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Wiesbadener Tagblatt

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Unterhaltungsbeilage. Serltnec ®üro:

Nr. 76.

Donnerstag, 31. März 1938.

86. Jahrgang.

Oer Führer an Nhein und Main.

Begeisterter Empfang des Befreiers der Rheinlands und der Ostmark. — Triumphfahrt durch Köln. Der Gau Hessen-Nassau in Erwartung des Führers. — Heute Massenkundgebung in Frankfurt am Main.

Einzigartige Huldigung einer zweitausendjährigen Stadt.

Köln, 30. März. Eine einzige Welle unvorstellbaren Jubels, in die die ehernen Stimmen der „Deutschen Glocke am Rhein" von den zum Himmel ragenden Domtürmen und das dröhnende Geläut der übrigen Kirchenglocken schwingen, empfängt den Befreier des Rheinlandes und der deutschen O st mark. Grenzenlos ist die Freude der Massen, daß ihr sehnlichster Wunsch erfüllt ist, den Führer zu sehen. Die Heikrufe vereinigen sich zu einem einzigen Jubelschrei, zu einer Huldigung ohnegleichen. Wie eine Lawine pflanzten sich die Begeisterungsstürme von Straße zu Straße fort, von Platz zu Platz. Aufrecht in dem langsam fahrenden Wagen stehend, grüßt der Führer nach allen Seiten seine Rheinländer, die ihm mit der ihnen eigenen Begeiste­rung zugleich den heißen Dank für die geschichtliche Tat der Schaffung des großen Reiches aller Deutschen zum Ausdruck bringen/ Köln'hat schon manche große Feste gefeiert, aber dieser Tag des Stolzes und des Glückes übertrifft sie alle.

Eine Sinfonie des Glücks und der Freude.

Die Triumphfahrt des Führers durch den Strom des immer wieder aufbrausenden, sich überschlagenden Jubels ist unvergleichlich. Bilder von unerhörter Eindrucks­kraft wechseln einander ab auf der Fahrt durch die fahnen- umsäumten Feststraßen, vorbei an den lebenden Mauern ber Hunderttausende. Immer wieder dankt der Führer für die unbeschreiblichen Huldigungen, die ihm entgegenschlagen. Überall wo der Führer hinkommt, strecken sich ihm die Hände der Begeisterten aus den Fenstern, von den Dächern, von den Bürgersteigen, von ben Tribünen entgegen. Tücher und Fähn­chen wirbeln über ben Köpfen ber jubelnben Masse. Wie ein einziges rotes Banb reihen sich bie geschwungenen Fähnchen aneinander und scheinen sich in bei Ferne vereinigen zu wollen. Eine wahre Sinsonie bes Glücks und ber Freube burchbraust das festliche Köln. Die Fahrt des Führers ist in Wahrheit eine Triumphfahrt, wie sie in dem 2000jährigen Köln mit seiner großen geschichtlichen Ver­gangenheit noch niemals einem Manne bereitet wurde.

Wieder umbranden den Führer wahre Stürme der Be­geisterung, als er vor dem Gürzenich ben Wagen verläßt, um sich zum Empfang burch bie Stabtverwaltung in ben Festsaal zu begeben.

Der stolzeste Tag in der Geschichte des Gürzenich.

Mit erlesener Pracht ist bei histoiische Saal bes Gürzenich für den Empfang des Fühieis ausgestattet woiden.

Übei die ganze Saalflüche ist ein tötet Teppich ausge­legt, auf dem in bet Mitte ber Längsseite ein alter Ratstisch mit dem Goldenen Buch der Stadt Köln steht. Die Wand ziert ein rotbrauner Samtteppich, auf dem unter einem bro­katenen Hoheitszeichen bie Karte bes neuen großen Deutsch­lands, bas uns der Führer schenkte, in weißer Seide mit der Losung unserer historischen Tage „Ein Volk, ein Reich, ein Führer" leuchtet. Von den hohen, Hellen Wänden hebt sich das herrliche Holzwetk der Galerien, der Säulen und holz­getäfelten Decke wirkungsvoll ab.

Im weiten Halbkreis um den Ratstisch haben sich das Beigeordneten-Kollegium bet Hansestadt Köln, bie Rats- Herren, bie Spitzen bet Partei unb ihrer Gliederungen, ber Wehrmacht, der 'Behöiben, ber Kunst, Wissenschaft und Wirt­schaft versammelt. Als ber Führer mit ben Gauleitern Grohs unb Terboveu ben festlichen Saal betritt, grüßen sie ihn mit erhobene^ Rechten.

