalt, die durch eine Erklärung des Kolonialministers eröffnet wurde, in der dieser berechtigte Gründe für die Unruhen auf Jamaika zugab, waren sich die Abgeord­neten aller Parteirichtungen darin einig, daß nicht nur auf Jamaika, sondern auch in vielen anderen britischen Kolonien unerhörte Zu stände herrschten. Der Labour-Abgeord- nete Jones erklärte, die Loyalität der Eingeborenen werde mißbraucht. Die Löhne seien schändlich: die Arbeitsbedin­gungen seien ein schrecklicher Beweis für die Nachlässigkeit der Regierung. — Ein Oppositionsliberaler erklärte, in Uganda wurden massenweise Kinder beschäftigt, weil sie billiger seien.

Besonders heftige Angriffe richtete Lloyd George gegen

Die französische Luftaufrüstung.

Paris, 14. Juni. Im Ministerrat machte Luftfahrt­minister Guy la Chambre eingehende Angaben. Er teilte mit, daß die Serienherstellung der ersten modernen Apparate seit Mai begonnen habe und oag ein Geschwader von dttisttzigen Jagdflugzeugen von je 400 Stundenttbometer

Schwierigkeiten erfolgt. Die

Truppen, so setzt Havas diesem Bericht hinzu, schienen durch die nationalspanischen Erfolge völlig entmutigt

rungen. Der Übergang über den Mijares-Flutz sei ohne große sowjetspanischen

haben, daß fünf Millionen Tschechen von dieser Schlüsselstel­lung aus als franko-fowjetische Handlanger die riefige Viel- millionenmasse der benachbarten Nationen teils bedrucken, teils beunruhigen.

Das aber ist gerade der Sinn des sowfetifchen Bildes vom „Flugzeugmutterschiff". Im Kreis um Benesch wurde das w- gar durch den Satz bestätigt: „Wir (d. h. die Tschechoslowakei) sind das „Ausfälltor des Bolschewismus! Damit ist der Nagel auf den Kopf getroffen. Zeder neue Tag be­weist neu, daß in Böhmen eine ähnliche offene europäische Wunde geschaffen werden soll wie in Spa n i e n. Ohne die Bolschewiken und ihre bekannten Helfershelfer hatte das unglückliche spanische Volk längst den ersehnten Frieden. -Bne Verzicht auf den verhängnisvollen Bolschewistenpakt droht von der Tschechoslowakei her ähnliche Gefahr.

Wir hoffen, das Flugzeugmutterschiff wird leck werden oder fcstfahren. Es hält sich ja nur, weil es von äugen ge­stützt wird. Die eigenen Kapitäne sind nicht ganz sicher, welcher Kurs gehalten werden soll. Die Gönner in Moskau, Paris und London sind ebenfalls nicht unbedingt einig. Der Engländer rudert leider oft im französischen, der Franzose im sowjetrussischen Fahrwasser, und dieses letztere, bedeutet Un­frieden um jeden Preis. Daran, so hoffen wir, wird Prag scheitern. So bar jedes gesunden Menschenverstandes ist wohl die Staatskunst der Siegerwelt denn doch noch nicht, daß ihr eines neuen Weltbrandes wert scheint, was — wenn man wirklich wollte — mit einer Gießkanne gelöscht werden konnte! Hoffen wir, daß sich die Staatsmänner finden, die Gärtner statt Böcke für den europäischen Schrebergarten, sein wollen. Deutschland ist zu jeder friedlichen Lösung bereit, die diesen Namen verdient. Das einzige, was Deutschland um keinen Preis zulassen wird, ist die Verewigung der sudetendeutschen Leiden.

Die Bevölkerung fordert Frieden.

Bilbao, 14. Juni. Über den außerordentlich nieder­schmetternden Eindruck, den der Fall von Castellon im roten Spanien macht, liegen jetzt die ersten Meldungen vor. In Madrid sickerten gegen 1.00 Uhr nachts Gerüchte über den Fall Castellons durch. Es bildeten sich sofort auf den Stragen Gruppen lebhaft debattierender Menschen, die die Polizei ver­gebens aufzulösen versuchte. Es kam hierbei zu Z u s am m e n- st ö ß e n, wobei ein Polizist getötet wurde. Zeitweise horte man Rufe „Wir wollen Frieden". Angesichts der für die bolschewistischen Gewalthaber sehr gefährlichen Stimmung richtete der Madrider Sender unaufhörlich Appelle an die Be­völkerung und gab die Anordnung des Militärgouverneurs bekannt,- der jede Debatte über die Niederlage der Roten verbietet. Die Polizei erhielt Anweifung, jeden sofort zu ocr- hastech der auf der Straße sich zu einer Gruppe gesellt..

