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Atrne dich jung! / (unge und Zwerchfell als Gesundheitsregler

Von Professor Dr. W. Fritzsche-Leipzig.

In Verbindung mit Eiweiß nehmen kristallisierte Wir­kungskörper wie Vitamine und Hormone neue lebenswichtige Eigenschaften an. Alles deutet auch darauf hin, daß am Ei­weiß der Zelle die wichtigen synthetischen Vorgänge ver­laufen, von denen bisher nur ganz wenige biochemisch be­kannt geworden sind. Mit Recht verspricht man sich vom Studium der biochemischen Synthesen die großen biologischen Einsichten. Denn man wird es heute nicht mehr als eine Überschätzung der Biochemie empfinden, wenn betont wird, daß die endgültige Aufklärung eines physiologischen Vor­ganges erst erreicht ist, wenn die zugrunde liegenden bio­chemischen Reaktionen formelmäßig klargestellt sind.

Wir kennen in großen Zügen die Atmung als eine Ver­brennung, die Verdauung als eine Spaltung der Fett-, Kohlehydrat- und Eiweigmoleküle unter Aufnahme von Wasser. Aber wenn wir mit eingehender Kenntnis der mit­wirkenden Enzyme, Vitamine und Hormone jeden einzelnen dieser Prozesse näher durcharbeiten, so erweist er sich als ein außerordentlich kompliziertes System von Teilreaktionen.

Auf dem Gebiet der Erblichkeitsforschung einen Anschluß an die bereits so außerordentlich durchgearbeiteten, aber rein formalen Beschreibungen der Erbeinheiten zu finden, muß natürlich auf große Schwierigkeiten stoßen. Es kann aber *" zweifeln, daß schließlich die Vorgänge Vorgänge in Chromosomen und in den

Bienenkorb als Apotheke.

Fünfzig Millionen Immen in Illertissen liefern Arznei. Kaufpf dem Rheumatismus.

Die meisten Arzneien find bekanntlich Gifte, wenn sie in größerer Menge in den menschlichen Körper gelangen. Daß auch das Bienengift (Apis) ein recht wirksamer Heilstoff sein kann, war schon den alten Kulturvölkern bekannt. Nament­lich gegen eines der am weitesten verbreiteten und quä­lendsten Leiden, gegen den Rheumatismus, hat das Bienen­gift, das hell, wasserklar ist und hauptsächlich aus Aineisen- läure und aus einer organischen Base besteht, schon ausge­zeichnete Dienste geleistet. In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts befaßte sich Dr. Terc in Marburg (heute von Deutsch-Österreich losgerissen und bei Jugosla­wien) mit dieser Heilmethode. Seine Erfahrung bei 173 Patienten, die er mit beinahe 40 000 Bienenstichen behan­delte, führt ihn zu der Erkenntnis, daß das Bienengift gegen Rheumatismus (nicht gegen Eicht) wirksam ist. Daß Imker, falls sie ihre Lebensweise den gesundheitlichen Regeln an- pafsen, meistens ein hohes Alter erreichen, ist allgemein be­kannt. Profefior Flury, ein bekannter Erforscher tierischer Gifte, hat auf Grund einer Rundfrage bei vielen Bienen­züchtern nachweisen können, daß 58 Prozent aller Imker, die ftlvor an Rheumatismus litten, durch die Beschäftigung mit Bienen völlig geheilt wurden und daß bei 29 Prozent eine wesentliche Besserung der Krankheit festzustellen war.

Neue Methoden in der Bienenstich-Therapie.

Die natürliche Anwendung des Bienenstichs als Heil­mittel ist allerdings nicht angenehm, und die ärztliche Wiffenschaft forschte deshalb nach Methoden, durch die das Bienengift dem menschlichen Körper auf andere Art zuge­führt werden konnte. So suchte man Bienengiftlösungen in Ampullen abzufüllen. Roch vorteilhafter ist das vor einiger Zeit von Dr. K. A. Forster aus Ulm gefundene Verfahren, das das Bienengift in eine Salbe verarbeitet, welche die rest­lose Aufnahme des Giftes in den Körper ohne Schmerzgefühl gewährleistet.

