Sonntag, 6. Mürz 1938.
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ein vom Reichsnährstand
^Nächte in spanischen (Bärten.“
Von Walther Reubach.
Wohl der schönste und edelste Frauenberuf war und ist auch heute noch der Beruf der Schwester. Auch hier bieten sich durch die vielen Berufsabzweigungen etwa als Rote-Kreuz- Schwester im Sanitätsdienst oder int Krankenhaus, als NS.- Eemeindeschwester in der Fürsorgearbeit oder als freie Pflegerin in Kliniken oder Privathaushaltungen die verschiedensten Möglichkeiten, einer besonderen Begabung und Neigung nachzugehen. Die Ausbildung als Schwester umfaßt Wei Jahre und wird mit der Staatsprüfung abgeschlossen. Wer die erforderliche (Eignung mitbringt, hat auch int Schwesternberuf Aufstiegsmöglichkeiten, etwa zur Oberschwester und Oberin. Die Ausbildung verlängert sich dann mit dem Besuch der Schwesternhochschule.
Neigung und Begabung werden, wenn beim Schulabgang keine klare Entscheidung fallen kann, int Laufe der Ausbildung den rechten Weg weisen. Wichtig ist nur, dah all die wachen Frauenkräfte zu dem Platz hinfinden, auf dem sie zum Besten ihres Volkes wirken können. L. P.
Haue bekommen!" Von früh an kann das Kind zu Geschick^ ! lichkeit und Gewandtheit erzogen werden. Die Mutter sollte besser sagen: „So, nun wollen wir einmal versuchen, ob wir nicht über den Stein laufen können, ohne zu fallen." Das Kind wird ein großes Vergnügen daran haben, gemeinsam mit der Mutter über den Stein zu springen. Und es wird beim zweiten Male vorsichtiger sein und Schreck und Schmerz sofort vergessen haben. Mimi Walderath.
sie dorthin zieht, haben in den ländlichen Frauenberufen, wie etwa der Siedlungsberaterin, der Haushaltspflegerin usw. mindestens die gleichen guten Aussichten wie in der Stadt, da überall ein starker Mangel herrscht. Auch die ländliche Haushaltspflegerin muß eine zweijährige hauswirtschaftliche Lehrzeit ableisten. Für sie ist jedoch ei '' " , s
anerkannter Lehrbetrieb erforderlich, damit sie sich gleich- seitig die notwendigen ländlichen Kenntnisse aneignen kann. Am Schluß dieser Lehrzeit legt die Berufsanwärterin eine Prüfung int ländlichen Hauswerk ab; dann kann sie eine zweiklafsige Landfrauenschule besuchen, die sie mit der Staatsprüfung beendet. Allerdings muß die ländliche Haushaltspflegerin dann noch zwei Jahre in bezahlter Stellung tätig fein, bevor sie ihre staatliche Anerkennung erhält.
Maria Mertens hob das Glas an die Lippen; die letzten Tropfen des herben, edlen Weines schienen die Gegenwart wegzuspülen.
„Der letzte Satz dieser Sinfonie „In den Gärten der Sierra von Cordoba" hat mich damals gefangen genommen. Was heißt „gefangen genommen“? Unfrei war ich schon lange vorher, aber dieses glühende, bejahende Leben, dieses Durcheinander von Rhythmen und Motiven: das konnte nur ein Erwin Krüger so empfinden, so aus seinen Künstlern herausholen, wie er es getan hat. Das war ein Stück von seinem eigenen Leben und Fühlen; auch der Schluß, in dem der Satz verklingt, wenn sich die Nacht der spanischen Gärten herabsenkt. Mein Lieblingsstück ist cs dann geworden, und wo wir zusammen in den Konzertsälen gestanden haben, in Wien und Berlin, in Rom und Amsterdam, in Paris und Kopenhagen: wenn er zum letztenmal den Taktstock hob und wenn sein Blick mich dabei gesucht hat, dann wußte ich: jetzt kommen die „Nächte in spanischen Gärten". Die galten mir, ihre Tremolos und Triller, ihre Tanzrhythmen und ounkelmelancholischen Weisen. Und deshalb weiß ich nicht: soll ich, wie Sie sagten, freudig oder erschreckt sein? Ich meine deshalb, weil . . ."
