Verlag Langgaffe 21
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Morgen-Ausg. biö 3 Uhr nachmittags. Berliner Redaktion des Wiesbadener Tagblatts
12 Ausgaben.
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„Tagblatt-HauS" Nr. 6650-53.
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Berlin-Wilmersdorf, Giintzelstr. 66, Fernspr.: Amt Uhland 450 u. 451. Ugm^?-l,v°rge,chrieb°n-n
10 . bugrist 1914 .
klbenö-Kusgabe.
-j VviV..;-: » lunuumc»
i und Platzen wird keine Gewähr übernommen.
Nr. 368 . » 62 . Jahrgang.
^Utschlanös Urieg gegen ^ drei Großmächte.
^chivrrt heraus I Empor die Fahnen.
Der Krieg ist da! Nun geht es los uuf England, Rußland und auf den Franzos!
Ihr ü 0n Knechtschaft uns befreit, schaut auf uns, Väter, alle Zeit,
Deutschlands Ehre wir jetzt wahren,
^le Jhr's getan vor hundert Jahren.
Ernst, wie zum Gotteshaus im Dom, jjUirt Rhein, Kanal und Memelstrom!
"jj* Prahlerei wird nichts geschafft;
^>r bau'n auf Gott und uns're Kraft.
Dos Vorbild sind uns uns're Ahnen:
Das Schwert heraus! Empor die Fahnen!
F r an z Hetzer.
ernste Zeit, — erber auch eine Lust zu \ * . etne Sozialdemokraten mehr, feine Kleri- )(i tt Lln e Polen, keine Elsaß-Lothringer, keine | j * n b keine Schlotbarone: nur ein Volk, so
Set stahlhart zusammengeschweißt wie ein st z» " ß st a h lb I o ck aus der berühmten ^ktthrma.
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x n zschutz
bewährt sich vorzüglich.
^Östliche Herzen wähnten, daß gleich zu Be Krieges russische K a v a l l e r i c - D i v i- I L' 0 In Ostpreußen hineinpreschen und dort ein ■*^ c eU un ‘ ) btüudern würden, sind hierzu nur versuche gemacht worden, die überall f^„j "ugewiesen wurden. Diese Versuche wurden ©fto Urfl , Soldau, Neidenburg, Johannisbnrg A» Unternommen, also an der Südgrenze des >■ ^evs udzunge nach Rußland hinein-gestreckten -, Zu gleicher Zeit sind unsere Grenz Cjn Russisch.Polen '
eingerückt und haben von denen die
tzrerxif- .
Jtfeph-, mehrere Städte besetzt A sjx "chuchau, schon 6 bis 7 Meilen jenseits der 1 itf)inzwischen fangen die russischen .hg-? Berichte — so heißt es in einem Über- pü halbamtlichen „Neuen pol. Korrespondenz"
:' bei? Lage — bereits an zu lügen. Das
( >,, - ^ erste Zeichen, daß die Karre schief geht, wie |Seit- n pflegt. Diese amtlichen russischen Be- s ' "Die Avantgarde unserer Truppen über- Kbx^°uvernement Suwalki aus die Grenze, ?lt tinden." Das ist alles erlogen. !>,’^tn m "& tc es heißen: „Unsere Vortruppen. t Si t ;;r nn mehreren Punkten die ostpreußische ps?,: rschreiten, wurden aber blutig znrück-
,und verfolgt. Wir Russen verloren
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derartigen Gefecht die ersten 8 Geschütze." i^ifi, es heißen! Das gleiche Lügen
s»"'7nm.ch in.Frankreich im Gange, von wo s. kp i falten mit erlogenen Erfolgs'
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tzg,. Überschwemmt. Inzwischen schieben sich en nach Ost und West vorwärts. Aber
ihtoi e " nach Ost und West vorwärts.
,seren Schlägen kommt, können noch 1 bis vergehen.
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^ennpfgenosse
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. v—H-i,veuui|t Ö sie rreich -Ungarn e>r mitteilten, wuchtig inRusfisch-Polen vor. ~~ ein Blick aus die Landkarte genügt, Ni(ü ett eirfi 3lt machen — wird nun von Deutschland ih^aemeinsanr in die Zangen ge- .ven. Die verbündeten Truppen werden >/!>iig durch Rußland ein Jahrhundert hin- Mißh^dolten und geknechteten Polen als k empfangen.