Die größte deutsche Bienenzüchterei.

Auf Anregung dieses Dr. K. A. Forster, der jahrelang als Assistent bei Profefior Flury am Pharmakologischen

Ergebnisse nnd Ziele der Biochemie.

Von Profeffor Hans v. Euler, Direktor des Biochemischen Instituts der llwimersttät Stockholm.

Das Leben in der Zelle.

Solche Durcharbertungen physiologischer Vorgänge,' wie der Atnrung und Garung, bilden einen großen Teil der heu» trgen biochemischen Forschung. Sie müssen, so zeit- und materialraubend sie auch oft sind, geleistet werden, und nam­hafte Biochemiker haben ihr Lebenswerk und die Arbeit ihrer Institute der endgültigen Aufklärung solcher Prozefie gewidmet.

Beckenausgang ein Ausweichen der Baucheingeweide. Sie schieben sich darum nach vorn und seitlich um> wölben die Bauchwand vor. Läßt man gleichzeitig mit dem Einatmen die Vauchpresse durch Zusammenziehen der Bauchmuskeln arbeiten, so entsteht ein Druck auf den Bauchinhalt von oben, von vorn und von den Seiten. Diese Druckmastage bekämpft die Darmträgheit. Zwerchfell und Bauchpresse lasten sich durch Turnübungen kräftigen und zwar allgemein durch solche, die tiefe Atmung erfordern, ein Rumpfdrehen, Rumpf­beugen, Ausrichten des Körpers aus waagerechter Lage ohne Gebrauch der Hände, Hürdenlauf, Schwimmen urtb andere. Das Organ altert am langsamstem das am lebendigsten ge­braucht wird. Es nützt sich im Gebrauch nicht ab wie die Werkzeuge der Technik, sondern wird durch den Gebrauch er­frischt und verjüngt.

Brusthöhle hinein. Ziehen sich aber bei der Einatmung seine kräftigen Muskeln zusammen, dann flacht es sich ab, und die Lunge wird abwärts gezogen. Dadurch vergrößert sich die Lungensaugkraft bedeutend, und das Blut fließt ungehindert aus der Tiefe des Körpers nach dem rech­ten Herzen ab. Wer darum stauendes Blut in Krampfadern der Beine hat, der kann das Leiden mit Zwerchfellgymnastik bekämpfen. Auch Kälte an Füßen und Händen, durch Kreis­laufstörungen veranlaßt, läßt sich auf diese Weife beseitigen.

Vor allem ist Zwerchfellatmnng, kräftig betrieben, ein starker Eingriff in di« Form und in die Funktion der großen Körperschlagader, die im Inneren unseres Brustkastens ruht und auf die wir sonst keinen Einfluß haben. Durch Zwerch­fellgymnastik ist ihre Beschaffenheit zu fördern, weil sie aus viel elastischem Material aufgebaut ist. Beim Tiefgang streckt das Zwerchfell sowohl das Herz als auch die große Körperschlagader, beim Rückgang in die gewölbt« Ruhelage verkürzt es diese Gefäße wieder. Es massiert sie gleichß durch das ruckweise Auf- und Abgehen, was für Menfck

Atmen und Leben find im Sprachgebrauch aller Völker gleichbedeutende Begriffe. Alles, was Odem hat, lebt; den Atem aushauchen heißt: sterben. Von der ersten bis zur letz­ten Minute unseres Lebens unterhalten tagaus, tagetn Lungensaugkraft und Zwerchfellbewegungen die Atmung. So unausgesetzt tätige Kräfte gewinnen Eii.ftuß auf die Ge­sundheit des Körpers.

