Seite 6. Nr. 60.
Wiesbadener Tagblatt
Samstag/Sonntag, 12./13. März 1938.
Wiesbadener Nachrichten.
Freudiger Widerhall in Wiesbaden.
Die Machtergreifung in Österreich.
Samstagabend Grogkundgebung.
DieReuordnungderVerhältuisseinÖster- reich haben auch in Wiesbaden einen freudigen Widerhall gesunden. Schon in frühester Morgenstunde des sonnenüberfluteten Märztages von historischer Bedeutung gingen die Meldungen wie ein Lauffeuer von Mund zu Mund. Das „Wiesbadener Tagblatt" unterrichtete die Bevölkerung durch de» Aushang von Extrablätter», die den ganzen Bormittag über von einer freudig erregten Menge dicht umlagert waren, fortlaufend über die neuesten Ereignisse in unserem Bruderland.
Spontan zeigten sich in alle» Straße« die Haken- kreuzfahnen, die Fahnen des Dritten Reiches, die nun auch über Österreich wehe» als ei» Zeichen der B l u t s v e r- bundenheit aller Deutschen. Wir freuen uns mit unsere» Brüdern jenseits der Grenze, daß es endlich gelungen ist, auch dort dem Nationalsozialismus die Stellung zuzuweisen, die ihm seit Jahre» gebührt. Österreich ist
frei, das Volk schart sich um eine« Führer, de« Führer der Deutsche«, Adolf Hitler.
Zu einer großen
Freudenkundgebung
versammelt sich am heutigen Samstagabend die Wiesbadener Bevölkerung. SämtlicheFormatione» derPartei und ihrer Gliederungen, sowie die Wehrmacht führen einen großen Fackelzug durch, der um 20 llhr vom Derusche« Gelände aus seinen Anfang nimmt und folgenden Marschweg hat: Dernsches Gelände, Bahnhofstraße, Rheiustraße, Bismarckring, Bleichstraße, Schwalbacher Straße, Röderstraße, Taunusstraße, Wilhelmstraße, Rathausstraße zum Dernschen Gelände.
Hier wird in einer FreudenknndgebuugKreis- leiter Stawinoga zu der Wiesbadener Bevölkerung sprechen. Die Rede wird durch Lautsprecher auf das Derusche Eeläude und den Adolf-Hitler-Platz übertragen.
Die Vetriebsführer werden gebeten, ihren Ee- folgschaftsmitgliedern um 18 Uhr f r e i z u g e b e n, damit sie an dem Aufmarsch teilnehmen können.
Ganz Wiesbaden erscheint zur Freuden- kundgebung.
wird sich wohl über den Takt und das gute Herz des betreffenden jungen Mädchens gefreut haben. Es hatte in schneller Geistesgegenwart die Lage erfaßt und hätte wohl auch manch anderer die 10 Pfennig gerne geopfert, wenn er nicht befürchtet hätte, die „Dame tm Pelzmantel", die vielleicht auch noch jünger war, zu beleidigen respektiv zu brüskieren.
Aber daß es gerade bei älteren Damen auch noch welch? mit Sen gibt, zeigt folgendes: Dor einiger Zeit fuhr ich von Sonnenberg zur Stadt. — An einer Zwischenhalteftelle stieg ein jüngeres Fräulein ein, als sie bezahlen wollte, fand sich aber, daß sie vergessen hatte, Geld emzustecken. Sie wollte deshalb an der nächsten Haltestelle wieder aussteigen. — Eine ältere Dame erbot sich aber sofort, ihr auszuhelfen uni- legte das Fahrgeld vor. Das betreffende Fräulein nahm es nach einigem Zögern dankbar an und erbat sich die Adresse : der älteren Dame, um es ihr zurückerstatten zu können.
Diese sagte aber in liebenswürdigster Weise: „Warum Spesen und Arbeit wegen dieses kleinen Betrages, es hat mich gefreut Ihnen aushelfen zu können, und darf das Alter doch auch etwas für die Jugend tun, reden wir über die Sache jetzt nicht mehr."
Ein altes Sprichwort sagt nicht umsonst: „Wer schnell gibt, gibt doppelt." Die Hauptsache ist, ob alt ober jung, man gibt mit dem Herzen und wird es dann nie und in ti jeder Lage als beschämend empfunden werden.
