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Wiesbadener Tagblatt

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Nr. 32.

Dienstag, 8. Februar 1938

86. Jahrgang

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neue Reichswirtschaftsminister sein Amt antrat, lägt erkennen, wie großer Wert auf die Unternehmer- Initiative gelegt wird, auf die aktive selbständige Mitarbeit des freien Unternehmers, die gerade heute im neuen Reiche ihre großen Chancen hat. Daß nicht nur der Unter­nehmer zur Durchführung des Vierjahresplanes gehört, son-l dern nicht weniger die-Gefolgschaft, braucht wohl heute nicht mehr betont zu werden. 2n diesem Sinne hat Minister Funk unterstrichen,.daß Wirtschaft und Arbeit als eine Einheit angesehen werden müssen, wobei auch die soziale Seite der Arbeit bei ihm besonderes Verständnis finden werde.

roten Geschützstellungen sofort zum Schweigen. Als 12 rote Lomber in Begleitung von 40 Jagdflugzeugen die nationalen Linien anzugreifen versuchten, entspannen sich einige Lu,tkampze, aus denen die Rationalen mit 11 Ab­schüssen als «ieger hervorgingen. Die nationale Luft- abwehr arbeitete so gut, daß dem Gegner nicht einmal das Überfliegen der nationalen Linien gelang. General Franco

5 .Bescheidung eines größeren Blutbades, über den feindlichen im Gebirge eingeschlossenen Truppenmassen Flgg- blatter abwerfen mit der Aufforderung, sich zu ergeben.

unter ihnen.Sie Genfer Liga sei eine traurige degenerierte Einrichtung, die ein Werkzeug des Versailler Diktats geworden sei. Schweden wolle nicht an Sanktionen teilnehmen und sich zu keinem Abenteuer durch die Großmächte, die ganz andere Ziele und Absichten hätten, verleiten lassen. Wir wollen in Frie­den leben und imstande sein, unsere Neu­tralität gegen jeden, wer es auch sei, zu vertei­digen. Wir wünschen, unsere bottnischen Küsten durch ein Übereinkommen mit Finnland zu sichern, äßenn der iogen. rfriebe in Versailles mit besonderer Absicht diktiert wurde, in die Welt den Keim zu kommenden Kriege» zu lege«, so hätten

Die Genfer Ligaeine traurige, degenerierte Einrichtung".

Stockholm, 7. Febr. Der Afiensorscher Sven Hedi» hielt am Montag vor der Studentenschaft der Universität Lund einen Vortrag über das ThemaDie gegenwärtige Lage und die Jugend". Er beschäftigte sich vor allem mit der ^rage des Nordens. Finnland und Schweden müßten durch ein Übereinkommen unverzüglich die Frage der B e - festigung der Aalands-Jnseln regeln. So wün­schenswert auch eine gemeinsame Zusammenarbeit zwischen den Nordländern sei, so abwegig sei ein Verteidigungsbnnd

Ununterbrochener Bormarsch ver Nationalen

Tausende von Gefangenen und Überläufern.

Die Vorgänge in China.

