Einzelbild herunterladen
 

Samstag/Sonntag, 26./27. März 1938.

Wiesbadener Tagblatt

Smette» Wett. 9h. 72.

Äus Gau und Provinz,

Taunus und Main.

Bad Schmalbach. 23. März. Dieser Tage fand die Ab- schlutzvrüsung in der Burschen- und Mädchenklasse der Land- wirtschastsschule unter dem Vorsitz von Direktor Fischer statt.

Eörsrotb, 25. März. Die Eheleute Landwirt Albert Bücher und Frau Lina. geb. Schneider sowie die Eheleute Adolf Georg und Frau Auguste, geb. Bücher feierten das Fest der silbernen Hochzeit. Jagdvächter Theodor Rücker schotz in der vergangenen Woche in Wingsbach die erste Schnepfe.

Mus dem Rheingau.

Rheinfahrt der Deutsch-Österreicher.

)( Aus dem Rheingau, 25. März. Auf einer Dampser- sahrt bis Koblenz kommen am Sonntagvormittag ungefähr um 9 Uhr und am Sonntagabend zwischen 8 und 9 Uhr die Linzer Volksgenossen, die in Wiesbaden zur Erholung weilen, durch den Rheingau. Die Rheingauer Bevölkerung wird die Brüder der Ostmark sicherlich freudig von ihren Heimatorten aus am Stromufer begrüben.

)( Eltville^ 25. März. In diesen Tagen feierten die Ehe­leute Werkmeister August F l e s ch n e r und H. H i v o ihre silberne Hochzeit.

)( Erbach, 25. März. Die seitherige Ringstrabe wird am Sonntagvormittag in ..Strabe der 62L umbenannt worden. Zur Entlassung in der Volksschule kommen in diesem Jahre 14 Knaben und 10 Mädchen. Die gleiche Gesamtzahl 17 Knaben und 7 Mädchen werden tn die Schule neu aus­genommen. Die Eheleute Lehrer Wilhelm Hans feiern am Samstag ihre ülberne Hochzeit.

)( Hattenheim, 25. März. Nachdem vorige Woche im vorderen Bob im hiesigen Eemeindewald ein Schadenfeuer entstanden war, das aber zum Glück schnell gelöscht werden konnte, sind in den letzten Tagen im Waldbezirk Mehrholzchen ungefähr 30 Morgen Wald unter Feuer geraten. Am Rheinufer plant die Gemeinde, das Uferbild durch Ausstellen von Bänken und Schaffung von Grünflächen freundlicher zu gestalten. :

Hattenheim, 26. März. Ein auswärtiger. lOjähriger Junge wurde beim Spielen von einem in der Rahe bettnd- lichen Hund so verletzt, üab die Überführung des Kindes tn das Städtische Krankenhaus Eltville erfolgen mutzte.

)( Winkel, 25. Marz. Die Durchgangsstratze hat jetzt ihre Kanaluntsrbauten erhalten. Sie wird bis zum Juni mit der neuen Decke versehen und dann zur Freude aller Durch­fahrenden einefrohere Erinnerung" andas" Rheingau als bisher sein.

)( Eibingen, 25. März. Als Gemeinschaftswerk haben die Mitglieder der Krieger- und Militärkameradschaft die Erd­bewegungsarbeiten -für die Schaffung' eines Schiebstandes durchgeführt. Auch plant man den Bau einer Schiebhalle.

"Lahn und Westenwald.

Brandstiftung aus verschmähter Liebe.

Limburg, 25. März. Am Abend des Rosenmontags war in einer Scheune in Niederbrechen Feuer ausgebrochen. Beamte der Kriminalpolizeileitstelle in Frankfurt stellten fest, dab als Brandstifter ein junger Mann in Frage kam. der vor längerer Zeit versucht hatte, mit der Tochter des Brandbetrosfenen ein Verhältnis anzusangen, von dem Mäd­chen aber abgewiesen worden war. Dieser junge Mann batte sich in der Zwischenzeit mit einem anderen Mädchen verlobt, so dab zunächst ein Verdacht gegen ihn nicht begründet schien. Die Ermittlungen ergaben jeooch, datz er die Scheune vorsätz­lich in Brand gesteckt hatte. Der Täter wurde kestgenommen und hat ein Geständnis abgelegt. Die Abweisung durch das Mädchen hat ihn zu der unseligen Tat getrieben.

