Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener Tagblatt

Druck und Verlag: ,

Erscheinungszeit:

Nr. 91

Mittwoch, 20. April 1938,

86. Jahrgang

Wöchentlich

mit einer täglichen

--------Verlag:

8. edjenenbtrg'ldjc 6ofbnd>bniderei. ^tagblflti.ßans*. Fernsprecher-Lamm-t-Rr. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. PoftschetNonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

Squgipteile: Für eine «ezugszei: von 2 Wochen 94 Stuf., für einen Utonat R-lll. 2.- em- Iirn9toiL $Ur5 b,e ,$?**„bezogen RM. 2.36, zuzüglich 36 iHpf. Bestellgeld, ErnM. nummern 10 Ros. — Bezugsdesiellungen nehmen an: bet 'Serlag. bte Ausaabeitellen die aUe X Oikonstalten. — Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aui Rückzahlung des Bezugsvreifes.

Anzeigenpreise: Ein Mulimeter Höhe der 22 Miuirneler breiten Spalte im Anzeigenteil Grund- preis 7 9lpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Wertteil 60 «pf., lonlt laut Preisliste Nr. 5 Nachlaß staffel B. - Für bte Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen unb PlLneii wird leine Gewähr übernommen. - Schluß bet Anzeigen. Annahme 9>/i Uhr oormtttaas wrößere Anzeigen müden spätestens einen Tag vor bem Erscheinungstage aufgegeben werden.

6 . Werktäglich nachmMag,.

a Sefchästszeit: SUhr morgen» t»s 7 Uhr abends autzerSonn-u. Feiertags

Nnterhnitungsbeilage. Berliner Büro: Berlm-Wümersdori.

75 Millionen Deutsche gratulieren

Kill Feiertag der ganzen Nation.

* Von Glück und Freude erfüllt, spricht heute die ganze Nation, das neue, große Deutsche Reich, dem Führer Glück­wunsch, Treue und Dank anläßlich seines Geburtstages aus. Ein Freudentag des gesamten deutschen Volkes, ein Tag der Freude aber auch des Führers selbst. Wie ost haben wir in den Wochen nach dem historischen 13. März aus den Worten des Führers seine heiße Liebe für die engere Heimat Österreich gefühlt und sein großes Sehnen nach der Wiedervereinigung dieses deutschen Landes mit dem Reich empfunden, ein Sehnen, das den Führer immer begleitet hat. Wir waren ergriffen von der Größe dieser Heimatliebe, von der Kraft dieses Sehnens, das vereint mit dem ewigen Wunsche der alten Ost­mark und auch des Deutschen Reiches durch Adolf Hitler zum Ziel geführt wurde. Österreich wurde frei. Deutsch­land groß, ein Volk aber wurde geeint! Hat je ein Staatsmann einem jeden seines Landes so nahegestanden, wie Adolf Hitler, genoß je ein Politiker solch unerschütterliches, einmütiges Vertrauen, eine solche Verehrung, ja Liebe, wie sie in den letzten Wochen im alten Reich«, als auch im Lande Österreich immer wieder zum Ausdruck kamen? Die gewal­tigen, von felsenfester Treue getragenen Kundgebungen und schließlich die feierliche Abstimmung, redeten eine Sprache, die eine ganze Welt in Staunen setzte.

Schon am gestrigen Vorabend trugen zahllose riesige Hohenfeuer im Lande Österreich die Kunde weithin in das Land daß die Deutsch-Österreicher in Liebe und Dankbarkeit -en Geburtstag des Führers miterleben. Wie im Altreich so stnd im Lande Österreich Städte und Dörfer festlich geschmückt. In vielen Gemeinden wurden heute Hitler-Eichen in kleinen Feiern m die befreite deutsche Erde gepflanzt. In den Earuison- stadten fanden Paraden statt und ebenso wird überall die stierliche Vereidigung der Politischen Leiter, Walter und Warte der Bewegung übertragen, die in München der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, vom Königlichen Platz aus vereidigt: eine Feier, die in allen deutschen Gauen den Abschluß des Ehrentages des Führers bildet.