Im unverletzten Brustkorb sind die Lungen ständig ge­dehnt. Darum üben sie auf die Teile, mit denen sie ver­ankert sind. Bei, ihrem blafebalgartigen Auf- und Nieder­gehen einen kräftigen Zug aus: auf die äußere Brustwand, auf das Zwerchfell, auf das Herz und die großen Blutgefäße. Die Zugkraft beider Lungen beträgt bei gewöhnlicher Aus­atmung im Mittel siebzehn Kilogramm, bei der Einatmungs­stellung einundzwanzig Kilogramm, bei tiefster Einatmung und, Ausatmung entsprechend mehr. Das sind bedeutende Kräfte. Es ist zu bedenken, daß die oberen Bauchorgane Leber, Milz und ein großer Teil des Magens von der Lungensaugkraft mit getragen werden müssen. Denn sie hängen nicht an den Vauchdecken, sondern am Zwerchfell, das seinerseits mit den Lungen in Verbindung steht.

Da das Herz nicht in einer starren Höhle liegt, sondern von einem schmiegsamen Beutel umschlossen wird, reicht die Lungensaugkraft bis zu ihm und den großen Gefäßen die es in den Körper entsendet. Mit einer Kraft von drei vis vier Kilogramm, "hervorgerufen durch den Erweiterungszug des Brustkorbes, den Zwerchfellzug und den Sewichtszug der Baucheingeweide, dehnt -der Lungensog die erschlaffte.. in der Arbeitspause befindlichen Herzwandungen, erweitert die Herzhohlräume und saugt sie voll Blut. Weit in den Körper hinein reicht dieser Sog während der Herzpause, die etwas länger ist als die Zeit, während der das Herz zusam­menziehend sich betätigt. Die Lungensaugung setzt sich nach oben in die Denen von Hals und Kopf und nach unten in die großen Venen bis in die Leber fort, und es ist allerorten durch den Einbau in die Gewebe und die Befestiguugsart in ihnen Vorsorge getroffen, daß die dünnwandigen Venen sich für die ,Saugwirkun^ nicht verschließen.

Auf diese Weise sind alle Vorbedingungen geschaffen, den Zweck der Atmung zu erfüllen, den Geweben nicht bloß

Die organische Chemie hat für die Biochemie die Grund­lagen geschaffen; durch sie haben wir die großen Gruppen organischer Substanzen kennengelernt, die den Hauptteil der lebenden Materie ausmachen, nämlich Fette und Stearine, Kohlenhydrate, Blut- und Blattfarbstoffe und, zum Teil wenigstens, die Eiweißkörper. Mit diesen Verbindungen vollzieht sich der Stoffwechsel; fie sind das Material für den Aufbau der Zellen. Um Aufbau und Stoffwechsel in den zweckmäßigen Bahnen und der erforderlichen Geschwindigkeit durchzuführen, bedarf der lebende Organismus Pflanze wie Tier besonderer Vermittler, sogenannter Kataly­satoren; das sind Stoffe, die schon in kleinsten Mengen ihre wichtigen Funktionen ausüben, ohne sich selber dabei zu ver­ändern.

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mit hohem Blutdruck und Neigung zur Verkalkung recht heilsam ist.

Bei der Einatmung pflanzt sich der Druck des Zwerch­felles nach allen Seiten auch auf die Eingeweide fort. Aber nach hinten verhindert die Wirbelsäule, nach unten die (Enge des Becken« inganges und die Muskeln des Dammes am

bei der Mutation, die Vorgänge in Chromosomen und in den Tragern der Erbeinheiten chemisch definiert werden müssen.