. weil Erwin Krüger noch immer die „Nächte in spanischen Gärten" in seinem Programm hat, als Schluß sogar wie einst."
„So ist es, Professor. Deshalb bitte ich Sie: wir wollen hinetngehen! Nicht als letzte, im Blickfang aller Menschen. Er soll mich hier nicht sehen; et darf mich nicht sehen. Morgen reist er ab, nach Hamburg. Und dann wird sein großer Erfolg kommen, sein Gastspiel in Amerika. Ich will kein Zusammentreffen mit ihm. Vielleicht bin ich glücklich, vielleicht sogar zu glücklich. Und dann macht man immer die größten Dummheiten.
Je früher das Kind lernt, seinen Schmerz selbst zu besiegen, um so besser ist dies für seine späteren Erfahrungen.
Unsinnig ist es auch, dem Kinde etwas einzureden, daß der Stein, übet den cs gestolpert ist, an seinem Fall Schuld habe. Vielleicht gar noch zu sagen: „Der böse Stein! Der muk
Sie lächeln, Professor? Jawohl! Glücklich über die „Nächte in spanischen Gärten". Aber er soll es nicht wissen; bas paßt schlecht zu Maria Mertens, wie er sie geliebt hat."
Der „Blaue Saal" hatte sich gefüllt. Das Stimmen der Instrumente, das letzte Raunen und Flüstern der Menschen versickerte langsam in der Lautlosigkeit und Stille, die mit dem Erscheinen Erwin Krügers in den Saal gekommen war. Hoch ausgerichtet stand er an der Rampe des Podiums; der Blick ging über die Köpfe der Menschen hinweg ins Leere. Ein Herr im Frack war neben ihn getreten; der Veranstalter dieses Abschiedkonzertes. Ein verlegenes Lächeln ging übet fein Gesicht, als er verkündete:
„Leidet mußte eine kleine Änderung im Programm ein= treten. Als letztes Stück wird Herr Erwin Krüger nicht die „Nächte in spanischen Gärten" dirigieren, sondern die Konzert- Ouvettüte „im Herbst" von Edvard Erleg.
Nur wenige vernahmen den leisen, unterdrückten Aufschrei, der in der hintersten, dunkelsten Ecke des Saales erklang; nur wenige sahen den Blick, mit dem Erwin Krüger bei den Worten des Sprechers unter den Hunderten von Menschen eine Frau gesucht, gefunden, wiedergeftlnden hatte. —
Maria Mertens stand auf dem Balkon ihres Zimmers. Der Abend war klar, so klar, wie nur der Sommer seine letzten Stunden zwischen Wachen und Schlaf in einem hellen Dunkel verdämmern läßt. In den Händen hielt sie ein zerknittertes Stück Papier, das Programm des Konzertes. Nur die blatt- schweren Bäume des Parks hörten ihre leisen Worte:
„Also auch du bist immer noch so stolz wie früher, Erwin Krüger. Hast mich erkannt und willst mir nicht zeigen, daß du mich noch liebst. Wie einst in den Nächten in spanischen Gärten! Nein, viel, viel mehr! So wie ich dich heute liebe!“
Als Maria Mertens in ihr Zimmer zurückttat, hatte der erste Schimmer eines neuen, hoffnungsvollen Tages bk Schatten ber Nacht besiegt.
Mädi füllt...
Kleines pädagogisches Kapitel.
Beinahe jeden Tag kann man die folgende Szene beobachten: die Mama geht mit ihrem Töchterchen spazieren. Das Kind läuft voran, stolpert und liegt auch gleich auf der Nase.
Wie verhält sich nun die Mutter?