Winter-Abschieds-Eintopf!
Zum letzten Male in diesem Winter steht das Eintopfgericht am Sonntag auf dem Tisch. Kaum mehr als eine Woche wird vergehen — und der Frühling zieht, wenigstens kalendermäßig, ins Land. Umsomehr ist dieser letzte Eintopf ein symbolischer Abschied vom Winter, zugleich aber ein Schlußpunkt unter der Reihe der Eintopfsonntage, die ihr gutes Teil int Kampf gegen Hunger und Kälte beigetragen haben.
Der letzte Eintopfsonntag des Winters ist ein ganz besonderer Freudentag. Jeden von, uns, der heute fein Eintopfgericht itzt, darf mit Recht Freude und Stolz erfüllen — denn wir alle zusammen haben beigetragen, das große Winterhilfswerk des Führers wieder 'erfolgreich zu Ende zu führen, und heute erfüllt uns ganz besonders das Bewußtsein, daß der gemeinsame Wille und die freudige Opferbereit- schaft eines ganzen Volkes die soziale Rot, die es immer geben wird, zu meistern vermag! Wir haben es in diesen Jahren gelernt, daß dieses Problem nur gelöst werden kann, wenn das ganze Volk, Millionen und aber Millionen, entschlossen zusammensteht und den Kampf aufnimmt. Und wenn heute die Bilder hilflosen Elends, die wir alle einmal gesehen haben, völlid in Deutschland verschwunden sind, so ist auch dies nur das Ergebnis jenes gemeinsamen starken Willens und der gemeinsamen Opferbereitschaft.
Der Frühling steht vor der Tür. Damit wird für alle diejenigen, die in den Wintermonaten vom Winterhilfswerk betreut werden, vieles besser und das ganze Leben leichter. Zunächst fallen die Sorgen um die Heizung fort, darüber hinaus ist alljährlich mit Beginn des Frühjahrs ein starkes Anziehen des Arbeitsmarktes zu beobachten, wodurch die Zahl der Arbeitslosen weiter heruntergedrückt wird. Mit dem Frühling zieht neue Freude und neues Hoffen in jedes Herz. Wir alle wissen es, daß die Fürsorge für unbemittelte Volksgenossen auch in den Sommermonaten nicht ruht, daß sie werter unterstützt werden, daß darüber hinaus wieder die umfassende Hilfe für Mutter und Kind einsetzt, durch die Tausende deutscher Mütter und deutscher Kinder zur Erholung auf das Land geschickt werden.
Der letzte Eintopf dieses Winters mundet doppelt gut. Aber man muß ihn eben essen und nicht glauben, daß es mit der Spende allein getan ist! shg.
Rheinlands Freiheitskampf.
Eine große Ausstellung im Landesmnseum.
Am 20. März wird im Nassauischen Landesmuseum eine große national-historische Ausstellung „Rheinlands Freiheitskampf gegen Besä tz u n g und Separatismus 1918 — 1935“ eröffnet. Die Ausstellung bietet mit zirka 600 großen Original
photographien, sowie vielen hundert Urkunden, Dokumenten usw. einen fast lückenlosen Überblick über die Leiden und Röte bet zwölfjährigen Besatzungszeit. Sie beginnt mit dem Abzug der letzten deutschen Truppen im Jahre 1918 und schließt mit dem Wiedereinzug der deutschen Soldaten in ihre rheinischen Garnisonen am 7. März 1936. Die Ausstellung enthält außerdem eine Sonderschau aus der Wiesbadener Besatzungszeit.
Umgekehrt!
Auch ein Erlebnis im Omnibus.
Von einem Leser des „Wiesbadener Tagblatts" wird uns geschrieben:
Ich las in der Donneret ag-Ausgabe des „WT." bas Erlebnis „Der Groschen muß sich ja finden". Jeder Leser
DAF. Kreis Wiesbaden, Lulsenstr. 41, Fernspr,-Sammel-Nr. 59641, Sprechstunden des Kreisobmanns; Dienstags u. Freitage v. 16-18Uhr
Volksbildungsstätte.
