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Wiesbadener Tag blatts"

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Samstag/Smttkja«. 11/M. Betagt 1988.

Landwirtschaftlicher Nachwuchs aus der HI.

_ Der Kampf am Me deutsche ErnShrungsfreiheit, der Jahr für Jahr mit wachsender Energie geführt wird, hat notwendigerweise auch einen immer größeren Bedarf an landwirtschaftlichen Arbeitskräften zur Folge. Heute, da wir bemüht find, alle lebenswichtigen Erzeugnisse im eigenen Land zu gewinnen, wird ein großer Teil der in den ver­gangenen Jahren vom Land in di« (Srofjftäbte abge­wanderten Bauern und Bauernsöhne wieder ihrem ursprünglichen Arbeitsgebiet zugefuhrt werden müssen Denn die durch die Erzeugungsschlacht benötigten Arbeite- iraste können nur in der Stadt und insbesondere in der Großstadt gefunden werden, da nur hier noch solche frei sind Dabei muß versucht werden, so weit als möglich eine Seßhaftmachung dieser Städter auf dem Satire zu er­reichen und so di« bevölkerungspolitischen Schäden der «tadtwanderung der letzten Jahrzehnte wieder gutzumachen. Eine Tatsache, di« noch vor fünf Jahren völlig undenkbar erschien, ist heute eingetreten: Wir haben einen aus- gejprochenen Mangel an Arbeitskräften, der in der Landwirtschaft auf ungefähr 300 000 bis 350 000 geschätzt wird. 9

Allerdings kann man nicht wahllos jeden Städter aufs Land verpflanzen. Bei manchen werden schon die körper­lichen Voraussetzungen hiemu fehlen; andere werden bereits so verstädtert sein, daß sie sich innerlich nicht umstellen können. Deshalb sind in erster Linie nur junge Menschen geeignet, in den notwendigen großen Umschichtungsvorgang von der Stadt aufs Land eingegliedert zu werden. In der Erntezeit haben sich die Angehörigen der HI., des Arbeits­dienstes, der Wehrmacht und Freiwillige aus den ver­schiedensten Gliederungen der Partei eingesetzt, um dem deutschen Landvolk die Einbringung der Ernte zu ermög-

400000 Mark Brandschaden in einem Jahr. Aus dem Jahresbericht der Nassauischen Brandoerficherungs- anstalt.

Die Nassauische Vrandversicherungsanstalt hat auch im vergangenen Jahr erhebliche Mittel für die Brandschaden- verhütung aufgewandt. Die Bevölkerung des Regierungs­bezirks Wiesbaden wurde nicht nur durch Schriften und Vorträge über die Gefahren des Feuers und die durch Brand verursachten großen Verluste aufgeklärt, es wurden audj für die Verbesserung der feuergefährlichen Bauweise an bedürftige Versicherungsnehmer 2012 RM. Beihilfen und 123 650 RM. geringverzinsliche Darlehen und an die Ge­meinden des Regierungsbezirks zur Verbesserung ihrer ^euerlöscheinrichtungen, sowie zur Anlage von Zisternen und Brandweihern insgesamt 122114 RM. an Prämien und Darlehen gewährt. Im Berichtsjahr 1937 ist an den im Regierungsbezirk gelegenen und bei der Anstalt versicherten Gebäuden ein Gesamtschaden von rund 395 000 RM. fest­gestellt worden; von dieser Summe entfällt allein auf den Großschaden bei einer Firma in Wiesbaden der Betrag von rund 117 000 RM. Soweit die brandgeschädigten Gebäude hypothekarisch belastet waren, erfolgte die Auszahlung der Brandentschädigung satzungsgemäß jeweils nach der Höhe des Wertes der Wiederherstellungsarbeiten, während bei lastenfreien Gebäuden die Schadensummen sofort gezahlt

Wiesbadener Tagblatt

lichen. Alle diese Sondermaßnahmen bedeuten jedoch keine Dauerlosung. Die deutsche Landwirtschaft braucht eine kräftige, gesunde und ausreichende Stammann chaft an Daueiarbeitskräften. Darum ergeht in diesen Wochen der Ruf an die Jugend in Stadt und Land, einen landwirt­schaftlichen Beruf zu ergreifen, llm nun denjenigen, die "lesen landwirtschastlichenBeruf erlernen wollen, den Übergang zu erleichtern, ist der Land dien st der HI. geschaffen worden. Hier sollen ste im Kreise von Kameraden, die aus den gleichen LebensverhSltnisien stammen, in die Besonder­heiten des Landlebens und der Landarbeit eingeführt werden, um ihre ganze Kraft für eine gesunde und aussichtsreiche Tätigkeit ernfetzen zu können. Außerdem ist der Land­arbeiterbe ruf heute zu einem Fachberuf geworden, so daß eine entsprechende Ausbildung unerläßlich ist.

