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Freitag, 7. Januar 1938.
Wiesbadener Tagblatt
Zweites Blatt. Nr. 5.
j^juuzs aus alLwWeJf.
Scftneereicfter Winter.
Tau»uctter in Westdeutschland. — Keine Hochwassergefahr. — Die Weser vereist. — Schneesturm im Allgäu. — Frost in Rumänien.
Köln, 7. San. Das plötzlich ausgetretene Tauwetter in Westdeutschland hat naturgemäß in den Tallagen eine starke Schneeschmelze zur Folge. In den Höhenlagen dagegen, z. 23. ’ in der Eifel, ist noch immer eine Temperatur von 4—6 Grad unter Null zu verzeichnen. Lus diesem Grunde besteht auch keinerlei Hochwassergefahr, zumal die Flüsse und Bäche — vor allem der Rhein als Hauptsammelbecken — einen so außerordentlich geringen Wasserstand aufweisen, daß sie schon einen recht beträchtlichen Zufluß aufnehmen können. Das Treibeis, das auch auf dem Rhein feit Mittwoch etwas stärker aufge- treten war, ist bereits zurückgegangen und behindert die Schiffahrt in keiner Weise.
Minden, San. Wegen zunehmender Vereisung ist die Schiffahrt auf der Ober- und Mittel-Weser sowie im Mittellandkanal eingestellt worden.
Kempten, 6. San. Ein ungewöhnlich heftiger Schneesturm tobte bei fünf Grad Kälte den ganzen Donnerstag über im Allgäu. Zwischen Kempten und Kaufbeuren kam es zu Schneeverwehungen, die den Straßenverkehr behindern. f Auf der Reichsbahnstrecke Kempten—Ssny wird der Verkehr mit verkürzten Zügen aufrecht erhalten, um die Schneemassen zu überwinden.
Bukarest, 6. San. Die strenge Kälte in Rumänien hält an. Sn Bukarest wurden 16 Grad gemessen, in Sassy 25 und weiter nördlich sogar 30 Grad. Die im Donaudelta auf einer Snsel gelegene Stadt V a l c o v ist feit vier Tagen von der Außenwelt abgeschnitten. Auch die starken Schneefälle lasten nicht nach. Bukarest hat seit 1917 den schneereichsten Winter.
Eine Reifte von Scftadenfeuern Eroßseuer in Saarbrücken. — Fabrikbrand in Rodalben. — Schreinerei niedergebrannt. — Eemeinschaftsraum ausgebrannt.
Saarbrücken, 6. San. Am Mittwochabend gegen 20 Uhr ist in der Maschinenfabrik Vrown-Boveri aus noch nicht aufgeklärter Ursache Feuer entstanden und zwar im ersten Stockwerk des Mittelbaues, wo große Vorräte lagern. Das Feuer griff auf das obere Stockwerk über, wo eine große Menge, von Maschinen vernichtet wurde. Die ''ungeheure Rauchentwicklung erschwerte die Löscharbeiten, so daß die Feuerwehrleute mit Gasmasken vorgehen mußten. Der Sachschaden ist bedeutend.
Pirmasens, 6. San. Aus bisher unbekannter Ursache brach in der Schuhbesatzfabrik Sakob Braun Feuer aus, das rasch großen Umfang annahm. Die ganze Einrichtung des Betriebes einschließlich der Warenvorräte wurden ein Raub der Flammen. Der Schaden ist sehr groß.
Weidenau, 6. San. Nachts brach in der Schreinerwerkstatt Karl Weber ein Brand aus, der an den Holzvorräten reiche Nahrung sand und Las zweistöckige Werkstattgebäude innerhalb kurzer Zeit völlig einäscherte. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand die Schreinerei lichterloh in Flammen, so daß die Feuerwehrleute sich darauf beschränken mußten, das Wohnhaus, dessen Dach bereits Feuer gefangen hatte, und die Nachbargebäude zu schützen. Die in der Schreinerei stehenden Maschinen, Hobelbänke, Werkzeuge und ein großer Vorrat edelster Hölzer sowie in Arbeit befindliche Möbel fielen dem Großfeuer zum Opfer. Das benachbarte Wohnhaus, namentlich das im Dachgeschoß untergebrachte Möbellager, hat durch die Löscharbeiten, die durch Glätte und Frost sehr erschwert wurden, erhebliche Wasserschäden erlitten.
Hann. -Münden, 6. San. Sn dem Gemeinschaftsraum der Zellulose-Fabrik Hann.-Münden brach Feuer aus. Der Gemeinschastsraum, der erst vor 14 Tagen eingeweiht worden war, brannte völlig aus. Auch ein angrenzender Schuppen wurde teilweise zerstört.
