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Wiesbadener Tagblatt

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Nr. 44.

Dienstag, 22. Februar 1938

86. Jahrgang

«iqeigenpretfe: <Em Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalts tm Anzeigenteil Grund, pre^ 7 Rpf. der 85 Millimeter breiten Spotte im Tertteil 60 !Rpf., sonst laut Preisliste Nr. Nachlagstaffel B - Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewahr, übernommen. - Schluß der Anzeigen. Annahme 9-/- Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden

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Nnterhaltimgsbeilage. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorl.

Lord Halifax.

des

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Impulse der den Westmächten sich über Deutfch- diesem national« in die Kombi-

Daraus ergibt sich aber auch, daß die großen Politik nicht mehr allein von ausgehen und ausgchen können. Man kann land nicht hinwegsetzen, sondern muß mit sozialistischen Deutschland rechnen und es

Der po l n i s ch e A u ß e n m i n i st e r Beck wird einer amtlichen italienischen Verlautbarung zufolge auf Ein - labung der italienischen Regierung Anfang Marz zu einem offiziellen Besuch in die italienische Hauptstadt kommen.

Angesichts dieses Tatbestandes werde die Erklärung des Reichskanzlers, die die Achtung vor den polnischen Rechten in,Danzig zum Ausdruck bringt, als ein neues höchst positives Moment betrachtet, das nicht nur das friedliche Verhältnis zwischen Polen und Deutschland festigt, sondern auch zu einer freund­schaftlichen Zusammenanbeit führt.

Wen null die Wungen des Führers zu der Auziger Fruge.

Ein neues positives Moment für die deutsch-polnische Zusammenarbeit.

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Methodenwechsel in England. Chamberlain beruhigt Paris. Vor einer außenpolitischen Aussprache im französischen Parlament.

meine Verständigung bessere Aussichten als das Beharren auf dem Dogma, das entscheidende Fortschritte in der großen europäischen Politik verhinderte.

Delbos bespricht sich mit den Botschaftern Amerikas und Sowjetrutzlands.

Paris, 22. Febr. (Funkmeldung.) Außenminister Del­bos hatte am Montagnachmittag Unterredungen mit dem sowjetrussischen und mit dem amerikanischen Botschafter. Es wurde die internationale Lage nach der Rede des Reichs­kanzlers und nach dem Rücktritt Edens geprüft

Eine amtliche Stellungnahme derGazeta Polska".

Warschau, 22. Febr. (Funkmeldung.) DieGazeta Polska' veröffentlicht heute eine Stellungnahme zu den Er­klärungen des Führers über die deutsch-pol­nischen Beziehungen, die durch ihre Aufmachung amtlichen Charakter trägt.

Die Erklärungen des Führers über die deutsch-polnischen Beziehungen habe die polnische öffentliche Mei­nung mit wahrer Befriedigung entgegen­genommen. Der Reichskanzler habe noch einmal bestä­tigt, daß die neue Phase der Beziehungen zwischen den beiden Nationen die Probe bestanden habe. Er habe weiter an die Rolle erinnert, die der autoritäre Entschluß Mar­schall Pilsudskis bei dieser historischen Wende ge- fpielt hat.

Weiter erinnert das Blatt daran, welches Aufsehen die Erklärung vom 26. Januar 1934 in der Welt heroorrief. sogar Staatsmänner, die eine Änderung in den deutsch- polnischen Beziehungen positiv bewerteten, seien nicht sicher gewesen, ob dieses bedeutende Experiment die Probe bestehen werde. Es sei auch nicht weiter verwunderlich, daß sowohl in Polen als auch an anderen Stellen die Danziger Ange­legenheiten als eine für die deutsch-pol- nifchen Beziehungen symptomatische Frage betrachtet würden. Ebenso natürlich sei, daß der Reichs­kanzler in seiner offenen, aber darum nicht weniger präzisen Erklärung die Danziger Fragen berührt hat. Seine Formulierung, daß der polnische Staat die natio- nalen Verhältnisse respektiert und die freie Stadt sowie Deutschland die polnischen Rechte, entspräche den

polnischen FordeMNgen und vollkommen einer vernünftigen, objektiven Analyse des Tatbestandes auf diesem Gebiet. Polen hat keinerlei Interesse, die Freiheit des inneren Lebens der deutschen Be­völkerung Danzigs zu beeinträchtigen und Itehe auf diesem selben Standpunkt mit derselben Ent­schiedenheit, mit der es vollen Respekt für seine guten Rechte und Interessen fordere.

