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Nr. 75.
Mittwoch, 30. Marz 1938.
86. Jahrgang.
Dr. Goebbels unter dem Jubel der Wiener:
Die Stimme res Blutes ist Hörtet Als WMeii.
Der 10. April, ein groher deutscher Volksappell. — Unser „Ja" ist unser Dank an den Führer, den Bannerträger des deutschen Lebensrechtes.
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rieben gewährleisten kann/
na dieses Staates herbeiführen und Dienst erweisen.
damit
Europa einen
alten Reiches hineinzuziehen. Das wäre auch gelungen, wenn sich hier in Österreich der Volksbewegung des Nationalsozialismus nicht jene der kleinen Machtcliquen entgegengestellt hätte, die garnichts mit dem Volle zu tun hatte, sondern nur den Ehrgeiz besah, Tyrannen des Volkes zu sein. (Stürmische Bewegung geht bei diesen Worten durch die weite Halle.)
Es war denn auch allzu verständlich, dah Österreich von diesem Augenblick an das Lieblingskind der internationalen Weltdemokratie wurde. Es war das jene Weltdemokratie, die jetzt etwa ihr menschliches Herz entdeckte, dieselbe, die uns die Diktate von Versailles und St. Eermain und damit den schimpflichsten und schändlichsten Friedensoertrag aufgezwungen hatte, den die Weltgeschichte kennt. (Minutenlange Pfuirufe.) Das war dieselbe internationale Weltdemokratie, die stets von Freiheit und Selbstbestimmungsrecht der Völker faselt, in der Praxis aber kein Mittel unversucht lägt, um wehrlose Völker zu unterdrücken,
der jungen Bewegung Adolf Hitlers auf. (Sieg-Heil-Rufe und Beifall wechseln in dieser Erinnerung an die großen Tage im Reiche miteinander ab.)
Es wäre dem deutschen Volk im Reich und insbesondere im deutschen Österreich mancher Leidensweg erspart geblieben, wenn es uns damals gelungen wäre, Österreich in den revolutionären Ausbruch des
und äußeren Rur eine solche
Glückhafter Stapellaus des zweite» grohen »KdF.- - Schiffes.
Links: Das zweite große „KdF."-Schiff, das auf den Namen des Schöpfers des „Kraft-durch-Freude"-Werkes, Robert Ley, getauft "wurde, gleitet in fein Element. Rechts: Der Führer hält auf der Tauskanzel zum Stapcllauf des zweiten „KdF."-Schiffes „Robert Ley" die Weiherede. (Weltbild — K.)
Wir alle gehören Dem Führer!
Zu unterjochen und unter die Gewalt internationaler Mächte zu zwingen. Wir kennen diese heuchlerischen Mensch- lichkeitsapo stell
Diese Weltdemokratie, die nun ihr Herz für das souveräne, selbständige Österreich entdeckte, die uns als Diktatoren beschimpft und verleumdet, sie begann nun gewisse Eintagsfliegen des politischen Lebens in Österreich zu wahren Weltgrößen emporzuloben. (Verständnisvolle Heiterkeit.) Männer, deren Format bestenfalls zu Handlungs- reisendcn ausreichte, wurden zu Errettern erkoren. (Stürmisches Gelächter) zu Staatsmännern, aus deren tiefe Weisheiten die Welt horchte, wenn sie dem Gehege ihrer Zähne entflohen. Das Volk aber, das sich gegen die Tyrannen auflehnte, wurde zum Friedensbrecher erklärt.
Dabei hat dieses Volk niemals den Frieden gebrochen, sondern nur seine vollkommene Verständnislosigkeit einem System gegenüber bekundet, in dem immer von Frieden geredet würde und Millionen Menschen den härtesten Strafen und brutal st er Tyrannei unterworfen waren. Eine kleine Clique von Legitimisten war zur Stimme des Volkes (Fortsetzung auf Seite 3j,
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Wien, 30. März. Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnquart eröffnete die gestrige Kundgebung in der Nordwestbahnhalle. Sodann nahm Minister Dr. Goebbels, von tosendem Beifall begrüßt, das Wort:
„Meine deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen!
Es ist nun fast 6 Jahre her, daß ich das letzte M a l i n W i e n s p r a ch. Ich kam damals aus diesem Reiche, in dem wir Nationalisten soeben in den Endphase des Kampfes um die Macht eingetreten waren. Die beiden feindlichen Lager des Nationalsozialismus und Kommunismus standen sich entscheidungsentschkosien gegenüber. Jedermann wußte, daß es jetzt kein Ausweichen mehr gab. Die Dinge waren ins Rollen gekommen und nun sollte die Entscheidung darüber fallen, ob das Reich für die nähere und weitere Zukunft in das Chaos des Bolschewismus versinken oder ob ftch unter der Fahne des Nationalsozialismus eine neue Ordnung und ein neuer Aufbau vollziehen solle.
Dr. Goebbels gibt einen Rückblick.
In diesen gewitterschwangeren Wochen kam ich damals nach Wien; denn wir Nationalsozialisten nährten die Hoffnung, daß, wenn der große politische Umbruch im alten Reich sich vollziehen sollte, Österreich mit in den Strudel der Ereignisse hineingezogen werden könnte. Diese Hoffnung hat uns damals betrogen. Ich kam in eine Stadt, die, wenigstens in ihrem äußeren Bilde, ihren deutschen Charakter längst verloren hatte und die damals tonangebende Wiener Judenpresse überschüttete mich bei "Ankunft und Abschied mit wahren Kübeln von Schmutz, Lüge und Verleumdung. (Stürmische Entrüstungs- und Pfui-Rufe.) Das war im September 1932!