3rf Barcelona trat der Ministerrat der Bolschewisten­häuptlinge in den ersten Morgenstunden zusammen. Wie ver­lautet, ist es hierbei zu schweren Meinungsverschiedenheiten gekommen. Überall herrscht große Ratlosigkeit. Verschiedene Parteigruppen und Gewerkschaften trommelten ebenfalls ihre Anhänger zu außerordentlichen Tagungen zusammen, die alle im Zeichen der Ratlosigkeit und Verwirrung standen. Am größten ist die durch den Fall Castellons er­zeugte Panikstimmung zweifellos in Valencia, wo bereits die geflüchteten Milizen der zusammengebrochenen Castellon- Front eintreffen und völlig entmutigt und energielos die Kneipen und Cafes bevölkern. Der Gouverneur verkündete eine Anordnung, wonach sich alle Soldaten sofort wieder bei ihren Truppenteilen melden müssen, andernfalls sie als Deser­teure verhaftet werden. Verschiedene Familien höherer bolsche­wistischer Anführer sind bereits nach Alicante abgereist. Die „Polizei" beschäftigt sich mit der Entfernung von Inschriften, die zur Übergabe auffordern.

Der rotspanische „Außenminister", Delvayo, hatte eine dreistündige Unterredung mit den Botsch afte rn Mexikos und Sowjetrußlands. Wie verlautet, verwies Delvayo auf die schwierige Lage Sowjetspaniens und forderte stärkere Unterstützung von den beiden Ländern. Er habe darauf aufmerksam gemacht, daß ohne schnellste, um- fasiende und tatkräftige Unterstützung seitens „befreundeter Nationen" Sowjetspanien seinem Ende ent­gegengehe. _____________

Großer Diplomaten-Schauprozeh im Juli.

Warschau, 14. Juni. Nach Meldungen aus Moskau stehen die Parteikonferenzen, die gegenwärtig in der ganzen Sowjetunion abgehalten werden, im Zeichen der Ankündi­gung eines verschärften Kampfes gegen alle inneren Feinde sowie neuer großer Schauprozesse. Wy sch in ski hat die Voruntersuchung gegen die verha f- teten Diplomaten beendet. Der Prozeß gegen sie soll noch im Juli stattfinden. Die Rolle des Hauptangeklagten oll hier der ehemalige Gesandte in Oslo, Jakubowitsch, spielen dem vorgeworfen wird, aus der Gesandtschaft in Nor­wegen'„den Eeneralstab der trotzkistisch verseuchten Aus- lMwsvertreter" gemacht zu haben.

Schließlich meldet hie polmfche Presse, dag der ehemalige Bukarester Geschäftsträger B u t e n k o vom Obersten Sow,et- gerM in Abwesenheit zum Tode verurteilt wurde.

die Regierung, der die rigorose Polizeiverwal- tung in den Kolonien stark kritisierte. Die Löhne seien un­glaublich niedrig, und die Arbeitsbedingungen unbeschreib­lich. Es sehe so aus, als wenn das britische Empire ein bankrotter Konzern sei. Nach den Zuständen in Westindien werde aber die britische Verwaltung beurteilt. Die Bevölkerung leide an schrecklichen Seuchen infolge Unter­ernährung und ungesunder Lebenrbedingungen. Der unab­hängige Labour-Wgeordnete MacGovern sprach von Ausbeu­tung, Plünderung und Mißhandlung der Farbigen durch die britische Regierung.

Kolonialminister Malcolm Macdonald, der diese Vorwürse stundenlang anhören mußte, blieb in seiner Ant­wort nichts anderes übrig, als die ungeheuren Mißstände in Westindien zuzugeben. Die Re­gierung habe die Absicht, etwas zu tun. Einige der vorge­schlagenen Maßnahmen seien bereits in Angriff genommen.

Geschwindigkeit an der großen, zu Ehren des Königs von England vorgesehenen militärischen Veranstaltung teil« nehmen werde. Der Luftfahrtministsr gab weiter bekannt, daß die Durchführung des neuen Luftaufrüstungsplanes sichergestellt sei. Das Erzeugungsprogramm sei besonders durch die Einführung der 45-Stnnden-Woche begünstigt worden. Die monatliche Ablieferungsziffer der Flugzeuge entspreche den Absichten des neuen Planes.

Es bleibt bei 40-Zentimeter-Geschützen.

London, 14. Juni. Der Flottenkorrespondent des „Daily Telegraph" meldet, England und die Vereinigten Staaten seien übereingekommen, ihre künftigen Schlachtschiffe nicht mit 45-Zentimeter-Eeschützen auszurüsten, einerlei wie groß die Wasserverdrängung dieser neuen Schiffe auch sei. Amerika sei zunächst für 45-Zentimeter-GeschLtze eingetreten, eng­lischerseits habe man aber darauf hingewiesen, daß dann auch die Tonnage diesem übermäßig starken Kaliber angepatzt werden müsse.

