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Nr. 92. Donnerstag, 21. April 1938.
86. Jahrgang.
als «Mw-MW.
Feierliche Welt-Uraufführung in Anwesenheit Mitternacht am Wilhelmsplatz.
as. Berlin, 21. April. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Den feierlichen Ausklang des Führergeburts- tages, den zum erstenmal das ganze grosse Deutsche Reich in tiefer Freude gemeinsam feiern konnte, bildete die Uraufführung des großen Olympiafilmes, der das dramatische Geschehen der Augusttage 1936, als die beste Sportfugend von 51 Nationen in der Reichshauptstadt um den Sieg rang, zu einem packenden Epos gestaltet. Der Führer selbst hat diesen Film in Auftrag gegeben und er hat chn — schon damit die Bedeutung dieses großen von Leni Riefenstahl -geschaffenen Filmwerks unterstreichend — gestern an seinem Geburtstag abgenommen. Dieser Film, der sich in die zwei Abende füllenden Teile „F e st der Böller" und ^Fest der Schönheit" gliedert, di« Aestern beide gezeigt wurden, künftig aber einzeln laufen und tn der üblichen Progvammfolge der Filmtheater nacheinander eingesetzt werden, ist keine bloße Aneinanderreihung der großen olympischen Sportkämpse. Er ist vielmehr ein künstlerisches Werk von klarer Form und mitreißender Dynamik. Die gestrige Ausführung in Anwesenheit des Führers, der vor dieser Aufführung dem Reichssportführer Staatssekretär von Tschammer und 2 st e n in Anerkennung seiner Verdienste um den deutschen Sport das goldene Ehrenzeichen der NSDAP, verliehen hatte, gestaltete sich zu einem glanzvollen Ereignis, dem alles beiwohnte, was Rang und Würde besitzt.
Der Bedeutung des Tages und des Filmwerkes entsprechend war das Uraufführungstheater, der Ufapalast am Zoo, von dem Wiener Architekten Franz Pischer festlich aus- geichmückt worden. Zwei hohe, wuchtige, mit goldenen Siegeskranzen geschmückte Türme bildeten den Eingang, während die lange Front des Theaterbaues in großen Bildern mit Fahnenbändern und den olympischen Ringen von dem „Fest der Völker" kündete. Der große Saal war mit grünen, von gelben Frühlingsblumen durchwirkten Girlanden geschmückt und vor der Mittelloge war die Fübrerstandarde angebracht. Der F2 h re r, dem schon auf der Fahrt von der Reichskanzlei zum llfapalast begeisterte Kundgehungen daraebracht wurden, war als er dem' Theatersaal betrat, Gegenstand herzlicher, langanhaltender Ovationen. Als der erste Teil des Olympiafilmes vorüber war, brach ein Sturm des Beifalls los und auch der Führer klatschte Leni Riefenstahl herzlich Beifall. Während der Pause empfing der Führer im Vorraum des Ranges die anwesenden deutschen Olympiasieger und unterhielt sich angeregt mit ihnen und mit Leni Riefenstahl. Dann begann der zweik Teil „Fest der Schönheit" und auch dieser Film, genau so stark im Eindruck und in der Wirkung, riß die Zuschauer mit. so daß es am Schluß einen Beifallssturm gab, der allen Besuchern aus ehrlichem Herzen kam.
Als der Führer nach Mitternacht vom Ufapalast am Zoo in die Reichskanzlei zurückkehrte, erwarteten ihn am Wilhelmplatz wiederum Tausende begeisterter Berliner, di« ihm zum Abschluß dieses Tages noch einmal zujubeln wollten. Tatsächlich war den ganzen Tag hindurch der Wilhelmplatz nicht leer geworden, wie auch der A n - sturmzuden Einzeichnungslisten den ganzen Tag hindurch angehalten hatte. Betriebe waren geschlossen heranmarschiert, um auf diese Weise dem Führer ihre Treue und Dankbarkeit zu bekunden und Jugend und Alter hatten sich bei der Einzeichnung in di« Liste immer wieder abgelöst.
des Führers. — Der Ausklang des 20. April.