Die Rechte Polens seien zum Teil in dem Rechtsstatut der freien Stadt, zum Teil in zweiseitigen polnisch-danziger Vereinbarungen festgelegt und betreffen Zollangelegenheiten, den Hafen, Berechtigungen auf dem Gebiete des Verkehrs­wesens, die Fürsorge über die moralischen und materiellen Interessen der polnischen Minderheit und der polnischen Staatsbürger auf dem Gebiete der freien Stadt. Um diese und nicht um irgendwelche andere Interessen kümmere sich unerschütterlich die Regierung der Republik Polen, die sich keiner Doktrin verschrieben habe.

Der Reichskanzler habe an die verschiedenen Versuche, den uneben zu stören, und an verschiedene Zeitabschnitte in den komplizierten Danziger Beziehungen erinnert. Es sei festzustellen, daß die polnische Regierung sich niemals bemüht hat, diese oder jene Konjunktur auszunutzen, um sich in folche Gebiete einzumifchen, die, wie das innere Leben der deutschen Bevölkerung Danzigs, wicht zu den wirklichen

Eden war eben Vorkämpfer der kollektiven und der globalen Methoden, also einer Methode, die alle Fragen zugleich lösen will, die zur Lösung reifen (tragen, wie die, Fragen, die heute noch nicht spruchreif sind. Er glaubte, daß eine von allen auf dem Wege über den Völkerbund gefundene gemeinsame Anschauung für alle ver­bindlich sein müßte und daß Lösungen nur dann möglich wären, wenn sie alle Fragen auf einmal global um­fassen würden. Daß diese Methode nicht zum Ziele führt, darüber bestand bei uns seit langem auch nicht der mindeste Zweifel. Wir haben uns denn auch wiederholt gegen Herrn Eden und seine doktrinären Anschauungen wenden müssen. Schon in der großen Reichstagsrede des Führers sind die Widersprüche, in die sich Eden mit diesen Methoden ver­wickelte, klar gekennzeichnet worden.Zur allgemeinen Ent­spannung hat jedenfalls", so stellt auch die Deutsche Diplo­matische Korrespondenz fest,die Praxis, wie sie der britische Außenminister auf Grund seiner Theorien und Doktrinen aus­übte, nicht beigetragen, vielmehr hat seine Politik bestehende natürliche Sympathien und auch Ve r stä nd igun gs- möglichkeiten auf mancherlei Gebieten doch wohl eher nachteilig beeinflußt. Die Völker Europas können sich einen Stillstand in ihrer Entwicklung und auch in ihren zwischenstaatlichen Beziehungen nicht erlauben. Sie streben aus innerster Überzeugung alle ehrlich nach Frieden und Ver­ständigung. Deutschland und ebenso Italien stehen dem englischen Volk ohne Vorbehalt und ohne Hinter­gedanken gegenüber. Sie erheben allerdings den berech­tigten Anspruch, daß auch ihnen mit der Unvoreingenommen­heit begegnet wird, die ihrer Bedeutung als politischer Faktor in ihren Bestrebungen zukommt zum Glück ihrer Völker, zi Eintracht der Nationen und zur Erhaltung der europäisch Kultur beizutragen."

(Weltbild, K.)

Lord Halifax leitet einstweilen das Foreign Office.