Vermessungsschiff „Meteor" zur Forschungsreise ausgelaufen. Unter dem Kommando von Fregattenkapitän Hain ist am Donnerstagnachmittag das Vermessungsschiff „Meteor" der deutschen Kriegsmarine von Wilhelmshaven zu einer etwa sieben Monate dauernden Forschungsreise in den Nordatlantischen Ozean ausgelaufen. Außer der 125 Mann starken Besatzung befinden sich auch zehn wissenschaftliche Teilnehmer unter Leitung von Dr. von Schubert von der Deutschen Seewarte in Hamburg an Bord.
- Durch den Führer begnadigt. Der Führer und Reichs- r (anjler hat den durch das Schwurgericht in Breslau wegen Ermordung des Obeilandjägers Günther zum Tode verurteilten Wilhelm Watzke zu einer 15jährigen Zuchthausstrafe begnadigt. Der Mord, der bereits im März 1924 verübt worden ist, konnte erst in letzter Zeit aufgeklärt werden. Watzke, der jetzt Familienvater mit zwei Kindern ist, hat nach dem Morde ein ordentliches Leben geführt.
Unschätzbare Kunstschätze verbrannt. Das Haus Francis Drakes in Buckland Abbey, das zahlreiche Erinnerungen an den kühnen Seefahrer, dem wir die Verbreitung der Kartoffel in Europa zu verdanken haben, bewahrte, wurde am Donnerstag von einem Brand heimgesucht. Wertvolle alte Gemälde und Chinaporzellan von unschätzbarem Wert wurden ein Raub der Flammen. Der silberne Humpen, aus dem Königin Elisabeth trank, wenn sie mit Drake auf seinem »Schiff speiste, die Bibel, die Drake auf seinen Fahrten begleitete, seine berühmte Trommel, sowie eine Anzahl weiterer Erinnerungsstücke konnten gerettet werden.
Stettin kämpft gegen den mimereichen Winter.
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Andauernde Schneefälle verursachten in Stettin vielfach Verkehrsstockungen. Hier werden ganze Schneeberge in die Oder geschüttet. (Weltbild, K.)
Drei Landesverräter hingerichtet.
Berlin, 7. San. (Funkmeldung.) Das Reichskriegsgericht hat am 27. Oktober 1937 den Josef Starck aus Köln, und am 5. November 1937 den Otto Demwolff ans Militsch wegen Landesverrat zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilt.
Beide Verurteilte sind heute hingerichtet worden.
Der am 3. September 1937 vom Volksgerichtshof wegen Landesverrat zum Tode und zu lebenslänglichem Ehrverlust verurteilte 30jährige Herbert Gajewski aus Schneidemühl ist heute morgen hingerichtet worden.
Als Gajeswki bei seinen im Ausland wohnenden Verwandten zu Besuch war, wurde er von diesen mit einem „reichen Erbonkel" bekanntgemacht, der ihn in den nächsten Tagen in großzügiger Weise freihielt und unter dem Vorwand ausf ragte, Nachrichten für eine deutschfreundliche Zeitung zu sammeln. Als der Fremde so das Vertrauen des Verurteilten erworben hatte, offenbarte er sich ihm als Agent des ausländischen Spionagedienstes. Anstatt nunmehr schort alle Beziehungen zu dem Agenten abzubrechen und nach seiner Rückkehr nach Deutschland alsbald Anzeige zu erstatten, hielt der Verurteilte auf das Drängen des Agenten und aus Geldgier die Beziehungen zu diesem ein Jahr lang aufrecht, und suchte dessen Aufträge, die wie üblich, mit einem harmlosen Probeauftrag begannen, und dann immer verfänglicher wurden, auszuführen. So wurde der Verurteilte zum Landesverräter. Für seinen schmählichen Treubruch gegenüber Führer und Volk hat ihn jetzt die verdiente Strafe erreicht.
Amerikanischer Dampfer auf Grund gesetzt.
Bremen, 7. San. (Funkmeldung.) Auf der Höhe von Brake stieß am Freitagfrüh der amerikanische Dampfer „Saccarappa" mit dem Tankdampfer „I. A. Mowinkel" int dichten Nebel zusammen. Die Kollision war so heftig, daß die „Saccarappa" auf Strand gesetzt werden mußte, da zwei Räume undicht geworden waren. Der Tanker wurde nur leicht beschädigt.
Julius Barmats Ende.
Brüssel, 7. San. Der berüchtigte jüdische Schieber Sulins Barmat ist am Donnerstagvormittag int Brüsseler Gefängnis gestorben.