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'4 ist v Serbien? Für diesen Kriegs-
m ? "manische Neutralität von ^edeutnng. Serbien ist im Osten durch zRumänien und das ihm feindliche Bul- V'idrü: and getrennt, so daß letzteres ihm nicht V’lb'to kann. Es wird voraussichtlich im a ften von Osterrckch-Ungarn umfaßt L, vstreckung genötigt werden, falls seine ' ltas neutrale Rumänien, Bulgarien
übertreten und dort entwaffnet wer- ' .chn.mchrichten aus Sofia befindet sich die
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. L vererts fetzt, ehe sie noch im Kamps ge- h o st l o s e r Lage. Man^ ist durch das vollständig überrascht worden,
Mangel an Lebensmitteln und allge
Ct ^Qrt t ^choi"t irrt übrigen, nachdem es " l das " r ' lrL m ■'* das
sich
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3it h^oat, das Mißtrauen Rußlands bervor
^hson,° E "' .^s 'an der rumänischen Grenze "esf^ "nenziehü Da Rumänien Gegenmaß- Muß. können daraus leicht Komplika
tionen entstehen, die Rumänien wieder ganz an die Seite Österreichs und Doutschlands bringen. Das würde arich Bulgarien zum dreibundfreundlichen Vorgehen veranlassen, woran es nur durch die Riick' sichtnahme auf Rumänien verhindert wird.
-!-
Unser Durchmarsch durch Belgien hat auch Eng' land den fadenscheini'gen Vorwand zur Kriegs' erklärung gegeben. Es ist eben nur der Vorwand gegenüber dem deutschen kaufmännischen Kontur r e n t c n, den man abzuwürgen hofft. Aber, wen die Götter vevderben wollen, strafen sie vorher mit Blindheit. Zu spät wird man au der Themse einsehen. daß inan kaufmännisch eine falsche Kalkula- iion aufgestellt, die Streitkräfte Frankreichs und Ruß- lands im Vergleich zu denen der verbündeten Zentralmächte überschätzt und die deutsche Flotte nute r- schätzt hat. Welcher todesmutiger Schneid in unserer Marine steckt, dafür haben sie mit dem Untergang ihres Kreuzers „Amphi on" an der Themsemündüng schon eine Probe erhalten. Kein Wort der Anerkennung ist hoch, genug für diese deutschen Helden, die dem sichereiu Untergang entgegen mit einem u n g e s ch ü tz t e n Schiffe der g r ö ß t en Seemacht der Welt in ihr Herz, an ihre Küste fuhren. Wir sind stolz auf diese Tat unserer Marine. Es ist eine Heldentat, die sich würdig der schneidigen E r- obe^rung von Lüttich an die Seite stellt!
Inzwischen haben die Engländer, wie wir in finserer Montag-Vormittagausgabe mitteilten, die Hauptstadt Lome . unserer Kolonie Togo besetzt. Das kann uns natürlich kalt lassen. Die Entscheidiing über Deutschlands Kolonien fällt nicht in den Kolonien, an deren eigene Verteidigungsfähigkeit, von Kiautfchou und Südwestafrika abgesehen, kein vernünftiger Mensch geglaubt hat. sondern die Entscheidung über unsere Kolonien fällt in dom großen Ringen in Europa!
Dänemark hat den Sund und den Großen und Kleinen Belt gesperrt nach Abgabe seiner Neutralitätserklärung., Dadurch kann kein englisches Schiff in die O ft s e e hinein, während wir durch unseren ; i ord »'^ ft s e e - K anal in' beiden' Meeren auslreten tonnen. Der Kanal ist in seiner Verbreiterung und Vertiefung gerade fertig geworden.
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Mit großem Interesse schaut die öffentliche Meinung in Deutichland auf.Italien, das einstweilen seine wohlwollende Neutralität erklärt hat. Der Akzent liegt auf „cinftoetlcrt und „wohlwollend". Daß Deulsch- land ern Mtmratum an Italien gerichtet hat, ist natür- NM eine böswillige, vermutlich englische Erfindung, wahrend man sicher sein kann, daß der Tele- grammwechscl zwischen unserem Kaiser und dem König von stalien sehr herzlicher Natur ist.. Italien gehört mch. nur dem Dreibund an, sondern seine natür- lrchen Interessen im Mittelmeer machen es zu ernem scharfen Gegner E n q l g n d s und Frankreichs. Deutschland kann Italiens weitere Maßnahmen in Ruhe ab warten..
