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7 Ausgaben

Wöchentlich

8. Schellenberg'sche Hofbnchbrnckerei, ^lagdlatt > feem*.

WerMglich nachmittags,Samalagr»er- «.nachmittag»

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Postscheckkonto: Franlfutt a. M. Nr. 7405.

83. Jahrgang.

Sonntag, 17. November 1935.

Nr. 315.

2n der heutigen Ausgabe:

Wiesbadens Wirtschaft im Wandel der weiten.

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entschlossen. Auf den ausländischen Geldmärkten ist bisher von irgendwelchen Angriffen auf den Franken nichts zu bemerken gewesen, wenn man auch nirgends verkennt, daß das Schicksal der französischen Währung weitgehend durch die innenpolitische Entwicklung in Paris beeinflußt werden wird.

Frankreich hofft auf Fortsetzung der Vermittlungs-Verhandlungen.

Paris, 16. Nov. (Eig. Drahtmeldung.) In franzö­sischen politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß nach Abschluß der englischen Wahlen wieder Zeit für die Fortsetzung der Vermittlungsverhandlungen im italienisch-abessinischen Streit sei, man rechnet aber für die allernächsten Tage noch mit keinen neuen Ver­suchen in dieser Hinsicht. Denn der Erfolg solcher Be­mühungen könne beträchtlich gesteigert werden, wenn vorher die Mittelmeerfrage zwischen England und Italien bereinigt sein würde. Angesichts der Lage in Ägypten dürfte England allerdings seine Flottenistreit- kräfte im Mittelmeer nicht verringern. Außerdem dürfte der Beginn der wirtschaftlichen Sithnematz- nahmen vom 18. November ab die Stimmung für eine Aussöhnung auch nicht gerade erhöhen. Trotzdem ist man in Paris überzeugt, daß eine gerechte Regelung des Streites umso besser durchzuführen sei, je eher sie erfolge.

Wieder Kampf um den Franken?

Die Diskont-Erhöhung als Warnung.—Die Abwertungstheoretiker. — Das Gold im Strumpf.

Der Kampf um den Etat.

as. Berlin, 16. Nov. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die Erhöhung der amtlichen Zinsrate in Frankreich von 3 auf 4 Prozent interessiert weit über die Kreise der Finanz und der Wirtschaft hinaus. Sie ist als Vorsichtsmaßnahme und Warnung zu werten und zeigt, daß die Bank von Frankreich entschlossen ist, den Franken zu verteidigen. Einmal richtet sich die Maßnahme gegen die An­hänger der Abwertung, die in letzter Zeit wieder mit dem Plan hervortraten, durch eine zwanzig- prozentige Abwertung der Notenbank 14 Milliarden Franken zu verschaffen und so die Kassenlage des Staates zu verbessern. Das ist der Plan, der von dem amtlichen Frankreich nachdrücklich abgelehnt wird, wo­bei man betont, daß die Bank von Frankreich über ge­nügend Machtmittel verfüge, um den Franken zu ver­teidigen. Zum anderen aber will man mit der Er­höhung der Zinsrate zweifellos der Hortung des Geldes entgegen wirken. Bekanntlich hat im August der Gouverneur der Bank von Frankreich sich in einem Appell an die Wirtschaft und auch an die ge­samte Öffentlichkeit gewandt, nicht länger das Gold im Sparstrumpf zu stecken, sondern es den Banken zur Verfügung zu stellen, damit es für den Wiederaufbau der Wirtschaft eingesetzt werden kann. Es ist ja bekannt, daß in Frankreich ein sehr erheb­licher Teil des gesparten Geldes nicht zu den Spar­kassen und Banken gebracht und damit dem wirtschaft­lichen Verkehr entzogen wird. Man schätzt, daß von dem französischen Zahlungsmittelumlauf in Höhe von 82 Milliarden Franken eine Summe zwischen 30 und 50 Milliarden in Strumpf und Truhe aufbewahrt wird. Das Kapital und auch die Sparer sind der Parole des Gouverneurs der Bank von Frankreich nicht gefolgt, einmal, weil der wirtschaftliche Aufschwung, der voransgesagt wurde, nicht eintraf und zum anderen auch, weil die Verhandlungen über den Haushalt und über die Notverordnungen immer wieder das Mißtrauen anfachten. Auf dem Papier ist aller­dings der ordentliche Staatshaushalt für 1936 ausge­glichen. Er sieht Ausgaben in Höhe von 40,0 gegen 47,8 Milliarden Franken im Vorjahre vor. Die Ein­sparungen werden möglich durch die Kürzungen fast aller Staatsausgaben, die durch die Notverordnungen Lavals herbeigeführt wurden. Es darf aber nicht über­sehen werden, daß auf den außerordentlichen Haushalt nicht weniger als 5,8 Milliarden Franken Rüstungsausgaben übernommen wurden. Insgesamt beläuft sich der außerordentliche Haushalt auf 6,2 Milliarden Franken und hierfür muß naturgemäß Deckung durch Anleihen geschaffen werden, ebenfalls für den Fehlbetrag der Eisenbahngesellschaften und des Alkohol-Monopols. Insgesamt wird der Anleihebedarf der öffentlichen Hand für 1936 auf 12 bis 15 Milliarden Franken geschätzt. Es kommt nun hinzu, daß die Notverordnungen Lavals bekanntlich umstritten sind. Angesichts der für das Frühjahr zu erwartenden Neuwahlen sind die Parteien, vor allem die der Linken, sehr geneigt, die Notverordnungen zu mildern. Das bedeutet aber eine Erhöhung der Staats­ausgaben, gegen die sich Laval mit aller Energie wendet. Die Linke ist allerdings der Ansicht, daß die erhöhten Ausgaben durch neue Einnahme­quellen, die in Vorschlag gebracht wurden, ausge­glichen werden können, während das Finanz­ministerium auf dem Standpunkt steht, daß dadurch das Gleichgewicht nicht wieder hergestellt werden würde. Dieser Kampf spielt in der französischen Öffentlichkeit eine recht große Rolle und wohl nicht zuletzt mit Rück­sicht auf diese Auseinandersetzungen hat man sich jetzt entschlossen, die Zinsrate zu erhöhen. Die Bank von Frankreich betont dabei nachdrücklich, daß das Schick­sal der Wahrung sehr stark von der innen­politischen Entwicklung abhänge und erklärt, die Regierung müsse dem Parlament zeigen, daß sie zu energischem Handeln entschlossen sei. Offenbar um der Regierung für diese Auseinandersetzungen das Rückgrat zu stärken und die Opposition zu warnen, hat sich die Bank von Frankreich zur Heraufsetzung des Diskonts