. Naturgemäß richten sich die Blicke heute in erster Linie aur B e r l i n, wo der Führer seinen Geburtstag verlebt, schon zu mltternächtlicher Stunde hatten sich wieder vor der Reichskanzlei viele Tausende eingefunden, die als erste dem Führer ihre Glückwünsche zurufen wollten. Punkt 12 Uni nachts erscholl vieltausendstimmig der Ruf: Wir gratulieren. Roch aber blieben alle Fenster der Reichskanzlei verrmnkelt. Sprechchöre riefen immer neue Verse zu den Fenstern hinaus, Blumensträuße wurden geschwenkt, Lieder und die nationalen Hymnen wurden angestimmt. Dann, etwa eine Viertelstunde nach Mitternacht, öffnete sich plötzlich die Tür zu dem historischen Balkon und ein einziger Jubelschrei begrüßte den Führer, der freudig lächelnd die Huldigungen der Berliner entgegennahm. Dann wurde die Eingangstür zur Reichs- kanzlei geöffnet und die Gratulanten dursten ihre Blumen­sträuße in der Vorhalle abgeben.

- der Feier am Geburtstag des Führers

selbst biwete wiederum die große Parade, die von schönem Wetter — der Tag brach reichlich kühl, aber klar mit Sonnenschein an — begünstigt war. Sie fand diesmal nicht vor der Technischen Hochschule, wie in den Vorjahren statt da die Bauten an der Ost-West-Achse noch im Gange sind, sondern

Lrnden vor der Universität. Hier war eine 120 Meter lange Tribüne errichtet worden, die vor dem

Dor Führer nimmt Dio......

Berlin, 20. April. (Funkmeldung.) Um 9 Uhr vormit­tags mchm der Führer rn der Reichskanzlei die Glück­wünsche ferner militärischen Adjutanten, der Herren ferner näheren Umgebung und deren Kinder ent- Mgen. Kurz darauf überbrachten der Reichsminister Dr. Goebbels mit seinen Kindern, Reichsminister Graf ® ch werrn-Krosigk, der ebenfalls von seiner Familie begiertet war, Rerchsminifter Dr Frick, Reichsminister Dr. Lammers, der Präsident des Geheimen Kabinettsrates

" o "Neurath Staatsminister Meißner, Reichs- p^stechef Dr. Dietrich, Staatssekretär Hanke, Staats­sekretär Serwralforfttneister Alpers und der braun­schweigische Ministerpräsident Klagges ihre Glückwünsche. , Der Reichsfuhrer ff Himmler, der mit einer Reihe hoher ff-Fuhrer, unter ihnen Reichsminister Darr«, der Führer der Leibstandarte „Adolf Hitler", ff-Obergruppen- Mrer Sepp Dietrich, General Dalnege, ff-Oberaruppen- fnhrer Lorenz und die ff-Gruppenführer Heydrich, Wolf und

grogen Portal, der Universität, von dem mit Girlanden um- kranzten Podest unterbrochen wurde und von dem aus der Führer den Vorbeimarsch der Truppen abnahm. Auf der anderen Seite der Linden, der Universität gegenüber, flankierten zwei mächtige Tribünen die Staatsoper. Ins­gesamt konnten etwa rund 5000 Menschen von den Tribünen aus die Parade verfolgen. Die Linden, vor allem die Universität, die Staatsoper und die anderen Gebäude am „Paradeplatz" hatten besonderen Festschmuck angelegt.

Schon frühzeitig setzte der Zustrom der Berliner 3u den Linden und zum Regierungsviertel ein. . W .?? Truppenteile, die an der Parade teilnahmen, traten U^Wltlg zur Aufstellung an. Sie wurden auf ihrem An­marsch von dem Bubel der Berliner, die sich auf dem Wege zu ihren Arbeitsstätten dieses militärische Schauspiel nicht entgehen ließen, herzlich begrüßt. Etwa 9500 Offiziere und

■ ^~n, unter ihnen ein Bataillon ehemaliger öster- relchlscher.Infanterie aus Linz und eine Abteilung ehemaliger österreichischer Artillerie aus Wien, nahmen mit ihren Fahr- zeugen und Gespannen Aufstellung, um dann an ihrem Obersten Befehlshaber oorbeizuziehen. Aber noch bevor die Stunde gekommen war, in der der Führer die Reichskanzlei verließ, um die Parade-Aufstellung der Truppen abzufahren, wurden ihm immer wieder von den Tausenden, die auf dem Wilhelms- Platz zusammengeströmt waren, begeisterte Kund- gebungen bereitet und ihm so immer wieder die Eeburts- tagswunsche der Berliner und damit die Eeburtstags- wunsche der 75 Millionen Deutschen übermittelt.

