Einzelbild herunterladen
 

Wiesb adener Tagli latt

Druck und Setlaa: ________...

Erscheinungszeit:

Snjetgenpreife: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund- preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 5 Nachlatzstaffel B. Für die Aufnahme von Anzeigen a» bestimmten Tagen und Mähen wird teme Gewähr übernommen. - Schlutz bet Anzeigen-Annahme SV« Uhr vormittags. Gröbere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Eriche,nungstage aufgegeben werden.

Wöchentlich

mit einer täglichen

Druck und Setlag:

L- Schellenberg'Iche Hofbnchdrmkerei,TagbUrtt.-a-s». Fernsprecher-Sammel-Rr. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7<05.

®en95P«i|c: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.-, ein. «»ÄS. b,e Post bezogen RM. 2.S5, zuzüglich 36 Rpf. Bestellgeld, Einzel,

nummern 10 Rpf. Bezugsbestellunyen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die °Ue ^O^tunstaltem Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aui Rückzahlung des Bezugspreises.

ß Werktäglich nachmittags.

u «4 Erschästszeit:SUhrmorgensbis7Ubrabends. autzerSonn-u.Feiertag»

Nnterhaltuugsbeilagc. ®erliner 8flro: ««lm-Mtmersborf.

Nr. 16.

Donnerstag, 20. Januar 1938.

86. Jahrgang.

Auf dem Wege zum Einheitsministerium der nationalen Verteidigung.

Er soll die Rüstungsindustrie ankurbeln.

SS. Berlin, 20. Ian. (Drahtbericht unserer Berliner Ab­teilung.) Das neue französische Kabinett Chautemps tritt heute nachmittag zu seinem ersten Kabinettsrat zusam­men, in dem die Regierungserklärung festgelegt wird, mit der sich morgen nachmittag die Regierung der Kammer und dem Senat vorstellen wird. Außerdem soll dieser Kabinettsrat eine Verordnung billigen, durch die die Zusammen­arbeit zwischen den drei Wehrmachts- ministcrien unter einh-eitli,cher Leitung festgelegt werden soll. Diese drei Ministerien sind, wie ans der gestern ver­öffentlichten Min-isterliste hervorging, zunächst noch nicht zu­sammengelegt worden, doch sollen dem Kriegsminister Da lädier größere Machtbefugnisse eingeräumt werden. Er soll gewiße Aufsichtsrechte auch über die Marine und die Luftfahrt erhalten. Wichtiger aber erscheint noch, daß ihm auch ein stärkerer Einfluß auf die Rüstungsindustrie eingeräumt werden soll. Es ist ja bekannt, daß über die Rüstungsindustrie in Frankreich in letzter Zeit lebhaft geklagt wurde. Die 40-Stunden-Woche habe, so wurde immer wieder betont, dazu geführt, daß die Kriegsschiffbauten nicht rechtzeitig fettig wurden und daß auch das Bauprogramm für die Luftflotte nicht eingehalten werde. Hier scheint Daladier vor allem eingreifen zu wollen.

Stojadinowitsch in Essen.

Herzliche Begrüßung durch die Ruhr-Bevölkerung.

Essen, 20. Jan. (Funkmeldung.) Der jugoslawische Ministerpräsident, Dr. S t o j a d i n o w i t s ch, traf am Donnerstagmorgen kurz nach 9 Uhr mit dem Sonderzug in Essen ein. Hier wird Ministerpräsident Stojadinowitsch das in friedlicher Aufbauarbeit stehende Deutschland an den eindrucksvollsten Stätten seines industriellen Schaffens kennen­lernen. Sein erster Besuch in Eßen gilt der wiedererstan­denen Waffenschmiede des Reiches.

Auf dem Bahnhof begrüßten Gauleiter und Oberpräsident Terboven und der Oberbürgermeister der Stadt Essen den Ministerpräsidenten und seine Begleitung sowie die jugosla­wischen Journalisten. Rach der Begrüßung begaben sich die Gäste im Kraftwagen zu den Kruppwerken. Auf dem Bahn­hofsvorplatz und in den Straßen, durch die die Wagenkolonne ihren Weg nahm, begrüßte eine zahlreiche Menschenmenge herzlich den Freund Deutschlands.

Singapore, Britanniens mächtigster Stützpunkt im Fernen Osten.

London, 20. Jan. (Funkmeldung.) Uber die am

2. Februar beginnenden großen See- und Landmanöver bei

Japan mobilisiert seine inneren Kräfte.

