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MMkmr Tagblck

Wöchentlich _ 7 Ausgaben Erschelntwgsrett:

s.

mit einer täglichen

NnterhaltnngSveilage.

®rö&te Auflage aller Tageszeitungen Trotz-Merbadens.

Sonntag, 15. Dezember 1935.

Der Vertrag von 1930.

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Dr-hi-nfchrtft: Zagblatt HHesbabtn.

Nk. 342.

wird keine Gewähr übernomm^nf 6 5 P an bestimmten Tagen und Plätzen

Vertrauen zum sowjetrusiischen Nachbarn -das beste Mittel oaritelle, um eine solche Gefahr zu beschwören.

WerMgllch nachmittags, Samstag, eet««. nachmittags Fernsprech er-Sammel-Nr. 5963L Verliner Büro: Berlin-Wilmersdarf

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V-stscheckkimt,: Frankfurt «.vi.SK. 7406,

83. Jahrgang.

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GeschSstszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abend» außer Sonn- und Feiertags.

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Zwischen London und Kairo.

Rückwirkungen des Abessinien-Äons»»-. - Vor Neuwahlen in Ägypten. - Englisch- Sotgen.

»r «n°n Monat RM. -in' nummern 10 Rpf. — Bczugsbestellm^m nehmend- ?pfl Bestellgeld, Einzel-

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5'9.

Rumänien und die Sowjetunion

| Titulescu stellt Verhandlungen in Abrede.

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Der umstrittene Friedensplan ,6a&y K We Beiden ^auptMeiliötcn Zeit gefunden W^en sich verbindlich zu bem Friedensplan 2o”al5 äußern, scheint er in der

Uo 9 verschwinden zu sollen. Der See rast in ®enf, m London und selbst in Paris. Mr. Eden der ^ ^"Tlilche Sache im Völkerbundsrat und in den Äus- ^in^^Ertreten soll, wird kaum die Entschlußkraft auf- ~as mt^ ^er Nachdrücklichkeit zu tun, die not- ffr hochgeh enden Wogen zu 'beruhigen.

■ Jx1 denen, die diesen Friedensplan

S """ständig ablehnen und er soll die Absicht ge- 8! fein Amt zur Verfügung zu stellen, weil er Ä!" ^ Lage sei, sich mit den Hoare-Lavalschen Ve- Mussen gleichznsetzen. Was er in Genf vortrug, war snnr?"^? Herzen gebrochen und man konnte heraus- Ä.H es ihm garnicht unwillkomnien wäre, wenn der Völkerbund das Kind, das die beiden Außenminister rhm untevschlebeir wollen, mit Entrüstung zurückweist Das wird auch aller Voraussicht nach geschehen. Die „Dimes sagt, bereits voraus, daß der Pariser Friedens- Plan in Genf zu seinem vorbestimmten Ende gelangen werde und die Arbeit müsse dann aufs neue beginnen. Weder der gesunde Menschenverstand, noch Treu und Glauben konnten von der Regierung verlangen Be­dingungen aufrecht zu erhalten, die niemals hätten vor- K5v.racht werden sollen und die jetzt notwendigerweise Cchissbvuch erleiden müssen." Die Oppositionspresse ist noch mel scharfer und fordert vom Völkerbund daß er wiedergutmache, was Hoare verdorben habe.

