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mit einer täglichen

NnterhawmgSbeUage.

Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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Postscheckkonto: Fr-irkfmt a. M. Nr. 7405.

Nr. 325

83. Jahrgang.

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Löcher im Sanktionssystem.

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Abessinien meldet Rückzug der Italiener.

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Werktäglich nachmittags, Samstags vor« n. nachmittag» Fernlprecher-Sammel-Nr. 69631.

D-schSftozeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abend«, anher Sonn, nnd Feiertags.

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Eine klare Antwort.

Die Unterrebung, die der Führer dem Präsidenten der United Preß gewährte, hat ein Streislicht auf die 3ragen geworfen, die in manchen Teilen» der Welt­öffentlichkeit heute in bezug aus Deutschland diskutiert werden.

Der Führer hat die Fragen, die sich -interessanter Weise in vorwiegendem Maße mit der deutschen Juden­gesetzgebung — also einer rein innerdeutschen Ange­legenheit — befaßten, Mit Argumenten beantwortet, deren Logik zwingend ist. Wenn vor allem der ameri­kanische Leser in seinen Zeitungen die Worte liest, mit denen der Führer die Judengesetzgebung kennzeichnet: „Diese Gesetzgebung ist nicht anti-jüdisch, sondern pro- deutsch. Die Rechte der Deutschen sollen dadurch gegen destruktive jüdische Einflüsse geschützt werden" — wird nicht dieser amerikanische Leser daran denken, daß am Anfang der Geschichte seines Landes das Wort steht „Amerika den Amerikanern", ein Wort, auf dessen Forderung die Nationalstaaten der gangen Welt basieren.

Aus der Beantwortung der Fragen, die ihre psycho­logische Ursache haben in der vielfach betriebenen Sen- sationsmache gegen Deutschland, zeichnet der Führer mit eindrucksvoller Deutlichkeit das Bild der welt- bolschewistischen Gefahr. Die bolschewistischen Umtriebe in der ganzen Welt, die gerade in diesen Tagen wieder zu neuen Verbrechen geführt haben, bilden eine aktuelle Erläuterung zu den Worten des Führers.

Seine Erklärungen sind die mahnenden Worte eines Staatsmannes, der für sich in Anspruch nehmen kann, daß er den Bolschewismus kennt wie vielleicht kein zweiter Politiker in der Welt. Denn er staiüi 14 Jahre lang im ununterbrochenen Ringen mit diesem Bolschewismus, er war in Deutschland sein unerbitt­licher (Segnet und sein endgültiger Bezwinger.

Die Antworten, die der Führer auf die Fragen er­teilte, die die deutsche Wehrmacht betrafen, werden in der Welt ebenso zur Beruhigung beitragen, wie die Antwort auf die Frage nach den Kolonialansprüchen in ihrer Klarheit Zweifel über die politische Haltung Deutschlands ausschaltet.

Klare Antworten sind es, die der Führer gab — in ihrer Klarheit neue Bausteine zum wirklichen politischen Verständnis der Völker untereinander.

IeutWM, ein Mmck des Mens.

Unterredung des Führers mit dem Präsidenten der United Preß, Baillie.

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Makalle wieder geräumt?

Addis Abeba, 27. Rov. Die an der Südfront erneut einsetzende starke italienische Fliege r tätig leit und Vorstöße der tiUeger bis Jagabur mit zahlreichen Bomben-

Die Nürnberger Gesetze.

Berlin, 27. Nov. Der Führer und Reichskanzler empfing Tor einigen, Tagen den bekannten amerikanischen Jour­nalisten Mister Baillie, den Präsidenten der United Preß und gewährte ihm eine Unterredung, zu deren Beginn der Führer erklärte:

„Deutschland ist das Bollwerk des Westens gegen den Bolschewismus und wird Lei deffen Ab- roehr Propaganda mit Propaganda, Terror mit Terror und Gewalt mit Gewalt bekämpfen."

Auf die Frage nach den Gründen der Judengesetz­gebung von Nürnberg erwiderte der Führer und Reichs­kanzler: „Die Notwendigkeit der Bekämpfung des Bolfchewismus ist einer der Hauptgründe für die Judengesetzgebung in Deutschland. Diese Gesetzgebung ist nicht antijüdisch, sondern pro-deutsch.

abwursen werden hier als TarnungsManöver für den Rückzug der Italiener bezeichnet. Man er­klärt, daß in Gheralta und Tembien die italienischen Trup­pen unter starkem abessinischen Druck zurückgingen. Auch 9- aus Makalle fei n der vergangenen Nacht die italienische Besatzung von 1200 Mann abge- E zogen und schlugesich nun in dauernden Gefechten auf die Rückzugsstraße in Richtung Adigrat durch. Ebenso sollen auch andere italienische Posten, d-ie bis zur gleichen Höhe vorge­schoben gewesen seien, sich zum Rückzug bereitmachen.

Wie die hier. ausgegebenen Berichte weiter besagen, fc rücken die Abessinier dem zurückziehenden Gegner hart nach.

