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7 Ausgaben

Wöchentlich

8. Schellenberg'sche HofbuchLnlckerei, „lag blatt.

W«rktäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittag»

Nnterhaltungsbeilage.

mit einer täglichen

Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden.

Postscheckkonto: Frankfurt a. SR. St. 7405.

83. Jahrgang.

Nr. 302.

Monat nach -em Begann der Feindseligkeiten

der

Sieg der Monarchie in Griechenland

davon

Das Ende der politischen Parteien

Entgegenkommendere Haltung Aloisis?

Fernsprecher-Eammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

davon für die

Das amtliche Gesamtergebnis der Volksabstimmung.

Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund- preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte tm Tertteil 45 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 4, Nachlahstassel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzcigen-Annahm« 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Piräus: Gesamtzahl der Wähler 52 858, haben gestimmt für die Monarchie 51551 und Republik 1228.

Saloniki: Gesamtzahl der Wähler 68 343, haben gestimmt für die Monarchie 67114.

keilen in den Hintergrund, sprechen doch in Abes­sinien wieder die Kanonen. Genau einen

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

Athen, 4. Nov. Der Minister des Inneren gab in den späten Abendstunden des Sonntags folgende Ge- famtergebniffe der Volksabstimmung bekannt:

Athen: Gesamtzahl der Wähler 141457, davon haben gestimmt für die Monarchie 138 785 und für die , Republik 1930.

Der Vormarsch auf Matalle.

as. Berlin, 4. Nov. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die „Prominenten" sind bereits aus Genf nach Hause zurückgekehrt, nachdem man am Samstag­abend "den Beschluß, der den Beginn der War enaus- fuhrfperre gegen Italien und den Beginn des Boykotts italienischer Waren auf Len 18. d. M. fest - fetzt, programmäßig unter Dach »und Fach gebracht hatte. Italien hat darauf mit neuen Abwehrmah- nahmen geantwortet. Es schränkt den Zugverkehr und die Beleuchtung ein, um Kohlen zu sparen. Wesent­licher aber erscheint die Tatsache, daß Italien auch weiterhin im Völkerbund bleibt. So ist der Weg für Verhandlungen im abessinischen Konflikt nicht verbaut und es gab in Genf Optimisten, die sich dort bei der Abreise mit den Worten „Auf Wiedersehen bei der Friedenskonferenz" verabschiedeten. Darüber näm­lich, daß etwaige Friedensverhandlungen im Rahmen Rf des Genfer Bundes geführt werden müssen, besteht ’ völlige Übereinstimmung, sehen doch gewisse Staaten, ic unter ihnen Sowjet rußl and, es schon äußerst ungern, daß vorher eine Fühlungnahme der Wostmächte statt- sindet. Vorerst freilich rücken die Verhandlungsmöglich-

Einmarsch der italienischen Truppen erfolgte am 3. Oktober — haben die Italiener in einer Frontbreite von etwa 100 Kilometer den Vormarsch auf Biakalle angetreten. Man wird mit einem langsamen Tempo des Vormarsches rechnen müssen. Die Italiener er­warten in etwa 10 Tagen die Besetzung von Ma­kak le. Welch ungeheure Nachschubschwierig- k ei t en hier entstehen, ergibt sich aus den Angaben des italienischen Generals, dem die Verpflegung und der Nachschub in Eritra unterstellt sind und der u. a. er­klärte, daß nicht weniger als 5000 La-stwagen die Verbindung zwischen der Front und dem etwa 500 Kilometer entfernten Hafen Mass au a aufrecht erhalten. Bisher sei die Versor­gung mit Nahrungsmitteln und Munition glatt ver­laufen, aber eine einzige Unterbrechung könnte schwere Folgen für Tausende von Soldaten haben. Je weiter die Front vorrücke, umso schwieriger werde die Aufgabe. Furcht -habe man aber trotzdem nicht, wenn gleich die Straßen zur Front das reinste Martyrium seien.

Bqugspreift: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.—, ein- schließlich Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. — 3n Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Englische Berichte.

London, 4. Nov. Außenminister Sir Samuel Hoare und Unterstaatssekretär Sir Robert V a n s i t t a r t hatten am Sonntagnachmittag eine Konferenz mit Ministerpräsi­dent Baldwin.

