Viesos-eiler Sagblatt
D Freitag, 27. Dezember 1935.
Zweites Blatt. Nr. 352.
ebenfalls
Wettbewerb in der Schweinemast.
Biebrich: Peget 1,46 m
gegen
Wasserstand des Rheins am 27. Dezember 1935
1,47 m gestern
0.72 „ „
1,96 „ „
1,94 „
Mainz: Kaub: Köln:
Mn Festtagen besonders wichtig! ^
Die 4. Reichsstrahensammlung am 4. und 5. Januar 1936 steht im Zeichen des Frontsoldaten und des Frontgeiftes.
Frontsoldaten der Nationalsozialistischen Kriegs- opferoersorgung sammeln an diesen Tagen für das WHW.
x Koblenz, 26. Dez. Bei Andernach wurden drei Wilderer festgenommen.
genommen hat. Beide Angeklagten wurden mit Rücksicht auf die Gaunerei und offensichtliche Habgier zu Gefäng- l Wochen
Wer hat die Weihnachtsgans gestohlen?
= Groh-Gerau, 26. Dez. Ein unliebsames Mißgeschick pasiierte dem Landwirt Ludwig Bender II. in Braunsbardt, In der Nacht zum Mittwoch wurden ihm seine mit soviel Liebe großgezogenen beiden Weihnachtsgänse gestohlen. Die Tiere waren in einem Pferch zwischen Futterküche und Garten untergebracht. Die Diebe holten ihre Beute und verschwanden über ein Nachbargrundstück. Di« Gendarmerie luchte alsbald nach den Eünsedieben. aber vergeblich.
Gröger Fabrikbrand im Odenwald.
— Nordenstadt, 26. Dez. Die Weihnachtsfeier der hiesigen K I e i n t inderschule in der Turnhalle erfreute sich eines guten Besuches. Die beifällig aufgenommenen Darbietungen (Gedichte, weihnachtliche Spiele, Reigen usw.) zeigten die Früchte aufopferungsvoller Arbeit der Leiterin des Kindergartens, Frl. G. Noll- Medenbach. Im An- schluh an die Feier brachte das „Christkind" jedem der Kleinen und auch Tante Gertrud ein schönes Geschenk. Rach Dankesworten des Herrn Pfarrers Dietz und Frl. Noll war die schön verlaufene Feier beendet.
— Naurod i. T„ 26. Dez. Herr Schreinermeister Georg Raab, Veteran aus dem Krieg 1870/71, feierte am ersten Weihnachtsfeiertag in geistiger und körperlicher Frische seinen 88. Geburtstag. Der MEV. „Germania", besten Mitgründer und Ehrenmitglied Herr Raab ist, hat dem Jubilar ein Ständchen gebracht,
nrsstrafen verurteilt, der Ehemann zu zwei Gefängnis und 100 RM. Geldstrafe, die Ehefrau ........
M zwei Wochen Gefängnis und 100 RM. Geldstrafe. Beide Angeklagte haben die Kosten des Verfahrens zu tragen. So hat das Gericht mit diesem Urteil gezeigt, datz derartige Verstoße aufs schwerste geahndet werden. Es kann keine gemeinere Tat geben, als sich in Notzeiten auf Kosten seiner Volksgenossen unberechtigterweise zu bereichern und damit diesen Volksgenosten die dringend notwendigen Nahrungsmittel zu entziehen.
0,70 „
1,96 „
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I Ans Provinz und Nachbarschaft,
Ein schönes Weihnachtsgeschenk.
M. ^.Geisenheim i. Rhg., 26. Dez. Zu Weihnachten traf I in der yatntlte des an der hiesigen Versuchs- und Forschungs- A anstatt für Wein-, Obst- und Gartenbau seit Jahrzehnten 8 .P*"tessors Dr. Karl K r o e m e r eine freudige
1 Botschaft ein. Drei Söhne kehrten zu den Festtagen, 1 ausgezeichnet nnt dem eben frisch erworbenen Doktor- k g r a d ins Elternhaus heim.
Weihnachtsfeier im Arbeitsdienst.