Der Landdienst unterscheidet sich von der Landhilfe da­durch, daß die Unterbringung nicht einzeln beim Bauern, sondern in geschlossenen Gruppen erfolgt. Die Gruppe be­wohnt eigene saubere Wohn- und Schlafräume. Die Be­schäftigung wird nach den für die Landarbeiter gültigen Tarifen vergütet. Jeder Bewerber muß zunächst eine 2» bis 4wöchige Probezeit bestehen. Der Eintritt ist jederzeit möglich da die Lager auch im Winter offen- gehalten werden. In Zukunft wird die zweijährige Land­arbeitslehre für jeden Jungen, der in der Landwirtschaft arbeiten will, Vorbedingung fein. Die praktische Tätigkeit im Landdienst wird auf diese Lehre angerechnet. Im Falle der Eignung kann auch die Übernahme als Landdienstführer oder Unterführer erfolgen.

Jeder junge Deutsche sollte sich prüfen, ob er für den Landdienst geeignet ist. Die Arbeit ruft, draußen auf dem Lande herrscht ein Mangel an Arbeitskräften. Jeder, der sich zum HJ.-Landdienst meldet, darf daher die Gewiß­heit in sich tragen, an einer Stelle tätig zu sein, wo Deutsch­land ihn braucht und wo es lohnt, seine Kraft einzusetzen.

worden'sind. Voraussetzung war und bleibt immer, daß die Entstehung des Feuers picht auf Vorsatz oder grob fahr- läffiger Handlung zurückzuführen war oder ist. An eine Reihe von Versicherungsnehmern wurde die Schaffung von Blitz­schutzanlagen und für die Beseitigung feuergefährlicher elektrischer Anlagen Beihilfen gegeben. Die private Bau­tätigkeit des abgelaufenen Jahres war die gleiche, wie 1936, doch hat sich der Eingang der rückständigen Beiträge ge­hoben.

Die Neuorganisation im Deutschen Roten Kreuz

Neue Landesführer Berufen.

Die Neugliederung des Deutschen Roten Kreuzes Bringt nunmehr die durch das Gesetz vom 9. Dezember 1937 und durch die am 24. Dezember 1937 in Kraft getretene Satzung begründete Straffung und Zusammenfassung aller seiner Gliederungen. Auf Befehl des Führers und in enger Zu­sammenarbeit mit Partei und Staat wird die planmäßige Organisation der ehemals in 8961 Vereinen eingetragenen 1,5 Millionen Mitglieder durchgeführt. Im Rahmen dieser Ordnung hat der geschäftsführende Präsident, ^-Brigade- führer Dr. E r a w i tz, 14 Männer aus Partei und Staat zu Landesführern des DRK. berufen, darunter für die Landesstelle IX: Staatssekretär ff-Brigadeführer Ort - lepp in Kassel und für die Landesstelle XU: Staats­sekretär Reiner in Darmstadt.

Vierte« Blatt Re. 42.

Ein Mörder zum Tode verurteilt.

Stettin, 18. Febr. Das Schwurgericht in Stargard (Pommern) verurteilte den 25 Jahre alten Ewald Schmidt aus Rehwinkel (Kreis Saatzig) wegen vorsätz­lichen Mordes zum Tode und dauernden Verlust der bürger­lichen Ehrenrechte. Der Verurteilte hatte am 18. Januar d. I. den 78jährigen Rentner Albert Retzlaff in Freienwalde (Sommern) in dessen Wohnung überfallen, ihm mehrere Schläge mit einem Eisenrohr über den Kopf beigebiacht, und die Kehle durchschnitten. Nach der Tat hat er die Kleidung des Ermordeten durchsucht und 8 RM. geraubt.

Rundfunk-Ecke.

Alle hören den Führer.

Am 20. Februar spricht der Führer im Reichstag. Der Rundfunk vermittelt diese historischen Stunden dem ganzen deutschen Volk. In Stadt und Land können die Volksgenossen durch ihn teilnchmen an einem Ereignis, auf das nicht nur Deutschland, sondern die Welt voll Erwartung blickt. Der Rundfunk verbindet wiederum Führer und Volk zu einer Ge­meinsamkeit des Wollens und Handelns. Deutschland hört seinen Führer und wird ihm, wie stets wenn sein Ruf an das Volk ergeht, in unerschütterlicher Treue folgen. Damit jeder Volksgenosse den Führer hören kann, werden in allen Häusern, die über einen Rundfunkempfänger verfügen, die Geräte ein­geschaltet sein. Auch die Wohngemeinschaft der Familie iit zusammen mit Freunden und Bekannten zum Anhören der Rede des Führers an den Lautsprechern versammelt. Die große politische Mission des Rundfunks wird bei diesem Empfang am 20. Februar dem Volk wieder ins Bewußtsein gerückt.' Im Rundfunk kündet sich das Leben der Nation am umfassendsten. Darum gehört in jedes deutsche Haus ein Rundfunkempfänger. Denn Rundfunkhören heißt Miterleben. Der 20. Februar stellt die Richtigkeit dieser Parole wieder unter Beweis.

