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Montag, 14. Februar 1938.

Zweites Blatt. Nr. 37.

Wiesbadener Tagblatt

SMao&y aus

Huf dem Eetdberg

ragen nur die Baumkronen aus dem Schnee.

Freiburg, 14. Febr. (Funkmeldung.) Die reichen Schneefälle, die am Donnerstag vergangener Woche began­nen, halten noch immer an. Am Montagfrüh wurde am Feldberg eine Schneemächtigkeit von 2,75 Meter gemessen. Seit Samstag beträgt die Neuschneedecke einen Meter. Bom Schauinsland bei Freiburg wird eine Schneehöhe von 1,70 Meter berichtet. Am Samstag verursachte ein orkanartiger Sturm derartige Schneeverwehungen, daß auf dem Feldberg nur noch die Baumkronen aus dem Schnee herausragen.

50 Stunden schneit es in der Eifel.

Köln, 14. Febr. (Funkmeldung.) Über das Wochenende gingen im Gebiet der Hocheifel gewaltige Schneemengen nieder, wie man seit vielen Jahren nicht mehr erlebt hat. Nahezu 50 Stunden lang hat es fast ununterbrochen geschneit. Dabei herrschte zeitweise ein starker Sturm, wodurch es zu grohen Schneeverwehungen kam. Am Sonntag und vielfach auch noch heute waren mehrere Straßen in der Hocheifel nicht befahrbar. Trotz des Einsatzes von Schneepflügen konnten am Sonntag einige Verkehrswagen der Reichspost nicht ver­kehren. Durch die Schneelast und den Sturm wurden in den Wäldern erhebliche Schäden verursacht. Ein ähnliches Bild bietet der Hochwald. .

Schweres fährunglück im Hafen von Sidney.

15 Personen ertrunken.

Wie aus Sidney berichtet wird, kam es im dortigen Hafen zu einem schweren Schiffsunglück, bei dem 15 Personen ertranken. Ein Fährboot, das 150 Passagiere zu dem hier verankert liegenden amerikanischen KreuzerLouisoille" bringen sollte, kenterte aus bisher noch unbekannten Gründen und versank. Obwohl das Kriegsschiff sofort sämtliche Boote zu Wasser lieh, und auch eine Reihe von anderen Schiffen zu Hilfe eilten, konnten nur 135 Personen gerettet werden. Bisher wurden sechs Leichen geborgen.

Schneestürme im bayerischen Schwaben. In Mittel­schwaben tobte am Wochenende ein außerordentlich heftiger Schneesturm, wie man ihn bisher noch selten erlebte. Der Schnee türmte sich auf den Straßen oft zu meterhohen Mächten auf. Karawanen von Kraftwagen blieben stecken und konnten nicht mehr weiter. Das Ausschaufeln war meist zwecklos, weil die Gewalt des Sturmes in kürzester Zeit wieder neuen Schnee häufte. Den Insassen der Kraftfahrzeuge, die unter­wegs von dem Unwetter überrascht wurden, blieb meist nichts anderes übrig, als int nächstgelegenen Ort zu übernachten. 2m Bahnverkehr ergaben sich sehr starke Störungen. Die Züge vom Oberallgäu trafen mit einer Verspätung bis zu zwei Stunden ein. Die Fernfprechleitungen wurden ebenfalls xn Mitleidenschaft gezogen. Verschiedentlich waren die Leitungen stundenlang unterbrochen.

Ein Verräter fjingericfitet.

Berlin, 14. Febr. (Funkmeldung.) Die Justizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit:

Der am 15. September 1937 vom Volksgerichtshof. zum Tode und zum dauernden Ehrverlust verurteilte 31jährige Karl B i s ch o f f ist heute morgen hingerichtet worden.

Der Verurteilte betrieb einen Hausierhandel in der Nähe der Grenze und befaßte sich mit Schmuggel. Durch seine häufigen Grenzübertritte wurden die ausländischen Erenz- beamten auf ihn aufmerksam und führten ihn dem Fremden­spionagedienst zu. In dessen Auftrag unternahm Bischoff zahlreiche Ausspähungsreisen, auf denen er mit großem Eifer gegen geringen Verräterlohn Standorte und der Verteidi­gung von Land und Volk dienende militärische Anlagen und Einrichtungen des deutschen Grenzlandes auszukundschaften suchte.