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- O Armee, von unserer Flotte, von un-
wren ienftfahrzaugen könnoüi wir ohne Überhebung Großes erwarten. Die nächsten Wochen heißt es, mit geduldigem und ruhigem Ernst, im Vertrauen ans Gott ""d .""wre gerechte Sache anszuharren. Mehr wie je ’vüt für unser teueres Vaterland Strachwitz' herrliches Wort über Deutschland:
Daß dich Gott in Gnaden büke,
Äerst-blatt du der Welteicklüte!
Volkerwohrc.
Stern der Ehre,
Strahle fort? von Meer zu Meere!
Glückwunsch der Armee an die kaiserliche Marine!
^ tDiber "ns! Hätte uns Mion nicht den
ÄT hiV L m!,elID,; fe n ' fo würde die Kaiserliche Marine, S„ ‘ 'n schwerem Kampf nach zwei Fronten
stehen^m tz, zitternd vor Ungeduld gefragt haben: „Und w r r. Die Untwort auf diese Frage ist jetzt gelöst. Unsere mächtig ste n Gegner zur See,
b \L Dl ^ Z r fnnnte ' ÄUm Tanze. Während die alte Armee eine Unnge glorreiche Geschichte in dicken Bänden zu verzeichnen hat, ist von der jungen Kaiserlichen Marine bis- her nur dau Vorwort geschrieben, das einzelne glänzende Waffentatem enthalt, ^tzt aber schlägt sie das H a u p t b u ch auf und fetzt an, tn tlfm ihre Taten mit eisernem Griffel
r n ’ C mnp U i^ 'st te 4 tabC "Augsburg" hat das erste Kapitel begonnen. Daß die Flagge nur sinken, aber niemals niedcr- geholt werden kann, weih jeder Deutsche! Die Armee ist stolz
«uOIre innge Schweiler im Hinblick auf die kommenden Tage!
Glückauf zur großen Feuerprobe! Ran ai» den Feind!
Oie erste Verleihung -es Eisernen Rreuzes.
^ W. T.-B. Stuttgart, 10. Slug. Dem wiirttcmbergischcii Hauptmann im große» Gcncralstab Hermann Geyer ist anläßlich seiner Beteiligung an der Erstürmung Lüttichs das Eiserne Kreuz verliehen worden.
Oer Depeschenwechsel zwischen -er deutschen und luxemburgischen Regierung.
8. Berlin, 10. Slug. (Eig. Dvaihtbcricht) Aus die. Ikach- richt, ^ dah deutsche Truppen am 1. und 2. Slugust luxemburgisches Gebiet besetzten und damit die Neutralität verletzt hätten, erließ noch an demselben Tage der B ü r g e r m c l ft c z ^cr Hauptstadt einen Aufruf au die Bürgerschaft, in der er diese zur Ruhe und Vermeidung aller Konflikte ermahnte. Die Groß Herzogin wandte sich am Sonntag, 10 Uhr vormittags, mit 'folgendem Telegramm an Len deutschen Kaiser:
Das Grohherzogtum wird in diesem Augenblick von deui- ichcn Truppen besetzt. Meine Negierung hat an zuständiger Stelle Protest eingelegt und Erklärung der Gründe des Vorfalles gefordert. Ich bitte Eure Majestät diese Erklärung zu 'beschleunigen und in jedem Falle die Rechte Les Groh- Herzogtums wahren zu wollen. Marie »ldelhoid.
Nachmittags 0 Uhr erhielt der deutsche Gesandte in Luxemburg Herr v. Buch folgendes Telegramm des deutschen Reichskanzlers: Unsere militärischen Mnh-
nahmen in Luxemburg bedeuten keine feindselige H a n b I u n ,g g egen Luxe nt Bur g, soitdern lediglich Maßnahmen zur Sicherung der in unserem Betrieb befindlichen deutschen Eisenbahn gegen Überfälle der Franzosen. Luxemburg erhält für eventuellen Schaden volle Entschädigung. Ich bitte die dortige Negierung zu benachrichtigen. v. Bethmann-Hollweg.