Kulturarbeit im neuen Reich.

Als der Reichsminister Dr. Goebbels in dem großen Saal der Berliner Philharmonie, der schon so viele große künstlerische Ereignisse gesehen und erlebt hat, an diesem sonnenhellen Novembertage vor einer festlichen Versammlung mit dem Führer an der Spitze, seine Rede begann, da konnte er mit berechtigtem Stolz am Jahres­tag der Reichskulturkammer die Bilanz der künst­lerischen Ereignisse des Jahres 1935 ziehen. Die ganze Rede des Reichspropagandaministers war in ihrer Gesamtheit sowie in jedem Einzelteil ein Beweis dafür, daß. die Führung Les Dritten Reiches den ernste­sten, und festesten Willen hat, die Kunst zu schützen und zu fördern, die echte Kunst, die bodenständige Kunist, aber weder den Kitsch noch fremde volksschädliche Ein­flüsse. Dieses künstlerische Jahr hat unter den Parolen des Aus- und Aufbaus gestanden. Vor allem galt es, eine klare innere Ordnung in das Kulturgeschehen des Volkes zu bringen. Dazu war Organisation nötig, dazu mußte die Kulturorganisation geschaffen werden, die aber nie und nimmer eine Kulturbürokratie werden soll und werden darf. Diese Kulturorganisation ist organisch entwickelt waren. Manches, was sich als über­flüssig erwies, wurde beseitigt, manches, was zu kompli­ziert erschien, wurde vereinfacht. Und nun hat das Ganze als Spitze und Krönung einen Reichskultur­senat erhalten, dem die besten Männer Deutschlands, die künstlerisch wertvollsten Kräfte, angehören.

An diesem Festtage lohnt es schon einmal, zurückzu- Lenken an die Großtaten deutscher K u n st. Da steht an der Spitze die Baukunst, deren Förderung vor allem dem Führer ans Herz gewachsen ist. Vor wenigen Tagen stand er in München an dem umge bildeten Königlichen Platz, um mit Len Bauten zugleich der Kunst zu dienen und die gefallenen Kämpfer der Partei zu ehren. In Berlin wird das neue große Lu'tfabrt- Ministerium als ein Zeichen des Dritten Reiches'fertig- gestellt und überall im Reiche künden neue Bauten vorn Arbeitswillen, der mit künstlerischem Eestaltungswillen verbunden ist. Vorhandene Theaterbauten würden ver­schönert und verbessert. Das Deutsche Opernhaus in Berlin hat ein neues festliches Gewand erhalten und ist durch den Reichsminister Dr. Goebbels feierlich wieder eröffnet worden. Das Staatliche Schauspielhaus am Berliner Eendarmenmarkt wurde technisch und künst­lerisch erneuert und in München wird demnächst mit Lern Bau eines Opernhauses begonnen, daß das schönste Opernhaus des Erdballs nach Len Ankündigungen des Pressechefs Dr. Dietrich fein soll. Mit diesen Bauten wird verbunden eine Förderung der bildenden Kunst, mit der Verbesserung der Theater eine Förderung der Schauspielkunst. Überall wird der Kampf gegen den

de Bono von Badoglio abgelöst.

Rom, 16. Nov. (E. Drahtm.) Der Generalgouoerneur von Jtalienisch-Ostasrika, General d e B o n o, ist unter Ver­leihung der Würde eines Marschalls von Italien von seinem Posten adderufen worden.

An seiner Stelle wurde der Generalstabsches des italienischen Heeres Badoglio, der bisher die Würde eines Marschalls von Italien bekleidete, zum Eeneral- gouoerneur von Eritrea und Italic nisch- Somaliland ernannt. Zum Bizegouverneur wurde der bisherige Kommandant der römischen Division, General Eouzzoni, ernannt.

Der Festakt der Reichskulturkammer.

Ein Übersichtsbild von der feierlichen Iahreskund- gebung der Reichskulturkammer in der Berliner Phil­harmonie während der Rede des Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels: links vom Führer die Reichsminister Göring, Heß, Blomberg, Frick, v. E l tz - R ü b e n a ch, F ra n k II, Dr. Gärtner und v. Schwerin-Krosigk —

rechts vom Führer Staatssekretär Funk, der Vize­präsident der Reichskulturkammer, anschließend die Präsidenten der Kammern, Reichsleiter 91 man, Prof. Hönig, Prof. Dr. Raabe, Hanns Joh st, Staats­minister Prof. Dr. L e h n i ch, Ministerialrat Dreßler- Andreß, Reichsdramaturg Dr. Schlösser.

(Scherls Bilderdienst, M.j