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Wöchentlich

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Werktäglich nachmittags, Samstags rar- u. nachmittags

mit einer täglichen

Unterhaltungsbeilage.

««ugspreile: Mr

Ichlietzlich Tragloh

Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden.

Postscheckkonto: Frankfurt a. SR. Nr. 7105.

Nr. 346

83. Jahrgang.

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Doch noch Llsanktionen?

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Alerandrien ein englisches Heerlager

London, 19. Dez. (Eig. Drahtmeldung.) Eine Reuter-

Es heißt darin unter anderem,

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Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631.

Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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iindlichen Miiitärmaschinen streng geheimgehalten wird, ist bekannt, daß die britische Luftstärke im Nahen Osten weit größer ist, als die jetzige italienische Luftstärke in Libyen.

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn» und Feiertags.

nwd gerechte Lösung des italienisch-abessinischen Kon­fliktes herbeizuführen. Also, der Plan ist tot, es lebe der Plan. Oder sollte es doch heißen, der Plan ist tot, es lebe der Krieg? Denn wie ein für a l l e P a r- teien annehmbarer Friedensvertrag aus- fchen müßte, das kann sich auch der phantasie­begabteste Politiker nicht ans malen. Der Negns lehnt den Pariser Plan als viel zu weitgehend

Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund­preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 4, Nachlatzpaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestiminten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen -Annahme 10 Uhr vormittags. Gröbere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

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-y"' i Meldung aus Alexandrien gibt eine lebendige und lehrreiche s N! I Darstellung der in Ägypten im (bange befindlichen nrili- Zrs! I rä rischen Vorbereitungen. " 9*. ! I dah viele Dampfer c

ab, da dieser Plan die Ausraubung Abessiniens aus ge­setzlichem Wege bedeute. Italien aber lehnt die ein­zelnen Bestimmungen ab, da sie weit hinter den italienischen Forderungen, Hoffnungen und Wünschen zurückblieben. Mit seinen gestrigen Ausführungen, daß Italien seine Söhne niemals in Gebiete entsenden werde, die nicht von der italienischen Flagge geschützt seien, zeigt Mussolini deutlich, daß er alle Ange­bote ablehnt, die Italien Interessensphären öder wirt­schaftliche Kolonien zugestehen, welche nicht unter italienischer Oberhoheit stehen würden. Die Gegensätze sind so groß, daß sie unüberbrückbar erscheinen. Für die Italiener ist es dabei sehr angenehm, daß der abes­sinische Angriff a m Ta k a s s e f k u ß anscheinend zum Stehe n gebracht werden konnte.

Niemand vermag recht zu sagen, wie sich die Dinge weiter entwickeln werden. Will man sich mit den bis­herigen Sanktionen gegen Italien begnügen oder folgen auf das Scheitern des Pariser Planes nun die Öl- sanktionen? Der Genfer Sonderberichterstatter des „Berliner Lokalanzeigers" erklärt, daß eine Ölsperre nicht mehr in Betracht kommt. Andere Genfer Mel­dungen verweisen dagegen darauf, daß Eden einen be­sonderen Ölsachverständigen mit nach Genf gebrächt habe, vermutlich doch nicht nur für den Zweck, damit dieser Herr Genf im Winter kennen lernt. Wenn es zu den Ölsanktionen kommt, wie wird Italien sich dann verhalten? Taucht hier in einer Zeit, in der wir von dem Frieden auf Erden sprechen sollten, das Ge­spenst krieWerischer Verwicklungen wieder auf? Soll das Spiel weiter gehen, bei dem jeder Er­klärungen abgibt, von denen niemand recht weiß, ob sie ernst gemeint sind, oder ob sie Bluff sind, bis man plötz­lich in einer unmöglichen Situation mitten drin steckt? Die französische Politik versucht anscheinend jede Verschärfung des Konfliktes zu verhindern und diesen Kampf zu dem zu machen, zu dem Mussolini ihn stets stempelte, zum Kolonialfeldzug. Noch aber ist das diplomatische Ringen nicht entschieden, auch wenn einer der Hauptkämpfer ausfiel. Mit der Weihnachts­pause für die Herren Diplomaten scheint es aber unter diesen Umständen in diesem Jahre kaum etwas zu werden.

h- -< L etn~ Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.—, ein- $utS bte bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel- nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellnngen nehmen an: der Berlag, die Ausgabestellen die Träger und alle Poftanstalten. — In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises

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Wieder kriegerische Töne aus London

Reuter über die militärischen Vorbereitungen in Ägypten.