Oberbürgermeister Dr. Schmidt entbietet sobann in Verehrung und Dankbarkeit dem Führer im ehrwürdigen Gürzenich das herzlichste Will­kommen. Mit bewegten Worten erinnert er an den grossen Tag vor zwei Jahren, da an dieser Stätte bie glückerfüllten Vertreter aller Stände dem Führet den Dank der befreiten Rheinlande abstatten durften. Heute jubelten wiederum hunderttausende Rheinländer in grenzenloser Begeisterung und Verehrung dem Führer als dem größten Sohne des deutsch österreichischen Landes und als dem Manne "t, der bie 1000jährige Sehnsucht aller Deutschen nach dem grotzdeutschen Reiche erfüllt habe.

Viele glanzvolle Eteignisie habe ber Gürzenich gesehen, aber dieser Tag, an dem dem Rat der Stadt die Ehrung zu­teil geworden sei, den Gründer des großdeutschen Reiches namens der Bürgerschaft zu begrüßen, sei der stolzeste T a g in der Geschichte des Gürzenich und der 2000jährigen Hansestadt Köln.

Zn dieser weihevollen Stunde möge der Führer und Reichskanzier Adolf Hitler den Dank der Hansestadt Köln mit der Gewißheit entgegennehmen, daß die Herzen der Men­schen in der deutschen Westmark ihm ebenso zchörten, wie die

Die nationalsozialistische Wehrmacht schützt Arbeit und friedlichen Aufbau. Der Dank dem Schmied des deutschen Schwertes.

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Am 10. April: Dein Ja dem Führer!

Hetzen ber Volksgenossen in ber heimgekehtten Ostmark und im ganzen Reich.

Als Zeichen ber großen Dankbarkeit überreichte ber Ober­bürgermeister bent Führer bann eine Broneestatue bes subetenbeutschen Bildhauers Zettlitzer, bar- stellenb: „Der gefesselte Mensch".

Der Führer

erinnerte in seiner Etwidetungsansprache in kurzen Worten baran, baß vor knapp zwei Jahren auch bieses Lanb, das (Fortsetzung auf Seite 3).

Gin Ghreiitllg sm Den Au.

Alles hört den Führer!

Unser Gau ist heute mit stolzer Freude erfüllt: der FührersprichtinFrankfurt. Die Eauhaupt- stadt hat sich festlich geschmückt und aus allen Teilen des Gebietes, von Rhein, Main und Lahn, von der Bergstraße und dem Odenwald, der Wetteran wie dem Westerwald sind seit den frühen Morgenstunde» des Donnerstag die Männer und Frauen auf der Fahrt nach Frankfurt, um dem Schöpfer des großdeutfchen Reiches zuzujubeln und ihm am Abend in der Festhalle oder an den Lautsprechern zuzuhören.

Rund 50 Sonbeiziige aus allen Kreisen des Gauge­bietes Bringen die Massen nach ber alten Kaiserstabt. Damit wirb bie Festhallen-Kunbgebung bie größte Führerkunb- gebung werben, bie unser Gau jemals gesehen hat. Auch die Männer ber Wiesbadener SA., ber ff, bes MSKK. unb ber Wetkschaten weilen geschlossen in Frankfurt.

Die Städte unb Dörfer, bie ber Führet auf seiner Fahrt von Köln nach Frankfurt burchfährt, sinb zum Empfang ge­rüstet. Ein Flaggenmeer wirb Adolf Hitler auf seiner Fahrt am Rhein entlang grüßen. Ein edler Wettstreit hat einge­setzt, ein Dorf ringt mit dem anderen, dem Führer den schönsten Gruß zu entbieten. Gegen 16 Uhr wird ber Sonder­zug auf dem MainzerHaup'tbahnhof eintreffen. Von dort aus fährt der Zug über Rüsselsheim zum Frankfurter Hauptbahnhof, wo er gegen 16.30 Uhr ankommen wird.

Der Führer wird hier von Gauleiter Sprenger im Namen der Bevölkerung des ganzen Gaues willkommen ge­heißen werden und sich "dann über Kaiserstraße, Zeil, Neue Kräme zum R ö m e r b e rg begeben, wo ihn Oberbürger­meister Dr. Krebs erwartet. Nachdem sich der Führer in das „Goldene Buch" der Stadt Frankfurt eingetragen haben wird, findet eine feierliche Begrüßung im Kaiserfaal statt.