* Die Meldungen aus China, die von einem Staats- streich in Kanton, der Hauptstadt des Südens, berichten, find noch undurchsichtig und in ihrer Tragweite nicht end­gültig zu beurteilen. Es scheint sich um eine Erhebung zu handeln, an deren Spitze der ehemalige Kriegsminister Marschall Tschentschitang sicht, der ein alter Gegner des Marschalls Tschiangkaischek ist und gegen diesen schon einmal im Sommer 1936 rebelliert hatte. Es kam damals jedoch zu einer Versöhnung der beiden Rivalen. Der Zusammenbruch der chinesischen Armeen hat nun aber die nie ganz erloschene Gegnerschaft der Provinzialgenerale gegen die Zentralregie­rung wieder zum Leben erweckt, und in Kanton hat offen­bar' jener Auflösungsprozeß begonnen, mit dem Japan rechnete, als es sich im Sommer entschloß, die chine­sische Frage mit den Waffen zu lösen. Vorgänge gleichen Charakters werden aus den südwestlichen Provinzen, vor allem aus der volkreichsten Provinz Szechuan gemeldet, wo die Ernennung eines neuen Gouverneurs durch die Zentral­regierung auf den Widerstand der autonomen und separa­tistischen Bewegung stößt. Inwieweit sich diese Ereignisse unter den Nenner der Japanfreundlichkeit bringen lassen und ob diese neu heraufkommenden provinzialen Gewalten bereit sein werden, mit Japan zu verhandeln, muß man abwarten, aber es ist klar, daß die Zentralregierung in Hankau nicht mehr den Anspruch erheben kann, die gesamtchinesischen Inter­essen und die Einheit des Reiches zu vertreten, wenn weitere wichtige Provinzen sich ihrer Befehlsgewalt entziehen und sich als autonome Staaten einrichten. Setzt sich diese Entwicklung durch, so erhält damit die Weigerung Japans, die Regierung Tschiangkaischek als Verhandlungspartner anzuerkennen, eine tatsächliche Unterlage und muß zwangsläusig zu einer Ver­einsamung der Zemtralregierung führen, die auch die fremde Diplomatie nicht wird übersehen können, wenn sie ihre Ostasienpolitik auf reale Tatsachen gründen will.

Als Japan in den Schlachten des Spätjahrs in Nord­china und vor Schanghai auf einen unwartet starken Wider­stand stieß, wurde allgemein daraus gefolgert, daß es sich in feinen Berechnungen in zweierlei Hinsicht getäuscht habe, in­dem es auf der einen Seite den militärischen Wert der chinesischen Armeen, auf der anderen Seite die Fortschritte der nationalen Einheitsbewegung in China unterschätzt habe. Dieses Urteil war aber offenbar nur eine Zeitlang richtig, und es zeigt sich jetzt, daß Japan, das eben doch der bessere Kenner der chinesischen Verhältnisse ist, die schließliche Ent­wicklung richtig vorausgesehen hat. Die Kämpfe im Norden haben in den letzten Tagen den letzten Widerstand der chine­sischen Armee gebrochen, so daß die Zentralregierung kaum noch über genügende Kräfte verfügt, besonders wenn sie durch die Loslösung der südlichen und südwestlichen Provinzen selbst auf die Stellung einer Provinzialgewalt zurückgedrängt wird Damit wäre für Japan die Zeit gekommen, in Verhand­lungen mit den neuen Provinzialregie- r u n g e n einzutreten, von denen auch keine so stark ist, um gegen Japan selbständig vorzugehen und einen neuen Versuch des nationalen Zusammenschlusses gegen den äußeren Feind zu unternehmen. Das Werk Tfchiangkaischeks, durch die natio­nale und militärische Verjüngung China wieder zu einem großen Reiche und zu einem gleichberechtigten Partner Japans in Ostasien zu machen, wäre damit wohl auf immer zerstört, nachdem er sich sicherlich schweren Herzens entschlossen hatte, es noch vor seiner Vollendung durch den Krieg mit Japan aufs Spiel zu setzen.

Die Auswirkungen dieses Umschwungs auf die Hal­tung der fremden Ostasienmächte werden nach zwei Richtungen hin zu verfolgen sein. Der sich immer deut­licher abzeichnende Enderfolg Japans wird ihre Neigung ver­stärken, ihre Interessen in China auch für die Zukunft zu wahren und einer völligen Verdrängung durch Japan vorzu­beugen. Der neueste gemeinsame Schritt Englands, der Ver­einigten Staaten und Frankreichs in Tokio bezog sich zwar äußerlich nur auf die Frage der Flottenrüstungen,' hatte aber doch den Charakter einer diplomatischen Demon­stration, die Japan die Einigkeit der drei Mächte vor Augen führen sollte.. Deswegen wird Japan es sicherlich ver­meiden, durch Überspannung seiner Forderungen an China die Großmächte herauszufordern und so vielleicht im letzten Augenblick um den Preis seines blutigen und kostspieligen Krieges betrogen zu werden. Von dieser Rücksicht werden auch seine Kriegshandlungen bestimmt werden, mit denen es jetzt im Süden in der gefährlichen Nähe des englischen Hon­kong begonnen hat. Autoritative japanische Stimmen haben das Ende des Krieges für das Frühjahr vorausgesagt. Es hat den Anschein, daß sie sich auch darin nicht irren.