Sie wird ängstlich und erschreckt zu ihrem Liebling eilen und besorgt fragen: „Mein armes Mäuschen, hast du dir weh getan? Das arme Kind, aber es ist nicht schlimm, nicht wahr? Nicht meinen, Liebling, es ist ja schon vorbei. Nicht weinen!" Und das kleine Mädchen, bas bis dahin noch gar nicht geweint hatte, sondern so erstaunt war über die plötzlich eingetretene neue Lage, daß es nicht einmal an Schmerzen, geschweige denn an Weinen gedacht hatte, sieht instinktmäßig den rechten Augenblick gekommen, um ordentlich loszuweinen. Und es hat recht, denn dafür wird es sicherlich bald ein „Pflaster" in Gestalt eines zuckersüßen Bonbons bekommen.
Zuweilen kann man auch beobachten, wie die Mutter in solchem Fall ihren Schreck durch Schelten bezwingt. Sie stürzt auch zu dem Kinde, aber sie reißt es dann am Ärmchen hoch und macht ihm Vorwürfe: „Ich sage doch immer, du sollst dich vorsehen! Nun ist das schöne Kleid schon wieder schmutzig. Wie oft soll ich dir das nur sagen! Wer du wirst me hören!" Nach diesen vernichtenden, in drohendem Tone gesprochenen Urteil sollte eine leicht beeindruckte Kinderseele es nicht mit bei Angst bekommen? Unfehlbar wirb das Kind zu meinen beginnen. Dann heißt es zuweilen: „Wenn du nun auch noch weinst, bekommst du noch Schläge dazu!"
Warum verlangt die Mutter von ihrem Kinde Selbstbeherrschung, wenn sie sich nicht selbst überwinden tarnt? Wenn sie sieht, daß bas Kind sich nicht ernsthaft weh getan haben kann, sollte sie es ermuntern, selbst aufzustehen. Diese Aufmunterung wird den Schreck bald vergessen machen. Und selbst bei einem gefährlichen Sturz ist es zu überlegen, ob man nicht dem Kind zureden sollte, von allein aufzustehen. Die Mutter wird bann schnell übersehen, ob die Verletzung des Kinbes bebenklich ist.
Der brüte Satz ber „Sinfonie c-moll“ näherte sich seinem Ende. Noch einmal straffte sich bie Gestalt des Dirigenten, und die Geiger und Bläser gehorchten wie immer der Hand und dem Blick des Meisters. Anton Bruckners Leben und Abschiednehmen stieg aus den Instrumenten empor, sein Wissen um den nahen Tod. Schmerz, Trauer und Einkehr klangen noch einmal auf, das „Miserere" und „Erbarme dich" der dritten Sinfonie; ein letzter Blick auf das Adagio feiner „Achten". Die Hand Erwin Krügers hatte sich gesenkt; lautlos waren die schweren Türen des „Blauen Saales“ aufgegangen.
f Als die Stille der Ergriffenheit durch ein erstes schüchternes Klatschen unterbrochen wurde, setzte ber Beifall ein. Wie die Meeresflut brandete er hinauf zu dem Podium, strömte zurück und griff durch die offenen Saaltüren auch wieder nach den Zuhörern, die schon den dröhnenden Raum verlassen hatten. Erst bas Rauschen bes Winbes, das wie eqie Zustimmung der Natur durch bie Blätter ber alten Bäume zog, hüllte bie letzten Klänge ber Begeisterung ein.
Auch Maria Mertens hatte sich erhoben. Der lichte Kranz ihres blonben Haares lag wie eine Opfergabe bes jungen, lachenden Gebens über den gedämpften Farbtönen der Abendkleider und Gesellschaftsanzüge. Neben ihr tauchte, die Menge um Haupteslänge überragend, das scharfgeschnittene Gesicht Peter Brauers auf. Man sah den ergrauten, kantigen Kopf des bekannten Musikschriftstellers nicht zum ersten Male neben dem Madonnenscheitel der Sängerin.
„Ein Zufall, Frau Maria, daß ich Sie hier antreffe? Ein Zufall auch, daß Sie beim Abschiedskonzert Ihres Mannes" — ein verlegenes Räuspern erstickte das letzte Wort — „Verzeihung ! — Erwin Krügers zugegen find? Die Pause dauert eine halbe Stunde. Wollen wir draußen eine Erfrischung zu uns nehmen?"