Wir haben in erster Linie einen Fall gewählt, bei dem es möglich war, eine erbliche Eigenschaft chemisch eindeutig zu erfassen. Bei früheren Versuchen in dieser Richtung waren die untersuchten Eigenschaften fast durchweg von so komplexer Art, daß es aussichtslos erschien, mit chemischen Methoden an sie heranzutreten. Als ein verhältnismäßig einfaches und günstiges Beispiel untersuchen wir die nach einfachen Erblichkeitsgesetzen eintretenden Spaltungen, nach welchen aus gewissen Gerstensippen chlorophyllnormale und

Drei Gebiete find es, auf denen mir die Verknüpfung der biologischen Ergebnisse mit biochemischen und chemischen Tat­sachen aussichtsreich erschien: die Vererbung, die An- passungserscheinungen und die Abwehr- und Antt-2nfek- tionsreaktionen. Und so haben wir in meinem biochemischen Institut versucht, unsere Erfahrungen an Enzymen und Vitaminen iür die Lösung eines biologischen Problems nutz­bar zu machen, das in den drei genannten Gebieten zum Ausdruck kommt.

Die meisten dreier Dermittlungsstoffe (u. a. Vitamine, Hormone und Enzyme), für die ich seinerzeit den Namen Biokatalysatoren vorgeschlagen habe, finden sich in Organen in so geringen Mengen, daß sie sich lange der chemischen Untersuchung entzogen haben. Aber in 'den letzten Jahren sind hinsichtlich der Gewinnung und des Aufbaues solcher Biokatalysatoren staunenswerte Erfolge erzielt worden. Das fettlösliche Vitamin A, das die Neubildung der Zellkerne und den Stoffwechsel der Schleimhäute beeinflußt und ge­wöhnlich an seiner Wirkung auf die Gewichtszunahme junger Säugetiere gemessen wird, war das erste Vitamin, dessen chemische Formel vollständig ermittelt werden konnte (P. Karrer 1932). Alsbald folgte die Aufklärung der wasserlös­lichen Vitamine C und die dadurch künstlichen Synthesen zugänglich geworden sind, und ähnliche Erfolge stehen für das antirachitische Vitamin D und für das auf den Nerven­stoffwechsel wirkende Vitamin Bi in nächster Aussicht. Immerhin bleibt auch hier für die Zukunft genug zu tun, denn von Jahr zu Jahr finden stch neue Vitamine, von denen nur ein in die Sexualprozesse eingreifendes Vitamin E, ein den Hautstoffwechsel beeinflussendes Vitamin B6 und ein ipezielle Infektionen heilendes Vitamin J erwähnt feien.

Mit diesen Eroberungen der präparativen Chemie haben die Fortschritte der eigentlichen Biochemie, also die Untersuchungen der in lebenden Zellen und Geweben ein­tretenden Vorgänge nicht ganz gleichen Schritt hatten können. So sind wir bei den Vitaminen und Hormonen, deren chemische Formel wir ganz genau kennen, über ihre Aufgaben und ihre Wirkungsart nur unvollständig unterrichtet."

Inzwischen tauchen neue Ziele auf. 'Die Biochemiker der chten Jahre hatten sich im wesentlichen dem Studium der Abballreaktionen, der Spaltungen, gewidmet und hatten ver­sucht, die in lebenden Organen verlaufenden Reakttonen vom Leben getrennt in Erscheinung treten zu lassen, sie im Reagenzglas zu studieren. Aus diese Weise sind wichtige Ein- stchten über die für jede Lebenstatigkeit so unentbehrlichen Enzyme gewonnen worden.

Der stoffliche Aufbau in Zellen ist ein geordnetes Zu­sammenwirken vieler Teilreattionen geordnet durch die Lage der beteiligten Moleküle,, besonders der Enzyme. Die zufammenhaltenden Bestandteile der Zellen sind die Proteine, und wir wissen seit einigen Jahren, daß die Vita­mine und Hormone im Organismus oft an Eiweiß gebunden sind.

chlorophylldefekt« Pflanzen entstehen. Die erforschte vererb» bare Eigenschaft ist also hier der Gehalt der Pflanze an dem chemisch bekannten Stoff Chlorophyll.