In den Morgenstunden des Mittwoch sei Makalle .M .wieder besetzt worden. Wan behauptet hier, Laß im

In der Durchführung der Kreditsperre sind außer den Sinken Staaten auch Panama und Uruguay nicht igt. Der Boykott italienischer Waren, Sänktionsvor- schlag Nr. 3, wird außerdem nicht durchgeführt von Chile, China, Äquator, Litauen, Nicaragua, Peru, Salvador, Uruguay und Venezuela. (Die Schweiz führt bekanntlich ein aus den reinen Warenaus­tausch beschränktes Clearingverfahren an Stelle dieses Vor­schlages durch. Für di« Durchführung der Rohstoffsperre er­gibt sich das gleiche Bild, jedoch wird sie auch von Kuba abgelehnt, dagegen von Uruguay mitgemacht.

Neun Staaten führen die Genfer Maßnahmen nicht durch.

Genf, 27. Nov. Aus einer dem Sachverständigen­ausschuß unterbreiteten Übersicht über die Stellungnahme der 56 Vö l ke r bundsmitglieder zu den vier am 18. November in Kraft gesetzten Sanktionsvorschlägen ergibt sich, daß neun Staaten keinen dieser Vorschläge durchführen. Österreich, Ungarn und Albanien haben ihren Standpunkt seiner­zeit in der Völkerbundsversammluna dargelegt und dem­gemäß die Sanktionsvorschläge nicht beantwortet. Nicht durchgeführt werden sämtliche Vorschläge ferner in folgenden Staaten: Afghanistan, Bolivien, Guatemala, Haiti und Salvador. Diese Staaten haben jedoch ihr grundsätzliches Einverständnis mitgeteilt. Paraguay hat die Durchführung sämtlicher Sanktionsvorschläge in einem Schreiben wenigstens für den Augenblick abgelehnt.

Größte Auflage aller Tageszeitungen Groß-Wiesbadens.

Donnerstag, 28. November 1935

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Die Rechte der Deutschen sollen gegen destruktive jüdische Einflüsie geschützt werden."

, Der Führer und Reichskanzler wies dann daraufhin, daß fast alle bolschewistischen Agitatoren in Deutschland Juden gewesen seien, sowie daraus, daß Deutschland nur durch wenige Meilen von Sowjetrugland getrennt sei, sodaß es ständiger wirksamer Abwehrmaß­nahmen bedürfe, um Deutschland gegen die Umtriebe der meist jüdischen Agenten des Bolschewismus zu schützen.

6ot>e bei 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Srunb. 88 b»Znn«-r brrnen Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 4, , tzayel 0. — Nir tue Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen unb Plätze! ~ Schluß bet Anzeigen.Annahme 10 Uhr vormittags, «srogere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erschemungstage aufgegeben werden.

Im weiteren Verlauf der Unterredung sagte der Führer, daß aus den Zehntausenden von Offi­zieren, die nach dem Kriege entlasten wurden, eine Art inteile11ueIles Proletariat entstanden sei, und daß viele von diesen, obwohl akademisch gebildet als Straßenkehrer, Autofahrer und in ähnlichen Berufen Arbeit annehmen mußten, um ihr Leben zu fristen. Auf der anderen Seite hätten die Juden, die weniger als 1 Proz. der Be­völkerung ausmachten, versucht, die kulturelle Führung an sich zu reißen und die intellektuellen Berufe wie zum Bei­spiel die Jurisprudenz, Medizin usw. überschwemmt. Der Einfluß dieses intellektuellen Judentumes in Deutschland habe sich überall, zersetzend bemerkbar gemacht. „Aus diesem Grunde war es nötig“, sagte der Führer, Maßnahmen zu er­greifen, um dieser Zersetzung einen Riegel vorzuschieben und eine klare und reinliche Scheidung zwischen den beiden Rasten herbeizuführen."

Nur Druckmittel?

L8. Berlin, 28. Nov. (Dvckhtbericht unserer Berliner 1 Abteilung.) Die etwas zuversichtlichere Beurteilung der weltpolitischen Lage, die Anfang der Woche festzu­stellen war, hat einer recht pessimistischen Auf- fastung Platz gemacht. Man kann hören, daß die dtplonrat-ifche Fühlungnahme im abestini- schen Konflikt völlig zum Stillstand gekommen sei;unt> man kann auch hören, daß die Lage noch zu keinem Zeitpunkt so gespannt gewesen sei wie augenblicklich. Allerdings muß hinzugefügt werden, daß sich nicht ohne weiteres übersehen läßt, in­wieweit man die verschärfte Haltung der italienischen Regierung etwa als Warnung betrachten muß und nicht als Drohung, das heißt als Warnung vor einer Verschärfung der Sanktionen und als Warnung, Italien unzureichende Vermittlungsvorschläge zu unter­breiten. Tatsache ist jedenfalls, daß die italienische Re­gierung den vor einigen -Tagen angekündigten Drei- monatsurlaub für 100 000 Mann rück­gängig gemacht hat. Diese 100 000 Mann, die wäh­rend ihrer Urlaub szoit an ihre Arbeitsstätten zurück­kehren sollten, bleiben unter den Fcchnen. Zugleich wird aber auch berichtet, daß die internationale Lage die italienische Regierung veranlaßt habe, „einige nicht näher begeichnete Truppenbewegungen i ®ÖT3“nehmen“. Es liegt nun die Annahme sehr nahe, daß es sich hier um eine Rückgängigmachung des Abtransportes einer Division aus Libyen hcuckelt, denn die Herabminderung der Truppenzahl in Libyen geschah ja nur unter der Voraussetzung, daß .die Engländer gleichzeitig ihre Mittelmeerflotte ver­mindern würden, was bekanntlich nicht geschah. Ob Italien seme Truppen in Libyen noch verstärken wird läßt sich im Augenblick nicht übersehen. Jedenfalls liegen, Meldungen über neue Truppenverschiffungen noch nicht vor.