■ Bad Schmalbach, 26. Dez. Die Weihnachtsfeier im DArbeitsdienst in Bad Schwalbach wurde mit einer D Bescherung bedürftiger Kinder eingeleitet. Im weihnacht- Mlich geschmückten Speisesaal der Abteilung 257/2, Graf k Werder hatten sich die Kleinen, 45 Buben und Mädels, mit Whien Eltern eingefunden, wo sie von Abteilungsleiter k Oberstfeldmeister Müller herzlich begrüßt wurden. Die M Arbeitsmänner hatten in wochenlanger Arbeit wahre LKunstwerke an Spielzeug, Burgen, Kaufläden, Eisenbahnen Uuno Schiffen geschaffen. Die Augen der Kinder wurden k beim Anblick der Herrlichkeiten immer größer und strahlen- | der und vor lauter Staunen verstummten die Plapper- Lwäulchen, allerdings nicht für lange Zeit. Nachdem auch Uder Weihnachtsmann seinen Besuch abgestattet hatte, gab U es für alle Gäste und Arbeitsmänner Kakao und Kuchen. U Anschließend fand die Weihnachtsfeier der Abteilung statt, 1 °n der auch Gruppenführer Schlayhecke teilnahm, k Oberstfeldmeister Müller hielt eine kurze Ansprache, es Ufolgten Chorgesang und ein von Truppführer Schäfer ver- Usaßter Sprechchor. Zwei Arbeitsmänner (Klavier und UEeige) trugen das „Ave Maria" sehr schön und feierlich vor. r Ein gemütliches-Beisammensein beschloß die Feier.
Fönwetter im Taunus.
Feldberg, 26. Dez. Aus dem sehnsüchtig erwar- kteten Weihnachtswinter mit klirrendem Frost und tiefem t Schnee ist nichts geworden. Warme Südwinde brachten bei U langsam steigenden Temperaturen, die am zweiten Feiertage | um die Mittagsstunde 7 Grad Wärme erreichten, leise k rieselnden Regen und Tauwetter. Seit Dienstagabend ist »die 30 Zentimeter hohe Schneedecke auf 12 Zentimeter zu- k sammengeschmolzen. Unterhalb des Fuchstanzes und des LSandplackens ist der Schnee verschwunden, und die Master Mrieseln überall zu Tal. An beiden Feiertagen bewegte sich Mder Wanderverkehr in allerengsten Grenzen. Der zweite MTag, an dem es auch morgens in der Ebene schneite, sah im M Gebirge fast gar keine Besucher. Am Tage vor Weihnachten Mwaren die Rauhreifbildungen so schwer geworden, daß die WStarkstromIeituna zerriß, so daß auf dem großen tunb kleinen Feldberg alle Häuser bis Mittwochmittag gegen L14 Uhr ohne Strom waren.
Marktberichte.
Wiesbadener Grotzmarkt.
M a r k t v e r l a u f: Angebot in Gemüse gut, in Obst mäßig; Verkauf befriedigend. Auslandsware stark angeboten: Verkauf infolge des Weihnachtsfestes gut. Erzeugerpreise am 24. Dez. für Gemüse und Obst (bei Kartoffeln, Südfrüchten, sowie Obst und Gemüse ausländischer Herkunft Großhandelspreise). Gemüse: Weißkohl (Pfund) 7, Rotkohl 9,5—12, Wirsing 8, Rosenkohl 1. 25—28, Grünkohl 10, Karotten 6,5 bis 10, heiße Rüben 4, Schwarzwurzeln 16, rote Rüben 7—7,5, weiße Rüben 5, Erdkohlrabi 5, Spinat 8—10, Meerrettich 55, Feldsalat 45—49,5, Zichorie, deutscher 38—40, Treibtomaten 23,5—25,5, Petersilie 41—45, Blumenkohl, ausländ. (1 Steige, 12—18 Stück) 650, Zichorie, ausländ. (1 Kiste etwa 10 Pfund) 400, Endiviensalat (Stück) 11—11,5, Kohlrabi 4,5—5, Sellerie 14—15, Lauch 4,5, Rettich 5—6,5, Kartoffeln, gelbe (Zentner) 350—360, Zwiebeln 1300 Pfg. Obst: Tafeläpfel (Pfund) 1. 28—35, 2. 18—25, Wirtschaftsäpsel, sortiert 18, unsortiert 16, Tafelbirnen 1. 20, Wirtschaftsbirnen, sortiert 12—16, Apfelsinen 20—30, Mandarinen 26 bis 28, Bananen 50, Maronen, ausländ. 25, Walnüsse 23—50, Haselnüsse 38, Zitronen (Stück) 4—5 Pfg.
Wiesbadener Wochenmarkt.