. Daß die kle inen Staaten von der Wendung die die bisher von England geführte Politik des VMer- bundes in der italienischen Angelegenheit nun plötzlich nehmen soll, aufs äußerste betroffen sind, wurde sofort erkennbar, als die Pariser Presse durch Indiskretionen den Schleier von dem Wochenendgespräch Hoares und lüftete. Der französische Ministerpräsident widmet sich in Genf zur Zeit int besonderen der Ausgabe ^t?^treterdreser kleinen Mächte, über die die fran- zostsche Politik za von jeher glaubte verfügen zu können uinzustimmen. Man weiß noch nicht, was er einzusetzen hat, um einen Erfolg zu erzielen. Seine Lage in Genf ist .chwierig, weil er bei seinen Bemühungen als Geqen- >pEer die Sowsetdiplomatie hat, die diesen „imperia- Ksttschen ^riedensplan rundweg ablehnt und aus Gründen, die wohl nur aus der besonderen bolschewisti- schen Färbung der Außenpolitik zu verstehen sind, eine Ligmdterung des Streitfalls zugunsten Italiens nicht chvnicht. ^hr wäre die Verschärfung durch die in Rom vielleicht doch nicht ganz gleichmütig aufgenommenen Öl- sanktionen erwünscht gewesen, denn sie kann für ihre Ge­heimzwecke nur gewinnen, wenn eine neue Katastrophe Europa und die Welt an den Rand des Ehaos bringt _ Aber es ist nicht nur Genf, was lebhaft opponiert' dn England findet 'das Kabinett Baldwin bei der Opposition und, was schwerer wiegt, in den Reihen der Regierungsparteien, selbst der Konservativen, einen heftige nW i d e r st a n d. ^>m Unterhaus ist eine Reso­lution ausgelegt worden, die das Parlament auffordert zu beschließen, irgend einer Regelung des italienisch- abepm ischen Streits die Zustimmung zu versagen, „welche unsere internationalen Verpflichtungen gegen­über dem Völkerbundsoertrago dadurch vernachlässigt, daß dem Angreiferstaate nach seinem unprovozierten Angriff größere Zugeständnisse gemacht werden, als er !te durch friedliche Verhandlungen hätte erreichen können." Diese Resolution trägt bereits eine ganze An­zahl von Unterschriften von Abgeordneten des Reqie- rungsblocks. Roch schärfer ist die Reaktion der Oppo- ition. Die Labour-Party will ein Mißtrauensvotum einbringen. Man wird nicht annehmen dürfen daß sie damit Erfolg hat. Dazu ist die Gefolgschaftstreue der Mitglieder der regierenden Partei zu ihrer Führung in England zu groß. Aber die Regierung wird sich in der aus den Donnerstag angesetzten Unterhausdebatte mancherlei unerquickliche Dinge sagen lasten mästen, auch aus den Reihen der eigenen Anhänger. Und auch nn Oberhause steht sie sich Angriffen gegenüber. Am Dienstag wird ein von einem der Lords formulierter Protest gegen die Pariser Vorschläge verhandelt werden.

22n Qn^9en ftÄn’ künftige Verhandlungen ..uPlb Kairo ganz außerordentlich er- d?^7 Ä wurden, Im Augenblick heißt es aller­dings, daß die tn einer gemeinsamen Front ru- mSa* Parteien bereit seien, den engliich-

M,?kifchm Vertragsentwurf von 1930, den die Diöi>i- Ä7n5 Zehnten, nunmehr anzunehmen, -uie,er Vertragsentwurf ah vor, daß Ägypten als »«tiin' das'Recht e?hält in den -u o 1 r e r b u n b _ einzu treten, außerdem übertrug dieser i7„7 795,erc-mur? k't Verantwortung für das Leben und das Eigentum, der Ausländer der ägyptischen Re- shTftte also die Sondergerichtsbarkeit für die Ausländer, die sogenannten Kapitulationen, ab. Ferner £nft7iri^r„tt«95e-n^Urf eine Verringerung der f-l,0X‘ult9 auf 11 000 Mann vor, wobei die englischen Streitkräfte auf die Suezkanal­zone beschrankt werden sollten. Endlich sah der Ver- tra^ vor, daß Großbritannien den Sudan behält. Ge­rade über den letzten Punkt konnte damals keine Einigung erzielt werden. Vermutlich müßte man auf dieser Grund­lage aber doch wohl neue Verhandlungen führen, denn schwer vorstellbar, daß England seine Truppen lediglich in der Kanalzone konzentriert, solange die Italiener nicht ihre Truppenverstärkungen aus Libyen ^uckgöf;0gen haben, d. h. solange von dieser Seite Atzypten bedroht rst oder doch bedroht werden kann, -r ie Frage ist also zunächst eickmal, wann überhaupt neue englisch-ägyptische Verhandlungen stattfinden können, zumal man in London bisher immer den Standpunkt vertreten hat, daß erst einmal eine ^^^u?^onale Beruhigung eintreten muß, d h., daß der italienisch-abestmische Konflikt beigelegt fein muß. Damit scheint es aber ja immerhin noch Zeit zu haben. Auf der anderen Seite kann den Engländern ein weiteres Anwachsen der Nationalisten in Ägypten keineswegs erwünscht sein. Man sieht also, daß zwar wieder einmal die Frage nach dem Verhältnis Kairo— ^wndon gestellt, daß sie aber noch keineswegs ent- schieden ist.