Erfolge an allen Fronten.

Salamanca, 15. Juni. (Funkmeldung.) Wie der natio­nale Heeresbericht meldet, wurden die Operationen gegen die Bolschewisten im Abschnitt Cinqueta an der Pyrenäen- front erfolgreich fortgesetzt, wobei mehrere .be­herrschende Höhen den nationalen Truppen in die Hande fielen An der Castellon-Front wurde der Vorstoß siegreich fortgesetzt. Die Ortschaft Figuerolas mit den südlich davon gelegenen Höhen mutzte von den Bolschewisten preisgegeben werden. An der Teruelfront verbesserten die Truppen des Generals Varela die Stellungen, wahrend im Abschnitt Cordoba an der Andalusien-Front der natio­nale Angriff weit vorgetragen werden konnte, ^m Abschnitt Penarroya gelang die Besetzung der Gebirgszuge Navarra, Ciscojo und Cabron sowie der Ortschaft Balzquez. 2m Frontabschnitt Madrid verbesserten die nationalen Truppen ihre Stellungen Bei dem Brückenkopf der Arzobispo- Brücke, indem sie mehrere feindliche Stellungen einnahmen.

General der Artillerie Keitel in Budapest.

Budapest, 14. Juni. Der Chef des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht, General der Artillerie Keitel, ist Dienstaigvormittwg um 11 Uhr im Sonderflugzeug ,,Hermann Göring" in Budapest eingetroffen, um den Besuch des ungarischen Honvedministers im vorigen Jahre m Deutschland anläßlich der Herbstmanöver zu erwidern..

Zu seiner Begrüßung hätte sich am Flugplatz eingebunden Honvedminister General der Infanterie Eugen vonJRa*5, her Oberkömmandierende der Honved, General der Jnfanttne Sonyi, Eeneralstabschef der Honved, Generalleutnant Keresztes-Fischer. und in Vorsretung der ungarftchen Flugbehörden General Kenose.

Bon deutscher Seite waren zur Begrüßung erschienen bei deutsche Gesandte von Erdmannsdorff, der deutsche Militärattache Oberst Wred e, der Landeskreisleiter der NSDAP. Konsul Graeb, ferner der italienische Mibttar- attachs Oberst Mattioli. .

Reichsverweser Admiral von Horthy empfing tn Ben Mittagstunden den Chef des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht General der Artillerie Keitel.

Bekenntnis zum deutschen Soldatentum.

Königsberg, 15. Juni. Der gesamte Offiziersnach- wuchs des deutschen Heeres, der auf den Kriegs­schulen ausgebildet wird, besuchte in diesen Tagen die Pro­vinz Ostpreußen. Aufgeteilt in viele Marschgruppen besuchten die Kriegsschulen von AÜenstein und Ortelsburg aus den wei­ten ostpreutzifches Land umspannenden Raum, auf dem in den Augusttagen 1914 die größte Einkreisung?- und Vernichtungs- schlacht der Weltgeschichte geschlagen wurde. Den Abschluß der Schlachtfeldreise bildete am Dienstag ein feierlicher Appell am ReichsehrenmalTannenberg. Zum ersten Male fand eine derartige Feierstunde aller deutschen Kriegsschulen statt, und neben den Kameraden der alten Schu­len des Reiches staiiden die Offiziere, Fähnriche und Fahnenjunker der Kriegsschule Wiener- Neustadt vor der Gruft des großen Feldmarschalls von Hindenburg, der mit seinem Generalstabschef Ludendorff die Tannenbergschlacht schlug. _ , „

In Erz gegossen schien die Front, als der Inspekteur der deutschen Kriegsschulen, Generalmajor Brand (Berlin), den Denkmalshos betrat. Ein Fähnrich der Kriegsschule Wiener- Neustadt und ein Fähnrich einer alten deutschen Kriegsschule nahmen mit einem riesigen Kranz vor der Gruft Aufstellung. Dann sprach der Inspekteur , der deutschen Kriegsschulen, Generalmajor Brand, zu seinen Offizieren und jungen Kameraden.

Das Wort des Führers stellte er seiner Ansprache voraus: „Mögen Jahrtausende vergehen, so wird man nie von Helden­tum reden und sagen dürfen, ohne des deutschen Heeres des

zu sein.

Die nationalspanische Luftflotte hat im Morgengrauen des Dienstags die Hafenanlagen von Valencia bombardiert und schweren Sachschaden verursacht. Zahl­reiche Lagerschuppen gerieten in Brand. Um 11 Uhr haben fünf nationalspanische Flugzeuge erneut Valencia überflogen und zahlreiche Bomben auf die Befestigungen bei den Vor­orten Cabanal de Erao und Cantarranas abgeworfen.

Hochwasserkatastrophe

100000 im Gelben Fluß ertrunken.

