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mit einer täglichen

Unterhaltungsbeilage.

Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden.

Pastscheck-onto: Frankfurt M. Rr. 7405.

Nr. 337.

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83. Jahrgang.

Sehnsucht nach Stresa.

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Die ägyptische Regierung greift durch

Die Polizei feuert.

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WerktSglich nachmittags, Samstags »ar- u. nachmittag, Fernsprecher-Samm-I-Nr. 59631.

Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

EeschSftszeit: 8 Uhr morgens bis'? Uhr abends, außer Sonn, und Feiertags. *

(Stöftte Auflage aller Tageszeitungen Erotz-Wiesbadenr,

Dienstag, 10. Dezember 1935.

Dr. Goebbels dankt den Sammlern und Spendern.

Das vorläufige Ergebnis des „Tages der nationalen Solidarität".

Berlin, 9. Dez Der Reichsbeauftragte für das Wint.er- Efswerr teilt mit: Das vorläufige Ergebnis des diesiäh- «gen „Tages der nationalen Solidarität" beträgt für das Reich 3 985 676,23 RM. Damit ist das vorläufige Ergebnis

„Tages der nationalen Solidarität" 1934, das 3 700 000 2®. betrug, bereits um 285 000 R M. überschritten Morden.

toiÄem Ergebnis veröffentlicht Reichsminister Dr. «oebbels folgendes Telegramm: „Zu der so erfolgreichen

Allerdings wird man dieses Angebot auch wohl - wenn natuMeinätz auch über Einzelheiten verhandelt werden konnte, als das letzte Wort Englands bezeichnen müssen. Lehnt Mussolini ab, so wird Frank­reich sich ganz auf die Seite Englands stellen. Es wird Englano auch bei einem etwaigen offenen Konflikt voll Unterstützen. Man darf nicht übersehen, daß in Paris eine enge Zusammenarbeit beschlossen worden ist die : $te „Information" sogar veranlagt, -diese Vesprechun- ?-6en die wichtigste Konferenz seit Friedensschluss ■nm mindesten seit der Dawes-Konferenz, zu bezeichnen' De französische Presse appelliert nun an Italien "n «.eien Bund als Dritter einzutreten, und so wieder die HF« Front von Stresa herzustellen, ein Wort, das wir Mlcht zum erstenmal in französischen Blättern finden.

Zwischen Ja und Nein.

Italien an der Wende. - Weitgehendes Angebot Englands und Frankreichs. Der Volkerbundsrat in Bereitschaft.

_ Man spricht davon, daß ein Landaustausch t ali e n — A b e s s j n i e n die Grundlage des Pariser Vorschlags sei. Wie sieht der Austausch für Abessinien aus? Es wurde die heilige Stadt Akfum zurücker­halten, die fetzt in italienischem Besitz ist, und die in vergangenen Jahrhunderten einmal der Hauptsitz des abessinischen Kaisertums war. Außerdem soll Äbes- stnien einen Ko r r iÄ o r z um Meer erhalten. Dabei wird der Hafen A ss ab genannt, der im Süden von Eritrea liegt. Es ist ein idyllischer Hafenplatz zwischen Kokospalmen und Koratteninseln, in dem 1500 Einge- borene leben, und höchstens einige Dutzend Italiener.

.... Ministerpräsident Refsirn Pascha hatte eine drei- vundige Unterredung mit dem britischen Oberkommissar der am Dienstag von König Fuad in Audienz empfangen wer- °=n >oll. Die Blätter melden datz stch der Ministerpräsident angesichts der andauernden schweren Unruhen mit Rück- trittsabsichten trage.

Am Montagvormittag bat bei dem Führer der Liberalen w d dem früheren Ministerpräsidenten Mohammed Mahmud Paicha, eine Beiprechung statlqefunden, an der o Mitglieder der Wafd-Partei teilqenommen haben. Zweck der Besprechung war, die Möglichkeiten für die Her­stellung einer Einheitsfront der ägy tischen

M untersuchen Am Montagabend hat eine groge Vorstandssttzung der Waid-Partei stattqefunden. Wenn es gelingen zollte unter den Parteien eine Einigung zu er- zielen, wurde sich die Regierung Nessim Pa ich a der ae- Ichlossenen Opposition des ganzen Volkes gegenllberseben. In diesem rzallr würde sich il^ Rücktritt kaum vermeiden lasten. Wie aus Kairo gemeldet wird, ist der bei den Unruhen am Montag schwer verwundete Student im Krankenhaus gestorben..