Der Verteidiger von Deutsch-Ostasrika General Paul von Lettow-Borbeck.

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des Luftgaues General Mohr die besten Wünsche. Im Auf­trage des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine General­admiral Dr. h. c. Raed er erschien Korvettenkapitän Pruessen von der Kriegsmarine, Dienststelle Bremen. Von den zahlreich eingelaufenen Telegrammen sind ferner zu nennen die Glückwünsche des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, des Oberbefehlshabers des Heeres, -Generaloberst von B r a u ch i t s ch, des Eeneralfeldmarschalls von Mackensen und des Reichskriegsopferführer Ober­lindober.

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Vernünftige und gerechte Verteilung der Erde notwendig.

Salamanca, 8. Febr. (Funkmeldung.) Wie der nationale Heeresbericht meldet, wurde der Vormarsch im Ab- n i.t t Alsam b r a fortgesetzt, wobei der feindliche Widerstand überall schnell und energisch gebrochen und der in Massen fliehende Gegner ohne Unterbrechung verfolgt wurde. Die nationalen Truppen besetzten Perales de Alsambra, ferner die Positionen Canaremada. Höhe 1170, Cabezo, Agudo, Santa Quitcria, sowie die Paralejos beherrschenden Höhen und Täler und die Brücken von Billelba, Baja und Alfambra. Andere Truppenteile säuberten das eroberte Terrain, das von feind­lichen Toten bedeckt ist. Zwei rote Bataillone, die in Sierra Palomera eingeschlossen waren, wurden vollständig aufge- riebe», andere feindliche Streitkräfte in Stärke von rund 2000 Mann ergaben sich im Dorfe Torre la Cacel.

Die Verluste der Rationalen sind gering. Die Zahl der Gefangenen steigt fortgesetzt. So wurden am Montag wiederum über 3000 Bolschewisten, darunter ein Brigadechef" 26 ..Offiziere" und 30Unteroffiziere" gefangengenommen. Die Matenalbeute ist außerordentlich umfangreich und konnte bis­her noch nicht gesichtet werden. Unter anderem wurden 13 Munitions- und Lebensmitteldepots, welche bis jetzt 25 Lastwagen füllten, sowie zwei Benzintanks mit 27 000 Liter Inhalt erbeutet. Die nationalen Flieger verfolgten den Feind, vernichteten ganze Lastwagenzüge und verursachten große Menschenverluste. Sieben bolschewistische Martin- Bomber und eine Curtis-Maschine wurden abgeschossen.

Die Bolschewisten versuchten, vom Ostufer des Alfambra- Flusses durch heftiges Artillerie- und Tankgeschütz-Feuer ihren noch am Westufer befindlichen Leuten den Rückzug zu decken. Die nationalen Flieger und die Artillerie brachten aber die

Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte tm Anzeigenteil Grund, preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 5, Nachlatzstaffel B. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird ferne Gewähr übernommen. Schlug bet Anzeigen -Annahme 9Vi Uhr vormittags. Erötzere Anzeigen mühen Ipätestens einen Tag vor dem Ericheinungstage aufgegeben werden.

Militärjubiläum des Generals von Lettow-Borbeck.

Deutschland feiert den Helden von Ostafrika.

Bremen, 8. Febr. (Funkmeldung.) Dem Sieger von Deutsch-Ostafrika, General von Lettow-Vorbeck, wurden am Tage seines 50jährigen Soldatenjubiläums aus dem ganzen Reich zahlreiche Glückwünsche zugesandt.