Zwei Tote bei einem Verkehrsunglück.

Marburg, 25. März. Auf dem Hindenburgring in der Nähe des Schülerparks ereignete sich Donnerstagabend ein schwerer Verkehrsunfall, der zwei Todesopfer forderte. Der 19jährige Günther E. aus Marburg geriet mit seinem Motor­rad ins Schleudern, ritz die neben einem Handwägelchen em- hergehende 23jährige Therese Sch. eine Strecke weit mit sich fort und kam dann selbst zum Sturz. Die Sch. erlitt so schwere Verletzungen, dab sie aus dem Weg zur Klinik starb, während E. dort in der Nacht den erlittenen schweren Schädelver­letzungen erlegen ist. Ein Beifahrer des E. kam mit leichteren Verletzungen davon.

Mus Hessen.

Vilbel, 24. März. In der letzten Ratsberrenntzung, die in dem umgebauten neuen Rathaussaal stattfand, wurde die Gewerbesteuer für 1937 von 435 % auf 400 % und der Eewerbesteuerhebesatz für 1938 aus 350 % ermäßigt.

Die Versammlungswelle rollt.

as. Berlin, 26. März. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Eine Woche nachdem die Auflösung des Reichs­tages verkündet und die Volksbefragung anberaumt wurde, rollt über das ganze Deutsche Reich die grobe Versammlungs­welle. So steht an diesem Wochenende ganz Deutschland im Zeichen der Wahlkundgeoungen. Der Führer selbst hat sich mit seiner gestrigen Rede in Königsberg an die Spitze des Wahlkampfes gestellt. Heute abend wird der Führer in Leipzig sprechen, am Montag in der traditionellen Versammlungsstätte im Berliner Sportpalast, und dann Abend für Abend im Norden, im Süden, im Westen des Reiches, und in der letzten Woche in allen bedeutenden Städten Österreichs. Millionen deutscher Volksgenossen werden in diesen 14 Tagen, die uns noch von dem Termin trennen, an dem sich das ganze deutsche Volk zu Adolf Hitler bekennt, den Führer hören und werden ihm zu­jubeln wie gestern die Königsbergs! in ihrer Schlageter- Halle. Heute abend wird Generalfeldmarschall Göring in Wien sprechen und dort das Aufbauvrogramm für Österreich verkünden. Auf der Fahrt durch Österreich, wo ihm der Jubel und die Begeisterung der ganzen Bevölkerung entgegenschlug, hat der Generalfeldmarschall noch wichtige Belvrech-

Das erste graue Haar soll auch das letzte sein!

Verlangen Sie von Ihrem Friseur eine Kleinol

Haarfärbung!

Nicht matttn, bis aus einftn grauen Haar ein grauer Ropf geworden UL warum ins Hintertreffen kommen wev man älter wirbel wik teste Schän» heitspflege Ist ein färben Ihres Haares mit fiteinol Hesha Simpler heute felbft- oerstänDIich und (o einfach! 20 Nuancen, naturecht in der Wirkung, gibt es» Darunter auch Die richtige für Siel KLEINOL

KLEINOL G.M.B.H, BERLIN -NEUKÖLLN

Blum rettet sich durch Umfall.

Vertagte Regierungskrise in Frankreich.

as. Berlin, 26. März. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) In Frankreich ist die Regierungskrise noch ein­mal vertagt. Bekanntlich hatte der Senat die von Blum eingebrachten Finanzgesetze, die von der Opposition als Jnflationsgesetze bezeichnet wurden, nicht gebilligt, sondern die Gesetzesvorlage über die Erhöhung der Vorschutzgrenze der Bank von Frankreich an das Schatz­amt erheblich abgeändert. Blum hat daraus keine Konsequenzen gezogen, sondern er hat sich zunächst einmal mit den 5 Milliarden begnügt, die ihm der Senat zur Überwindung des Monatsultimo zugebilligt hat. Blum hat, um jeden Konflikt zu vermeiden, der Kammer empfohlen, auf den von ihr bereits gebilligten ersten Gesetzentwurf zu ver­zichten und sich mit der vom Senat beschlossenen Fassung ein­verstanden zu erklären. Sehr zum Kummer der Opposition hatdieKammermit338 gegen 235 Stimmen diesen Umfall Blums geschluckt. In der Presse wird die Haltung Blums zum Teil recht scharf kritisiert und der Regierung erklärt, dah durch diesen Umfall ihr Ansehen gelitten habe. Man fragt sich vergeblich, so sagt das Blatt Paris Midi", was dieses Spiel mit der Krise soll und wohin es führen wird. , ,

