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, EchÄenberg'Iche HofbuchbruSerei, „lagblatt-Aaus". Wöchentlich 7 Ausqaben

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Wöchentlich

Ausgaben

8. SchMenberg'Iche HofbuchdruSerei, „Tagblatt-Haus".

Wnftägllch nachmittags. Samstags vor- u. nachmittags

Unterhaltungsbeilage.

mit einer täglichen

Drahtanschrift: T-gbiatt Wiesbaden.

Postschecktonto: Frankfutt a. M. Sir. 7405.

Nr. 351

83. Jahrgang.

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Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdors.

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WUT Wegen Les Weihnachtsfestes erfchcint die nächste „Tagblatt"-Ausgabe am Freitag.

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

Friede auf Erden

Weihnachten 1935.

Neue Besprechungen in Paris. — Die Zusammenarbeit der Mittelmeermächte, Die Meerengenfrage.

Notenwechsel zwischen England und der Türkei.

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über den Frieden außerhalb unseres Landes, denn wir wissen, Last nur der Friede Vorteil bringen kann für alle. Unser Ziel ist, für uns den Frieden zu sichern. Wir wollen das Recht als die Grundlage unseres ganzen Lebens, und wir wollen den Ausgleich des ein­zelnen in 'der Gemeinschaft. Wenn wir uns neue Pflichten auferlegt haben, fo geschah «das um der Ge­meinschaft, er ist auch ein Stück von dem Weihnachts­frieden, er ist ein Ende des Kampfes der Klassen und Schichten.

Die große 5 a m i liebes deutschen Volkes findet sich Weihnachten 1935 in einem wohlgeord­nete n Hause unter dem Lichterbaum zusammen, und wo Sorge und Not noch nicht gebannt werden konnte, da halfen alle miteinander unter kundiger Leitung, diese Sorgen nach besten Kräften zu erleichtern. Es hat gewiß im deutschen Vaterland noch kein schönerer Gabentisch gestanden, als ihn das Winterhilfs­werk zusammenbrachte, schon deshalb, weil vielleicht gerade dieses große Werk der stärkste Ausdruck des Zusammenhaltens der wieder geeinigten deutschen Fa­milie, der Volksgemeinschaft, ist.

Wir haben keine großen Schätze wie andere Staaten, die von der Statur besser bedacht worden sind. Unser, Boden, den wir bebauen, ist karg, aber wir schauen nicht voll Neid auf den anderen. Wir wollen das Unsere tun für den Weihnachtsfrieden bei uns und in der Welt, und wir hoffen, daß die übrigen Völker nun auch das Ihre tun werden.

Laval empfängt.

as. Berlin, 24. Dez. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Zu Weihnachten, dem Fest der Liebe und des Friedens, will es nicht recht paffen, daß wieder einmal von Krieg und Kriegsgeschrei ge­sprochen werden muß. Aber man kann nicht darüber Hinwegsellen, daß einmal die Kämpfe in Abes­sinien andauern, wobei die Italiener in die Ver­teidigung gedrängt sind, ihnen also das Gesetz des Handelns z, Z. von den Abessiniern vorgeschrieben wird und baß andererseits auch sehr eifrig Vorbereitungen getroffen werden, um ein Zusammenwirken aller M i t te l m e e r staa te n für den Not­fall sicherzustellen. Zu diesen Vorbereitungen gehören auch die Verhandlungen, die zwischen hohen Militärs Englands und Frankreichs erneut in den letzten Tagen in Paris stattgefunden haben. In englischen Dar­stellungen wird betont, daß es sich hierbei nm eine Fort­setzung der früher einmal abgebrochenen Besprechungen handele. Während aber früher immer nur von einer Zusammenarbeit der See- und Luftstreitkräfte die Rede war, scheint diesmal auch über eine etwaige Zu­sammenarbeit der Heere verhandelt worden zu sein, da nicht nur von der Teilnahme von Marinesach­verständigen an diesen Besprechungen berichtet wird, sondern bemerkenswerterweise auch Vertreter der G e n e r a I ft ä b e teilgenommen haben. Ob man es schon als Auswirkung dieser Verhandlungen betrachten kann, daß Teile der in Brest stationierten franzö­sischen Flotte den Befehl erhalten haben, an der westafrikanischen Küste nicht allzu weit von Gibraltar zu kreuzen, sodaß sie also jederzeit schnell in das Mittel­meer gelangen können, muß dahingestellt bleiben.

Ganz offensichtlich will die englische Regierung ganz genau wissen, auf welche Unterstützung sie im Falle eines offenen Konfliktes im Mittelmeer rechnen kann. Diesem Zweck dienten auch die englischen An­fragen bei den übrigen Mittelmeerstaaten, von denen schon in den letzten Tagen gesprochen wurde. Man wird aber auf Erustd aller Antworten auf diese Frage in der Lage sein, einen genauen Mobilisationsplan für eine (defensive) polizeiliche Aktion sämtlicher Mittelmeer- mächte auszuarbeiten. 'Damit ist nicht gesagt, daß der Ernstfall unbedingt eintreten muß, aber es liegt auf der Hand, daß die Sanktionsschraube fester angezogen werden kann, wenn erst einmal alle Einzelheiten für eine militärische Zusammenarbeit fest­liegen. In dieser Hinsicht ist auch bemerkenswert, daß Reuter eine aus Paris kommende Nachricht dementiert, wonach England die französische Regierung habe wissen lassen, daß Außenminister Eden die Sühnepolitik gegen Italien nicht bis zum äußersten durchführen werde.