London,- 21. Febr. Amtlich wird mitgeteilt, daß Ministerpräsident Chamberlain Lord Halifax ae- beten hat, einstweilen die Leitung des britischen Autzen- minisiernlms zu übernehmen. Eden wird sich am Dienstag in den Buckingham Palast begeben, um dem König sein formelles Rucktrittsgesuch zu überreichen.

Del 20. FckM ein WenHepM

Die ausländische Presse beschäftigt sich auch weiterhin sehr eingehend mit der großen Rede des Führers. Dio internationalen Blätter haben nicht nur spaltenlange Aus­züge aus dieser Rede gebracht, sondern sie haben auch, worüber wir bereits berichteten, in sehr ausführlichen Kommentaren dazu Stellung genommen. Wohl kaum je sind bisher Kundgebungen eines Staatsmannes so stark beachtet worden, wie die Reichstagsrede des Führers. Mit Recht sagt deshalb auch dieDAZ." ,Jeit Bismarck auf dem Berliner Kongreß die Fäden der großen europäischen Politik knüpfte, hat sich in ähnlicher Weise das ganze politische Denken von Staatsmännern und Völkern auf die Willenskundgebung un­serer Reichsführung nicht wieder so konzentriert, wie es heute der Fall ist." Man wird später vielleicht noch stärker als im gegenwärtigen Augenblick erkennen, daß diese Rede einen Wendepunkt schlechthin bedeutet. Das heißt natürlich nicht, daß sich nun die Tatsachen plötzlich geändert hätten oder plötzlich änderten, wohl aber ist das Ergebnis einer fünfjäh­rigen nationalsozialistischen Aufbauarbeit unter Adolf Hitler durch die Rede in das Blickfeld der Welt gerückt worden. Der große Rechenschaftsbericht hat überall einen sehr starken Eindruck gemacht, er hat klar erkennen lassen, was seit der Machtübernahme in Deutschland geleistet worden ist. Die mannigfachen Zahlen, die der Führer vortrug, haben ihren Eindruck nirgends verfehlt und haben auch denen zu denken gegeben, die glaubten, auf Grund irgend welcher kleinen vor­übergehenden Schwierigkeiten, die bei einem solchen gigan­tischen Ausbauwerk gar nicht ausbleiben konnten, den Zu­sammenbruch Deutschlands voraussagen zu müssen. Es mag peinlich für manches ausländische Blatt gewesen sein, sich der­art widerlegt zu sehen und seinen Lesern nun das kundtun zu müssen, was tatsächlich in Deutschland geleistet worden ist. So sieht man überall, wo man es bisher an dieser Erkennt­nis noch hat schien lassen, aus diesem großen Rechenschafts­bericht die Erkentnis, daß Deutschland wieder eine Großmacht ersten Ranges geworden ist. Man kann denn auch in den amerikanischen Blätern, die ja auch nicht immer sehr freundlich über das nationalsozialistische Deutschland berichteten, lesen, daß das Reich wieder zum aus­schlaggebenden Faktor des europäischen Kontinents ge­worden ist.

Nationen der großen Politik einbeziehen. Wenn man das bis­her nur mit großem Widerstreben tat und wenn man sich dahinter verschanzte, daß man nicht recht wisse, welchen Weg dieses nationalsozialistische Deutschland zu gehen beabsichtigt, so hat der Führer ganz klar und deutlich den Weg abgesteckt, wohin der deutsche Wille in der Weltpolitik zielt und wo unsere Interessen liegen. Man kann die Haltung Deutschlands in ben Fragen bet großen Poli­tik nicht klarer und einbeutiger kennzeichnen, als es der Führer in seiner Sonntags-Rede getan hat. Die Welt weiß nunmehr, daß wir uns unsere Kolonialansprüche nicht durch Kredite abkaufen lassen, sie kennt unsere Haltung in der o st a s i a t i s ch e n Frage, sie ist nicht im mindesten im unklaren darüber gelassen worden, wie wir zu den Vor­gängen in Spanien stehen und es ist ihr nochmals sehr deutlich in die Erinnerung zurückgerufen worden, daß Deutsch-

Dio Rede des Führers schuf Klarheit.