Nach dem Empfang begibt sich bet Führer etwa gegen 17.30 Uhr über Neue Kräme, Zeil, Kaiserstraße unb Hinden- burgplatz zum „Basler Hof", von wo aus er gegen 20.30 Uhr über die Hohenzollernanlage zur Festhalle fahren wirb.

Die Bevölkerung wirb burch eine großzügig eingerichtete Lautsprecheranlage Zeuge ber Begrüßung fein. Sie wirb Abolf Hitler einen Empfang bereiten, wie noch kein Staats­mann zuvor von seinem Volk, das er aus tiefster Not hetaus- gefiihtt hat empfangen wurde. Die Hunderttausende, die in Frankfurt zusammengekommen sind, sind — wie auch alle übrigen Bewohnet des Gaues — von stolzer Freude und tiefer Dankbarkeit gegenüber dem Führet erfüllt, daß er in diesem gewaltigen Wahlkampf zu seinen Hessen-Nassauern sprechen wird, die ihm wie immer auch am 10. April wieder treueste Gefolgschaft leisten. p.

Volksfront treibt Poris zur offenen Einmischung

Teuflische Pläne der französischen Jünger Moskaus.

Ein Geständnis der „Oeuvre".

SS. Berlin, 31. März. (Drahtbericht unserer Berliner Ab­teilung.) Die nationallpauischen Truppen setzen ihren sieg­reichen Vormarsch fort. Sie stehen dicht vor Letiba und ein altes spanisches Wort jagt: „Wer Letiba besitzt, besitzt Kata­lonien". Ttotzbem erscheint es zweifelhaft, ob ber Vormarsch ber Franco-Truppen in dem bisherigen Tempo fortgesetzt wer­ben kann. Es wirb vermutlich nctroenbig sein, Ruhepausen für bie Truppen einzulegen unb auch ben Munitions- Nachschub zu sichern. Abgesehen davon wird Franco auch wohl bemüht bleiben, an den anschließenden Fronten eben­falls Gelände zu gewinnen, damit nicht ein spitzet Keil entsteht, dessen lange Flanken gewisse Gefahren in sich bergen würden. Auch wird man damit rechnen müssen, daß sich der Widerstand der Roten verschärft, die natürlich den letzten Mann heranholen werden, um den Vormarsch Francos gegen Barce­lona ober gegen eine andere Stelle der Mittelmeerküste aufzu­halten.

Je ungünstiger sich nun die Lage der Rotspanier gestaltet, umso nachdrücklicher werden die Bemühungen ihrer französischen Freunde, die Pariser Regierung doch noch zur offenen Einmischung zu veranlassen. Offenbar glauben diese Herrschaften auch auf einen Erfolg ihrer Be­mühungen rechnen zu können. Anders wenigstens kann man die Ausführungen des „Oeuvre" gar nicht auslegen. Das Blatt

beschwört nämlich die Rotspanier den Gegner noch bis Ende April in Schach zu halten, denn: „Wer könne wissen, ob cs bis dahin nichtmu anderen Fronten Völker geben werde, die eben­falls für ihre Freiheit kämpfen und die auch für das tote Spanien sich einsetzen würden". Daraus ist zu schließen, baß heute schon sehr bestimmte Pläne bestehen, um das Volksfront-Frankreich zum Eingreifen zu bringen. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass der nationalspanische Sender Salamanca schon vor einigen Tagen von einem teuflischen Plan der Roten berichtete. Danach planen bie Roten durch rote, aber als nationalspanische Flugzeuge getarnte Maschinen, einen französischen Erenzoit zu bom­bardieren, um so Verwicklungen zu schaffen. Daß im übrigen heute schon Frankreich Waffen und Munition an die Rotspanier in Hülle und Fülle liefert, ist ja zur Genüge be­kannt. Wenn beispielsweise gerade jetzt gemeldet wird, daß 800 Tonnen „Lebensmittel" aus Frankreich in Barcelona ein­getroffen seien, so weiß jedermann was das für „Lebensmittel" sind. Nach dem Blatt „Jour", dem die Verantwortung für btqe Mitteilung überlassen bleiben muß, hat auch der aktive fran­zösische Minister und Generalsekretär der Sozialdemokratischen Partei, Paul laute, seinen Genossen ganz offen erklärt, daß Frankreich in großem Maßstab alles nach Spanien schicke was man dort benötige ,bic Grenzen sind weit geöffnet“. Da heute in London der Nichteinmischungsausschuß wieder einmal zu- iammentritt, so wäre es eigentlich, seine Sache, sich mit dies« seltsamen „Nichteinmischung" zu befassen.