»Fliegendes Deutschland".

Der Reichssender Frankfurt bringt von dieser Woche an regelmäßig Mittwochs von 18.45 Bis 19.00 Ahr unter stän­diger Mitarbeit der NSKK.-Ernppe 11, Hessen-Westmark, eine SendungFliegendes Deutschland".

Sport am Morgen.

Mit beiden Beinen springt er aus dem Bett und beugt nach Vorschrift zwanzig Mal die Knie', Die nächste Übung gilt als Kampf dem Fett: Er dreht den Rumpf zur Rundfunkmelodie. Dann legt er lang sich auf den Teppich hin und hebt und reckt sich, bis er endlich sitzt, wobei er aber, als der tiefrc Sinn, die Arme und die Hände nicht benützt.

Dann kommt das Bad. Er badet kalt und lang.

Er duscht und reibt sich fest und innig ab. Das Frühstück nimmt er jetzt im vierten Gang. Dann eilt er ins Geschäft in schnellem Trab. Der Sport am Morgen macht ihn frei und froh; erfrischend und verjüngend soll er sein..-.

Um 9 Uhr pünktlich ist er im Büro.

Um 9 Uhr 10 schläft er am Pult dann ein. Puck.

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Unter Winddorn versteht man eine tuberkulöse Erkrankung der Fingerknochen, die ihren Namen von der eigenartigen spindelsör. mrgcn Austreibung der Fingerform hat, 6a die Finger wieauf. geblasen aussehen. Dte Erkrankung kommt fast nur bei Kindern

Mm 8. Lebensjahre vor, und zwar in der Hauptsache bei skrofu- lösen. Meist entsteht diese örtliche Erkrankung bei einer Der- seuchung mit dem Tuberkelbazillus, die auf dem Blutweg fort- geleitet wird. Gewöhnlich find mehrere Finger davon befallen.

Die Erkrankung des Knochens beginnt in der Knodhenmarks- höhle, die infolge ihrer reichen Mutversorgung auf dem Blutweg besonders leicht mit einer Menge von Krankheitserregern über- schwemmt wird. Der erste Herd sitzt in dem gelenknahen Endstück des Knodhens, in der sog.Epiphyse'. Der Knochen wirb von innen her zerstört, die äußere Knochenschicht wird aufgetrieben und ganz tränt, so daß sie unter den Erscheinungen bes sog. Perga- meniknitterns' sogar eindrückbar ist. Da die beiden Gelenkenben nicht in diesen Vorgang einbezogen sinb, entsteht die eigenartige spindelige Form der Fingerglieder. Gewöhnlich beginnt infolge des starken Gewebsreizes die Beinhaut zu wuchern, fie wird immer d'cker. Im Röntgenbild ist diese Verdickung deutlich sichtbar.

In Erstcheinung tritt die Erkrankung als typische zylinber-, spin. del. ober flaschenförmige Geschwulst an den Fingern. Diese Ge­schwulst kann fest, mitunter aber auch eindrückbar sein und ist schmerzlos. Häufig tritt gleichzeitig eineötrematöfe* Schwellung der umgebenden Weichteile auf. In schweren Fällen kann es zu emer Fistelbildung von der Markhöhle her kommen. Die Erkran- kung kann auf die Haut übergreifen, auch auf Nerven und Gesäße. Sehr leicht werden die Sehnenscheiden und die Gelenke mit er- griffen, häufig tritt eine Verkürzung und Verstümmelung der Finger ein. Auch schwere Geschwulstbildungen an den Fingerknochen können ähnliche Erscheinungen verursachen. Die Aussicht auf Heilung ist bei Winbborn aber sehr günstig.

Die Behandlung besteht vor allem in Ruhigstellung des erkrankten Gliedes. Dazu kommen Allgemeinbehandlung, besonders Luftbäder und Diät. Gut bewährt hat sich salzlose Kost. In schwe­reren Fällen muß chirurgische Behandlung erfolgen, die in einer Ausräumung der Knochenmarkshöhle mit dem scharfen Löffel be­steht. Wer immer find bei entsprechender Behandlung die Hei- lungsausfichten sehr günstig.

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