Auf der anderen Seite halten die Engländer an der Absicht fest, die Sanktionen auch auf Petroleum auszudehnen. So hat die eng- V lische Regierung in Washington misten lasten, daß sie drese Plane keinesfalls aufgeben werde und französische Blätter berichten zu dem gleichen Thema, daß die Sitzung des 18er - Ausschusses der Sanktionskonferenz |; nunmehr voraussichtlich am 5. oder 6. Dezember statt- finden werde.. Alles das sind Vorgänge, die zu einer besonders optimistischen Beurteilung der Dinge sicher­lich keinen Anlaß geben, wobei aber, wie gesagt, noch die Froge, offen bleiben muß, inwieweit man durch solche Maßnahmen einen Druck auf die andere Seite auszuuben versucht, ein Verfahren, das allerdings auch nicht ohne Gefahren ist.

Nicht minder unklar ist auch die Lage in Abessinien selbst. Die abestinischen Berichte melden von mannigfachen Siegen, die von Italien E bvompt dementiert werden. Sind die abestinischen Meldungen allzu wortreich, als daß man sie in vollem Umfang zur bare Münze hinnehmen könnte, so sind die italienischen Dementis wiederum recht wortkarg, sodaß man auch aus ihnen nicht ohne weiteres erkennen kann, wie die Dinge stehen. Sicher ist aber wohl, daß, wie schon berichtet wurde, die Verhältnis mäßig schwache r kalten ische Südarmee unter

Rom dementiert.

Rom, 27. Nov. Die von Addis Abeba aus verbreiteten Meldungen über erfolgreiche Kämpfe der abessinischen Trup­pen und die Wiederbesetzung von Eorahai, llal-Ual und Makalle werden von amtlicher italienischer Seite als gegenstandslose Erfindungen dementiert.

General Eraziani einen Rückschlag er­litten hat. Nicht uninteressant ist im übrigen, daß römische MilitLrisachverstäüdige jetzt die Bchauptung, die Italiener erstrebten eine Verbindung ihrer Nord- und Südarmee in das Reich der Phantasie verweisen, da beide Fronten über 1200 Kilometer voneinander entfernt liegen und durch unwegsames Hochland oder wasserlose Steppen getrennt seien. Diese Darstellung läßt nicht gerade den Schluß zu, daß man in Rom mit baldigen Fortschritten an der abessinischen Front rechnet.

italienischen General st ab Verwirrung herrsche. Ein gefangener Offizier habe ausgesagt, daß man tu militärischen Kreisen in Eritrea die Taktik, durch Einzel- vorftöße Prestige-Gewinne zu machen-verurteile, da diese nur unter schweren Opfern erkauft würden. Die Zahl der Überläufer aus den Reihen der Italiener an der Nord­front soll sich wieder häufen. Ein Sambaschi-Offi- z i e r- von einer Eingeborenenabteilung der Italiener habe sich mit seinem ganzen Zuge und zwei Maschinengewehren bei der Armee Ras Seyum gemeldet. Ebenso berichten andere abessinische Armeeführer von ständig eintreffenden bewaffneten Über­läufern.

StrWrhnig im Mssinien-MW

Italien macht die Beurlaubung von 100000 Mann rückgängig. Truppenverschiebungen in Libyen?

Das Grundprinzip, nachdem diese Frage in Deutschland behandelt werde, sei, daß dem Deutschen gegeben werden solle, was dem Deutschen zustehe, und dem Juden, was diesem zustehe. Er betonte, daß dies auch dem Schutzeder Juden diene und ein Beweis hierfür sei, daß seit den ein­schränkenden Maßnahmen die antijüdische Stim­mung im Lande sich gemildert habe.

Auf die Frage Mister Baillies, ob weitere gesetz­geberische Maßnahmen in dieser Frage zu erwarten seien, antwortete der Führer, daß die Reichsregierung von dem Bestreben geleitet sei, der Selb st Hilfe des Volkes, die sich unter Umständen in gefährlichen Explosionen ent­laden könnte, durch gesetzgeberische Maßnahmen vor zu beugen, um auf diese Weise, wie bisher, Ruhe und Frieden in Deutschland zu wahren. Auf dem Kur­fürstendamm in Berlin seien ebenso viele jüdische Geschäfte wie in New Bork und anderen Hauptstädten, und der Augen-