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Väter in Wandern und in Ostpreußen. Und niemals i ist wohl eine Kriegsweihnacht inniger und ergreifenbe.r i gefeiert worden als diese erste des Jahres 1914. Noch ; immer bestand in den Herzen die Hoffnung auf eine - t schnelle Beendigung des Krieges, obgleich schon klar > war, daß hieser Kampf sich noch bis ins Gigantische steigern würde. So gingen die Kriegsweihnachten vor- i über, eine immer schwerer als die andere. Viele Väter und Söhne ruhten nun schon in fremder Erde.

i Und dann kam die trostlose Weihnacht 1918. i Niemand wußte Rat, niemand wußte, was aus diesem f armen Deutschland werden würde. Friede auf Erden?

Die Welt tönte wider in diesen Weihnachtstagen von 1 Rache und Vergeltung.

Die Weihnachtsfeiern der Nachkriegs- M e i t unterschieden sich von den Kriegsweihnachten nur ‘ dadurch, daß die Maschinengewehre nicht hämmerten, L und daß Weihnachten daheim und nicht in den Stäben ; begangen wurde. Was der Krieg nicht hatte zerstören r können, zerstörte der Nachkrieg. Die innere Zersetzung schritt fort, und die Inflation zerstörte auch die äußeren l Grundlagen. Nichts war mehr gesichert, alles schien f verloren.

Waren das damals deutsche Weihnachten, als । Fremde im Bunde mit Undeutschen uns beherrschten | und als die kargen Früchte unseres Fleißes von unseren I Regierungen widerstandslos als endloser Goldstrom in ■ L die Kaffen unserer Unterdrücker geleitet wurden, die > daraus riesige Rüstungssystvme schufen, um uns für | alle Zeiten in tributschaffender Sklaverei zu halten? ° Waren bas noch beutidje Weihnachten, wenn am ersten r Feiertag die Obdachlosen genau so zu Tausenden in ? den Straßen froren wie an allen anderen Tagen auch?

Aber die guten Kräfte im deutschen Volke verzagten nicht, die Sehnsucht nach einer starken und gesicherten | Führung wuchs gerade angesichts des Parteiwirrwarrs. [ Sa kam denn der alte Marschall des Weltkrieges an die V Spitze seines Volkes und erstand der Bund, der dem r Führer und der nationalsozialistischen Weltan- [ schauung den Sieg brachte.

Auch diese Jahre waren Kampf und mußten Kampf sein. Wenn wir aber heute über Deutschlands Grenzen - schauen, dann sehen wir ganz deutlich, daß mir fast die , einzigen sind, die sich eines gesicherten Friedens freuen [ dürfen. Diesen gesicherten Frieden hat uns niemand | geschenkt. Wir haben ihn uns selbst erringen müssen | durch den Aufbau unserer Wehrmacht, die ein Mittel $ zur Verteidigung sein sollte und ist. Friede auf Erden f und den Menschen ein Wohlgefallen. Draußen ist da- f von nicht viel zu merken, und das ifeltjame Organ des t Friedens, der Völkerbund, weiß weder aus noch ein. f Gewiß, noch tobt Haß gegen uns und Unverständnis, i aber es kommt der Tag, da man auch draußen erkennen s wird, daß das, was von den anderen bekämpft wird, ' nichts anderes war als ein Sich-Finden des deutschen : Volkes zu sich selbst zurück. Wir wollen keinen Un­frieden, sondern den Frieden im Lande und freuen uns

Meine neue Wendung int italienisch­abessinischen Krieg vor Mitte Januar.

London, 24. Dez. Der diplomatische Mitarbeiter der „Morning Post" schreibt, abgesehen von einem Meinungs­austausch in der Frage gegenseitigen Beistandes sei in dem italienisch-abessinischen Streit vor Mitte Januar, also dem Zeitpunkt der Völkerbundsratstagung, keine neue Wendung zu erwarten. Gegenwärtig sei man allgemein ge­neigt, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Die in Kraft be­findlichen Maßnahmen hätten eine gute Wirkung, und es werde keineswegs für sicher gehalten, daß ihre Verschärfung durchführbar oder erwünscht sei. Die Wichtigkeit der Öl- sperre sei, wie man jetzt glaube, sehr übertrieben worden, da es bei der gegenwärtigen Lage nahezu unmöglich wäre, sie wirksam zu machen. Der wirkliche Druck auf Italien be­stehe darin, ihm seine Auslandsdevisen zu entziehen, ohne die es außerstande sei, auch die ihm nicht versagten Rochstofse wie Öl, Kohle und Eisen zu kaufen. Andererseits werde darauf hingewiesen, daß die Auferlegung einer Ölsperre zweifellos die Gefahr vergrößern würde, der bereits die an den Sühnemaßnahmen beteiligten Länder ausgesetzt seien, daß nämlich Italien militärische Vergeltungsmaßnahmen anwenden würde.

