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Seite 4. Nr. 63.

Wiesbadener Tagblatt

Mittwoch, 16. Marz 1938.

Schobert, heran, der sein Armeekorps dem Führer meldet und ihm zur Linken Aufstellung nimmt. Vor den Bataillons­blocks der 2nf.-Regt. der 27. Division reiten jeweils die Kom­mandeure mit ihren Stäben. Wer die großen Paraden in der Reichshauptstadt im Zuge der Charlottenburger Chaussee vor der Technischen Hochschule regelmäßig mitgemacht hat, muß die musterhafte Ordnung und den gleichmäßig-strammen, übrr den weiten Flächen des Paradeplatzes an der Hofburg dröhnenden Paradeschritt dieser Männer anerkennen, die in den letzten Tagen nach plötzlicher Alarmierung außerordent­liche Marschleistungen hinter sich haben. Gewaltige An­strengungen und Strapazen haben all diese Formationen hinter sich. Lange dauert cs, bis die Regimenter 40, 63 und 91 vorbei sind.

Kavallerie-Parade in der Stadt Prinz Eugens

Der Infanterie folgt ein Bild von besonderer Schönheit: nach dem Wechsel der Musikkorps vor dem Heldenmal klingen Reitermärsche auf. Es ist, nur wenig über 100 Meter von dem berühmten Reiterstandbild des Prinzen Eugen entfernt, der Marsch von Prinz Eugen dem edlen Ritter, der von jeher mit besonderem Stolz von der gesamten deutschen Reiterei zu einem der ihren gezählt worden ist. Die Uniformen der mit blinkendem Degen vorbeiziehendcn Schwadronen wirken in diesem Zusammenhang des sonst ganz nüchternen Feldgrau besonders. Man hat für die feldgraue Uniform des deutsch- österreichischen Dragoner-Regt. 1 den altbekannten Schmuck der österreichischen Reiterei mit einem engen Rock und einer darubergeworfencn, nur über der linken Schulter hängenden und innen hell gefütterten Jacke übernommen. Es wirkt wie ein Bild der Vergangenheit und ist doch durchaus lebendige Gegenwart. Bespannte Artillerie der deutsch-österreichischen Truppen schließt sich an, ein Regimentsstab und eine bespannte Abteilung, wie bei der Reiterei die Pferde sauber geputzt und

gestriegelt, mit blinkendem Zaumzeug und leuchtenden Zug­strängen und Zügeln.

Den Abschluß des eigentlichen Vorbeimarsches bildet das A.-N. 27.

Jubel und Begeisterung um die Leibstandarte.

Rach einer Pause, während welcher der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei Heinrich Himmler neben den Fuprer tritt, marschiert in Paradeuniform eine Abteilung derPolizei vorüber. Mit lautem Jubel begrüßt, löst das Mupkkorps der LeibstandarteAdolf Hitler" die Spielleute der Polizei ab. Obergruppenführer Sepp Dietrich marschiert im strammen Schritt seinen Männern voran. Und nun folgt in geschloßenen Blocks Kompanie auf Kompanie, Bataillon auf Bataillon, die Männer der Leibstandarte, genau so wie vorher die Infanterie, mit aufgepflanztem Seiten­gewehr.

Roch sind kurz nach 16 Uhr die letzten Männer des abmar^chlerenden Musikkorps der Leibstandarte kaum an dem Führer vorbei, als schon wieder der Jubel und die Heilrufe aufklingen. Die Bevölkerung, die bisher den weiten Platz vor dem Heldendenkmal gegenüber der Tribüne des Führers frei­gelassen hatte, drängt nun durch die Absperrketten der Polizei. Hatte man zwei Stunden lang eine musterhafte Disziplin ge- ^ulten. so drängen nun die hinteren Reihen nach vorn, um bei der Abfahrt den Führer noch einmal näher zu sehen.

. Mit emporgereckten Armen grüßt die jubelnde Menge den Führer. Immer wieder grüßt er vor der Abfahrt aus dem Wagen, und mit stolzem Blick über die unendlichen Maßen nimmt er Abschied von ihnen. Die Wagen setzen sich langsam in Bewegung. Der Führer fährt hinter den abmarschierenden Truppen zu seiner neuen Triumph- N« durch die menschenerfüllten Straßen der schönen Donaustadt.

Göring dankt der deutschen Luftwaffe.

Herzliche Begrüßung der österreichischen Kameraden.