Marktverkauf: Gemüse und Obstanfuhr gut, Verkauf gering, Landbutter und. Eier nicht angeboten, dagegen Markenbutter in geringer Menge. Kleinverkaufspreise am 24. Dez. für Gemüse, Obst, Butter und Käse. Gemüse: Weißkohl (Pfund) 9—10, Rotkohl 12—15, Wirsing 10—12, Rosenkohl 1. 35, 2. 15—18, Grünkohl 15, Karotten 15—18, gelbe Rüben 6—8, Schwarzwurzeln 22—25, rote Rüben 8—10, weiße Rüben 6—8, Erdkohlrabi 8—10 Spinat 12—15, Feldsalat 60—70, Zichorie, ausländ. 60, Tomaten, ausländ. 50, Meerrettich 60—70, Zwiebeln 12—15, Kartoffeln 4, Blumenkohl, ausländ. (Stück) 50—70, Kohlrabi 7—8, Sellerie 15 bis 30, Lauch 6—10, Endiviensalat 10—25 Pfg. Obst: Tafel- äpfel 1. (Pfund) 40—50, 2. 30—40, unsortiert 25-35, Wirtschaftsäpfel, sortiert 20—25, unsortiert 18—20, Tafelbirnen 1. 40—50, 2. 35—40, Wirtschaftsbirnen, sortiert 15—25, Weintrauben, ausländ. 60—70, Apfelsinen 30—50, Mandarinen 30—50, Walnüsse 35—50, Haselnüsse 35—50, Maronen, ausländ. 30—35. Zitronen (Stück) 5—7, Apfelsinen 12—20, Bananen 12—15 Pfg. Butter und Käse: Markenbutter (Pfund) 160, Handkäse (Stück) 2—10, Schmierkäse (Pfund) 25 Pfg.
— Neuhof i. T., 25. Dez. Der BdM. Neuhof veranstaltete am Sonntagabend im Saalbau Schrank dahier einen Elternabend. Die Leiterin, Frl. Emma Klein, hielt eine kurze Begrüßungsansprache, worauf man zu dem gemütlichen Teil überging. Sprechchöre, Gesang, sowie etliche Spiele schufen eine frohe Stimmung.
— Born, 26. Dez. In hiesiger Gemarkung fand eine erfolgreiche Treibjagd auf Schwarzwild statt. Es wurden elf Wildschweine aufgetrieben, von welchen zwei erlegt werden konnten, davon ein Keiler von etwa 150 Pfund. Die Schwarzkittel richteten schon den ganzen Herbst schweren Flurschaden an.
— Panrod, 25. Dez. An einem der letzten Abende statteten Einbrecher dem Landwirt Fritz Heimann einen Besuch ab. Nachdem sämtliche Räume vom Keller bis zum Speicher durchsucht worden waren, kamen die Einbrecher in das Zimmer des Dienstmädchens, dem sein in diesen Tagen ausbezahlter Lohn in Höhe von 72 RM. gestohlen wurde.
= Limburg a. d. L., 26. Dez. Ein junger Mann aus dem nahen Offyeim, der im Möllinger Kloster (Westerwald) beschäftigt war, wurde auf der Wester'waldbahnstrecke zwischen den Stationen Sainscheid und Kölbingen tot im Schnee liegend ausgefunden. Er war von einem Zug überfahren worden. — Wie die Polizei berichtet, hat ein abgeschlossenes Ermittlungsverfahren ergeben, daß 24 Elücksfpieler in nicht verjährter Zeit in Limburger Lokalen und in einer Privatwohnung dem Glücksspiel gehuldigt haben. Bei den Spielen wurden nennenswerte Beträge eingesetzt und Gewinn und Verlust des einzelnen bewegten sich entsprechend. Einzelne Spieler huldigten dem verbotenen Glücksspiel dermaßen, daß sie Frau und Kinder vernachlässigten. Die Elücksspieler und diejenigen, welche die Spieleinrichtungen oder die Räume dazu zur Verfügung gestellt haben, haben mit einer empfindlichen Strafe zu rechnen. — Aus der „Langen Meil" stürzte der Motorradfahrer Schuld aus Dehrn. Die erlittenen schweren Verletzungen führten zum Tode.
Eine aufregende Saujagd.
— Reiffersscheid (Eifel), 26. Dez. Zu einem aufregenden Kampf mit einem schweren Keiler, wie er auf dem Gebiete der Jagd sehr selten zu verzeichnen ist, kam es dieser Tage gelegentlich eines Treibens auf Schwarzwild. Zwei Treiber nahmen die Wundfährte eines bei der Jagd angeschossenen Keilers auf. In einer Kieferndickung stießen sie auf das waidwunde Tier. Sofort ging der schwere Keiler zum Angriff auf seine Verfolger über, die sich jedoch vor den gefährlichen Hauern des wütenden Tieres durch die Flucht retten konnten. Am andern Morgen wurde die Fährte nochmals aufgenommen. Ein Hund stöberte den Schwarzkittel auf, der sich auch diesmal trotz seiner schweren Verwundung zum Kampf stellte. Es entwickelte sich nun eine lebensgefährliche 2agd, bei der es einem Berufsjäger erst nach dem sechsten Schuß gelang, den Keiler zur Strecke zu bringen. Das Gewicht des Tieres betrug ausgenommen 220 Pfund.