Die Londoner Presse würdigt den Geburtstag des Führers. London, 20. April. (Funkmeldung.) Die englische Morgenpresie vom Mittwoch berichtet bereits über den Vor­abend des Geburtstages des Führers und über die Vorbereitungen zur würdigen Ausgestaltung dieses Feier­tages des ganzen deutschen Volkes.

Die „T i m e s" bri>ngt einen ausführlichen Ber­lin e r B e r i ch t, in besten Mittelpunkt die über alle Sender an das,deutsche Volk gerichtete Ansprache des Reichs­mini st e r s Dr. Goebbels steht, die von dem englischen Blatt in einem ausführlichen Auszug wiedergegeben wird. Abschließend folgt eine Schilderung der erhebenden Feier- stunde in der festlich geschmückten Geburtsstadt des Führers in Braunau am Inn, wo nach einem Fackelzug durch die mit freudig bewegten Menschen besetzten Straßen alle Gliede­rungen der Bewegung auf dem Adolf-Hitlor-Platz auf­marschierten, um den ergreifenden Worten Dr. Goebbels zu lauschen. Der „Daily Telegraph" weist in seinem Bericht besonders auf die bem Führer gerade an seinem Geburtstage immer wieder in so übergroßer Zahl zugehenden Beweise der Liebe und Verehrung des ganzen deutschen Volkes hin, deren sichtbare Zeichen in einer ungeheuren Zahl von Geschenken aller Art beständen. Die Blätter berichten ferner über die Vorbereitungen für die am heutigen Vormittag stattfindenbe große Parade vor dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht.

Die große Parade vor dem Führer

Der Aufmarsch der Truppenverbände.

Berlin, 20. April. (Funkmeldung.) Gegen 9 Uhr hielten die ersten Truppenverbände ihren Einzug in die Innen­stadt. Rach genau festgelegtem Plan vollzog sich der Aufmarsch der kilometerlangen Kolonnen. Bürgersteige und Fenster waren dicht besetzt mit jubelnden Menschen, die den ein- ziehenden Truppen ein herzliches Willkommen zuriefen.

s. $S^-r,cnö Sjpf® -er Reichskanzlei der Spielmannszug “n£, -Nustkzug der SA.-Standarte Feldherrnhalle konzertierte, hatten sich auf dem Wilhelmsplatz viele tausende von Volks- genosten eingefunden. Immer wieder klangen Sprechchörc auf: „Führer, wir gratulieren!"

.. 10 Uhr branden brausende Heilrufe empor. Der

Führer ist in Begleitung von Stabschef Lutze und SA.- 5 -lOtuppenfüIjrer Brückner vor dem Eingangsportal der Reichskanzlei erschienen, um den Vorbeimarsch der SA.-Standarte Feldherrnhalle abzunehmen. Tau- stn2 Riann der verschiedenen Sturmbanne aus dem ganzen Reich, unter Führung von Gruppenführer Reimann, haben feldmarschmäßig ausgerüstet, in der Wilhelmstraße Aufstelluna genommen. Schmetternde Marschmusik — und in exakten ©hebern, schnurgerade ausgerichtet — marschieren die braunen Bataillone im Stechschritt am Führer vorbei. Wieder tönt der Hubel der Zuschauer auf; ein prachtvoller Auftakt zu dem großen militärischen Schauspiel der kommenden Stunde.

Auf dem Paradeplatz.

Marschmusik hallt die Linden entlang. Die Wehrmachts- abterlungen, Infanterie, Kavallerie, motorisierte Verbände, rucken zum Sammeln vor der großen Parade an. Es ist 10 Uhr. Eben noch zogen die Kompanien eines Jnfanteriebataillons mit wehenden Fahnen an der Friedrich-Wilhelm-Universität vorüber, da b:egt aus der Dorotheenftraßen auf Rappen und Braunen Kavallerie ein. Zugleich nahen vom Brandenburger- tor mit klingendem Spiel Abteilungen der Luftwaffe.

Uber den Platz, den das grüne Dach der prächtigen alten Rundkirche beherrscht, eilen die E h r e n g ä st e zu den beiden

loinor Msrdsitor entgegen.

Schmitt, erschien, überbrachte dem Führer einen Ehren­de g e n als Geschenk.

..., Stabschef Lutze, der von seinem Adjutanten, Gruppen- fuhrer Reimann, begleitet war, überbrachte dem Führer mit den Glückwünschen der SA. einen metallenen Schrein in Form eines Mahnmals, der die Bilder und Namen samtlicherEefallenender Bewegung enthält.