Diese Nachricht hat in Brüssel großes Aufsehen erregt, da der Prozeß gegen den Millionenbetrüger nach seiner kürzlichen Auslieferung von Holland erneut vor der Brüsseler Strafkammer aufgerollt werden sollte. Der Sude Barmat war bekanntlich u. a. der Vilanzfälschting und des betrügerischen Bankerotts angeklagt, und seine Affäre war besonders durch die Millionenschwindeleien, in die auch die Belgische Nationalbank hineingezogen worden war, bekannt geworden.
Opfer der Arbeit. Nach Mitteilung der Reichsbahndirektion Schwerin wurden am Mittwochabend auf dem Eüterbahnhof Warnemünde ein Rottenmeister und zwei Bahnarbeiter von einem durchfahrenden" Personenzug angefahren. Ein Arbeiter war sofort tot, der andere wurde schwer, der Rottenmeister leichter verletzt. Der zurzeit des Unfalls herrschende Sturm hatte das Geräusch des herannahenden Zuges übertönt.
Hunger in Cleveland.
65 000 Arme in Verzweiflung.
New Park, 7. San. (Funkmeldung.) Infolge von Schwierigkeiten, die in Verbindung mit der Finanzierung der Maßnahme zur Unterstützung Hilfsbedürftiger aufgetreten sind, befinden sich etwa 65 000 Einwohner Clevelands, der sechstgrößten amerikanischen Stadt, in größter Not. Zahlreiche hungernde Familien sitzen mit ihren kleinen Kindern in den städtischen Unterstützungsbüros und Betteln um Nahrungsmittel. Sn manchen Büros werden Kaffee und Brot verabreicht, und die Polizei versorgt viele Familien auf eigene Kosten. Die Stadt hat die Versorgung der Armen im Mai vergangenen Sahres übernommen, als die staatliche Gesetzgebung Gelder für die einzelnen Staatsbezirke porsah. Seitdem haben mehrere Krisen die Stadt heimgesucht, die den Kaufleuten jetzt über eine Million Dollar für Lebens- Mittellieferungen schuldet. Nunmehr soll auf dem Wege der staatlichen Gesetzgebung die Annahme eines neuen Hilfsmaßnahmenentwurfes für Cleveland Beschleunigt werden.
Amerikanisches Bombenflugzeug mit sieben TTlann vermißt.
New Port, 7. San. Der Stabschef der Marineluftstreit- träfte von San Diego (Westküste der Vereinigten Staaten) gab am Donnerstag bekannt, daß ein großes Marine-Bombenflugzeug mit sieben Mann Besatzung vermißt wird. Der Bestimmungsort des Flugzeuges wird nicht angegeben. Kriegsschiffe und Flugzeuge haben die ganze Nacht nach dem Flugzeug vergeblich gesucht. Die Suche wird fieberhaft fortgesetzt.
Den Wärter niedergeschlagen und entflohen. Sn ter Werkstatt des Miskoleer Militärgefängnisses wurde Montagabend ein furchtbarer Mord verübt. Der Wärter des Gefäng- nisies wurde um 9 Uhr in der Werkstatt mit gespaltenem Schädel ohnmächtig in einer Blutlache aufgefunden. Die Untersuchung ergab, daß der Beamte nach Beendigung der Arbeit zwei Sträflinge damit beauftragte, sein Fahrrad zu reparieren, wofür sie llberstundenbezahlung bekommen sollten. Die beiden Sträflinge blieben in der Werkstatt allein. Als ter Wärter zu ihnen eintrat, wurde er von den beiden Sträflingen mit einem Beil überfallen und niedergeschlagen. Die Sträflinge nahmen ihm sodann die Schlüsiel ab und konnten unbemerkt in Sträflingskleidung entkommen.
Brasilianische Polizei verhaftet 40 Kommunisten. Die Polizei hob in der brasilianischen Hauptstadt eine Geheim- zentrale der „Roten Hilfe" und der bolschewistischen „Trotzki- Bewegung Brasiliens" aus. Die Polizei verhaftete 40 kommunistische Funktionäre und Parteigänger, darunter einige „Sntellektuelle". Umfangreiches Belastungsmaterial wurde beschlagnahmt.
Französisches Flugzeug abgestürzt. Ein an dem Hoggar- Stern-Flug teilnehmendes französisches Flugzeug ist auf dem Wege von Mühlhausen nach Qudjida in der Nähe von Zieret abgestürzt. Der P i l o t kam ums Leben. Der mitfliegende Besitzer des Flugzeuges erlitt lebensgefährliche Verletzungen.
Filmstudio auf dem Meeresgrund. Sn Marineland int Staate Florida ist dieser Tage das erste „Unterwasser-Filmstudio" der Wett fertiggestellt worden, ein riesiges Aquarium auf dem Meeresgrund, in dem die verschiedensten Arten der Meeresbewobner nicht nur in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet, sondern auch mit Spezialapparaten gefilmt werden können.
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