— Michelstadt i. O.» 26. Dez. Aus bisher noch unbe- fkannter Ursache brach am Dienstagabend in der Schreinerei (bzw. Holzschneiderei der Zeltbahnfabrik Eebr. Mühl- khäuser in Steinbach bei Michelstadt Feuer aus, das mit k rasender Schnelligkeit um sich griff. Der Brand fand an den vorhandenen Holzvorräten reiche Nahrung, und bald war kdas ganze Gebäude eingeäschert. Mit großer Mühe konnten kdie Feuerwehren ein Übergreifen des Brandes auf die an- fgebaute Montagehalle verhüten. Der entstandene Schaden test bedeutend, da fast alle Maschinen in dem niedergebrann- kten Gebäude unbrauchbar geworden sind. Ein aus Urlaub «befindlicher Soldat hatte das Feuer zuerst wahrgenommen kund sofort die Feuerwehr alarmiert, sodaß bald eingegrisfen Werden konnte.
Ferner wurde der Bauer Lippold aus Voris-Lengefeld mit einem Monat Gefängnis und 220 RM. Geldstrafe und den Kosten des Verfahrens vorn Schöffengericht Gera verurteilt, weil er den Anweisungen des Milch- versorgungsverbandes Thüringen-Ost, seine Milch nach Abzug des Eigenverbrauchs an den Milchhof Gera abzuführen, nicht nachgekommen ist.
— Limburg, 26. Dez. Im Limburger Gebiet scheint ein Wedler Wettbewerb um die schwersten Schweine entbrannt zu 1 sein. Es erweist sich dabei, datz auf dem Gebiet der Schweine- Mmast sich noch manches erreichen läßt und dadurch die Erzeu- Mgungsschlacht wirkungsvoll unterstützt werden kann. Gut Äausgemäftete Schweine sind heute wieder gesucht und er- H zielen einen besseren Preis. In Attenhausen (llnterlahn- jH kreis) konnte dieser Tage ein Bauer ein einjähriges Schwein zur Schlachtbänk führen, das ein Schlachtgewicht von über 480 Pfund hatte. Sein Rekord wurde nun von einem Lim- 'buraer Bauern übertroffen, der ein Tier von über 6 Zentnern I Schlachtgewicht herangemästet hatte. Im Interesse der ^Fleisch- und Fettversorgung darf man wünschen, daß noch mehr solcher Rekordschweine gemästet werden.
Weihnachtsgabe des Gauleiters an einen jugendlichen Lebensretter.
— Wetzlar, 26. Dez. Bei einer Weihnachtsfeier des ■ Stützpunktes der NSDAP, in dem Kreisort Naunheim über- fgab Kreisleiter Haus dem Pimpfen Erich Seifert einen ' größeren Geldbetrag als Spende des Gauleiters Sprenger. । Erich Seifert hatte im Sommer d. I. einen Menschen vom (Tode des Ertrinkens gerettet. Der Gauleiter hatte davon -gehört und ließ nun dieser anerkennenswerten Tat eine so rschone Belohnung folgen, dir dem Pimpfen natürlich große ' Freude bereitete.
Der Gießener Eisenbahnräuber gesagt.
— Gießen, 26. Dez. Wie gemeldet, wurden am 15. Dez. auf dem Gießener Bahnhof 26 Eisenbahnwagen erbrochen und teilweise geplündert. Den eifrigen Nachforschungen der : Gießener Polizei gelang es gestern im Städtischen Obdachtlosenasyl den 29 Jahre alten Anastasius Caplewski aus Stargard in Pommern unter dem Verdacht der Täterschaft ffestzunehmen. Trotzdem bei Caplewski ein großer Teil der gestohlenen Sachen gefunden wurde, leugnete er bisher hartnäckig, den schweren Einbruch verübt zu haben; die Beweise r sind aber derart erdrückend, datz nur er als Täter in Frage Kommen kann.
Saboteure der Lebensmittel-Versorgung.
Teure Butter an zahlungskräftige Kreise verkauft.