Ein zweiter Weg öffnet sich der chemischen Forschung auf dem Gebiet der Genetik durch das Studium der Chromo­somen, nachdem deutsche und amerikanische Arbeiten gezeigt haben, daß die Chromosomen in Drüsen gewisser Insekten besonders von Drosophila (Vananenfliege) ein ungewöhnlich günstiges Versuchsmaterial darstellen. Diese Chromosomen sind so groß, daß man mit optischen und mit mikrochemischen ' Methoden an die Untersuchung ihrer chemischen Bestandteile und vielleicht der darin enthaltenen Träger der Erbein­heiten Herangehen kann.

Was die Anpassungen betrifft, durch die Individuen 1 und Rassen sich in allmählicher Änderung ihrer Eigenschaften - und damit ihrer biochemischen Funttionen unter zunächst un- günsttgen Lebensbedinaungen enthalten, so werden diese An-; Passungen durch allmähliche Veränderungen im Enzymgehalt i der Zellen ermöglicht.

Die gleichzeitige Bearbeitung mehrerer neuer Gebiete i bedeutet auch für ein größeres Forschungsinstitut eine ge­wisse Gefahr. Tatsächlich handelt es sich aber bei den Ar- . beiten des Stockholmer Institutes um ein einziges neutrales Problem: das Prinzip der biologischen Entwicklung, noch dem die lebende Zelle ihre chemischen Synthesen vollAeht. 1 Ich meine, daß ein solches Problem nicht an einem einzige» Punkt angepackt werden kann.

Wie eingangs erwähnt, ist die Biochemie aus der orga­nischen Chemie hervorgegangen. Die Gesetze der Chemie und Physik müssen streng auch für den ganzen Bereich der leben-; den Natur gelten; unentschieden bleibt noch die Frage, ob die typischen Lebenserscheinungen, wie Fortpflanzung, - Schutz- und Abwehrvorgänge, Anpassung und Entwicklung, i von besonderen großen Gesetzen beherrscht werden, die wir einstweilen höchstens ahnen. In der Biochemie und Bio- j Physik stehen wir erst im Anfang einer stch mächtig ausbrei-s tenden Lebenswissenschaft.

Sauerstoff zuzuführen, sondern gleichzeitig auch die gas- i förmige Kohlensäure und das dampfförmige Wasser aus dem Körper zu entfernen.

Die Bewegungen der Luirgen und der Brustwände er-/ folgen von selbst, nur dürfen einengende Kleidungsstücke sie nicht behindern, besonders nicht bei straffem Marsch oder, kräftiger Hantierung. Der Ventilationsstrom Bat seinen Weg durch die Nase zu nehmen. Von Zeit zu Zeit helfen wir der; Lungenatmung nach, bleiben beim Spaziergang stehen, ziehen die reine Waldesluft tief ein und lassen sie langsam wieder: entweichen, um die Lungen gründlich zu durchlüften, oder unterstützen mit taktmäßigem Hochstrecken und Senken der Arme die naturgewiesene' Atmungsrhythmik. Meist aber vergessen wir einen wichtigen Teil unserer Atmung zu för­dern, die Zwerchfellatmung.

Die Zwerchfellatmung, auch Vauchatmung int Gegensatz zur Vrustatmung genannt, scheint die ursprüngliche Atmungsform zu sein. Denn im Schlafe, wo keinerlei Be­wußtsein sich mit den Atemzügen verbindet, setzt sie regel­mäßig ein. Durch unsere einschnürende Kleidung, Bei Frauen insbesondere durch das Mieder, ging sie uns mehr oder weniger verloren, darf aber im Hinbuck auf unsere ®e{unS« heft nicht vernachlässigt werden. Auf die Wichtigkeit der Zwerchsellatmuna weist die Heilkunde des öfteren hin; be­sonders hat Geheimrat Römheld mit Nachdruck empfohlen, die Zwerchfellatmung planmäßig zu pflegen. Er schlägt vor, jeden Morgen nüchtern im Bett bei angezogenen Knien den Bauch dreißigmal vorzustoßen und langsam wieder einzuziehen. Ein Druck der Hand aus die Bauchdecken kann dabei nachhelfen.