Fürst Konoe vor den Provinzgouverneuren.

Warnung vor antijapanischer Agitation.

Man spricht davon, daß er beabsichtige, die Arbeitszeit in den Rüstungsbetrieben zu erhöhen, nachdem übrigens schon vor kurzem die Möglichkeit geschaffen wurde, in der RüstMrgsindustrie kleinere Abweichungen von der 40= Stunden-Woche vorzunehmen. Es dürfte aber Daladier nicht nur auf eine Erhöhung der Produktion, sondern auch auf eine gleichmäßigere Verteilung der Produktton auf die drei Wehr­machtsteile ankommen. Auch in dieser Hinsicht sind in letzter Zeit viele Klagen laut geworden, so u. a. darüber, daß die Belieferung der Kriegsflotte mit Seeflugzeugen völlig unge­nügend geworden sei, seitdem die Flugzeugwerke unter Lei­tung des Lufttahrtministeriums verstaatlicht wurden. Jeden­falls mißt man in Pariser politischen Kreisen der Erweite­rung der Machtbefugnisie Dwladiers große Bedeutung bei, zumal auch immer wieder über eine weitgehende Poli­tisierung der Luftwaffe unter Pierre Cot geklagt wurde. Auch solchen Dingen soll Daladier einen Riegel vor­schieben. Ans der ganzen Machterweiterung des Kriegs­ministers ergibt sich einmal, welche große Rolle auch im neuen Kabinett die Rüstungsfragen spielen und es ergibt sich ferner daraus, daß Frankreich einen weiteren, wenn auch noch nicht den endgültigen Schritt zur Bildung eines Einheitsministe­riums der nationalen Verteidigung tut. Eine Änderung der Befehlsgewalt, die in den Händen des Generalstabs liegt, ist dagegen nicht vorgesehen.

Singapore weiß der Flottenkorrespondent desDaily Tele­graph" nähere Einzelheiten zu berichten. 2 7 Kriegs­schiffe, darunter Einheiten der indischen Flotte, 100 Flugzeuge, unter ihnen Maschinen aus Indien und dem Irak, sowie Truppen in einer Stärke von 10 000 Mann nähmen an diesen kombinierten Übungen teil. Zum ersten Male werben die neuangelegten Küstenbatterien, die auch 46,7-Zentimeter-Geschütze haben, er­probt.

Uber den riesigen Ausbau von Singapore zum mächtigen Stützpunkt Großbritanniens im Fernen Osten berichtet der Korrespondent dann weiter, daß die Arb eiten,'die im Jahre 1923 «begonnen wurden, erst im Jahre 1939 vol­le ndet sein werden. Für die Befestigungsarbeiten, Flug­platzanlagen, Dockbauten (darunter ein Trockendock für 50 000-Tonnen-Schiffe) seien 17 Millionen Pfund ausgegeben worden. Der Stützpunkt in Singapore sei die größte Anlage dieser Art, die bisher von einem Lande begonnen worden sei. Seine Vollendung werde einen unschätzbaren Beitrag für Englands Verteidigungsstärke im Fernen Osten darstellen. Singapore beherrscht bekanntlich einen der wichtigsten See­wege der Welt, die Straße von Malakka.

Tokio, 20. Jan. (Funkmeldung. Ostasiendienst des DRV.) Auf einer außergewöhnlichen Konferenz der Pro- oiuzgouverneure, die am Donnerstag in Anwesenheit des gesamten Kabinetts stattfand, gab Fürst Konoe Richt­linien für die geistige Mobilisation des japanischen Volkes bei Eintritt in das neue Stadium des chinesisch-japa­nischen Konfliktes.

Nachdem Fürst Konoe den Verlaus der bisherigen Ereig­nisse und die gescheiterten FriedenÄemühungen dargelegt hatte, erklärte er,daß die chinesische Nationalregierung weder dem Entgegenkommen Japans noch den guten Dien st en Deutschlands Rechnung tru g. Sie habe sich vielmehr offen zu einer sowjetrussisch und kommunistisch eingestellten Politik be­kannt. Japan werde nunmehr mit der neuen chinesischen Re­gierung die chinesisch-japanischen Beziehungen regeln und ein neues China aufbauen.

Japan wolle mit allen Nationen Zusammengehen, wenn sie ihrerseits mit Japan für die Herstellung des Friedens im Fernen * Osten zusammenarbeiten wollten. Die Krise im Fernen Osten würde aber verschärft werden, wenn dritte Mächte weiterhin gegen Japan agitierten oder antijapanische Strömungen in China unterstützten.