Die gefüllte Wachsleiche. In letzter Zeit stellten die Be­hörden häufiger fest, daß Schmuggler das Entgegenkommen der Zoll- und Grenzwachen gegenüber Leichenzügen miß­brauchten. Die stärkere Überwachung solcher Begräbniszüge führte zur Entdeckung einer gerissenen Schmugglerbande an der polnischen Grenze. Als die Beamten trotz des Pro­testes der Trauergesellschaft einen Sarg öffneten, fanden sie darin einen uniförmgeschmückten Toten, aber erst eine sorgfältigere Untersuchung ergab, daß es sich in Wirklichkeit um eine Wachspuppe handelte. Die Puppe war innen Hohl und barg wertvolles Schmugglergut. Sämtliche Beteiligten wurden verhaftet.

Zigeunerschlacht aus Blutrache. Im Zigeunerviertel der ungarischen Ortschaft Kis-Kun-Hallas, nordwestlich von Szegedin, kam es zu blutigen Schlägereien zwischen 60 Zigeunern. Die Schlacht, bei der es stch um einen Akt von Blutrache handelt, wurde mit wildem Kriegsgeheul mitten in der Nacht bei Hellem Mondschein ausge­tragen. Beim Eintreffen der Polizei lagen bereits 14 Schwer­verletzte auf dem Kampfplatz. Vier von ihnen wurden in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus eingeliefert Unter den Verletzten befinden sich auch Frauen und Kinder.

Überschwemmungen in London. Seit Samstag wütet über England ein eisiger Nordsturm, der großen Schaden im ge­samten Lande angerichtet hat. Am Samstagnachmittag fiel zum erstenmal in diesem Winter int Innern der Stadt London Schnee. D,ie Themse führte infolge des Sturmes Hoch­wasser und trat stellenweise über die Ufer. In dem bekannten Künstlerviertel Chelsea erreichte die Flut die am Ufer stehenden Häuser. Die niedrig gelegenen Häuser am Londoner Themse-Ufer wurden von der Polizei vorsichtshalber geräumt Auch die Ortschaft Horsey (Norfolk) mußte von der Bevölkerung verlassen werden. Der britische ZerstörerW a l r u s, der im Schlepptau nach Scarborough gebracht werden^ sollte, riß sich von dem Schlepper los und geriet auf einen Felsen.

Bruno Mussolini fliegt rund um die Erde. Bruno Mussolini hat soeben erklärt, daß et alsbald vollkommen allein zu einem Weltflug starten will und daß er beabsichtige, rund um die ganze Erde zu fliegen. Er will Bereits in einigen Wochen starten.

Das dritte Sege(sd)utscf)iff der Kriegsmarine

Albert Leo Schlageter" in Dienst gestellt.

Hamburg, 12. Febr. Am Samstag wurde in Hamburg auf der Werft von Blohm u. Voß das dritte Segelschulschisf der deutschen KriegsmarineAlbert Leo Schlageter" in Dienst gestellt.

Dabei hielt der Kommandant, Fregattenkapitän Rogge, eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Die deutsche Kriegsmarine halte an der Segelschiffausbildung fest, weil nur hier die Grundlage geschaffen werdenkann, auf der später jeder seemännische Führer und Unterführer aufbaut.

Bei uns auf den Segelschulschiffen erlebt man die Ach­tung vor der Allgewalt des Höheren und der Natur. Hier fühlt man die Verbundenheit mit der See und den Elementen des Seemannes, hier lernt man aber auch den Glauben an die See in Vergangenheit und Zukunft zu verstehen.

Unser Schiff trägt den Namen eines Mannes, der in der schwersten Notzeit treu sich selbst und dem Vaterlande ge­blieben ist. Sein Vorbild ist uns Verpflichtung!

Färberei Walkmühle

CHEMISCHE REINIGUNG

Weltreise des holländischen Kronprinzenpaares. Prinz Bernhard der Niederlande wird mit Prinzessin Juliana bereits Anfang April eine Weltreise beginnen, die das Paar nach Niederlandisch-Jndien führt. Der Rückweg wird über die USA. angetreten.