Maria Mertens hatte den Arm des Sprechers ergriffen; erst als eine kleine Nische der Kurterrasse die Schutzmauer blühender Sträucher und rankenden Efeus vor ihr aufgebaut hatte, suchte ihr Blick bie fragenden Augen Peter Brauers. „Jawohl, Professor! Ein Zufall, ein reiner Zufall. Beides, das Zusammentreffen mit Ihnen und meine Anwesenheit bet diesem Konzert. Ich habe, als ich vor einer Woche hier angekommen bin, nicht gewußt, daß er heute seinen Abschiedsabend gibt."
„Und wenn Sie es gewußt hätten: hätten Sie bann Ihre Ferientage an einem anberen Orte verlebt, ober wären Sie dennoch nach Wiesbaden gekommen? Ich darf doch so fragen, Frau Maria?" — bie Hand Peter Brauers umfaßte den Arm bei Sängerin — „Sie wissen ja, wie ich Sie beide Menschen liebe und schätze.“
„3a, Sie dürfen diese Frage stellen. Und dennoch: wozu das alles? Warum rühren Sie an die alten Wunden, die noch nicht vernarbt find und die wohl nie ganz verheilen werden? Aber Sie sollen eine Antwort auf Ihre Frage haben. Hier ist sie: Ja. . . und Nein!“
Buntes Licht flammte auf dem Dache bes Kurhauses auf unb sandte rote und grüne Strahlenbündel in die düsteren Baumkronen. Die Wasser der Springbrunnen tanzten in unwirklichen, zerfließenden Farben, schossen in kecken, übermütigen Säulen in die Luft unb purzelten, wie wenn bas farbige Licht sie auf ihrem Wege gestört hätte, wieder zur Wasserfläche hernieder. Die Stimmen der festlich gekleideten Menschen schwirrten durcheinander, bunt und zitternd wie die Farben, die im Jneinanderfließen bas Bilb bes Abends mit einer unruhigen Bewegung erfüllten. Ein Singvogel sandte, in seiner nächtlichen Ruhe aufgescheucht, ein paar Triller seines Liedes in bie Nacht. Auch das klang wirklichkeitsfern unb traumhaft, wie alle Töne, bie der Abend verwischte.
„Ja unb Nein? Eine salomonische Antwort! Aber ich weiß, was Sie bamit sagen wollen. Dars ich als alter Freund einmal offen zu Ihnen reden? Auch ich trage ein 3a unb Nein mit mir herum; bas eine kommt vom Menschen, bas anbere vom Künstler."
Maria Mertens zerpflückte mit spielerischen Hänben die Blüte einer Rose. „Sprechen Sie, Professor! Der Wend gestattet alles."
„Als vor zwei Sahren 3hre Ehe mit Erwin Krüger in die Brüche ging, da war ich — ich darf doch ehrlich sein? — ein wenig erfreut und zugleich erschrocken. Erfreut deshalb, weil. . . Aber ich will 3hnen nicht noch einmal sagen, was Sie ja schon lange wissen. Heute nicht, erst recht nicht nach 3hrem „3a und Nein“. Erschrocken war ich über den Verlust, den bie Kunst — nein, die ganze Menschheit — erleiden mußte, wenn Erwin Krüger unb Maria Mertens nicht mehr zusammen bas Herrliche an letzten Offenbarungen geben sollten, was Tausende wie ein Geschenk bes Himmels empfangen haben. Lachen Sie nicht über meinen überschwenglichen Ton; Sie wissen, baß ich auch anbere Worte finden kann, wenn der Widerhall in mir selbst nicht ber gleiche ist, daß ich auch bei einem Erwin Krüger und einer Maria Mertens manchmal mit dem Finger gedroht habe. Sind wirklich alle Wege verbaut, die Sie beide wieder zusammenführen könnten?"
Der große Garten war still geworden; die Menschen waren langsam in die Halle des Kurhauses zurückgeflutet; ganz leise strich der kühle Nachtwind über bie leeren Pokale und Gläser. Die Weiher und Wasser lagen im Dunkel, und die Fontänen plätscherten geschwätzig und zuftieden, unbehelligt von den Strahlen und Kegeln künstlichen Lichtes.