inn,«dukareft, 13. Dez. Außenminister Titulescu and " (t.. Freitag in der Kammer auf di« Interpellation - Bratianus über die Verhandlungen Rumä- »c?"5. m-i f Sowjetrußland, insbesondere über den Schluß eines Beistandspaktes und die Gewährung des war sch rechtes für die sowjetrussische Armee.

. e^cu erklärte im Namen der Regierung baß er r On, "t.tn 3het Vergangenheit über einen Beistandspakt oder ; r7f Uder die Gewährung von Durchmarschrechten verhandelt b ft-t'n der Gegenwart darüber verhandle. Er l ;.e 111€ aber keineswegs die Möglichkeit h.on Verhandlungen zum - r°-'chluß eines Beistandspaktes mit Sowiet- i Abrede. Wenn aber Georg Vratianu

r her aR Verhandlungen mit Sowjetrußland die Gefahr f ei«. Cr.munfl der nationalen Grenzen und des Einmarsches Nemden Armee mit sich bringen können, so müste er, ^"uiescu,_ feststellen, daß gerade die Freundschaft und das

lDrahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Der Abestimenkonflikt bedeutet für die »u?n Ää'i?lltSf-5-tÄen .ßoni^on und Kairo einen WM^uen Abschnitt. Seitdem irrt Jahre 1922 Enal and Sos Protektorat über Ägypten aufhob und Ägypten als souveränen Staat erklärte, ist es ja immer Meder zu Ausetnan'dersetzungen über das englisch-ägyptische Ver­hältnis gekommen. In den Zeitungsarchiven schluin-

& Aktenbündel zu dieser Frage und in umfang-

lnan« versucht, den Kampf um ^vßbritannlens Kampf um Ägypten darzu- stellen E s g e h t i n a l l e n dies e n K ä m p fe n - und Auseinandersetzungen für die Ägypter r • J®11”'61 um die tatsächliche Unabhängigkeit. Die Ena­lander waren nämlich seinerzeit, da sie nun einmal Ägypten und den Suezkanal benötigen, soviel man auch sie gleichzeitig'bemüht sind de?

I ™? s3 ^udien zu sichern und nicht minder übri­gens den Luftweg, vorsichtig genug, die llnab- ^9?piens einzuschränken. Sie x behielten stch wichtige Aufgaben der Etaatsführuna l ■ vvft so vor allem die Verteidigung des Landes, die k ^«^rirrn9 E'es Suezkanals, den Schutz der ausländischen | ^nterestNn und die Regierung int Sudan, dem frucht- Uen Teil des Niltals. Die Ägypter aber klagen dar- L ^ver, daß die^Engländer auch darüber hinaus schr 1 stark in die Innenpolitik des Landes ein- ^abfen? wie es denn ja auch die Lage 2 kennzeichnet, daß der englische Außenminister sich in W gegen die Wiedereinführung der ägyptischen

> ^ahre 1923 sehr nachdrücklich aus-

spr«ch. Kern Wunder also, wenn man jetzt in London - sehr erstaunt darüber ist, daß König 'Fuad von Ägypten die Rückkehr zu dieser Verfastung proklamierte , .vrobec er übrigens Einschränkungen gemacht zu haben scheint — ohne England um Rat zu fragen.

Mit dem Abessinienkonflikt hielten die Ägypter ihre f Stunde' für gekommen, um alte Forderungen zu prä- | ftntleren. Fn den Straßen Kairos fanden unter den I - 5.aien von London" — was aber keineswegs ein - M Italien bedeutet — blutige Kundgebungen statt.

Polen und die Judenfrage.