Seltsame Werbemethoden amerikanischer Universitäten. Der Präsident der Carnegie- Stiftung für die Förderung des Unterrichtswesens in den Vereinigten Staaten hat mit außerordentlich scharfen Worten die Werbemethoden ange­griffen, mit denen eine ganze Reihe nordamerikanischer Hoch­schulen neuerdings arbeitet, um sich den Nachwuchs an zahlen­den Studenten zu erhalten. Wohlgemerkt: Es handelt sich nicht um eine Sicherung des studentischen Nachwuchses über­haupt. sondern um dasKeilen"' von Studenten ans zah­lungskräftigen Familien. Während sich noch bis vor tur-"m die Universitäten gegenseitig Überboten, um jungen Leuten die zwar keinerlei' wissenschaftlichen Ehrgeiz hatten, badir aber gute Fußballspieler zu werden versprachen, mit den frei­gebigsten Bezügen möglichst glänzend ausgestattete Freistellen zu gewähren, ist der Wettbewerb jetzt also auf ein anderes Gebiet übergegangen. Wie scharf er ist. geht aus einem Beispiel hervor, bas ber Präsident der Stiftung zitiert und nach dem eine einzige höhere Schule im Mittelwesten kurz vor der Schulentlassung der obersten Klasse und dem Übergang auf die Universität von nicht weniger als 84 Reise Ver­tretern von Universitäten besucht wurde, die dort Studen­ten für ihre Universität zu keilen versuchten. Der weit­gehende Gebrauch von Werbebüros, die nach den neuesten Ge­sichtspunkten amerikanischer Werbetechnik organisiert sind und mit Zeitungsinseraten und Werbebriefen arbeiten, wird da­nach von den Universitäten schon als selbstverständlich ange­sehen. Der Präsident sagt voraus, daß die Universitäten mit derartigen Methoden früher oder später ihr eigenes Grab graben müssen, denn nicht auf das Bestehen der Universitäten komme es an, sondern auf die Menschen, die auf ihnen erzogen würden.

Auch heute

Die Fledermaus "Träumereien im Dreiviettettaft nach der weltbekannten Operette von JOHANN STRAUSS

In den Hauptrollen:

Lida Baarova, Hans Söhnker Friedl Czepa, Harald Paulsen Georg Alexander, Hans Moser

Film Palast

Wo.: 4, 6.15, 8.30 Uhr

RM. 0.50, 0.75, T.-, 1.25, 1.50, 2.-

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Verein der Künstler ond Kunstfreunde

Donnerstag, den 17. Februar 1938, 19% Uhr im Residenz-Theater: 5. Konzert: Kulenkampff

(Violine)

unter Mitwirkung von Siegfried Schultze (Klavier) Werke von Bach, Beethoven, Debussy, Smetana u. a. Karten f. Nichtmitgl. v. 1.20 bis 4.- b. Ernst, Schotten1 fels, Christmann u. a.d. Kasse d.Residenz-Theaters

Residenz- Theater

Heute 20 Uhr: Die interess. Gesellschaftskomödie

Zweigespann

Dienstag, 20 Uhr: Zu kleinen Preisen

Ein großer* Mann privat

Sprudel

IM RESIDENZ-THEATER

Mittwoch, den 16. Februar 1938, 20.11 Uhr Großer Lustspiel-übend Ein verhängnisvoller Maskenball oder Wir bauen im Grünen Lustsp. i.3 Akt.v.Geissel

Der Sprudel stellt sich vor mit seinem Elferrat und seinem Präsidenten Gustav Jacoby Ein fröhliches Zwischenspiel : Gustav Jacoby präsidiert / Marianne Arnold singt Schlager / Kanzler Ellenbeck spricht an d.narr.Volk / Hubert Dierk# als Till Eulenspiegel / Reg.-Musik Inf.-R. 87

Billiger Sonderzug nach Berlin.

Hinfahrt ab Wiesbaden Hbf. am 2. März 1938, 8.45 Uhr, an Berlin Anh. Bf. am 2. März 1938. 18.00 Uhr. Rückfahrt ab Berlin Änh. Bf. am 6. März 1938, 10.30 Uhr, an Wiesbaden Hbf. am 6. März 1938, 19.27 Uhr. 50 % Fahrpreis- ermäßigung. Durchgangswagen 2. und 3. Klaffe. Bequem Billig Schnell! Zimmerbestellungen nehmen die Ausgabestellen und amtlichen Reise­büros entgegen. Der ermäßigte Fahrvreis für Hin- und Rückfahrt beträgt ab Wiesbaden Hbf. in der 2. KI. 34 RM., in der 3. Klasie 23.50 RM. Ausführliche Programme werden bei allen Ausgabestellen kosten­los abgegeben. S. a. Aushänge auf allen Bahn­höfen ufw.