2m Austrag des Oberbesehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, überbrachte der Kommandeur

Gestraffte Organisation.

as. Berlin, 8. Febr. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Gestern nachmittag hat Ministerpräsident General­feldmarschall Göring Reichsminister Funk feierlich in sein neues Amt als Reichs- und Preußischer Wirtschaftsminister eingeführt. Die Reden, die bei dieser Gelegenheit gewechselt wurden, lassen klarer noch als es bisher möglich war, Sinn und Ziel der Neuordnung auf wirtschaftlichem Gebiet, die unter dem 4. Februar verkündet wurde, erkennen. Oberster Gesichtspunkt ist auch hier die Zusammenfassung aller Kräfte. Doppelarbeit, wie sie bei der bisherigen Aufgabenoerteilung zwischen dem Reichswirtschaftsministerium und dem Stabe des Vierjahresplanes unvermeidlich war, wird künftig verschwinden. Es wird niemanden, wie es Minister Funk ausdrückte, noch möglich sein,auf zwei Klavieren zu spielen". Das bedeutet, daß alle Kräfte nach einheitlichem Plan für die unbedingte sieghafte Durchführung des Vierjahresplans eingesetzt werden. Einige ausländische Blätter haben die Dinge so dargestellt, als ob mit der Neu­ordnung Ministerpräsident Göring die Durchführung des Vierjahresplanes abgegeben habe. Daß das vollkommen un­richtig ist. haben die gestrigen Reden erneut klar gezeigt. Generalfeldmarschall Göring bleibt Beauftragter des Führers für den Vierjahresplan, und er bleibt damit die höchste Persönlichkeit für die Durchführung dieses Planes. 2a, er bekommt durch die Neuordnung eine freiere Hand, er wird von der Exekutive entlastet. Denn das neue Wirtschaffsministerium soll ja als wichtigstes Erekutiv-Jnstrumenf des Vierjahresplanes funktionieren. Die oberste Leitung der Arbeiten des Vieriahresvlanes Bleibt also Beim Eeneralfeldmarschall Göring selbst, während bei Wirt- sckaftsminister Funk in verstärktem Maße die Erekutive liegt. Es bleiben aber neben dem Reickswirtschaftsministeriui« einige Abteilungen der bisherigen Organisation des Vierjahres- vlanes bestehen, denn es handelt sich bei diesem deutschen Vierjahresplan um ein Werk, das weif über den Geschäfts­bereich eines einzelnen Ministeriums, auch des Reichswirt- schastsmimsteriums, hinausqreiff. Daß mit diesen Abteilun­gen, wie dein Reichskommissar für Preisbildung, den Geschäfts- gruvpen Ernährung. Arbeitseinsatz. Devisen. Verkehr, Torsten, engste Zusammenarbeit gewährleistet ist, ist selbstverständlich. Eine solche geschloffene Zusammenfaffung aller Kräfte ist not­wendig zur Durchführung der wirtschaftlichen A u f r ü st u n g, die Deutschland auf allen wichtigen Gebieten unabhängig, stark und frei machen soll Diese notwendige wirtschaftliche Aufrüstung wird noch besonders dadurch unter­strichen, daß. wie es Generalfeldmarschall Göring in seiner Rede betonte, aktive Soldaten in das Wirt- s tf)_a ftsministerium eintreten. An der Spitze dieses Ministeriums aber steht nun ein Mann, der, wie der Völkische Beobachter" schreibt, dem Führer und Generalfeld­marschall Göring schon in den langen Jahren vor der Macht­übernahme im engsten Kreise zur Seite stand, der mit nationalsozialistischem Geist an die Durchführung der großen Aufgaben Herangehen wird, der ferner die wirtschaftliche Lage und die wirtschaftlichen Verhältnisse genau kennt und der nach der nationalsozialistischen Erkenntnis handelt, daß Wirtschaft und Arbeit eine Einheit bilden und die beste Sozialpolitik gleichzeitig die beste Wirtschaftspolitik ist.

Ganz falsch wäre cs. die neue Verbesserung und Ver­feinerung des wirtschaftlichen Apparates ko auszulegen, als werde damit die Bewegungsfreiheit des wirtschaftenden Ünter- nehmers eingeschränkt. 2m Gegenteil! Die Rede, mit der der

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Erekutivorgan des Bierjahresplans.

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