, as. Berlin, 22. Febr. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) In Paris tritt heute vormittag ein Minister- rat zusammen, um sich mit der außenpolitischen Lage zu be­lassen. D e l b os wird in dieser Sitzung ausführlich über die Entwicklung der letzten Zeit berichten und der Ministerrat daraufhin die Richtlinien bestätigen, die Außenminister Delbos heute nachmittag im Auswärtigen Ausschuß der Kammer vertreten soll. Man glaubt mit einer recht beweg­ten Sitzung des Ausschusses rechnen zu müssen, da es in der Hegten Zeit nicht an Angriffen auf die Außenpolitik Delbos' gefehlt hat. Aus dem Verlauf der Ausschußsitzung wird man wohl bereits gewisse Rückschlüsse ziehen können auf die kom- menbe große außenpolitische Aussprache in der K a m m e r selbst, die am Freitag stattsinden soll. Die Ter­mine für die außenpolitischen Beratungen in Frankreich müssen insofern als recht günstig bezeichnet werden, als die große e- e 5. 8 ü hrers, unter deren Eindruck die gesamte Welt steht, in jeder Hinsicht Klarheit geschaffen und die Ziele der deutschen Politik noch einmal scharf um- riffen hat. Zum andern trägt aber auch der Rücktritt Edens zu einer Klärung der Lage bei. Es ist sicher, daß man in Frankreich diesen Rücktritt auf das lebhafteste be­dauert, was auch die französische Presse zum Ausdruck bringt. Es klingt auch sehr wahrscheinlich, wenn man liest, daß die französische Regierung den englischen Botschafter bat, in Lon­don mitzuteilen, welch starkes Interesse Paris am Verbleiben Edens im Amte habe. Diese Mitteilung traf freilich erst in London ein, als der Rücktritt Edens be­reits vollzogen war. In einer Hinsicht hat Chamberlain sich sofort bemüht, die Befürchtungen der Franzosen zu zerstreuen: er hat in einem Schreiben an den französischen Ministerpräsi­denten Chautemps betont, Frankreich brauche nicht zu befürchten, daß durch den Rücktritt Edens irgendeine Ände­rung in der Politik enger Freundschaft zwischen England und Frankreich eintreten würde. Es ist eine Versicherung, die man in Paris sicherlich mit Aufatmen vernommen hat, zumal Chamberlain auch in der gestrigen Ilnterhaus-Aussprache er­klärte, daß er sich selbst als einen ebenso guten Freund Frankreichs betrachte, wie Außenminister Eden. Freilich hat Chamberlain auch unterstrichen, daß auch Deutschland und Italien durch ein gemeinsames Regierungssystem fest miteinander verbunden seien und daß er es als seine Ausgabe betrachte, zu versuchen, diese Gruppen zu- sammenzubringen, womit der Friede Europas für eine Gene­ration gerettet sein würde. Daß dieser Versuch nicht mit den Methoden des Dogmatikers Eden gemacht werden soll, ergab sich klar aus der Rede Chamberlains, der keinen Zweifel dar­über ließ, daß sich die Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Eden nicht nur auf die Methoden, sondern auch auf die grundsätzliche Einstellung erstreckte.

Es wird sich erweisen müssen, ^wieweit der in diesen Ausführungen derDiplomatifchen Korrespondenz" gekenn­zeichnete berechtigte Anspruch Deutschlands und Italiens nun erfüllt wird. Wenn Chamberlain sich in dieser Frage der Beziehungen zu Italien bisher als kühler, realistischer Eng­länder erwies, der dafür eintrat, daß man Schritt für Schritt vorgehen und daß man politische und psychologische Reali- räten in Rechnung ziehen müsse, so eröffnet eine solche Ein- VEmg, W«n sie beibchalteA w^rd, jedenfalls für eine allge-