Anzeigenpreise: Ein MMmeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund- preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 4, Nachlaßstassel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an besttmmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen - Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgcgebcn werden.

London, 24. Dez. Reuter meldet aus Angora, daß in den letzten Tagen zwischen der britischen und der türkischen Regierung Noten ausgetauscht wurden, die sich auf die Be­dingungen bezogen, unter denen die Türkei im Falle einer Streites im Mittelmeer zur Zusammenarbeit be­reit sein würde. Über den Inhalt werde völliges Still­schweigen bewahrt. Halbamtlich verlautet aber, daß die türkische Regierung ebenso wie die anderen Mitglieder der Balkanentente günstig geantwortet habe.

Die Türkei scheint die jetzige Fühlungnahme zu benutzen um die Meerengenfrage erneut aufzu­rollen. Bekanntlich verbieten die der Türkei aufge­zwungenen Verträge dem Lande, die Meerenge zu schließen oder in der Meerenge Befestigungen zu schaffen. Hier könnte nun eine Gefahrenquelle für die Türkei im Falle eines Mittelmeerkonsliktes entstehen, da tatsächlich die Meerenge jedem Angriff schutzlos preisgegeben wäre. Es entspräche nur der Forderung nach defensivem Selbstschutz, wenn die Türkei jetzt im Rahmen der neuen Situation die Großmächte auf diese Frage nachdrücklichst Hinweisen würde, wobei die Türkei aber offenbar nicht soweit gehen will, daß sie ihre Teilnahme an der gemeinsamen Aktion von der Lösung der Meerengenfrage abhängig macht. Bisher war die Neigung Englands, die Meer­engenfrage zu behandeln, sehr gering. Wie London sich heute zu diesem Problem stellt, bleibt abzuwarten.

In französischen Kreisen scheint man sich gewissen Hoffnungen hiuzugeben, auf dem Umwege über die jetzigen Verhandlungen später zu dem schon früher erstrebten Mi t t elmeer pakt gelangen zu können, obwohl ein solcher Pakt die Liquidierung des abessinischen Konflikts voraussetzen würde. Jedenfalls aber entfaltet Laval wiedereine große Vetriebs- famkei t. Er empfing gestern nicht nur den italieni­schen Botschafter, sondern auch den z. Zt. in Paris wei­lenden türkischen Außenminister und den griechi­schen Gesandten. In all diesen Besprechungen dürfte die Mittelmeerfrage eine sehr wesentliche Rolle gespielt -haben. Irgendwelche Entscheidungen erwartet man aber nicht vor der für den 20. Januar eingesetzten Rats­tagung. Bis dahin ist noch viel Zeit und es kommt nun darauf an, wie diese Zeit von allen Beteiligten -be­nutzt werden wird.

Größte Auflage aller Tageszeitungen Groß-Wiesbadens.

Dienstag, 24. Dezember 1935.

I Es gibt einen guten und sauberen, auch in Wies- I baden gespielten englischen Film, der das Schicksal - zweier Generationen schildert, und dabei immer [' die Ereignisse am Tage des Jahreswechsels in den ' Vordergrund stellt. Dieses Bildwerk verdeutlicht,was alles die alte und die junge Generation dieser Zeit schon er- . lebt haben. Es gibt selten zwei Generationen in der Geschichte, die so unter der Fülle des Geschehens stehen « wie die alte und die junge Generation von heute. Wie -dieser Film den Tag des Jahreswechsels so besonders rbetont, so hätte er auch mit gleichem Recht die Tage - d" Weihnacht für seine Handlung benutzen können, L denn wir erinnern uns, wenn wir auch sonst so viel । und schnell vergessen haben, doch immer noch am meisten । daran, wie wir die Weihnachtstage verlebt haben im ? Sturme dieser Zeit.

1 Die Älteren von uns kannten noch die Fülle und : sorgenlose Freude der Vorkriegszeit. Das Leben 1 schien uns allen viel leichter, als es heute scheint. Es ging alles seinen normalen und geregelten Gang. Die t Welt war nach nicht aus den Fugen. Man arbeitete, 1 verkaufte und kaufte. Die Laufbahn der jungen Men- [ scheu schien gesichert. Sie konnten ohne große Sorge | eine Familie gründen. Diele sähen ihre äußerliche - Laufbahn von Anfang bis zu-n; Ende vor sich. Und well ' das so war, fehlte manchmal ein Nachdenken über das, : was kommen könnte. Wir hatten Kriege erlebt, auf s dem. Balkan unid im Fernen Osten, aber was ging das ; uns alles an? Ein Krieg in Europa? Ein Weltkrieg? 1 Man hielt das für Fabelei. Und doch bestanden schon I die Spannungen, die Gewitter zogen auf. ohne daß wir t es merkten, und eines Tages brach der Weltenfturm los. i Weihnacht 1914. Das viel zerrissen« deutsche Volk war angesichts dieses großen Schicksals zu einer Einheit geworden. Draußen standen die Söhne und