ZI Edens Totenschein für den Pariser Friedensplan. — Auf welcher Grundlage soll weiter verhandelt werden?

Der jüngere Bruder.

Die Wahl Beneschs.

Masaryk und Bene sch — immer, wenn irgend­wo von den Anfängen dep tschechoslowakischen Staates die Rede ist, kehren diese beiden Namen in enger Ver­bindung wieder. Es ist eine fast unlösbare Verbin­dung, die in gewisser Weise auch jetzt geblieben ist: Auf Masaryk folgt als Staatspräsident Benesch, und auf die ganz ähnliche politische Herkunft bezogen, ist man versucht zu sagen: der jüngere dem älteren Bruder. Wenn man von den Meinungskämpfen der letzten Tage absieht, aus denen der Eindruck entstehen konnte, als gäbe es für Benesch ernsthafte Gegner bei der Wahl zum Staatspräsidenten, so war es eigentlich nie zweifelhaft, daß nach Masaryk nur ein Politiker Staatspräsident werden konnte, der über die große Volkstümlichkeit Beneschs verfügte. Der jetzige Staats­präsident stammt aus kleinsten Verhältnissen. Er ist das zehnte Kind einer Bauernfamilie, die ihren Hof in der Nähe Prags hatte, und auch durch diese einfache Herkunft ist er mit dem zurückgetretenen Präsidenten Masaryk eng verbunden. Wie jener, hat auch Benesch eine harte und arbeitsreiche Jugend hinter sich. Don Anfang an war er auf sich selbst gestellt und von dem Willen beseelt, aus der engen Umgebung herauszu­kommen, und ein großes Ziel zu erreichen, das ihm frei­lich nicht von Anfang an klar vor Augen gestanden haben mag.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Masaryk und Benesch begann 1914, als mit dem Ausbruch des Welt­krieges die Hoffnungen beider auf einen, tschechischen Nationalstaat neue Nahrung bekamen. Beide gingen damals kurze Zeit hintereinander ins Ausland, organi­sierten dann gemeinsam in Paris einen „Aktionsaus­schuß" der tschechoslowakischen Unabhängigkeitsbewe­gung und gründeten Anfang 1916 eben dort den Nationalrat der tschechischen Länder. Seit dieser Zeit sind sie ihren politischen Weg gemeinsam gegangen, wenn man von vorübergehender Meinungsverschieden­heit und gewissen grundsätzlichen Auffassungsunter­schieden absieht, die zwischen zwei so ausgeprägten Per­sönlichkeiten natürlicherweise bestehen. Masaryk, 34 Fahre älter als Benesch, war der Lehrer, Benesch der Schüler. Masaryk blieb immer die allgemein an­erkannte Autorität, Benesch stand stets mitten im poli­tischen Tageskampf und war eine heiß umstrittene Per­sönlichkeit bis auf den heutigen Tag.