Sonntag, 13. März, Nass. Landesmuseum. Führung durch die Sammlung Nass. Altertümer. Ltg. Dr. Ferd. Kutsch. Beginn 8 llhr.
Froher Feierabend.
Montag, 14. März, Kurhaus. Literarisch-musikalische Veranstaltung: „Der Schalk im Nacken. Beginn 20 Uhr.
Lrtswaltung W.-Mitte.
Am Montag, 14. März, 20.30 Uhr, Zellen- und Blockwaltersitzung im Sitzungszimmer der NSDAP., Bärenstraße.
Lrtswaltung W.-Tüdend.
Am Montag, 14. März, 20.30 Uhr, Amtswaltersitzung in der Gaststätte „Niederwald", Niederwaldstraße. Erscheinen aller Amtswalter ist Pflicht!
Lrtswaltung W.-Rambach.
Am Montag, 14. März, 20.30 llhr, Amtswaltersitzung in der Gaststätte „Rebstock". Erscheinen aller Amtswalter ist Pflicht!
Äreisfachabteilung „Verkehr und öffentliche Betriebe".
Am Montag, 14. März, 20.30 llhr, Vertrauensratschulung in der Gaststätte „Lokomotive", Dotzheimer Straße. Arbeits-Gemeinschaften I und n. Redner: Pg. Dr. Schlick.
Lrtswaltung W.-West.
Am Montag, 14. März, 20.15 Uhr, Amtswaltersitzung in der Gaststätte „Westendhof", Schwalbacher Straße. Redner: Pg. Dernbach. Erscheinen aller Amtswalter ist Pflicht!
Das altbewährte Hausmittel hilft
OJjß 4.S ^S- vorrätig ^Kräuter-Reformhaus Meqrer,
Ach so, Privatweg!
. Wer hat noch nicht solch einen Stoßseufzer gehört. Es gibt nämlich zwei Arten von Wegen: Wege für gewöhnliche Sterbliche und — nun eben Privatwege. Privatwege sind solche Wege, die . . . Wir haben uns einmal nicht an den obligaten Zusatz: „Für Unbefugte verboten" gehalten und und trotzdem einmal einen solchen Weg gelustwandelt, zumal und alldieweil, die verbotenen Früchte seit Adam und Eva nun einmal besser schmecken als die erlaubten. Außerdem war es einer jener schönen Märzmorgen, die in diesem Jahre besonders angenehm und sonnig sind. Und wir erlebten nun eine seltsame Überraschung. Einer der schönsten Promenadewege erschloß sich uns mit einer reizvollen Aussicht über das Dächermeer der Stadt mit den Türmen der Berg- und der Maria-Hilfkirche, dem roten Turm auf dem Schulberg und den grünen Kuppeln der Hotels. Davor erhoben sich alte Bäume aus einem schmalen Rasenstreifen. Zwar ist heute der Weg. der „Adolfsberg" am Eingang der Taunusstraße, nahezu an seinem Ende noch durch ein Tor verschlossen. Durch die ©itterftäbe dieses Tors aber Miaut ein Stück Geisbergstraße. Würde dieses Tor nun geöffnet, aber wer weiß, wer zu ihm den Schlüssel hat. so wäre für unsere zahlreichen Kurgäste wie auch für die Einheimischen ein neuer Spazierweg geschaffen, der sich vielleicht durch Einfügung einiger Treppenstufen noch etwas gangbarer gestalten ließe. Also, öffnet das Tor und beseitigt bas sinnlose blaßblaue Schild über dem Lichtspieltheater: und Wiesbaden wäre wieder einmal um einen Spazierweg — und vielleicht eine Treppe — reicher. —e.
Foto»Appora*e aller Marken auch zu bequemen Monatsrat.