In erster Linie verfolgt diese Atmungsgymnastik den Zweck, Erkrankungen der das Herz ernährenden Kranzgefäße und der großen Aorta zu verhüten. Wenn bereits Anzeichen einer abweichenden Beschaffenheit dieser Adern dorliegen, muß der Arzt die empfohlene Atemgymnastik des Zwerch­felles überwachen. Auch der Gesunde läßt sie sich am besten vom Arzt verordnen und Anleitung zu ihrer richtigen Aus­führung geben.

Mit jedem Atemzug, den die Lungen regeln, gehen Be­wegungen des Zwerchfelles einher, nur nicht so auffallend, wie sie bei der absichtlichen Gymnastik erfolgen sollen. Schon der Bau des Zwerchfelles weist auf seine Mitregelung der Atmung hin. Das Zwerchfell ist nur in seiner Mitte eine sehnige Haut, an seinen Rändern hat es Muskeln, von denen Fasern wie die Speichen an einem Rad nach der sehnigen Mitte zu laufen. Im erschlafften Zustande ragt es rote eine

Institut in Würzburg tätig gewesen war, wurde in Iller­tissen eine Bienenzuchtanlage gegründet, die dieses heilkräf­tige Bienengift zu liefern hat. Nicht weniger als 1200 Bienenvölker befinden sich in dieser größten deutschen Vienenzüchterei in dem Dorf Bet Ulm. 1200 Bienenvölker Bedeuten im Hochsommer etwa 50 Millionen Bienen. Hun­derte von Kästen und KörBen beherbergen beinahe so viele Bienen als Deutschland Einwohner hat. Jede Angehörige dieses Millionenheeres kennt den Kasten und den Korb, in dem sie zu Hause ist, und wohl nie wird sich eine in eine fremde Wohnung verirren.

Aus Honig wird kein Wert gelegt.

Welche riesigen Mengen Honig könnten diese 50 Mil­lionen Bienen liefern! Aber Honig interessiert in dieser Groß-Imkerei nur insofern, als er zu Futter für diese Tiere benützt werden kann. Was die fleißigen Bienen an Honig heimbringen, dürfen sie selber verzehren. Die Hauptsache ist, daß die Völker stark werden.

Die Gewinnung des Giftes.

Wie nötigt man die Bienen, ihr Eist herzugeben? Vor den Bienenhäusern fitzen in langer Reihe etwa vierzig Mädchen, alle dick vermummt, und das Gesicht durch Netze ge­schützt. Rasch greifen sie mit einer Pinzette nach den Tieren und lassen sie in ein besonders präpariertes Papier stechen, das das Gift der Biene aufsaugt, ohne es chemisch zu ver­ändern. Die Arbeit geht ganz still vor sich; die Vermummung gestattet kaum eine Unterhaltung und die Bienen würden durch laute Stimmen und Bewegungen nur gereizt. Durch­schnittlich bringt es ein solches Bienenmädchen in acht Stun­den täglich auf 4500 Bienenstiche.

0,150,3 Milligramm wiegt das frisch entleerte Gift­tröpfchen einer einzigen Biene. Nur die ältesten Bienen kommen zur Bienengiftverwendung, wenige Wochen vor ihrem normalen Tod. An der Tätigkeit der Biene erkennen die Mädchen das Alter, und wenn diese alten Tiere ein- ober ausfliegen, werden sie rasch mit der Pinzette gepackt. Also eine schwierige, zeitraubende und kostspielige Arbeit, aber sie macht sich bezahlt. Der Bienengiftstoff ist als Heilmittel sehr geschätzt und die in Illertissen gewonnene Arznei wird bereits ins Ausland ausgeführt. W. H.