Schanghai, 14. Juni. (Ostasiendienst des DNB.) Der Gelbe Fluß selbst hat in die Kampfhandlungen in Mittelchina eingegrifjen, wo eine Überschwem­mungskatastrophe unvorstellbaren Ausmaßes die Kriegshand­lungen in den Hintergrund treten läßt. Zwischen Kaifeng und Tschengschau sind die Süddeiche des Gelben Flusses an 15 Stellen gebrochen. Aus Lucken, die bereits in 150 Meter Breite klaffen, wälzt sich eine bis zu 15 Meter hohe Flutwelle mit teilweise 40 Kilometer Stunden- aeschwindiakeit von Norden her über die Provinz Honan, in der bisher bereits über 10 0 000 Menschen ertrunken

Alle verzweifelten Versuche der japanischen Pioniere mit Unterstützung der Landeseinwohner den toll gewordenen Fluß zu bändigen, sind hoffnungslos ge­scheitert. Zahlreiche chinesiche Banden griffen die Rettungs­trupps an, um die Katastrophe zu beschleunigen, die unzweifel­haft in voller Wsicht von der chinesischen Heeresleitung zur Abwehr des japanischen Vorstoßes auf Hankau verursacht worben ist. Die Überschwemmungen werden die Weiter­führung der Operationen stark behindern.

Die Besprechungen mit Hodscha.

Prag, 14. Juni. Entsprechend den in den letzten Wochen getroffenen Vereinbarungen fand am Dienstag, 14. 3unt, eine längere Aussprache zwischen dem Ministerpräsidenten Dr Hodscha u^> ben bevollmächtigten Metern bet Sudetendeutschen Partei, den Abgeordneten Kundt, Sr. Rosche, Dr. Peters und den Führungsratsmitgliedern Dr Sebekowski und Dr. Schicketanz statt Die Be­sprechung wird fortgesetzt. Es wurde vereinbart über den Verlauf der Aussprache am Mittwoch eine Verlautbarung auszugeben. ___________

Steigende Erregung im Sandschak.

Beirut, 14. Juni. Am Monta>gabend wurde auf der Grenze des Türkei-Viertels von Antiochia ent Türke erschossen. Der Täter bftsb unbekannt. Die Polizei verhaftete daraufhin die bekanntesten Aradersühter und französische Truppen besetzten das ge­samte Stadtgebiet. In ben von Arabern bewohnten Stadtteilen sind alle Geschäfte geschlossen Trotz der Vorfälle, die durch die Verhaftung der Aihrerschaft der Araber im Sandschak entstanden sind, setzt die Wichlkommission ihre Arbeit fort. Die Erregung in arabischen Kreisen steigt weiter.

Weltkrieges zu gedenken. Dann wird aus dem Schleier der Vergangenheit heraus die eiserne Front des grauen Stahl­helms sichtbar werden, nicht wankend und nicht weichend, ein Mahnmal der Unsterblichkeit. Solange aber Deutsche leben, werden sie bedenken, daß dies einst Söhne ihres Volkes

In knappen Worten umriß Generalmajor Brand sodann noch einmal die Bedeutung der Schlacht von Tannenberg. Das große Feldherrntum des Siegers von Tannenberg ver- einte sich im Generalfeldmarschall mit edlem Menschentum zu jenem wahren deutschen Soldatentum und machte ihn jum Pater nicht nur seiner Soldaten, sondern des ganzen deutschen Volkes. Wenn bei diesem ersten Appell der deutschen Kriegs­schulen so fuhr Generalmajor Brand fort, am Reichsehrenmai in den Reihen der künftigen deutschen Offiziere auch die Kameraden aus Österreich stehen, dann gewinnt diese Weihe­stunde eine ganz besondere Bedeutung. Sie ist der Ausdruck der Geschlossenheit unserer grotzdeutschen Wehr­macht. Sie ist der Ausdruck der vollständigen, Über­einstimmung der Pflicht- und Ehrauffassung der künftigen Offiziere des grotzdeutschen Heeres und offenbart deren Be­kenntnis zum deutschen Soldatentum. .

Die Niederlegung des Kranzes durch Eeneralmazor Brand am Sarkophag des Eeneralfeldmarschalls von Hindenburg beendete den feierlichen Appell.

stoppt den China-Krieg.

Der Eingriff der Naturgewalten in den großen Krieg auf dem Höhepunkt der Entscheidung kann eine ganz neue Lage schaffen. Man hat bereits den Eindruck, als würde die japanische Heeresleitung durch Konzentration der Operationen auf dem Jangtse der durch die Gewalt der Fluten geschaffenen Lage Rechnung tragen. „ ,

In ganz Miktelchina dauern die wolkenbruchartigen Regengüße noch weiter an, und eine Besserung ist noch nicht zu erwarten.