Es ist nicht zu übersehen, datz die E e f a h r für das Kabinett nicht beseitigt ist. Das zweite von Blum eingebrachte sogenannte Jnflationsgesetz, das ihm vier wei­tere Milliarden aus den fiktiven Überschüssen des Regie-

rungsausgleichsfonds zur Auffrischung der autonomen Lan­desverteidigungskasse bringen sollte, hat der Senat glatt ab- qelehnt. Da aber auch diese Gelder benötigt werden, mutz Blum nach einer anderen Lösung suchen. Er kündigt denn auch ein neues Finanzprogramm für die kom­mende Woche an und es ist leicht vorauszusehen, datz der Kampf dann erneut entbrennen wird. Erschwert wird die Lage dadurch, datz die Streikbewegung wieder wächst und datz ' es erneut zu Fabrikbesetzungen durch streikende Arbeiter ge­kommen ist. _________________

Neue Regierung in Nanking.

Zusammenarbeit mit der provisorischen Regierung in Peking.

Tokio, 26. März. (Funkmeldung.) Wie die japanische Nach­richtenagentur aus zuverlässiger Quelle mitteilt, soll am 28. März eine ..Erneuerungsregierung der chrne- sischen Republik in Nanking" proklamiert werden. Diese werde gleichzeitig erklären, dah sie ihre Politik zur Er­neuerung Chinas in Zusammenarbeit mit derprovisorischen Regierung von China und Peking" durchführen werde.

19 Ahr die große Wiener Rede Görings.

Berlin, 25. März. Am Samstag. 26. März, verkündet Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring in Wien das wirtschaftspolitische Aufbauvrogramm für Österreich. Die Rede wird ab 19 Uhr von den österreichischen Sendern und auch vom Deutschlandsender übertragen.

ungen über den Aufbau geführt. Er hat dann u. a. erklärt, in spätestens einem halben Jahr müsse in Österreich die gleiche Arbeit herrschen wie im Alt-Reich, und Arbeitslose dürfe es nicht mehr geben. Damit ist schon ein Programm- vunkt umrissen. Die Österreicher, die jetzt im Reich weilen und die mit der Fahrt von 1000 Männern aus dem Salz- burgischen und aus Ober-Österreich auf dem neuenKdF."- SchifsWilhelm Gustloff" jetzt aum den Anschluß an bas deutsche Meer fanden, haben Gelegenheit, zu sehen, wie im Reich gearbeitet wird und wie das nationalsozialistische Programm verwirklicht wurde und verwirklicht wird. Sie wissen, dab ein Programm, das der Nationalsozialismus ver­kündet, nicht auf dem Papier stehen bleibt, sondern zur Tat wird. Am 10. Avril, in dieser heiligen Wahl, wie der Führer gestern sagte, wird sich ihre und ganz Österreichs Stimme voller Stolz und Dankbarkeit dann mit der Stimme des alten Reiches vereinigen und der ganzen Welt beweisen, dah es für uns alle nur eine Parole gibt: Ein Volk, ein Reich, ein Führer!

Reichsinnenminister Dr. Frick in Magdeburg.

Auf einer Großkundgebung in der Stadt- Halle Magdeburg sprach am Freitagabend Reichsinnen­minister Dr. Frick. Über 6000 Volksgenossen aus allen Schichten begrüßten den Reichsminister mit stürmischen

F ärbermeister

Crtflh--iXfXQöl reinigt Chemisch

JC-QL Laden: Bi^marckrinq 2-4

Betrieb Moritz^tr 1O Ruf 223 57

Bis zu 65 Kilometer Tagesmärsche.

Die großen Leistungen beim Einmarsch in das deutsche Österreich.