Berlin, 15. März. Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Eeneralfeldmarschall G ö r i n g, hat folgenden Befehl an die Luftwaffe gegeben:

Soldaten der Luftwaffe! Ihr habt das große Glück ge­habt, als erste Repräsentanten des nationalsozialistischen Deutschlands den nun auf alle Zeiten unlösbar mit uns ver­bundenen österreichischen Brüdern einen gewaltigen Eindruck von derWehrhaftigkeit und der Schlag­kraft des Reiches aller Deutschen zu vermitteln.

Eine geschichtliche Tat, die einem jahrhundertealten Sehnen aller Deutschen Erfüllung brachte, ist durch unseren Führer vollbracht.

Die fliegenden Verbände haben in steter Einsatzbereit­schaft trotz teilweise schlechter Wetterlage als erste in vor­bildlich durchgeführten Flügen unsere Volks­genossen in Ober- und Niederösterreich, Kärnten, Steiermark und Tirol begrüßt.

Mein RegimentGeneral Göring", die Flak­artillerie und die Nachrichtenverbände haben in diszipli­nierten Gewaltmärschen ihre weitgesteckten Marschziele er­reicht, umbraust von dem begeisterten Jubel des befreiten nationalsozialistischen Österreichs.

Diese außerordentlichen Leistungen erkenne ich voll und dankbar an.

In treuer Pflichterfüllung haben auch die Teile der Luft- waffe, die mit das Glück hatten, selber an der Verbrüderung mit, unseren österreichischen Volksgenoffen teilzuhaben, zu den grogen Erfolgen beigetragen.

Am heutigen Tage haben an der feierlichen Einzugs­parade unseres Führers und Obersten Befehlshabers in Wien Teile der Luftwaffe aus allen Gauen Deutschlands in muster­gültigem Vorbeiflug oder Vorbeimarsch teilgenommen.

Hiermit spreche ich der gesamten Luftwaffe merne höch fte Anerkennung und Befriedigung aus für di«, in den letzten Tagen von ihr vollbrachten vor­bildlichen Leistungen. Diese sollen uns ein Ansporn sein, in unermüdlicher Pflichterfüllung u n s e r e W a f f e zum Schutz Deutschlands und zur Wahrung seiner Ehre start- und einsatzbereit allzeit zu halten.

Mit stolzer Freude erfüllt uns die Übernahme der österreichischen Flieger - und Flakkräfte in die deutsche Luftwaffe. Eingedenk der treuen Waffen­brüderschaft des Weltkrieges begrüßen wir euch, öster­reichischen Kameraden in unseren Reihen. Gemeinsam wollen wir nun getreu den Vorbildern der Männer, deren Leistungen im Großen Kriege uns steter Ansporn sein sollen, in eiserner Pflichterfüllung und unlösbarer Kameradschaft weiter­arbeiten am Ausbau unserer herrlichen Luftwaffe.

Diesen Vorsatz verbindet die Luftwaffe mit der Erneue­rung des Gelöbniffes unwandelbarer Treue zu unserem Führer und Ober st en Befehlshaber.

Es lebe das große Deutsche Reich, das geeinte deutsche Volk, es lebe der Führer.

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Feierliche Vereidigung auf den Führer.

Die feierliche Vereidigung der Tiroler Jäger auf den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht in der Garnison der Landeshauptstadt Innsbruck.

(Scherl-Wagenborg-M.)

Am Rande der großen Ereignisse.

Sofort nach seiner Ankunft in München hatte der Führer wie die NSK. meldet eine mehrstündige Konferenz mit seinem Stellvertreter Rudolf H e ß. Er gab dabei die Richtlinien, die für den Wiederaufbau der NSDAP, in Ö st erreich gültig sein werden.

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Der Führer und Reichskanzler beförderte heute den hochverdienten General der Infanterie von Rundstedt, Oberbefehlshaber des Eruppenkommandos 1 in Berlin, und den Oberbefehlshaber der 8. Armee, General der Infanterie von Vock, zu Generalobersten. Letzterem sprach der Führer die Beförderung persönlich kurz vor der großen Parade in Wien aus unter besonders anerkennenden Worten für die Leistungen der ihm unter st eilten Truppen.

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Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag des Reichsführers ff den Reichsstatthalter in Österreich, Dr. Seytz-Jnquart, zum ^-Gruppenführer er­nannt.

