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Wiesbadener Tagblatt

Erscheinungszeit:

86. Jahrgang.

Freitag, 1. April 1938,

Nr. 77.

(Hn Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund. ^,r 9r»nf h^ ss rnämeter breitm Spalte im Tertteil 60 Rpf., lonst laut Pr-.sltst- Nr. 5. CJ, p _ oifir die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen

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Unterhaltungsbeilage. ______________________________

Gau Hessen-Nassau gelobt:

Ml, mit Wien ölt, mit Wen M öeinet Int! Frankfurts herrlichster Tag. Hunderttausend« huldigten dem Schöpfer Grobdeutschlands. Ein Meer von Jubel und Fahnen. Bollsvotum von elementarer Wucht.

Nur noch 45 Kilometer vom Mittelmeer entfernt

So wird das ganze Reich am IV.April abfttmmen

Barcelona erneut zur Übergabe aufgefordert.

Bilbao, 31. März. Auch am Donnerstag setzten die nationalen Truppen auf der rund 300 Kilometer b r e i t e n F r o n t, die sich von den aragonesischen Pyrenäen östlich von Saca bis in den Norden der Provinz Castello hinzieht, ihren Vormarsch fort.

Während die Kolonnen im .Südaragon eine Stellung nach der anderen erobern, drangen die Navarra-Brigaden

Der Führer im Gespräch mit dem Gauleiter.

(Aufn.: Schneider K.)

war. Die Tatsache, daß alle Stimmberechtigten zur rechten Zeit verständigt werben konnten, stellt einen beachtlichen organisatorischen Erfolg der Ortsgruppe der NsDAP. in Bilbao und ihres Orgänisationsleiters dar.

Der SchulkreuzerEmden" lief um 17 Uhr unter Len Klängen der Nationalhymnen und unter den brausenden «icg- Heil-Rusen von mehreren hundert Deutschen wieder aus.

Das geeinte Reich anerkannt.

Umwandlung der Wiener jugoslawischen Gesandtschaft in ein Generalkonsulat.

Berlin, 31. März. Die hiesige königlich jugoslawische Ge­sandtschaft hat dem Auswärtige« Amt mitgeteilt, dah ihre Regierung beschlosieu habe, die jugoslawische Gesandtschast in Wien auszuheben und beabsichtige, dort ein Generalkonsulat zu errichten.

noch einmal laut auf, als der Gauleiter den Führer als den Einiger Deutschlands begrüßte.

Wieder setzte der gewaltige Jubel ein, der gren Z en - kose Begeisterungssturm, der mitreißende unwider­legbare Ausdruck des tiefsten Vertrauens, der herzlichsten Zu- (Fortsetzung auf Seite 3).

Hundert vom HundertJa".

Bilbao, 31. März. Die erste Wahlabstimmung für das wiedervereinigte Reich fand am Donnerstag an Bord des SchulkreuzersEmden" im Hafen von Bilbao statt An der Abstimmung nahmen die in Bilbao und der ncheren und weiteren Umgebung wohnenden Deutschen und Deutschösterreicher sowie die Besatzungen der zur Zeit in Bilbao liegenden deutschen Handelsschiffe teil. Es wurden weit über 400 Stimmen abgegeben, die Hundert vom Hundert aufJa" lauteten.

Die Wahlbeteiligung betrug auf Grund der Abstimmungs­listen ebenfalls Hundert vom Hundert. Auch die Kranken, darunter eine 76jährige Greisin aus Österreich, waren er­schienen. Mehrere Volksgenossen hatten den 250 Kilo­meter weiten Weg von Burgos nach Bilbao zurückgelegt. Andere kamen aus Ditoria und noch entfern­teren Orten. .. , .

Der Wstimmungserfolg ist umso denkwürdiger, als der Abstimmungstermin erst am Mittwoch angekündigt worden

nördlich von Laspe nach Säuberung des Nonaspe-Geblrges bis Batea vor und erreichten an der Straße CafpeGaudesa Stellungen, die noch 50 Kilometer vom Mittelmeer bzw. 15 Kilometer von Eaüdesa entfernt, liegen. Die Legionärsformationen im Abschnitt von Alcanrz stießen bis zur Grenze der Provinz Taragona vor. Nordöstlich von n-eruel wurde der Vormarsch in das Innere der Provinz Castellon fortgesetzt und Monroho eingenommen. Nach heftigen Kämpfen im Marcos-Gebirge und im Menadella- Gebirge wurden zehn Kilometer vor Morelia Stellungen bezogen von denen aus in etwa 45 Kilometer Ent­fernung das Mittelmeer bereits zu sehen ist. 3m mittleren Abschnitt konnte durch Säuberung der Hauptstraße HuescaLeridaVinefar und das Pennarroya-Gebirge bis südlich von Binazet und die Nordsüdverbindung Monzon- Fraga völlig frei gemacht werden. _