Deutschlands Mitwirkung an Ausgleichsversuchen.

Aus Wunsch Japans und Chinas.

Berlin, 19. Jan. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro von amtlicher Seite erfährt, war im Verlaufe von Gesprächen, die Ende Oktober 1937 zwischen den deutschen Botschaftern in Nanking und Tokio mit den bärtigen Regierungsstellen sttrttfanden, von den Regierungen der beiden in Konflikt be­findlichen Länder der Wunsch nach einer Mitwirkung Deutschplunds bei dem Versuch, einen Ausgleich zu fin­

den, ausgesprochen worden. Um dem Interesse des Friedens zu bienen, an dessen Wiederherstellung Deutschland im gleichen Maße wie der gesamten Welt gelegen ist, hat die deutsche Regierung geglaubt, sich den beiden ihr befreundeten Ländern für den gedachten Zweck zur Verfügung stellen zu sollen. Dabei wurde deutscherseits von Anfang an betont, daß Deutschlands Haltung im Konflikt neutral sei und daher seine Mitwirkung nicht über die einfache Übermittlung von Nachttchten hinausgehen könne, die die eine der beiden Regierungen an die andere gelangen lassen wolle. Nach diesem Grundsatz ist bisher verfahren worden. Mit der am 16. Januar erfolgten Veröffentlichung des Manifestes der japanischen Regierung ist der Konflikt zwischen Japan und China in ein neues Stadium ge­treten.

Der nationale Heeresbericht.

Salamanca, 20. Jan. (Funkmeldung.) Wie der natio­nale Heeresbericht meldet, haben die nationalen Truppen in der Schlacht um Teruel neue große Erfolge er­rungen. In den 'Abschnitten Pedriza und Losilla haben die Bolschewisten Angriffe unternommen, die von den Natio­nalen blutig abgeschlagen wurden. Bei Losilla wurden die zurückslutenden Bolschewisten, die beim Angriff auch Tanks verwendet hatten, bis zum Alfambra-Fluß verfolgt. Auch an anderen Punkten ist die nationale Angriffsfront bis zu diesem Fluß vorgeschoben worden. Unter den mehreren hundert bolschewistischen Gefangenen befindet sich auch der Kommandant der Muleton-Stellung. Das von den Natio­nalen erbeutete Kriegsmaterial ift sehr zahl­reich. Die nationalen Flieger unterstützten weiterhin die Angriffe der nationalen Infanterie, sie zersprengten bolfche-

Rekord der Reichsanleihe.

Starke Überzeichnung 1,2 Milliarden RM. untergebracht.

Berlin, 19. Jan. Die am 18. d. M. geschlosiene Zeichnung aus die 4% %igcn auslosbaren Schatzanweisungen des Deut­schen Reiches von 1938, Erste Folge, hat ergeben, daß der vom Reichsanleihekonsortium übernommene Betrag von 7 5 0 Mill. RM. erheblich überzeichnet worden ist. Um die Zeichner, die mit einer vollen Zuteilung gerechnet und dies überwiegend bereits bei der Zeichnung zum Aus­druck gebracht hatten, befriedigen zu können, ist das Reichs­anleihekonsortium an das Reich wegen nachträglicher Äber- lasiung des mehrgezeichneten Betrages herangetreten. Das Reich hat, um den dringenden Anforderungen zu entsprechen, dem Reichsanleihekonsortium weitere 200 Mill. RM. gleich­artiger Schatzanweisungen überlassen, so daß der durch das Reichsanleihekonsortium untergebrachte Betrag sich nunmehr auf 950 Mill. RM. beläuft. Hiernach kann im allge­meinen mit einer vollen Zuteilung der Zeichnungen gerechnet werden.

Einschließlich der fest übernommenen 250 Mill. RM. stellt sich damit der gesamte Anleihebetrag dieser Emissionaufl200Mill. RM.