Grosse Burgstrosse gegenüber der Kurpost
— Das erste Grü». Öde und einsam liegen die Felder da im winterlichen Schlaf, auch wenn die Schneedecke schon hin- weggeschmolzen ist. Nirgends sicht man ein Grün, nur Braun und wiederum Braun der schlafenden Erde. So dünkt einem beim ersten Anblick. Aber — o Winter — auf einmal entdeckt man, wenn der Blick eindringlicher über die Felder gleitet, auf diesem und jenem Acker Millionen kleiner smaragdgrüner Spitzen, die erst vor kurzem die Erde durchbrochen haben müssen und nun dem Lichte entgegenstreben, die Wintersaat. Es ist dies das erste Zeichen jungen,
Achtes Zykluskonrert inrAurhaus
Das Solistenprogramm des 8. Zykluskonzeris am Freitag hatte mehrmals geändert werden müssen. Margarete Klose war verhindert, Maria Fuchs konnte nicht kommen. Torsten Ralf sagte am letzten Tage ab. In die Bresche sorang die Düsseldorfer Altistin Elisabeth Höngen, die wir hier bereits kennen und schätzen gelernt haben. Sie wiederholte — und das sei ihr durchaus nicht verübelt — das wirkungsvolle Stück, bas sie sich bereits bamals aus dem beschränkten Repertoire dramatischer Altvartien herausgesucht hatte: die Arie der Andromache aus Max Bruchs Chorwerk „Achilleus". Es gelang ihr sehr überzeugend. Sie versteht zu gestalten, die Akzente an die richtige Stelle zu setzen, die Atem- iuhrung mit den musikalischen und textlichen Phrasen in Einklang zu bringen, Färbung und Dynamik der Tongebung nicht bloß von außen her aufzutragen, sondern vom Wortlaut und von der Melodiespannung her zu empfinden. Sie verfugt über die dazu notwendigen stimmlichen Mittel, die namentlich im piano gut beherrscht werden, sodaß die lyrischen Stellen nicht weniger eindrucksvoll gerieten als die dramatischen Ausbrüche. An der monumentalen Wirkung dieser Geiangsszene hatte die sehr spannkräftig angelegte Orchester- begletiung unter Schuricht starken Anteil.
Gern begrüßt und durch gelegentlichen Beifall unterbrochen wurde die andere Programmnummer, die Elisabeth Hongen sich geroablt batte: Schumanns Liederzyklus nach Gedichten von Chamisso .Arauenliebe und -leben". Daß sie uns nicht mit einem billigen Bukett aus Reißern absveiste, wie manche berübmtere Kollegin, sei ihr besonders gedankt. Es gilt heute als vornehm. Schumann etwas über die Achsel anzusehen, insbesondere gerade diesen Chamissozvklus zu unterschätzen. Dabei ist selbst Schumann nie mehr solche Zartheit der Abtönungen eines einheitlichen Siimmungsgrundes, solche vollendete Übereinstimmung zwischen Wortform und Musifform gelungen, mögen auch die Eichendorfflieder das Wesen deutscher Romantik farbiger und tiefer spiegeln. Elisabeth Sangen steigerte sich in ihre Aufgabe hinein, sodaß besonders bei den letzten Liedern eine feine Übereinstimmung zwischen Tongebung und Ausdrucksgehalt zustandekam. Rur sollte sich die begabte Künstlerin davor hüten, ungenau zu intonieren und die Töne von unten her anzuschleifen. Darunter leidet nicht nur die akustische Reinheit, sondern auch die Plastik des Vortrags. Umsegelt sie diese Klippe, io
wird sie sich in die erste Front deutscher Konzertsängerinnen einreihen dürfen. Ernst S ch a l ck begleitete den Liederkreis mit sympathischer Schlichtheit, ohne ein feines Gefühl für die poetischen Reize seines Parts vermissen zu lassen: die dezente Wirkung des Nachspiels — einer Erinnerung an das verlorene Glück — sei ihm besonders gedankt.
Carl Schuricht ließ zu Anfang das 4. Brandenburgische Konzert von Vach in der rechten kleinen Besetzung musizieren und erreichte dabei ein so kultiviertes, durchhörbares und schlackenfreies Zusammenspiel, wie man es bei heutigen Bachaufführungen selten genießen kann. Die Geläufigkeit. mit der Justus Ringelberg den solistischen Violinvart. die Zuverlässigkeit, mit der die Flötisten Franz Danneberg und Erwin Frost ihre obligaten Stimmen durchführten, ergab im Verein mit der Leistung . des Orchesters reizvolle Klangbilder in alten drei Sätzen. Namentlich beim letzten zeigte sich, wie klug es ist. ein kräftiges und rasches Tempo bei Bach mit betonter Zurückhaltung zu beginnen: bann erst gerät es frei vom Schwall und vermag sich zu entfalten.