Wien, 25. März. Die von den deutschen Truppen bei ihrem Einmarsch in Österreich zurückgelegten Märsche sind ungewöhnlich groß gewesen. Motorisierte Ein­heiten legten teilweise täglich über 400 Kilo­meter zurück, während die Infanterie bis zu 65 Kilo­meter Tagesleistungen zu verzeichnen hatte. Unter Berück- sichtiguna der großen Höhenunterschiede, der teilweise ver­eisten Äraßen sowie der zahlreichen Rekruten und

Reservisten, die sich in allen Einheiten befanden, sind diese Leistungen besonders hoch einzuschätzen. Neben den Lei­stungen der Truppe verdient die gewaltige Organi­sationsarbeit der Stäbe besonders erwähnt zu werden. Die Bevölkerung und die Behörden, vor allem Bundesbahnen und Post, haben die deutschen Truppen in auf­opfernder Weise unterstützt. Dabei ist zu bedenken, daß neben der hauptsächlichsten Verkehrsbewegung nach Österreich hinein auch noch eine entgegengesetzte österreichischer Truppen und 10 000 Arbeiter nach Deutschland zu bewältigen waren.

Die Zahl der leider nie völlig zu vermeidenden Unfälle mar trotz der nicht einfachen Umstellung vom Rechts- auf den Linksverkehr und der ungeheuren Belastung der wenigen Straßen erfreulicherweise nur gering.

Die 10. Division paradiert vor Generaloberst von Bock in Wien.

rj -

M

Soerakoberst von Bock nimmt auf der Ehrentribüne gegenüber dem Heldenplatz die Parade der 10. Division ab, di» al» erste Einheit der 8. Armee unter Führung ihres Kommandeurs Generalleutnant Waeger am denkwürdigen 18. März di» Simgrenze Übertritten hatte. (Weltbild, Ä.)

Beifallskundgebungen. Reichsminister Dr. Frick stellte seine Ausführungen unter den Spruch: Welch eine Wen­dung durch Gottes Fügung. Beifallsstürme brausten auf, als der Minister den Satz prägte:Es ist die größte Tat im Leben Adolf Hitlers gewesen, die er am 13. März vollbracht hat: Die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Mutterland und damit die Schaffung eines Groß­deutschlands. Sie war nicht möglich durch einen brutalen Gewaltakt, sondern sie war nur möglich dadurch, daß Adolf Hitler den deutschen Menschen für sich gewonnen hat."

Mit allem Nachdruck wies Dr. Frick darauf hin, daß die Umwälzung in Österreich gänzlich unblutig ver­lief.Bismarck hatte 1871 sein stolzes Bismarcksches Reich durch Blut und Eisen zusammengeschmiedet. Aber Adolf Hitler hat diese größte Tat, Großdeutschland zu schaffen, ohne einen Tropfen Blut erzwungen. Das war in der Geschichte noch niemals dagewesen.

Das deutsche Volk soll am 10. April die Frage beant­worten, ob der Führer auch mit dieser Tat vom 13. März, mit dem Vollzug der Wiedervereinigung seiner Heimat mit dem Reich, auch dem Willen des ganzen deutschen Volkes ent­sprochen hat."

Die nichtendenwollenden Beifallsstürme zeigten, wie dies« Antwort ausfallen werde.

«MM - - 1 -des Reichswetfer-

We tterben ch

Frankfurt a.M.

Witterungsassfichten bis Sonntagabend:

Wechselnd bewölkt, besonders im Bergland kühl, zeitweise Rieder­schläge, kühle, lebhafte nordwestliche Winde. Aussichten dis Montagabend: Fortdauer des unbeständigen und kühlen Wetters.

Meteorologische Beobachtungen in Wiesbaden. (Klimastation beim Stöbt Forschungsinstitut.)

Sonnenscheindauer am 25. März 1938:

Datum

25. März 1938

26. März

Ortszeit

7 Uhr

11 Uhr

21 Uhl

7 Uhr

Luft- 1

druck > auf Oo und Normalschwere . . red. J

Lufttemperatur (Celsius) ....

Relative Feuchtigkeit (Prozente)....

Windrichtung und »stärke.......

Niederschlagshöhe (Millimeter) ....

Wetter................

25. MSr, 1938: Höchste Te

Tagesmittel

26. Stärs 1938 Niedrigste

752.5

6.1 83

ONO 1

»eitet Dunst

mpeeetnr der lei

lachttenq

718.2

19.5

83 WNw 1

-/Gedeckt

1 *0.1. nperatur Mtatari

741.9

11.1

46 SSW 1

wollig

i 13.5.

2.2.

746.3

8.2 81 NW 1

4.0 wollig

vormittag* i et», bl Mio. nachmittags 3 et». 18 Min.