»

* Große Aufgaben erfordern große Anstrengungen! Vor dieser alten Wahrheit steht nicht nur die deutsche Reichs­regierung, sondern das gesamte deutsche Volk. Die ge­waltigen Aufgaben, die im Zuge des Vierjahresplans und im Zusammenhang mit dem ganzen nationalen Wiederaufbau durch die Regierung Adolf Hitlers zu leisten sind, verlangen auch in finanztechnischer Hinsicht den Einsatz aller Kräfte, die frühere andere Wege bei der Unter­bringung der vorhandenen Kapitalsmengen gewandelt sind. Heute findet sich nicht nur der einfache Arbeiter und Ange­stellte, sondern auch der Verfügungsberechtigte über größere Kapitalmengen nationalen Pflichten gegenüber, die eine Zu­sammenfassung und wirksame Konzentrierung der gesamten privaten Eiissatzmöglichkeiten verlangen. Die gesamte deutsche Wirtschaft steht im Dienste der Nation, aber sie hat die Frei­heit, für dieses hohe Ziel auch ein starkes und spürbares Be­kenntnis abzulegen. Als ein solches Bekenntnis darf das Rekordergebnis der neuen Reichsanleihe ge­wertet werden. Mit seinen fast 1,2 Milliarden wurde es zu dem bisher größten Erfolg, den das Reich bei der Konsolidierung seiner kurzfristigen Schuldenlast erkämpfen konnte.

Man darf sagen, daß die freiwilligen Zeichner mit ihrem starken Einsatz auch die ursprünglich gehegten Erwartungen übertroffen haben. Schon die Unterbringung einer Anleihe­summe von etwa einer Milliarde erschien vielen als ein Wagnis, das, wie der Fall der englischen Rüstungsanleihe des letzten Jahres zeigt, nicht mit der Aussicht auf einen lOOprozentigen Erfolg unternommen werden konnte. Es er­wies sich jedoch, daß die Voraussetzungen für die neue Reichs­anleihe sehr genau und sehr gründlich geprüft worden waren. An sich wäre es möglich gewesen, die Auflegung der Anleihe bei der vorhandenen Flüssigkeit des Geldmarktes schon im November vorzunehmen. Die Verantwortlichen wollten jedoch mit gutem Grund jede Beengung des Weihnachtsgeschäftes ver­meiden. Auch spielte eine gewisse Rücksichtnahme auf die Steuertermine im letzten Monat des Jahres mit. Überdies sagte man sich, daß gerade eine Emission in den ersten Januar­tagen von dem starken Rückfluß am Geldmarkt, der nach jedem Weihnachtsfest eintritt, profitieren konnte. Aus all diesen Gründen entschloß man sich, den Zeichnungstermin vom 3. bis zum 18. Januar anzusetzen. Der Erfolg der Anleihe spricht da­für, daß diese Überlegungen richtig waren.

Es ist bekannt, daß noch vor wenigen Tagen in den Bank­kreisen die Möglichkeit in Betracht gezogen wurde, daß durch eine vorzeitige Schließung der Listen nur eine begrenzte Zu­teilung in einer Eesamthöhe von einer Milliarde zustanüe- käme. Eine solche Begrenzung hätte dem Zwecke dienen können, eine weitere Emission vorzubereiten und die überschüssigen Kapitalien in eine Anleihe hineinzuleiten, die vielleicht mit einer weiteren Ausdehnung der Laufzeit ausgeschrieben wer­den konnte. Auch eine Aufstockung der Anleihe vor Ende der Zeichnungsfrist wurde, wie in Vankkreisen betont wird, in Er­wägung gezogen. Dabei hätte allerdings der überschietzende

wistische Truppenansammlungen und brachten den Sowjet­spaniern hohe Verluste bei.

Der Frontberichterstatter des nationalen Hauptquartiers meldet ergänzend, daß die nationalen Truppen nach dem Zusammenbruch des bolschewistischen Gegenangriffs im Mule- ton-Gebier dem Gegner bis nach Cafa Miguel verfolgten und diesen Ort besetzten. Bei Casa Miguel wurden 50 Bolsche­wisten getötet und 50 gefangen genommen. Unter den wich­tigen Stellungen, die am rechten Ufer des Alfambra-Flusses von den nationalen Truppen genommen wurden, befindet sich auch die Höhe 1000. Die Bahnlinie von Sagunto nach dem Mühlengebiet Ojas Negros liegt in einer Ausdehnung von mehreren Kilometern unter nationalem Feuer. In diesem Abschnitt erbeuteten die Truppen Francos zwei sowjet- russische Tanks und machten 40 Gefangene. Weiter südlich besetzten sie den Eutshof Chantre Masia, wo die Bolschewisten eine Batterie in Stellung gebracht hatten. Schließlich ist auch der Flecken San Simon genommen worben.

Günstiger Fortgang der Schlacht bei Teruel.