Die nationalen Flieger, die fortgesetzt die Bewegungen der Bolschewisten in ihrem Hinterland beobachten, warfen über Barcelona Millionen von Flugzetteln ab, in denen unter Hinweis auf das sozialpolitische Programm und die Aufbaupläne General Francos die bolschewistischen Macht­haber erneut aufgefordert wurden, dem sinnlosen Wider­stand endlich aufzugeben .

Roter Flüchtlingsstrom nach Frankreich.

Paris, 1. April. (Funkmeldung.) DerPetit Parisien" läßt sich von seinem Berichterstatter in Luchon melden, Lag eine ganze rotspanische Division, die nördlich von Terida von den Franco-Truppen geschlagen wurde, durch das Aran-Tal nach Frankreich geflüchtet sei. Die 3^1 der Milizen, die sich bereits auf französischem Boden befanden, betrage nach den ersten Erkundigungen u n g e f a h r d 0 o u.

Die Massenflucht der spanischen Bolschewisten auf französisches Gebiet hält an.,Siundlich treffen neue Bolfche- wistenhorden an der spanisch-franzofischen Grenze em,

Die Weihestunde in der Festhalle.

Die große, etwa 20 000 Personen fassende Festhalle ist schon in den ersten Nachmittagsstunden bis auf den aller­letzten Platz besetzt. Freude und Zuversicht liegen au, den Gesichtern all dieser Menschen, die den Führer erwarten und aus seinem Munde die Parole zum 1 P,1 * *,0?cn

wollen. Von der großen Kuppel hangen Riesenfichnen des Dritten Reiches. Die Galerien sind mit rotem Tuch um­kleidet, über der Ehrenloge ist auf rotem Samt das silberne Hoheitszeichen ang^racht, und gliche Spruchbänder tunken von den Taten des Führers und von der ^reue semes Volkes.

Einzug der Standarten und Fahnen.

Unter dem Jubel der in der Festhalle versammelten Massen erfolgte um 19.40 Uhr der Einmarsch der Standarten und Fahnen der Bewegung und ihrer Gliederungen sowie des Heeres und der Luftwaffe. Während die Feldzeichen auf den hohen Treppen zu beiden Seiten der Ehrentribüne Aufstellung nahmen, rückten vier Kompanien des Heeres und eine Kompanie der Luftwaffe sowie die Ehren­formationen der Parteigliederungen in die Gange em, die bisher im Parkett der Halle zwischen den Sitzreihen noch ,tet= gehalten waren. Symbol der beiden Säulen, auf denen das Reich ruht. Um 20 Uhr betrat Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger unter Beifallskundgebungen den Saal. Ihn begleiteten zahlreiche führende Männer der Partei, des Staates und der Wehrmacht.

Eröffnungsrede des Gauleiters Sprenger.

Der Gauleiter eröffnete die Kundgebung und gedachte zunächst derjenigen, die ihr Leben für Deutschland hinqeqeben haben, der Millionenopfer des Weltkrieges in Deutschland und im ehemaligen Deutschosterreich der Nationalsozialisten, die in Treue zu Volk, Hühner und Reich gefallen sind, und auch aller derer, die im Lebenskampf an ihren Arbeitsstätten ihr Leben für ihr Volk gelassen haben, insbesondere der Opfer, die das Bauungluck tn Frankfurt am Mittwoch forderte.

In einer Minute tiefen Schweigens ehrten die Zehn­tausende diese Helden.

I« seiner Ansprache gedachte der Gauleiter weiter all der Männer, die sich seit Jahrhunderten für den Gedanken der deutschen Einheit eingesetzt haben. Er erwähnte dabei besonders den Versuch der deutschen Einigung im Jahre 1848 als von Friesland bis Steiermark der Ru, erscholl: Ein Volk ein Reich!, als 20 österreichische Abgeordnete im Parla­ment in der Paulskirche saßen und als vom Süden her der Ausruf erging: Österreich mutz mit uns Jein und bleiben. Zwietracht im Innern und Feindschaft von äugen haben das deutsche Volk zerrissen, bis ein Mann aufstand, der Deutschlands Wiedergeburt und Aufstieg herbeisuhrte und das gesamte deutsche Volk endlich zusammenfchlotz.