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Rückkehr des Führers nach München

Unterrichtung der ausländischen Regierungen

Auf dem ganzen Weg, den der Führer vom Flughafen bis zu feiner Wohnung zurücklegt, spielen die in das Spalier eingereihten Musikkapellen nationale Weihelieder, die von den tiefbewegten Maffen mitgesungen werden. Der Gesang hallt noch lange durch die Strogen, nachdem der Wagen des Führers längst vorüber ist.

Fast 10 Kilometer lang ist der Weg vom Flughafen zur

Wien dieselben Rufe des Dankes und der Freude:Führer, wir danken Dir!" undEin Volk! Ein Reich! Ein Führer!"

Mit der spontanen Kundgebung auf dem Prinzregenten- platz in München fand der herrliche Tag mit seinen unvergeß­lichen Erlebnisfen feinen weilevollen Abschluß.

Der KardinalerMschof von Wien, Jnnitzer, stattete am Dienstag dem Führer im HotelImperial" in Wien einen Besuch ab und gab seiner Freude über die Vereinigung Deutsch-Österreichs mit dem Reich so­wie den Willen der österreichischen Katholiken Ausdruck, tat­kräftig am deutschen Aufbauwerk mitzuarbeiten.

Das Ende der österreichischen diplomatischen Vertretungen.

Berlin, 15. März. Die diplomatischen Vertreter des Reiches haben gestern Weisung erhalten, den fremden Regierungen das Reichsgesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich von 13. März mit dem Zusatz zu notiiiziereu, daß. die bisherigen österreichischen diplomatischen Vertreter im Ausland den Auftrag erhalten hätten, sich mit ihrem Personal den deutschen Vertretungen zu unterstelle«.

Der bisherige österreichische Gesandte in Kopenhagen hat die dänische Regierung davon unter­richtet, daß er sich der zuständischen deutschen Ver­tretung unterstellt hat.

Die österreichische Gesandtschaft im Haag und die österreichischenGeneralkonsulateinHolland und Belgien haben ihre Geschäfte an die Reichsver­tretungen übergeben. Der bisherige österreichische Gesandte im Haag und in Brüssel. Alexich, besuchte ebenfalls den belgischen Außenminister, um ibn von dem Vollzug der Wiedervereinigung Deutschlands und Österreichs Kenntnis zu geben.

Der ehemalige österreichische Gesandte in Budapest, von Baar-Baarenfels, hat auftragsgemäß dem Budapester

Dienstagmorgen ist Reichsminister und Reichsbankpräsi­dent Dr. Schacht in Begleitung des Staatssekretärs Rein­hardt in Wien eingetroffen. Er wurde auf dem Flugplatz Aspern von Handelsminister Dr. F i s ch b ö ck und Finanz­minister Dr. Neumayer begrüßt.

Der Stabschef der SA Lutze, der nach den ersten großen Ereignissen in Wien eintraf, hat sofort mit seinem engeren Stab nunmehr die notwendig gewordenen Arbeiten zur Eingliederung der bisher verbotenen österreichischen SA. in die SA. des Reiches ausgenom­men. Es wurden dabei die gleiche organisatorische Ordnung zugrunde gelegt, n* sie im Reich für die SA. Gültigkeit hat.

Die Gemeinschaft des ganzen deutschen Volkes findet auf allen Gebieten des Lebens ihren sinnfälligen Ausdruck. Ein schöner Zug der Volksgemeinschaft ist es, daß ganz spon­tan aus der Innsbrucker Bevölkerung heraus eine Straßensammlung für das große deutsche W H W. eingeleitet wurde. Die Bevölkerung legte dabei eine Opfer­bereitschaft an den Tag, durch die bewiesen wurde, daß das soziale Gedankengut des Nationalsozialismus auch bei den Tirolern bereits zur Tat geworden ist.

deutschen Gesandten von Erdmannsdorf die Geschäfte der bisher von ihm geleiteten Gesandtschaft übergeben. Auf dem Gebäude der ehemaligen österreichischen Gesandtschaft weht die Hakenkreuzfahne.

Die javanische Regierung bat mitgeteilt, daß fie bei nächster Gelegenheit ihren Gesandten aus Wien abberufen werde, um hierdurch ihre Anerkennung der Vereinigung Österreichs mit dem Deullchen Reich zum Aus­druck zu brmgen. Anstelle der Gesandtschaft werde Japan in Wien ein Generalkonsulat errichten.

Der britische Gesandte in Wien besucht Lord Halifar.