Schuricht konnte seinen Beethovenzyklus nicht schöner schließen, als mit einer so meisterhaften Aufführung der vierten Sinfonie, wie mir sie diesmal erlebten. Die Vierte Gehört zu den weniger bekannten, gerade weil sie ein Elücks- ind der Beethovenschen Muse ist. Kurzsichtige haben sie gar für einen Rückfall von der mit der Eroica erreichten Sture gehalten. Die Wiedergabe stand ebenso lächelnd über den Problemen der „Deutung" und „Auffassung" Beethovens, wie der Schöpfer lächelnd über den Problemen der poetischen Idee gestanden hat. Sie wirkte überall natürlich und war dabei doch durchweg von höchster Bewußtheit getragen. Die Akzente des Blechs waren sparsam verteilt und wirkten um so kräftiger. Seiten hat man die Streicher so geschmeidig gehört, selten so tief ins wunderbare Gefüge des Adagios geblickt. Köstlich geriet der Schlußsatz. Die Hörer feierten Dirigenten und Orchester sehr herzlich.
Dr. Wolfgang Stephan.
* Erne Eichendorff-Over. Der auch in Deutschland sehr bekannte schweizerische Komponist Othmar S ch o e ck arbeitet öur Zeit an einet Oper „Das Schloß Durande". Bei dem Textbuch, das der alemannische Dichter Hermann Butte geschrieben bat. handelt es sich um eine freie Dramatisierung der gleichnamigen Erzählung von Eichendorfs. Schoeck komponierte bereits über fünfzig Gedichte von Eichendorff.
Aus Aunst und Leben.
* (Erfolg einer deutschen Künstlerin in Amerika. Die New Yorker Zeitungen bringen baltenlange Berichte über das erste Auftreten der sudetendeutschen Sängerin Gertrude P i tz iin g er in amerikanischen Konzertsälen. Der Referent der „Serald Tribüne vernchert. seit Elena Gerhardt keine deutsche Liedersangetin von.solchem Format gehört zu haben, xv.s kommt in vielen Seaions nur einmal vor, daß eine »angertn solch einen unmittelbaren Erfolg erzielt", schreibt „New Bork Journal". In der „New York Times" wird die augerordentlrche Stimme, bas.tiefe Verständnis, die Echtheit des Eeiuhls und die Meisterschaft der Künstlerin gerühmt. Die deutschgeichriebene .Staatszeitung" hebt „die selbst im Bartelten noch spurhare Wucht des Vortrags, das unbedingt Überzeugende der Gestaltung" hervor.
* Deutsche Uraufführung einer unbekannte» Verdi-Oper in Chemnitz. „Das heilige Feuer" („Die Schlacht b« Legnano"), eine vergessene und bisher völlig unbekannte Oper von Guijeppe Verdi, die aus den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts (1848) stammt und noch vor den große« „Ersolgsopern" des Meisters entstanden ist, erlebte im Chemnitzer Opernhaus ihre erfolgreiche erste Aufführung. Die äußerst geschickte, bühnenwirksame und dabei durchweg stilvolle Bearbeitung der Oper, die einen neuen, ungemein interessanten Beitrag zur Frage der Verdi-Renaissance darstellt, hatte der bekannte Berliner Staatstheater-Dramaturg Dr. Julius Kapp übernommen. Das Werk läßt musikalisch die ganze melodische Ursprünglichkeit und reiche schöpferische Erfindungskraft des jungen Verdi erkennen. Die darstellerisch, szenisch und musikalilch glänzende Aufführung, der auch zahlreiche auswärtige Gäste beiwohnten, fand mit Recht höchst beifällige Aufnahme und bedeutete ein neues Ruhmesblatt in del Geschickte dieser Opembühne. F. D- ßepel.
* Der Künstler. Wenn ein Maler, der in seinem Atelier an einer neuen Arbeit itebt. oder auch schon vor einem vollendeten Bild, von einem Besucher über Wille und Absicht befragt wird, so kann er von seiner Idee sprechen von dem Gegenständlichen, von seiner Technik und Stilart. Aber ichlieglich. das Beste mag er doch nicht sagen auch wenn es sagbar wäre. Peter Dorsi«».