Das, was den jetzigen tschechischen Staatspräsidenten, der seit 1919 ununterbrochen die Außenpolitik seines Landes geleitet hat, am stärksten charakterisiert, ist seine, auch von ihm nie bestrittene Vorliebe für Frankreich. Das bezieht sich nicht nur auf das politische Gebiet, son­dern diese Vorliebe ist zu einem wichtigen Teil seines Wesens geworden. Benesch liebt geradezu Frankreich, er hat vom Fahre 1905 an, als er ein Stipendium nach Paris erhielt, alles Französische mit großer Begeiste­rung in sich ausgenommen, nicht nur was das äußere Wissen betrifft, sondern vor allem die Art zu denken, und wenn er vorübergehend sich später auch in London und Berlin aufhielt, so waren das bedeutungslose Etappen auf seinem Wege, die keinerlei Spuren hinter­lassen haben, höchstens die, daß er bei dieser Gelegen­heit noch schärfer die Unterschiede zur französischen Hal­tung erkannte und in seinem Sinn beurteilte. In Paris begann seine Tätigkeit für den tschechischen Zu­kunftsstaat, in Versailles vollendete sich sein Traum, und die ganzen langen Fahre während seiner Amtszeit als Außenminister ist er nicht einen Tag und nicht eine Stunde von dieser Generallinie seiner Politik abge- wichem Aus dieser Grundhaltung heraus erklären sich auch viele Einzelzüge der Politik, die er betrieb: Die parlamentarische Demokratie nach französischem Muster war und ist sein Ideal, in der Außenpolitik war er in Genf und am Quai d'Orsay fast mehr zu Hanse als in Prag, die Kleine Entente ist zum guten Teil sein Werk, und er war es schließlich, der den französisch-sowjet- russifchen Vertrag durch ein Militärbündnis seiner Re­gierung mit Moskau ergänzte. Das war der Außen­minister Benesch.

Das Aufgabengebiet des Staatspräsidenten Benesch ist anders geartet. Trotzdem liegt natürlich die Ver­mutung nahe, daß Benesch auch in Zukunft wohl kaum darauf verzichten wird, auf außenpolitischem Gebiet maßgeblichen Einfluß zu behalten. Es ist ein Vorteil, zu wissen, welcher Art diese Einflußnahme sein wird. Besondere Aufgaben werden dem Präsidenten vor allem auch auf innenpolitischem Gebiet und hier wieder in der Behandlung der Minderheiten erwachsen. Aus ge- legentlichens rüheren Äußerungen sollte man unter den jetzigen veränderten Deichältnisien keine besonders weit­gehenden Rückschlüsse ziehen. Alles wird hier von »et Zukunft abhängen. Das ist wohl auch die Ansicht der judetendeutschen Partei, die offenbar dieser abwarten»

Der ägyptische Ministerpräsident an die Einheitsfront.

Unverzügliche Abhaltung von Neuwahlen.

London, 18. Dez. Wie aus Kairo gemeldet wird, hat der Ministerpräsident eine Erklärung veröffentlicht, in der er Nahas Pascha und die anderen politischen Führer zur Herstellung der Einheitsfront beglückwünscht und die baldige Wiederherstellung der Verfassung sowie die unverzügliche Abhaltung von Neu­wahlen verspricht. Er beabsichtige, die Leiter der Ein­heitsfront bei jeder zur Entscheidung kommenden wichtigen Frage um ihre Ansicht zu befragen, da es noch einige Zeit dauern werde, bis das neue Parlament zusammentreten könne.

Lopez-Conpreras vorläufiger Präsident von Venezuela.

Nach dem Tod Vincent Gomez'.

Berlin, 18. Dez. Die Gesandtschaft von Venezuela teilt mit: Nach dem Tode des Präsidenten von Venezuela, General Vincent Gomez, der am Mittwochabend verschied, ist der Ministerrat zusammengetreten und hat als Nach­folger den Kriegs- und Marineminister Eleazar Lopez- Conpreras zum vorläufigen Präsidenten gewählt. Er bleibt im Amt, bis der Kongreß Zusammentritt, um die end­gültige Wahl des neuen Staatspräsidenten vorzunehmen.

, as. Berlin, 19. Dez. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Der abessinische Konflikt fordert nicht nur « | Opfer auf den sonnendurchglühten Gefilden Ostafrikas, auch die hohe Diplomatie bleibt von Opfern nicht ver­schont. Sir Samuel Hoare, kaum mehr als ein halbes ,Fahr Englands Außenminister, seinerzeit als große Hoffnung in England begrüßt, hat daran glauben müssen. Noch gestern früh hat Reuter angekündigt, Hoare werde int Unterhaus am Donnerstag eine Wmpferische Rede halten und keine Rede voll Reue.