Mainz, den 10. Februar 1938.

Reichsbabndirektion Mainz.

MALDANER

Mittwoch, den 16 Februar, 330 Uhr

Kinderkostümfest

Auftreten einer erstklass. jugendlichen

TANZATTRAKTION

Gedeck: Kinder 0.50, Erwachsene 0.70

830 Uhr !

Kappen -Hbendt!

mit Überraschungen

Der Arzt als Helfer

Ein wertvolles NachichlagebuchAn der punltienen Linie ab­trennen und eindesten. Der Ordner ist, soweit noch nicht mit dem Wiesbadener Tagblatl geliefert, im Tagblatthaus kostenlos erhiistlich

Wiesbadener Tagblatt

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Der Arzt als Helfer

Wurmkrankheiten.

Im Darm können Würmer als Schmarotzer leben uni) oft recht erhebliche Gesundheitsstörungen Hervorrufen. Diese Gesundheits­störungen entstehen in der Regel durch den Reiz, den die Würmer auf den Darm ausüben und dadurch, daß sie einen beträchtlichen Teil der Nahrung für sich aufbrauchen und so dem Körper Nähr­stoffe entziehen. Der Schaden entsteht also durch bas Schmarotzen. Daneben gibt es aber noch Würmer, die durch ihre giftigen Stoff- wechfelerzeugnisse den Wirtskörper schädigen und solche, die nicht im Darm, sondern in anderen Organen, wie in der Leber ober in Muskeln Hausen und dadurch das Leben bedrohen.

Als Schmarotzer sind am wichtigsten drei Arten vom Wür­mern, die kleinen, nur einige Millimeter langen, fadenförmigen weißen Madenwürmer, die regenwurmähnlichen Spülwürmer, die eine Länge von 20 bis 30 Zentimeter und mehr erreichen können, und die breiten, platten, gegliederten Bandwürmer, die zwei bis drei Meter lang werden können.

Die Madenwürmer verursachen meist wenig Beschwerden, gewöhnlich findet man sie rein zufällig im Stuhl. Das häufigste Merkmal für das Vorhandensein ist ein überaus heftiges Brennen und Jucken am Aster, bas besonders nachts auftritt. In der Bett- wärme verlassen näullich die Mabenwürmer ben Mastdarm und kriechen um den Aster herum. Kinder werden durch den ständigen Juckreiz zum Kratzen veranlaßt, nehmen dann womöglich den Finger lvieder in den Mund und die Verseuchung beginnt von neuem. Infolge des Juckreizes werden die Kinder aber auch am Einschlafen gehindert, die Nachtruhe ist gestört. So werden die Kinder mißmutig, nervös, ausgeregt, der Appetit leibet, sie wer­den schlaff und blutarm. Eigentlich krank sind sie nicht, aber sie klagen über mancherlei Beschwerden, die oft auch ben Verdacht der Blinddarmentzündung Hervorrufen. Verdächtig für das Vorhan- bensein von Mäbenwürmern sind ein blasses Aussehen, kolikartige Bauchschmerzen und merkwürdigerweise ein Jucken an der Nase.

Die Spulwürmer halten sich meist im Dünndarm auf. Durch starke Brechbewegungen können sie leicht in den Magen ge­langen und durch den Mund ausgebrochen werben. Oft sind sie in einer großen Anzahl im Darm vorhanden und gar nicht selten kommt es vor, baß sie bei Kindern im Schlaf aus After, Mund und Nase kriechen. Im allgemeinen find die Spulwürmer ziem­lich unschuldige Schmarotzer; fie können jedoch and) recht erheb­liche Beschwerden verursachen, so heftige Leibschmerzen mit kolik- artigen An,zeichen. Appetitlosigkeit, Blutarmut. Darmentzündung Gehe rechtzeitig zum Arzt________________

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