= . Warschau, 14. Dez. (Eig. Drahtmeldung.) Im Zusam- l ^?"hang mit den Studentenunruhen an einer Reihe vol- -/"'versitäten hat als erste die Lemberger Technische Pochfchnle angeordnet, baß die jüdischen Studenten

I ’tt Horsalen und Zeichensälen besondere Plätze L «'nzunehmen haben. * 9

Litauische Schikanen.

Deutscher Schuldirektor einer Grenzstadt und feine Ehesrau verhaftet.

m?. Ä0®"“, 13. Dez. Der Direktor der deutschen Mittelschule in der litauischen Grenzstadt Kybarti, Abromeit, und seine Frau, wurden am ^v""«r.stagnachmittag verhaftet und in das Gefängnis von Wilkowifchki ubergeführt. Eleichzeitiq wurde der Schul­verwaltung von Kybarti vom Blldungsminifterium in Kowno mitgeteilt, daß Abromeit vom Amt als Direktor der deutschen Mittelfchule enthoben ist.

Steiuwürse gegen die deutsche Gesandtschaft in Kowno.

Kowno, 13- Dez In den Nachmittagsstunden am Frei­tag wurde ein Anschlag aus das Gebäude der deutschen Ge- sandtjchaft in Kowno verübt. Zwei Täter warfen mehrere' Steine gegen die Fenster des Gebäudes, wobei vier -iii-vpk l fe nfte r > chei ben zertrümmert wurden.

Polizei verhaftete zwei_Täter, zwei litauische uhen. Dav litauische, Außenministerium hat noch im Sauf« bes Abends der Gesandtfchaft ihr B e d a u e r n u b e r den Vorfall ausgesprochen.

Der englische Botschaster beim Führer.

Besprechungen über Rüstungsbeschränkung und Luft-Locarno. B « 4. m61-1!"’. 14‘, Dez. (Ccifl- Drahtmeldung.) Der Führer t Reichskanzler hat gestern in Anwesenheit des Reichs-

Ministers des Auswärtigen den b r i t i s ch e n B o t s ch a f t e r | C”Prf?“9Cna; D-b-i ist in offener und vertrauens­voller Aussprache die Erörterung der Möalichkeit etwaiger Rüstungsbegrenzungen und des bekann­te» englisch-französischen Vorschlages eines L u f t p a k t - s »wischen den Locarno-Mächten fortgesetzt worden.

Mit erhobener Stimme fügte der Außenminister hinzu: „4,ie Freundschaft mit seinem größten und mächtigsten Nach- Lftn 'ftftur Rumaniml eine geographisch« und historische Notwendiakelt .Kein Staat kann sie als eine gegen ihn ge­richtete Politik oder als Teilnahme an irgend­einem Elnkreisungsmanöver ansehen."

In der Führung der Außenpolitik Rumäniens bestimm- ten ihn keinerlei feindselige. Gefühle gegen irgend einen Staat. Der Außenminister sprach weiter über die Verein- barkett der Annaheruitg an Sowjetrußland mit den bestehen- öen Lundnisverpflich^ingen Rumäniens und auch über die Vereinbarkeit d^ ti^chtsch-sowjetrussischen Beistandspaktes mit den Bündnissen Rumcmiens und der Kleinen Entente, Frankreich und Polen. Dabei wies er darauf hin, daß der tschechisch-,owietrusslsche Beistandspakt vor seinem Abschluß von ^ugos.awien und Rumänien geprüft und qutgeheißen worden ser. ' ° ” D

21m größten ist ine Entrüstung in der Sffent- ltchkeit. Das Publikum, dem von den englischen Mmistern ' nun seit Monaten die Notwendiackeit aus­einandergesetzt wurde, die bvitische PMtik ganz klar und eindeutig auf das kollektive System des Völker­bundes auszurichten, und dem man erzählte, durch .bas Mittel des wirtschaftlichen Drucks werde man Italien zwingen, den Krieg zu beenden, versteht die völlige Ab­wendung von dieser Politik nicht, zumal die Nachrichten aus Genf e£en dartun, daß das in Paris Vereinbarte A"e Abwendung von den im Völkerbunde herrschenden Auffassungen bebautet Man kann in der englischen Öffentlichkeit auch nicht glauben, daß etwa ein Ver­sagen Frankreichs in der Frage der Unterstützung Eng-