Das Angebot an Italien.

Das Pariser Angebot an dm italienischen Staats­chef geht weit über alles hinaus, was bisher von Eng- lans und Frankreich bei ihren Vermittlungsversuchen an italienischen Gewinnen in Abessinien vorgeschlagen : Erde. Italien würde, wenn diese Vorschläge Wirk- - "chkert werden, Erweiterungen seines Kolonialbesitzes und darüber hinaus ein wirkliches Si-edlungsgebiet für feine Auswanderer gewinnen. Nach den früheren Er- rlarungen sollte Voraussetzung für einen Friedens­icht u 8 zwischen Italien und dem Völkerbund die An­nahme von Vermittlungsvorschlägen durch den Völker­bund selbst, durch Italien und durch Abessinien sein unter diesem' dreifachen Gesichispunkt stellt sich das Pariser Angebot als ein typisches Kompromiß dar, als ein Mittelweg, bei dem die Großmächte, die im Völkerbund ausschlaggebend sind, ihre eigenen In­teressen berücksichtigt haben.

Mussolini wollte auch nach seinen letztm Ankündi­gungen vor allem ein geschlossenes Kolonialreich in Ostafrika erreichen, statt der zwei weit voneinander ge- trennteir Kolonien, Eritre und Somaliland. Dieses ge­schlossene Kolonialreich verweigert ihm der Pariser Vorschlags Eine Landverbi-ndung zwischen Eritrea im Norden und Somaliland im Süden wird ausdrücklich nicht vorgeschlagen. Maßgebend dabei ist wohl, daß England nicht den Einfluß verlieren will, den ihm jetzt die gemeinsame Grenze zwischen Cnglisch-Somaliland und Abessinien gibt, ebensowenig wie die französischen Aktionäre der bisher einzigen Eisenbahn von Dschibuti nach Addis Abeba ein Interesse daran haben, daß Italien Landbesitz auf der Strecke dieser Eisenbahn hat, und vielleicht Konkurrenzlinien nach Abessinien hineinbaut. Eine italienische Landverbindung zwischen Eritrea und Somaliland würde die französsschen und englischen Besitzungen am Roten Meer westlich um­gehen, und sie von Abessinien trennen. Diese Land­verbindung also wird in Übereinstimmung zwischen England und Frankreich abgelehnt.

Gleichzeitig aber wird Italien neben etwa 100 000 Quadratkilometer wertlosen Wüstenboden in der Pro­vinz Ogaden ein überaus reiches Siedlungs­gebiet für seine Kolonisten angeboten. Wenn das abessinische Gebiet bis zum achten Breitengrad und bis zum sechsunddreißig!ften Längengrad 'italienisches Sied­lungsgebiet werden soll (allerdings, wie es scheint unter formeller abessinischer Oberherrschaft), so werden damit reichste Provinzen Abessiniens der -italienischen Siedlung frei-gegeben. Zunächst würde Italien -den ganzen Fluß Web-i Schebeli unter seine Kontrolle be­kommen, was insofern wichtig ist, als es im Unterlauf dieses Flusses, in Italienifch-Somaliland bereits zahl­reiche Stromregulierungen vorgenommen hat, um den Baumwollanbau zu ermöglichen, dieseRegulierungen aber nicht vollenden kann, solange der Oberlauf in a-bessini- ichen Händen ist. Weiterhin würden die Provinzen bis zum sechsunddreißigsten Längengrad mit ihren reichen Wäldern, mit Erzl-agern erschlossen werden — ein Gebiet, das jetzt schon in reichem Umfang Kaffee bringt, und das sich für die Anlegung weiter Baumwoll- und Kaffeeplantagen eignen würde. Es ist ein Gebiet, das in einem großen Teil von den Galla besiedelt ist, einem friedlichen arbeitssamen Bauernvolk, das erst durch den Kaiser Menelik, der das Galla-Reich stürzte, unter abessinische Herrschaft gebracht worden ist. Die Grenze würde dicht an Addis Abeba heranrücken, und das übrigbleibende Abessinien würde auf das eigent­liche Hochgebirgsland und -die angrenzenden westlichen und nördlichen Landesteile beschränkt werden Im Norden, bei Eritrea wäre der italienische Landgewinn allerdings wesentlich geringer. Neben der Provinz Tigre mit ihren Erzlagern und ihren landwirtschaft­lichen Möglikcheiten würde lediglich das Wüstengebiet von Danakil an Italien fallen, wobei diese Grenz- ziehung im Norden wohl hauptsächlich von dem enq- lrfchen Wunsch bestimmt ist, die Italiener nicht zu dicht an den Tana-See heran komm en zu lassen, jener Quelle des Blauen Nils, die mit ihren Sinkstoffen der Ur­sprung -des ägyptischen Reichtums ist, denn nur aus dem Tana-See stammen die Sinkstoffe, die bei dm Niläber- schwemmungen die Unterlage für mehrere Ernten im Jahr bilden.