Grenzenloser Jubel um den Einiger des Reiches

Nachdem der Gauleiter seine Rede beendet hatte, betrat der Führer die Halle. Die 20 000 Menschen sprangen von ihren Sitzen hoch und stimmten ein in die iauvel- rufc, die noch von draussen her zu hören waren. Sie grüßten Sen Führer, der mit seiner Begleitung auf der Ehrentribüne Platz nahm, in einer überwältigenden Leiden­schaft, die sich minutenlang in Siegheil-Rufen Luft machte. Der Beifallssturm der Massen wollte kein Ende nehmen. Er übertönte alle Anstrengungen der Musikkapelle, und er lebte

Im Banne des größten Deutschen.

Von Heinrich Karl Kunz.

Unvergesslich bleibt uns diese Stunde. Unsere Zeit ist schnellebig. Ereignisse von gewaltigen Ausmassen folgen ein­ander so kurzfristig, dass sie sich gegenseitiaverzehren. Nichts aber, das fühlen wir bis in den letzten Winkel unseres Be­wußtseins, wird je das Erlebnis überdecken, das uns die Gegenwart des Führers gab. E i n Dach wölbte sich über ihm und uns. Von einem Raum umschlossen. Wir suhlten die innere Mächtigkeit dieses einzigartigen Mannes, seine stolze Einfachheit. Die ganze Frankfurter Festhalle ein Schrei des Jubels, eine tausendfältige Huldigung. Und wie er sie hinnahm! Wie verlegen kann uns ein simples Lob machen. Hilflos stehen wir ihm gegenüber und lenken die Rede von uns ab. Weil wir das Lob persönlich beziehen, weil ,n uns die Eitelkeiten nicht erstorben sind. Der Führer aber, dem der Dank der Millionen entgegenschlagt, täglich, stündlich, nimmt ihn lächelnd hin. Welch eine Große setzt das voraus. Ein Mann stand vor uns, der die naturgegebenen Schwächen in sich niedergerungen hat und nur noch Ausdruck eines gewaltigen Idealismus, eines Berge versetzenden Glaubens und eines unbändigen sittlichen Willens ist. Die Huldigung der Millionen ist ihm die Hin­gabe an die Idee, deren Trager er ist. Man möchte die Masse des deutschen Volkes einem Glockenmantel vergleichen, in dem er, der Klöpfer, schlägt. Und Fuhrer und Volk sind eine nahezu mystisch zu bezeichnende Einheit, sind ein Läuten, dessen weitschwingender Klang ein neues Zeit­alter verkündet. c ....

Nichts ließ uns je den Anbruch der größten Epoche deutscher Geschichte unmittelbarer erleben, als dieser herrlichste Tag, den Frankfurt in seinen Mauern' aufgehen sah. Ist das noch'dasselbe Volk, das vor wenigen Jahren hundertfach zerspalten war, dessen Bestimmung es zu sein schien, seine besten Kräfte in Eigenbrodeler nutzlos zu vertun? Von weither kamen sie, die Jungen und Alten, die Männer mit verschafften Händen, die Frauen und war­teten stundenlang, nur um einen Blick dieses Mannes zu er­haschen. Und sein Auge stand, wie die Sonne, über ihnen. Ein grenzenloser Jubel blühte aus ihren Herzen. Cs griff den härtesten Mann an und es kam kein Spott auf über Tränen, die sich aus Frauenaugen losten. Jeder, suhlte di­stinktiv : der umsorgt uns wie ein Vater. Wahrend wir uns in den kleinen Kümmernissen des Alltags verzehren, uns oft in enger Ausschließlichkeit um unser Wohlergehen be­mühen, kreisen seine Gedanken einzig um das Volk, aus dessen arbeitenden Schichten er selbst emporgestiegen ist. Seinem Volk widmet er jede Stunde und den letzten Funken ferner Kraft. Wir erinnern uns der Episode, die der Rundfunk­sprecher in den großen Stunden Österreichs erzählte. Eine