Als der Führer kurz vor Mitternacht zurückkehrte, fühlten sich di« Wartenden belohnt. Di« Begeisterung kannte keine Grenzen und als der Führer den Balkon der Reichskanzlei betrat, da schallte ihm ein einziger Sturm des Jubels entgegen. Langsam nur leerte sich nach Mitternacht auf die ständigen Aufforderungen und Bitten der Abfperrmann- schaften hin der Wilhelmplatz.
Starker Eindruck der großen Paraden in Berlin und Wien.
London, 21. April. (Funkmeldung.) Die Londoner Morgenpresse bringt Berichte über die feierlichen Veranstaltungen im ganzen Eroßdmtschen Reich aus Anlaß des Geburtstages des Führers. Die Blätter heben dabei das glanzvolle militärische Schauspiel der großen Parade in Berlin vor dem Führer, insbesondere aber auch die Parade vor dem Heldendenkmal in Wien, hervor.
Die „T i m e s“ gibt in ihrem Bericht ein anschauliches Bild der großen Wehrmechisparade in Berlin, wobei sie sich von der weiteren Vervollkommnung der motorisierten Einheiten stark beeindruckt zeigt. Das Blatt berichtet dann weiter über die Uraufführung des Okympia-Films in Anwesenheit des Führers und erklärt, es handele sich hierbei um das erste erfolgreiche Unternehmen, einen Film über ein gewaltiges sportliches Ereignis zu schaffen.
Paris, 21. April. (Funkmeldung.) über die festlichen Veranstaltungen in der Reichshauptstadt am Geburtstag des Führers veröffentlicht die Pariser Morgenpresse zum Teil Agenturmeldungen, zum Teil Stimmungsbilder ihrer Berliner Berichtttstarter. Ausführlich berichten die Blätter über die große Wehrmachtsparade vor dem Führer, wobei sie sie Begeisterung der Massen hervorheben. Es folgen bann Schilderungen der Iub« kstürme vor der Reichskanzlei und Berichte über die zahllosen Geschenke und Spenden, mit denen deutsche Volksgenossen aus allen Gauen ihrem Führer Beweise der Liebe und Verehrung darbrachten. Die Rede, die der Stellvertreter .des Führers bei der feierlichen Vereidigung der neuen Hoheitsträger der Bewegung auf dem Königlichen Platz in München gehalten hat, wird in längeren Auszügen wiedergegeben. Die Blätter schließen mit einem kurzen Bericht über die Berliner Uraufführung des Olympia-Films in Anwesenheit des Führers.
„Der Führer hat das deutsche Volk erobert."
Amerikanische Pressestimmen.
New Port, 21. April. (Funkmeldung.) Die New Porter Morgenpresse berichtet in großer Aufmachung über den Geburtstag Adolf Hitlers und die Feiern in Deutschland. „Mw Port Times" schildert ihren Lesern die begeisterten Huldigungen der Berliner Bevölkerung und erklärt, diese Ver- ehrung für den Führer beweise abermals eindrucksvoll, daß Adolf Hitler das deutsche Volk innerhalb und außerhalb des Reiches erobert habe, wie wohl noch me ein Deutscher vor ihm.
Daladier hat Eile.
* Wir finden es durchaus nicht verdächtig, und haben gewiß nichts dagegen einzuwenden, wenn Daladier und sein Außenminister Bonnet so große Eile an den Tag legen, um. dem englischen Beispiel. folgend, das politisch- diplomatische Feld zwischen Frankreich und Italien zu bereinigen. Es wird jetzt bereits von einem Lorabkommen gesprochen, das noch in den letzten Tagen dieses Monats unterzeichnet werden könnte. Daladier weiß wohl, warum er die Dinge so beschleunigt vorwärts treiben will. Die letzte Abstimmung in der Kammer hat ihm weitAhende Handlungsvollmachten gegeben, und er muß darnach trachten, von ihnen Gebrauch zu machen, ehe diese Mehrheit wieder zusammenschmilzt, was selbstverständlich kommen muß, da die politischen Gruppen sowohl rechts wie links von ihm sich bei ihrer Entscheidung zunächst nur von parlamentarisch-taktischen Gesichtspunkten leiden ließen.