Stöbere feigen mflffm Weftens einen Zog6 vor DeS fcWe®Tng^age OuSgeben™«^n:

Äairo, 9. Dez. Die Studentenlundgebungen am Sams- “S und Sonntag sind am Sonntagabend in einer Konfe- >i z d e r M i n i st e r, an der buch die Leiter der ?J_T 3 e 1 teilnahmen, Gegenstand von Beratungen und Se= ‘unen gewesen Das an die Polizei ergangene Verbot, , u der Waffe Gebrauch zu machen, ist aufae- ? worden. Ferner ist die Beteiligung an tz^dgebungen unter Gefängnisstrafe gestellt Rub^ SeamJe JE rregung ist trotz der herrschenden

m der Stadt unverkennbar.

fam?" Äairo kam es am Montagvormittag zu neuen undUnruhen. Demonstranten zogen durch die Straßen nEn "Karsen die Omnibusse und Stratzenlampen mit Stti- er i.e.nge tigerte, auseinandeemiq-ben, tturn?'?11 * die Polizei das F e u e r. Ein Student jUirn r$mtt Sämtliche Ministerien in

- sind von Infanterie besetzt.

Durchführung des diesfahrtgen „Tages der nationalen Soli­darität" spreche ich auf diesem Wege den vielen tausend Sammlern und den ungezählten Millionen Spendern im ganzen Reich herzlichsten Dank aus. Die Sammler ob „prominent" ob „nicht prominent", haben sich opferbereit für einen Tag in die Front der ungezäblten Helfer des Winterhilfswerks gestellt, die monatelang dieses schwere und manchmal auch undankbare Werk mit Freuden für die Ärmsten der Armen tun. Sie haben damit in wirksamer Weife ihre Verbundenheit und Bewunderung zum Au°-ruck gebracht, die Millionen Spender aber haben durch eine bei­spiellose Gebefreudigkeit wieder einmal der ganzen Welt be­wiesen, datz das ganze deutsche Volk sich in seinem sozialen Pflichtgefühl und in seinem nationalen Idealismus von ‘einem Volk der Erde übertreffen läßt."

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- OTß10. Dez. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung ) Nimmt ■öinhahnt den englisch-französischen Kov?r7V/"gsvorschlag im abessinischen M n V1 k» ,an ■ . Das ist hie große Frage, die