Rund 24 Stunden später wird der Rücktritt dieses „ gemeldet. Was für den Entschluß Hoares den

S ?i Ausschlag gegeben hat, ob er sich im Kabinett nicht ge- " .- Mgend unterstützt sah, ob er sich als Opfer einer Z Intrige fühlte, das läßt sich im Augenblick noch nicht

K , Mnz übersehen, es sei denn, daß man sich mit der Er- „ | Märung begnügt, für die englische öffentliche 5" i Meinung fei Me Erkenntnis untragbar ge- " wosen, daß die mit so großer Energie betriebene

S ank t ion s p o l i tik in so kurzer Zeit, d. h. in rund 4 Wochen, Schiffbruch erlitten habe. Hoare geht also als Sündenbock in die Wüste.

F Der von ihm gemeinsam mit Laval ausgearbeitete s F r i eden s pl an ist tot, f o z u s a gen maus eto t, j -Wenn man die Ausführungen, die Eden gestern in Genf machte, in Betracht zieht. Dagegen ist, wenn man die Rede Lavals in Genf betrachtet, noch ein wenig Leben in dem Plan. Aber vielleicht hat Laval damit auch nur sagen wollen, daß nun Sin neuer Plan ausgearbeitet werden muß. ■ Ausdrücklich hat er er­klärt, daß, wenn der sogenannte Pariser Plan scheitert, der Völkerbundsrat nicht von der Pflicht entbunden sei, jede Gelegenheit zu benutzen, um Sine ehrenvolle

_____ _____aus England militärische ‘ Ladungen aller Art bringen, wie Flugzeuge, Ee- k schütze, Tanks, Lastkraftwagen und Tausende L von Rollen Stacheldraht. Bei Sidi Vichr in der | Umgebung von Alexandrien befindet.sich eine regelrechte I militärische Zeltstadt, die von einer 10 Kilometer langen r Stacheldrahtsperre umschlossen ist und asphaltierte Straßen, | Lichtspielhäuser und Cafes besitzt. 5000 neue Zelte sind von England unterwegs, und weitere Truppen t werden binnen kurzem erwartet. Den Einwohnern ist es be- : reits eine tägliche Gewohnheit geworden, Reihen britischer ; Kriegsschiffe bei Schießübungen zu beobachten, und der i Donner von Luftabwehrgeschützen ist an der Küste l «in gewöhnliches Ereignis. An strategischen Punkten der - „. | Stad: schießen hölzerne Kasernen und Bürogebäude wie = "j I Pilze in die Höhe. Der Gegensatz zu Kairo, wo alles normal geblieben ist, ist auffallend. Flugzeuge und Flugboote ver­anstalten tägliche Übungen über der Stadt. 2m Hafen liegen nahezu 80 britische Kriegsschiffe. Zum erstenmal in seiner Geschichte ist der Hafen so voll, daß zwei Kreuzer außerhalb des Hafens vor Anker gehen mußten. Das westlich der Stadt gelegene Küstengebiet, das bis vor wenigen Monaten ein «liebtes Ausflugsziel war, ist jetzt für Neugierige gesperrt. >sn Alexandrien wird angenommen, daß im Kriegsfall ein Angriff auf die britische Flotte von der Zwölfinselgruppe und von Rhodes erfolgen würde, und daß dabei ll-Bo'ote die Hauptrolle spielen würden, um die britischen Kriegsschiffe von der Küste zu entfernen und einer aus Libyen vorrücken- "en Armee bessere Aussichten für einen Durchbruch zu geben, sie wird allgemein geglaubt, daß ein Angriff von Libyen aus lehlschlagen'würde, solange die britische Flotte die ägyptische allstenlinie beherrscht. Große Mengen von Flugzeugen ttefkn ständig ein und obwohl die Zahl der in Ägypten be-

Größte Auflage aller Tageszeitungen Groß-Wiesbadens.

Donnerstag, 19. Dezember 1935

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