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Wiesbadener Tagblatt

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O-Beine.

Beim O-Bein ist der Unterschenkel derart verbogen, daß das Bem tm Knie einen nach innen offenen Winkel bildet. Bei Fersen- schluß können sich die beiden Knie nicht berühren. Meistens hat sich die Knochenverbiegung beiderseitig ausgebildet, doch kommt auch einseitiges O-Bein vor. Der Gang ist plump, beinahe wat- schelnd, auch kann infolge der unrichtigen Knochenbelastung eine schmerzhafte Gelenkentzündung entstehen.

Die häufigste Ursache für O-Beine bildet Rachitis. Gewöhn- lich kommen dabei noch andere Skelettverkrümmungen vor, vor allem auch Plattfuß. Man kann O-Beine bei Rachitis zurückführen auf Belastung der zu weichen Knochen beim Stehen und Gehen, manchmal auch auf einen Muskelzug.

Außer bet Rachitis können O-Beine noch auftreten bet Lahmun- aen bei Verletzungen, auch angeboren oder selten durch Reiten.

Behandlung: Bis zum 6. und 7. Lebensjahr ist Heilung von selbst möglich. Aus jeden Fall muß man aber durch Allgemein, behandlung die etwa bestehende Rachitis ausheilen. Außerdem können orthopädische Maßnahmen angewendet werden, so das Anlegen entsprechender Schienen oder Biegung in Narkose. In schweren Fällen kann auch eine Operation noch versucht werden.

Oberarmbviiche.

Oberarmbrüche sind besonders häufig bet Kindern und alten Leuten. Man unterscheidet Brüche am oberen Ende, am Schaft und am unteren Ende des Oberarmes.

Am oberen Ende des Oberarmknochens, dicht unterhalb des Oberarmkopfes tst der sog.Hals", eine verdünnte Stelle des Knochens und hier kommen sehr oft Oberarmbrüche vor. Sie ent. flehen meist durch Fall oder Schlag, seltener durch Muskelzug bet Hieb oder Wurf. Dte Schulterwölbung ist erhalten, darunter aber eine Einbuchtung bemerkbar. Der Oberarm ist verkürzt. Die Ein­richtung und die Anlage des Verbandes geschieht durch den Arzt.

Bei Neugeborenen kann es bei schweren Geburten zu Brüchen am oberen Ende des Oberarmes kommen, wodurch unter Umständen Verkürzungen Zurückbleiben.

Brüche am Schaft des Oberarmes sind am häuftgsten. Auch sie entstehen gewöhnlich durch Stoß, Schlag, Fall oder Maschinen« oerletzungen Gefäße unb Nerven können mitverletzt sein.

Brüche am unteren Ende des Oberarms entstehen meist durch Fall auf Hand oder Ellenbogen. Es find gewöhnlich Gelenk- brüche sie bedürfen vor allem einer ausgiebigen Nachbehandlung nach Zusammenheilen des Knochens. In jedem Falle ist ärztliche Behandlung unbedingt nötig.

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* Hohe Freiheits- und Geldstrafen gegen fluchtigen Steuersünder. Das Reichsgericht hat die von dem Angeklagten Walter Wivvermann gegen das Urteil des Landgerichts Wiesbaden vom 20. 10. 1936 eingelegte Revision als unbe­gründet verworfen. Damit ist der Beschwerdeführer wegen Vergehens gegen die Steueramnestieverordnung zu vier Jahren Zuchthaus und zu zehn Jahren Ehrenrechtsverlust so­wie zu 600 000 RM. Geldstrafe, Hilfswelse zu einem weiteren Jahr Zuchthaus, weiter wegen Vergehens gegen die Reicks- iluchtfteuerverordnung zu drei Jahren Gefängnis und zu 400 000 RM. Geldstrafe, Hilfsweise zu einem weiteren Jahr Gefängnis, rechtskräftig verurteilt. Wivvermann hatte ent­gegen den bestehenden Vorschriften die Vermogenslteuererkla- rung für das Jahr 1931 nicht rechtzeitig abgegeben und ste überdies nicht berichtigt. In seiner Deklaration beznferte er sein Vermögen auf nur 200 000 RM wahrend es in Wirk­lichkeit zehnmal größer war. Als ihm., ein Verfahren auf Grund des Volksverratsgesetzes drohte, fluchtete er am 30. 1.0. 1933 unter Mitnahme seines steuerpflichtigen Vermögens in

Todesstrafe für Mord an einem H-Wachtposten.

Weimar, 28. Mai. Das Sondergericht für den Ober- landesgerichtsbezirk Jena verurteilte am Samstag den 36jährigen Emil Bargatzky aus Essen wegen Mordes und zugleich wegen Verbrechens nach § 1 des Gesetzes zur Ge­währleistung deS Rechtsfriedens zum Tode.

Bargatzky hat am 13. Mai d. 3. bei Weimar den ^-Wachtposten Kallweit mit einem Spaten erschlagen, und ist darauf mit einem anderen Häftling, Peter Forster, mit dem er die Tat verabredet und vorbereitet hatte, geflohen. Wäh­rend Bargatzky am 22. Mai in Stendal festgenommen werden konnte, ist der Mittäter Forster bis jetzt noch nicht ergriffen worden. B. ist bereits dreizehnmal vorbestraft, darunter mehr­fach mit Zuchthaus. Er legte ein offenes Geständnis ab.

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Höhe von '2185 000 RM. aus Wiesbaden nach der Schweiz. Das Urteil gegen Wivvermann. der bis heute feine Steuern nicht bezahlt hat, wurde in feiner Abwefenheit gefallt. Vom Ausland aus begehrte er auf feine Verfehlungen die Anwen­dung des Straffreiheitsgefetzes. ein Anstnnen. das das Reichs­gericht abgelehnt hat.

* Unterstützungsschwindel. Ein aushilfsweise beschäftigter Angeklagter, der Fürforgeunterstützung erhielt, hatte an einem Tag 6.75 RM. verdient, fälschte diese Zahl aber auf der Arbeitsbescheinigung in 4.75 RM. um. um eine höhere Unter­stützung zu erlangen. Nachdem ihm die Sache gelungen war. führte er sie später noch einmal aus. Das Schöffengericht Frankfurt a. M. verurteilte den Unteritützungsemvianger wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu einer Strafe, die der Staatsanwaltschaft zu gering erschien und sie zur Ein­legung von Berufung veranlaßte. Die Groge Strafkammer er­kannte daraufhin auf zwei Monate Gefängnis.___________

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