Eine große Zahl von Kindern drückte dem Führer ihre Glückwünsche in Versen und Sprüchen aus.

Um 9.35 Uhr begab sich der Führer in den Hof der Reichs­kanzlei, wo der Spielmanns- und Musikzug der ff-Standarte Feldherrnhalle spielte.

Am Vorabend des Geburtstages hatten bereits Reichs- mi.nlster Funk und Rerchsleiter Amann dem Führer ihre Glückwünsche ausgesprochen.

Tribünen, die sich gegenüber der Universität und gegenüber dem Zeughaus Unter den Linden erheben: ausländische Militär­attaches neben Generälen der alten Armee, SA.» und ff-Führer, Seeoffiziere. Auf dem schönen Platz, auf dem von der Staatsoper, der Kathedrale, der Reuen Aula, die Fahnen des Reiches herabgrüßen, herrscht noch buntes Leben, während jenseits der großen Haupttribüne schon alles in peinlicher Ordnung erstarrt ist.

Vor dem Hellen und feierlich geschmückten Universitäts­gebäude haben Offiziere aller Waffengattungen der Wehrmacht des Reiches Aufstellung genommen. Die Fangschnüre und Feldbinden leuchten festlich. Rechts daneben, vor dem Ehrenmal, präsentiert der Doppelposten unermüdlich. Wagen der Stäbe hasten vorbei. Dann schimmert es weiß wie Schnee drüben am Denkmal Friedrichs des Großen: Mit ihrer hellblauen Fahne marschiert in Paradeuniform die Kriegs­marine heran. Jetzt marschieren sie auf gleicher Höhe wie die Kameraden im feldgrauen Rock auf der südlichen Bahn der Linden, rücken hinüber zum Dom.

Den Lustgarten füllen nun bis hinüber zum Schloß und dem Nationaldenkmal die verschiedensten Truppenteile, bereit, vor dem Obersten Befehlshaber in Parade zu marschieren.

Der Führer kommt.

Die Menge vor der Reichskanzlei steht in dichten Mauern Schulter an Schulter, um dem Führer ihre Huldigungen dar- zubringen. Ununterbrochen klingen die Sp r e ch ch ö r e.

Eeneralfeldmarschall Göring und Reichsminister Dr. Goebbels werden auf ihrer Fahxt zur Reichskanzlei mit lauten Heil-Rufen begrüßt, die sich zu stürmischen und leidenschaftlichen Kundgebungen der Freude steigern, als wenige Minuten vor 11 Uhr der Führer die Reichskanzlei verläßt. Der Jubelsturm pflanzt sich wie eine einzige brandenae Woge fort, als die Wagenkolonne des Führers durch das fest­gefügte Spalier der Massen dem Paraüeplatz zufährt.

Die freudig erregte Menge, die in dichten Mauern an der hi st arischen Pracht st raße der Reichshauptstadt seit dem frühen Morgen Aufstellung nahm, ist in Erwartung. Ein Sturm von freudigen Stimmen hat sich in der Ferne erhoben und nähert sich schnell. Da klingt mit einem Schlage schmetternd der Präsentiermarsch auf. Ein Meer von Händen reckt sich hoch: Der Führer fährt grüßend heran. _ Im Wagen seine militärischen Adjutanten: Major Schmundt, Korvettenkapitän von Puttkammer, Hauptmann von Below und Hauptmann Engel.

Es folgt der Wagen des Generalfeldmarschalls Göring, hierauf Generaladmiral Roeder, sofort hinterher der Wagen mit Generaloberst von Brauchitsch, bann General der Artillerie Keitel.

Der Führer fährt sofort zur Besichtigung der Parade­aufstellung. Als er zum Schloß zurückkommt, fährt sein Wagen quer über die sandbestreute Mittelbahn zur Führer» t r i b ü n e vor der Universität.

Mit Generalfeldmarschall Göring begibt siib der Führer, während begeisterte Iubelrufe die ganzen Linden entlang schallen, vor das Portal. Die Wache steht vor dem Ehrenmal. Um 11.15 Uhr betritt der Führer die Tribüne.

Die Parade.

DieerstegroßeParade zum Geburtstag des Führers nach der Schaffung des Großdeutschen Reiches beginnt. Der Kommandeur der Parade, Generalleutnant Frei­herr von Dalwigk-Lichtenfels, stellvertretender