Don dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes in Berlin, dem früheren deutschen Gesandten in Luxemburg v. J agow, hatte Staatsminffter Ey scheu auf telegraphischem Wege Ausschluß über die Gründe zur Besetzung verlangt. Slls Slniwort lief Sonntagabend folgendes Telegramm in Luxemburg ein:
Die militärischen Maßnahmen find zu unserem großen. Bedauern^ dadurch unvermeidlich geworden, daß wir zuverlässige Nachrichten hatten, wonach französische Stveitkräfte im Vormarsch aus Luxem Burg sind. Wir mußten die Maßnahmen zum Schutze unserer Slr mee und zur Sicherung der E i s enb ah n en treffen. Ein feindlicher Mt gegen das befreundete Luxemburg ist von uns in keiner Weise beabsichtigt. Zur vorherigen Verständigung mit der luxemburgischen Regierung war bei der drohenden Gefahr l e i d e r k e i n e Z e i t m eh r. Die kaiserliche Regierung sichert Luxemburg vollen Schadenersatz für etwa von uns verursachten Schaden zu. v. Jagow.
Deutschland und Belgien.
W. T.-B. Berlin, 8. Slug. Zur Widerlegung der in London und Paris über die Haltung der deutschen Regierung tn der belgischen Frage verbreiteten Unwahrheiten ver- offentltchcn wir den Wortlaut der tclcgraphisckicn Sln- wcffung an den deutschen Gesandten in Brüssel vom 2. Mg • »Der Kaiserlichen Regierung liegen zuverlässige Nachrichten über einen beabsichtigten Aufmarsch französischer Streitkräftc an der Maas-Strecke Givet-Namur vor; sie lassen keinen Zweifel über die Slbsicht Frankreichs, durch belgisches Gebiet gegen Deutschland vorzugehen. Die Kaiserliche Nc- grerung kann sich der Besorgnis nicht erwehren, daß Belgien trotz besten Willens nicht imstande sein wird, ohne Hilfe den französischen Vormarsch mit so großer Aussicht auf Erfolg abzuwchren, daß darin eine ausreichende Sicherheit gegen die Bedrohung Deutschlands gefunden werden kann. Es' ist ein Gebot der Sclbstcrhaltung für Deutschland, dem feindlichen Angriff zuvorzukommcn. Mit größtem Bednuern würde es daher die deutsche Regierung erfüllen, wenn Belgien einen Akt der Feindseligkeiten gegen sich darin erblicken würde, daß die Maßnahmen seiner Gegner Deutschland zwingen, zur Gegenwehr doch seinerseits belgisches Gebiet zu betreten. Um jede Mißdeutung auszufchließen, erklärt die Kaiserliche Negierung folgendes: 1. Deutschland beabsichtigt keinerlei Feindseligkeiten gegen Belgien. Ist Belgien gewillt, in dem bevorstehenden Kriege Deutschland gegenüber wohlwollende Neutralität cinzunchmcn, so verpflichtet sich die deutsche Regierung, beim Fricdens- schluß den Be s i tz st a n d und die Unabhängigkeit des Königreichs in vollem Umfange zu garantieren. 2. Deutschland verpflichtet sich unter obiger Voraussetzung, das Gebiet des Königreichs wieder zu räumen, sobald der Friede geschlossen ist. 3. Bei einer freundschaftlichen Haltung Belgiens ist Deutschland bereit, im Einvernehmen mit den belgischen Behörden alle Bedürfnisse seiner Truppen gegen Barzahlung mizukaufen und jcdcn Schaden zu ersetzen, der etwa durch deutsche Truppen verursacht werden könnte. Sollte Belgien den deutschen Truppen feindlich entgegcntreten, insbesondere ihrem Vorgehen durch Widerstand an den Maas-Befestigungen oder durch Zerstörung von Eisenbahnen, Straßen, Tunnels oder sonstigen Kunstbauten Schwierigkeiten bereiten, so würde Deutschland zu seinem Bedauern gezwungen sein, das Königreich als Feind zu betrachten. In diesem Falle würde Deutschland dem Königreich gegenüber keine Verpflichtungen übernehmen können, sondern müßte eine s p n t c r c Regelung der Verhältnisse beider Staaten zueinander einer Entscheidung durch die Waffen überlassen. Die kaiserliche Regierung gibt sich der bestimmten Hoffnung hin, daß diese Eventualität nicht cintrcten, sondern daß die belgische Regierung die geeigneten Maßnahmen zu treffen