Und dann begann der große Machtkampf im Reiche selbst. Eine kleine Clique von Usurpatoren versuchte, die Millionen-Bewegung des Nationalsozialismus von der Macht fernzuhalten und da sie nichts mit dem Volke zu tun hatte, im Gegenteil, das Volk ihr jede Gefolgschaft verweigerte, blieb ihr nichts anderes übrig, als sich auf die nackte Gewalt zu stützen. Aber schon Tailleyrand hat einmal gesagt, daß sich auf Bajonettspitzen nicht gut stützen läßt. Das bewahrheitete sich damals bei uns im Reiche. Das Volk stand auf, der Sturm brach los! Und von diesem Volks sturme wurden dann alle feindlichen Gewalten hinweggefegt.
Es kam ein 30. Januar 1933; wie unter einem frischen ?rühlingshauch sank nun ein altes und morsches System da- in, und siegreich stieg über den Zinnen des Reiches die Fahne
Lösung, die die Volksgruppen wirklich befriedigt und ihnen eine sichere Garantie für die volle Ausübung ihrer völkischen und kulturellen Rechte gewährt, wird eine wirkliche Befriedung der Bevölkerung dieses Staates herbeiführen und l ~!1
Aufschlußreiche Parlamentsdebatte.
as. Berlin, 30. März. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Im Prager Abgeordnetenhaus und Senat hat es gestern eine sehr beachtenswerte Minderheitendebatte gegeben. Man kann diese Aussprache bis zu einem gewissen Grade bereits als Antwort auf die Rundfunkrede des tschechischen Ministerpräsidenten Hodscha vom Montag bezeichnen. Wenn Hodscha in dieser Ansprache beispielsweise davon glaubte reden zu können, daß es sich bei den Minderheiten-Erörterungen um eine „gegen die ehrliche Arbeit der Regierung gerichtete Propaganda" handele, so haben die gestrigen Parlamentsdebatten, die einen äußerst eindrucksvollen Generalangriff aller nicht- t.schechischen Bevölkerungsteile gegen die tschechische National-Staatstheorie darstellten, gezeigt, wie unrichtig eine solche Behauptung Hodschas ist. Alle nicht- tschechischen Bevölkerungsteile dieses Nationalitätenstaates, die Sudeteydeutschen, die Magyaren, die Polen und die Slowaken erhoben schwerste Anklagen gegen die Prager Methoden. Sehr nachdrücklich wies der Sprecher der Sudetendeutschen Partei, Abgeordneter Kundt, darauf hin, daß die bisherige Nationalitätenpolitik dem Lande keinen Frieden, dem Staate nur Schaden und dem Sudetendeutschtum nur Leid gebracht habe. In der Tat würde man heute in Prag sehr viel weniger Kopfschmerzen haben und in der Tat würde auch die Frage der Tschechoslowakei heute die Regierungen der anderen europäischen Länder kaum beschäftigen, wenn die Tschechen eine vernünftige Lösung für das Zusammenleben der verschiedenen Nationen im tschechischen Staate gefunden hätten., Abgeordneter Kundt hat auch den Grund für die heutige schwierige Lage Prags klar herausgestellt, als er davon sprach, daß sich die Prager Regie- run-g auf die Versailler Machtordnung ge
stützt habe, die die bleibende Entrechtung und Niederhaltung der deutschen Nation in der ganzen Welt bezweckte. Diese Versailler Machtordnung, aufgebaut auf der Verneinung des Lebensrechtes eines ganzen großen Volkes, habe vor einer neuen Rechtsordnung zurückweichen müssen. Prag habe deshalb auch gar keine andere Möglichkeit, als sich von der llber- lieferung dieser Politik ein für allemal zu trennen. Die Durchführung der nach dem Gesetz längst fälligen, von Prag aber immer wieder verschleppten Wahlen, sei eine der Voraussetzungen hierfür. Auch die Vertreter der übrigen nichttschechijchen Volksgruppen gaben Erklärungen ab, die in der Forderung nach Selbstverwaltung gipfelten.
Weder Prag, noch die Welt kann nach dieser Parlaments- dcbatte im unklaren sein, daß es ein Gebot der Stunde ist, eine grundsätzliche Lösung dieser so wichtigen Frage herbeizuführen. Dr. Hodscha hat bekanntlich erklärt, daß man in Prag dabei sei, ein Minderheiten-Statut auszuarbeiten. Wir wissen vorerst nicht, wie dieses Statut aussehen soll. Es wird aber auch den tschechischen Stellen klar sein, daß es nicht einfach eine Zusammenfassung des bisherigen Minderheiten-llnrechts sein kann/ und daß man auch mit halben Lösungen und Kornpromisien nicht weiterkommt. In diesem Sinne hat auch der Abgeordnete Kundt gestern noch einmal die Prager Stellen, die bqi ihrer Arbeit am Minderheiten-Statut diese Worte hoffentlich nicht überhören werden, beschworen: „Zweifeln Sie nicht daran, daß nur eine grundlegende und mutige Lösung des nationalen Problems diesem Staate einen dauernden inneren und äußeren