Der „Geraer Beobachter" teilt mit: Vor dem Schnellgericht Gera kam ein schwerer Verstoß gegen eine Anordnung des Milchversorgungsverbandes Thüringen-Ost in Gera und gegen eine Anordnung über den Verkehr mit Milch und Milcherzeugnissen zur Verhandlung. Angeklagt war das Ehepaar Tischendors aus Lichtenberg, das ein schuldenfreies Gut mit neun melkenden Kühen sein eigen nennt. Ans der Verhandlung ging folgendes hervor: Diese Kühe brachten täglich ungefähr 40 Liter Milch, von denen nur 20 Liter an den Milchhof Gera abgeliefert worden sind. Von den restlichen 20 Litern wurden für den eigenen Bedarf 5 Liter Benötigt, während aus 15 Litern Butter hergestellt worden ist, die dann zu Wucher- preifen verkauft wurde. Die Ehefrau hat die Handlungen ihres Mannes unterstützt und die Butter zum Verkauf gebracht. Sie hat das Stück Butter zu einem Preis von 80 Pfg. verkauft und mit der steigenden Notlage auch die Preise hochgeschraubt. Sie hat ihre Butter zu den Leuten geschafft, die sie bezahlen konnten, und hat so die Butter der Gesamtheit entzogen. Das Ehepaar hat die Milch für sich behalten, um sich in unverantwortlicher Weise auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern. Daß das nur der einzige Grund ist, geht daraus hervor, daß die Ehefrau diese Butter über den Höchstpreis verkauft hat. So war nichts wie die schnödeste Gewinnsucht die Triebfeder dieses Handelns. Sie konnte nicht genug kriegen, daß aber gerade diese Milch und Butter den ärmeren Kreisen fehlen, das war ihnen einerlei. Ja, die Ehefrau ist sogar von einer Kundin wegen des hohen Preises mit dem Ausdruck „Volksschädling" bezeichnet worden, worauf sie die Butter wieder mit-
W> Rullrich-Salz
Rundfunk-Ecke.
Beachten Sie am Samstag!
Berlin: 14.15 llhr: Tanzweisen. 15.30 Uhr: Märkische Erde. 18.15 Uhr: „Der Ball auf der Liebesinsel." Heiteres Funkspiel. 19 llhr: Kleines Konzert. 19.40 llhr: Wir horchen in eine Probe mit Carl Schuricht. 22.30 llhr: Spende zum Jahresende.
Breslau: 15.10 llhr: Liederstunde. 15.40 Uhr: Gedächtniskunst und Eedächtniskünstler. 18 llhr: Lebendige Literaturgeschichte. 18.30 llhr: Wir fachen die Flamme! Stunde der HI. 19 llhr: Die Woche klingt aus. 20.10 llhr: Schlesische Regimentsmärsche. 22.40 llhr: Tanzmusik.
Hamburg: 14.20 llhr: Musikalische Kurzweil. 19 Uhr: Unterhaltungskonzert. 20.10 llhr: Kunterbunter Wochenkehraus.
Köln: 16 llhr: Der frohe Samstagnachmittag. 18Uhr: Feierstunde auf dem Lande. 19 llhr: Kammermusik. 20.10: Der Abend der Überraschungen.
Königsberg: 15.45 llhr: Unbekannte ostpreutzische Dichter. 18.20 llhr: Orgelvespermusik. 22.20 llhr: Unter- haltungs- und Tanzmusik.
Leipzig: 18.45 Uhr: Blasmusik. 20.10 llhr: Zwischen Weihnacht und Silvester. Großer Unterhaltungsabend. 22.30 Uhr: Und morgen ist Sonntag. Bunte Unterhaltung.
München: 15.15 llhr: Zwei Kompositionen der bayerischen Ostmark. 18.40 Uhr: Aus dem wohltemperierten Klavier von Joh. Seb. Vach. 19.05 llhr: Musik am Wend. 20.10 Uhr: „Wohl zu speisen". Ein Ohrenschmaus mit appetitlichen Sachen. 23 Uhr: Tanzmusik.
Saarbrücken: 18 llhr: Kleine Abendmusik. 19 Uhr: „Und wenn der ganze Schnee verbrennt". Eine kalte Platte — mit viel Musik und Gesang. 22.30 Uhr: Musik zur guten Nacht.
Stuttgart: 15 llhr: HJ.-Funk. 18.30 Uhr: „D'Male- fizkuah". Eine ländliche Tragikomödie. 19 llhr: „Jahresinventur". Eine bunte musikalische Stunde. 24 llhr: Kammermusik.