' sirDLll)‘ sestrige Tag hat darauf

noch keme klare Antwort gebracht, denn in seiner kurzen SSV“ benut ist Mussolini auf diesen Vermittln ngs- i lwoschlag nicht etngegange-n. Das ist nicht weiter ver- f wunderlich, denn bei einer so wichtigen Frage pflegt man nicht -innerhalb von 24 Stunden zu antworten wo- bei-rm übrigen noch zu berücksichtigen ist, daß das'eng- N^^tt erst gestern fast zur gleichen Stunde, in aer Mussolini.sprach, dem Vorschlag zustimmte. Über den Vorschlag selbst liegen amtliche Mel- -oungen nicht vor. Wie weit die Inhaltsangabe der franzost-,chen Blatter zuverlässig ist, ist schwer zu - lagen, ^n London gehen darüber wenigstens die An- . sichten auseinander Stimmen die Inhaltsangaben aber nur einigermaßen, so wird Mussolini, der bekannt- sistch -einmal erklärte, daß er kein Sammler von Wüsten * stsi.- vieler Begründung den Vorschlag der die r S.prtze des neuen, Italien zu fall end en Ge- r mV 4 5 r615 auT. 200 Kilometer an Addis A b eb ah er a n r u ckt, nicht ablehnen können. Kenner ^dss Landes jedenfalls verweisen daraus, daß die k,Italiener nicht nur im Norden wertvolles Land er- shalten würoen, sondern auch im Süden, wo ihnen u a ßroße Baummoll- und Kaffeeplantagen, reiche Erz- Ehatze und große Wälder zufallen würden, ja, es werdeit Meie Lander geradezu als Juwelen der abes- strntschen Krone bezeichnet. Auf jeden Fall sind die Engländer fetzt in ihrem Angebot ganz wesentlich - weiter gegangen als es noch vor wenigen Tagen mög­lich erschien. 3

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örallt btefcr Appell an Mussolini auf fruchtbaren •£en’ <a^n JDtr,l> ber Völkerbund vermutlich Frank­reich und England den Auftrag erteilen, Friedensve-r-- handluii-gen zu fuhren, i-en-t der Rat ist ganz über­raschend auf den 1 7. d. M. ei n b e r u f e n worden jn der amtlichen Begründung heißt es zwar, daß diese ~agung der Ansiedlung -der Assyrer aus dem Irak ge­widmet sein soll. Aber es würde der Genfer Gepflogen­heit widersprechen, wenn man um der Assyrer willen, die Herren des Rates so kurz vor Weihnachten bemühen wurde. Es ist also sehr v:el wahrscheinlicher, daß man "erL -aUT ieden Fall in Bereitschaft haben will, auch für den Fall, daß die Friedensbemühungen schei- tern sollten. Immerhin wird man damit rechnen muhen, daß-in Genf irgend jemand die peinliche tfrage aufroerfer wird, w as denn nun eigen:« : - ch der Regus zu Liefen Bedingungen lagt — Abessinien hält sie, wie berichtet wird, für un­annehmbar. Aber mit solchen Fragen wird man schon fertig werden. Auch dafür aal es in Genf schon De'- Ipiele genug. Auf jeben Fall stehen wir i-m Augenblick in einer Wende. Läßt Mussolini erkennen, daß er ver­handlungsbereit ist, dann wird der abessinische Konflikt bald beeirdet sein, was nicht bedeuler, daß Italien seine Truppen zuruckzieyen kann, denn -auch die „friedliche Durchdringung" -wird noch genug Kräfte beanspruche,i. Seht Nkussolini auch diesem Vorschlag ein Nein ent­gegen, dann freilich würde mar. in Paris und London sich vor schwerwiegende E.'tschlüsst gestellt sehen und die OI- sowie die Kohlensperle würde dann unver­meidlich.

Forderungen, die unberücksichtigt bleiben sollen.

Paris, 9. DeZ- Die Pariser Ausgabe der „New Herald ^rioune" beschäftigt sich ausführlich mit dem zwischen Laval und dem enalischen Außenminister Hoare am Sonntag­abend vereinbarten Einigungsplan. Das Blatt bestätigt im wesentlichen die Ausführungen einer Reihe anderer Pariser Zeitungen hinsichtlich der mutmaßlichen Vorschläge, die den drei beteiligten Parteien vorgelegt werden sollen. Beson- ders bemerkenswert fei, datz der englische Standpunkt, wo­nach Aksum nicht in das an Italien abzutretende Gebiet fallen dürfe, aufrecht erhalten worden sei. England und Frankreich seien sich ferner darüber einig, daß der italieni­schen Forderung auf einen Korridor, der Eritrea mit Jtalienisch-Somaliland verbinde, nicht stattgegeben werden könne. Auf französischer Seite habe man dieser For­derung von jeher ablehnend gegenübergestanden, weil man dadurch eine Benachteiligung für die Ei-senbahnlinie Dschi­buti—Addis Abeba befürchte, die von einem derartigen Korridor durchschnitten werden würde.