London. 16. März. (Funkmeldung.) Der britische Ge­sandte in Wien. P a l a i r e t, traf am Dienstagnachmittag in London ein. Palairet wird noch im Laufe des Dienstag eine Unterredung mit Außenminister Halifax haben.

Der Staatsbesuch des rumänische« Königs in London verschoben.

London, 16. März. (Funkmeldung.) In London ist offiziell mitgeteilt worden, daß König Carol von Rumänien seinen Statsbesuch in London mit Rücksicht auf die internationale Lage verschoben hat.

jft vorüber ist.

Fast 10 Kiloi . .

Wohnung Adolf Hitlers.

Der Führer erscheint am Fenster seiner Wohnung und S nach allen Seiten. Ergriffen erklingen die Lieder der n und branden die Heilrufe empor. Es sind hier wie in

Jubel empfängt ihn.

München, 15. März. Der Führer ist, aus Wien kommend, Dienstagabend um 19 Uhr aus dem Münchener Flugplatz Oberwiesenfeld gelandet und wurde von den Spitzen der Partei, des Staates und der Wehrmacht unter dem gewaltigen Jubel einer vieltausendköpfigen Menschenmenge empfangen.

Zur Begrüßung waren auf dem Flugplatz u. a. die Reichs­leiter Reichsstatthalter General Ritter v o n E p p, Reichs­schatzmeister Schwarz, Oberbürgermeister F i e h l e r, der bayerische Ministerpräsident Siebert, die Gauleiter Adolf Wagner und Schwede-Coburg und der stellvertretende Kommandierende General des VIII. Armeekorps, General Ritter von Prager, erschienen.

Ehrenformationen der Wehrmacht und der Partei erwiesen bei der Ankunft des Führers die Ehren­bezeigungen. Reichsstatthalter General Ritter von Epp be­grüßte den Führer mit einer kurzen Ansprache, in der er die Bedeutung dieser geschichtlichen Tage für das deutsche Volk würdigte.

Nachdem der Führer die zu seinem Empfang erschienenen Männer der Partei begrüßt und die Front der Ehren­formationen unter dem immer neu ausbrechenden begeisterten Jubel der Massen abgeschritten hatte, trat er die Fahrt in die Stadt an, in deren Straßen ein gewaltiges Spalier von 15 000 Fackelträgern ausgestellt war.

Alles will Adolf Hitler sehen! Die Jugend durchbrickt in ihrer Begeisterung die Absperrung und der Jubel kennt keine Grenzen, als der Führer den Kraftwagen besteigt. Die Heil!- Rufe pflanzen sich, dem Wagen um Hunderte von Metern vorauseileno, durch die Straßen fort, durch die die Fahrt geht.

In den Reihen der Spalierbildenden sieht man sogar alte und gebrechliche Leute, sowie Schwerkriegsbeschädigte, die in dieser Stunde nur einen Gedanken kennen: wir wollen unseren Führer sehen! Aus den Baikonen kleben wie Bienenschwärme und Trauoenbündeln die Menschen, an den Häuserfronten stehen sie auf Mauersimsen und halten die Dachrinnen besetzt, oder sie drängen sich, wo immer der Fuß auch nur ein paar Zentimeter Platz und Stütze findet.

Am Marienplatz scheint ein Durchkommen kaum mehr möglich zu sein. Vom Odeonsplatz, vorbei am Mahnmal, an dem die Wache der ff mit präsentiertem Gewehr angetreten ist, geht die Fahrt vorbei amHaus der Deutschen Kunst", auf dessen Stufen Tausende von Fackeln ein einziges Lichter­meer bilden.

Japan beglückwünscht den Führer.

Telegrammwechsel mit dem japanischen Ministerpräsidenten.

Berlin, 15. März. Der japanisch« Ministerpräsident Fürst Konoye hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet:

Anläßlich der feit Jahren von Ihnen erstrebten Wieder­vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Neiche beehre ich mich Eurer Exzellenz meine aufrichtigsten Glück­wünsche auszusprechen und verbinde damit meine herzlich­sten Glückwünsche für Ihr Wohlergehen sowie für das Ge­deihen des deutschen Volkes."

Der Führer und Reichskanzler hat mit nachstehendem Telegramm geantwortet:

Eurer Exzellenz danke ich herzlich für die mir anläßlich der Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reiche ausgesprochenen Glückwünsche. Ich benutze diese Gelegenheit, um Ihnen meine aufrichtigen Wünsche für das Ge- deihen und die Größe Japans zu erneuern."