Es kann nicht wunder nehmen, daß die marxistischen Organe der Volksfront gegen die Bestrebungen der neuen französischen Regierung kräftig zu Felde ziehen. Das Gewerkschaftsblatt „Peuvle" spricht von einer „Abdankung Frankreichs" und die kommunistische „Humanitö" von einer italienisch-englischen „Erpresiung". Es kann unter Umständen nicht ausbleiben, daß die marxistischen Parteien ihre Angriffe so bald wie möglich auch im Parlament eröffnen und dadurch die Regierung vor die entscheidende innenpolitische Frage stellen, ob sie endgültig mit der Idee der Volksfront brechen und ihre Mehrheit durch Erweiterung des Kabinetts nach rechts hin in den Reiben der bisherigen Opposition suchen soll.
Jedenfalls: was die Marxisten beider Schattierungen leidenschaftlich bekämpfen, das kann uns nicht verdächtig sein. Wenn wir es für die Sicherung des europäischen Friedens als eine unbedingte Notwendigkeit anfehen, daß die Achse Berlin — Rom und die Entente London — Paris parallel geschaltet werden, so ist es nicht entscheidend, von welchen Punkten aus der Anfang gemacht wird. Wir möchten gerne die Auffasiung des „Daily Telegraph" teilen, nach der die Bemühungen Daladiers den Eindruck vermitteln sollen, daß sich ein völliger Umschwung in der politischen Atmosphäre Europas vorbereite.
Ganz so schnell, wie es sich die eifrigsten Befürworter der französifch-italienischen Aussöhnung vorstellen, wird es ja sowieso nicht gehen. Man kommt tn Paris und in London eben doch immer noch nicht völlig von der Genfer Ideologie weg und hält es nach wie vor für notwendig, aus formalen Gründen den Genfer Mechanismus im Hinblick auf die Anerkennung des Imperiums einzufchalten. Es sieht allerdings wirklich etwas komisch aus. wenn demnächst am Genfer See beschlofsen werden soll, daß die Mitgliedsstaaten die Freiheit haben, dem früheren grundsätzlichen Beschluß des Genfer Vereins praktisch auf eigene Faust zuwider zu handeln. Aber es ist die Sache der anderen, ob und wie sie diesen diplomatischen Saltomortale ausführen wollen.
Für uns bleibt eines wesentlich, daß wir der unbedingten Loyalität Italiens in diesen Zusammenhängen gewiß sein dürfen. Diese Überzeugung wird bestätigt durch die Art und Weise, mit der ein Virginio G a y d a mit den bisherigen französischen Svekulationen in Mitteleuropa und gegenüber Österreich abrechnet. In unbedingt einleuchtender Weise zeigt der italienische Offiziosus auf, warum die französischen Kombinationen im Hinblick aus den vermeindlichen österreichischen Konfliktsstoff vollkommen in die Irre führen mußten. In England scheint man es ausgegeben zu haben, sich trügerischen Hoffnungen nach dieser Richtung binzugeben. Es ist bezeichnend, das ausgerechnet der „Daily Herald" in großer Aufmachung berichtet, daß Ehamberlain nach wie vor den Gedanken an deutsch-englische Verhandlungen im Auge bebalte, und daß ihn die letzten Ereignisse ebenso wie seinen französischen Kollegen Daladier noch in dem Glauben verstärkt hätten, daß eine Verständigung mit Deutschland wünschenswert und notwendig sei. 3m Bewußtsein des großen politischen Sieges der letzten Wochen, unserer politischen Machtstellung und unserer unerschütterlichen Freundschaft mit starken
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Die festliche Uraufführung des Olympia-Films in Berlin.
Am Abend des 20. April, dem Geburtstag des Führers, fand im Ufa-Palast am Zoo in Berlin in Anwesenheit Adolf Hitlers die festliche Uraufführung des von Leni Riefenstahl gestalteten Films von den Olympischen Spielen Berlin 1936, .Olympia", itati. — Wck in die Führerloge. Neben Adolf Hitler die Reichsminister Dr. Goebbels und Funk. (Scherl-Wagenborg-K.)
Auch in Wien große Eeburtstagsparade.
Auch in der Landeshauptstadt Wien krönte eine große Parade der Wehrmacht, die der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe V, General der Infanterie List, gegenüber dem Ehrenmal abnahm, die Veranstaltungen anWlich des Geburtstages des Führers. — Eine Panzerabteilung paff irrt auf der Anfahrt zur Parade das Parla- mentsgebäude (links). (Scherl-Wagenborg-K.)