„Noch kurz vor unserer Trennung sagte einmal Erwin zu mir: Was ich am meisten an dir liebe, das ist dein Stolz, der Bnie verschenkt. Soll ich ihm heute sagen, schreiben, zeigen, ich innerlich schon tausendmal den Weg zurückgegangen bin, den uns eine Unbesonnenheit, ein zu starker Drang der Selbstsucht, damals getrieben hat? Daß ich ihn heute noch liebe, vielleicht mehr als vor Jahren unb in den Tagen, wo damals — es war bei unserem Gastspiel in Spanien — die ersten Worte zwischen uns gesprochen worden find? Er ist sich gleich Geblichen, als Mensch und als Künstler. Sehen Sie sich feine Jrograntme an! Das ist echt Erwin Krüger! Vach und Beethoven, Debussy und Erieg, Liszt und Reger. Und als Schluß — Sie haben ja wohl bas Programm gelesen — bie „Nächte in spanischen (Sorten von Manuel da Falla."
Schöne Wäsche.
Von Charlotte Till. ‘
Die Zeiten ändern sich. 3m Mittelalter ging man nachts nackt zu Bett und legte am Tag besonderen Wert auf ein feines Hemd. Vor 1857 galten die weißen Unterröcke als höchste Eleganz — unb bann machte bet farbige unb zum Kleid abgetönte Unterrock seinen Weg bis zu dem Augenblick, wo er, einige Jahrzehnte später,' schöner unfc verschwenderischer ausgeftattet ist als der Rock, „Supon“ benannt wird dadurch, daß et aus starren Tasten gearbeitet wurde, den knisternden, rauschenden Laut bes „Frou-Frou" von sich gibt.
Die raschelnben „Frou-Frou"-Damen wären ebenso erstaunt gewesen, hätten sie unsere schlichten dehnbaten Hemd- Höschen aus Trikotagen tragen sollen wie wir, wenn man uns ihre überladenen „Supons" aus schweren, z. B. grün ge»
was soll unsere Tochter werden?
Hauswirtschaftliche und mütterliche Frauenberufe.
II.
Unter ber Fülle der Berufsmöglichkeiten für bas schulentlassene Mädel müssen vor allem einmal alle hauswirtschaftlichen unb mütterlichen Berufe herausgestellt werden. Denn gerabe sie entsprechen der Veranlagung der Frau am stärksten. Noch entscheidender wird der hauswirtschaftliche Beruf dadurch, daß er die sinnvollste Vorbereitung für die schöne Lebensaufgabe ber Frau als Hausfrau und Mutter ist. Darum sei zunächst fcstgestellt, daß bas „Hauswirtschaft- liche Jahr“ überhaupt die Grundlage für jedes Mädel bilden sollte, ganz gleich, ob cs später einen hauswirtschaftlichen Beruf erwählt, oder Neigung unb Begabung auf wissenschaftliche ober künstlerische Berufe verweisen.
Wer bas Hauswirtschafttiche Jahr auf eine zweijährige Lehre erweitert, kann im Anschluß baran bie Hausgehilfin- nen-Priifung ablegen unb darf damit den Namen „geprüfte Hausgehilfin“ führen. Die zweijährige hauswirtschafttiche Lehre steht allen Mädels offen, der 14jährigen Volksschule rin ebenso wie der Abiturientin. Während des hous- wirtschastlichen Jahres erhält der Lehrling Kost, teilweise auch Wohnung, dazu Taschengeld und ist der Krankenkasse angeschlossen. Das Mädel kann sich also seine Ausbildung selbst verdienen unb bamit kinderreiche Eltern entlasten.
So darf man die hauswirtschafttiche Lehre geradezu als ein Sprungbrett für alle Frauenberufe bezeichnen. Für alle biejenigen, bie im Augenblick des Schulabganges noch nicht genau wissen, für welchen Spezial beruf sie sich entscheiden sollen, bebeutet die hauswirtschaftliche Lehre ein ideales Stadium der Besinnung und Vorbereitung.
Mädel, die dem Lande entstammen oder deren Neigung