Über die Genfer Besprechungen Hoares mit Baron Aloist meldet der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph", Aloisi habe Richtlinien für einen Waffenstill­stand und für Friedensverhandlungen aufgezeigt. Er habe, wie verlautet, seine Besorgnis wegen der Entwicklung in Süd- und Zentraleuropa geäußert, die zu erwarten sei, wenn der auf Italien ausgeübte Druck unerträglich werden sollte. Man glaube, daß Hoare dem italienischen Vertreter darauf seine eigenen Ansichten über die Grundlagen einer Regelung des Streites erklärt habe. Auf die Anregung Aloisis, daß

f die britischen Seestreitkräfte im Mittelmeer vermindert wer­den sollten, sei die Antwort erfolgt, daß eine solche Maßnahme

nicht erwogen werden könne, solange die gegen Groß­britannien' gerichtete Propaganda und die Ansammlung italienischer Truppen an der ägyptischen Grenze in Libyen fortdauere. Die Besprechungen zwischen Hoare und Laval hätten jeden Zweifel an der englisch-französischen Zusammen­arbeit im Falle eines Angriffes auf einen von beiden im Zusammenhang mit den Sühnemaßnahmen beseitigt. Dieser bedeutsame Fortschritt erhalte praktische Gestalt durch Pläne, die von den Stäben der beiden Länder ausgearbeitet wür­den. Die britische Abordnung habe den Eindruck, daß die Verhandlungen über Abessinien schwierig sein und sehr viel Zeit erfordern würden.

Der Pariser Timesberichtcrstatter meldet, Berichte, die anscheinend gut begründet seien, besagten, daß Baron Aloisi bei seinen Besprechungen mit Hoare eine entgegen­kommendere Haltung gezeigt habe. Dies habe die Hoffnung auf einen schließlichen Ersolg der Friedensbemühungen gestärkt.

Minister Eden ist am Sonntagabend hier'eingetrofsen.

betteten Grabes loderte der Feuerschein zweier Pylone als , sinnvolle Ehrung für den Schöpfer der ge­waltigen Bauten, -deren Richtfest heute begangen wird.

Die Eröffnung der Ludwigsbrücke.

Die Feststraßen zu beiden Seiten der Ludwigsbrücke hatten einen wahrhaft großzügigen Schmuck erhalten. Richt weniger als 150 hohe Fahnenmasten ließen die Banner des Reiches flattern. Gegen 10 Uhr setzte der Aufmarsch der Ehrenformationen ein, die von -der äußeren Zweibrücken­straße bis zu den Tribünen Spalier bildeten.

Punkt 11 Uhr küstdeten Jubelrufe der Massen das Her­annahen des Führers, der unter den Klängen des Präsen­tiermarsches die Front der Ehrenformationen abschritt. Auf der Tribüne des Führers hatten die Reichsleiter, die meisten Gauleiter, die Genelale des Reichsheeres und der Luftwaffe, die Mitglieder -der Landesregierung ufw. sich versammelt. Der Münchener Oberbürgermeister F i e h l e r gab dann in einer Rede einen Überblick über die Geschichte der Ludwigs­brücke und die gewaltige Bedeutung des jetzt geschaffenen Neubaues. Seine Worte klangen aus in ein dankerfülltes Sieg-Heil auf den Führer, auf Volk und Vaterland, das be­geisterten Widerhall fand und zum Gesang -des Liedes der Deutschen überleitete.

Dann ergriff der Führer selbst das Wort. Er gab in einer kurzen Ansprache seiner großen Freude, über das Ge­lingen des Werkes Ausdruck, das sich in das schöne Bild der Deutschen Kunststadt München gut einfügen werde. Der Führer sprach seinen besonderen Dank den Pg. F i e h l e r und W e b e r aus, die sich in erster Linie um das große Werk verdient gemacht hätten. Er hoffe, daß die vielen traurigen Ereignisse, die in der Vergangenheit diese Brücke heimges-ucht hätten, sich in Zukunft nicht wiederholen mögen, und daß der Zug vor 12 Jahren das letzte düstere Erlebnis dieser Brücke gewesen sein möge.

Von nun an möge die Brücke, das sei sein Wunsch, nur noch Zeugin sein eines glücklichen Marsches der deutsche»

Athen, 4. Nov. Der Regent Kondylis hat an das griechische Volk einen Aufruf gerichtet, in dem er dar­auf hinweist, daß König Georg II. von nun ab der Herrscher aller Griechen sei. Wir können nicht wissen, so heißt es indem Aufruf, wie Seine Majestät hie poli­tische Frage regeln wird, aber wir können versichern, daß Georg II. als König aller Griechen kommt. Er kennt weder Parteien noch politische Ansichten, er kennt nur Griechen, denen er uneingeschränkte Gerechtig­keit und Gleichheit gewährleisten will. Übrigens hören heute glücklicherweise die politischen Parteien zu be­stehen auf. Das griechische Volk, das während der Ab­stimmung einen Block bildete, hat sie zerschmettert. Am 3. November beginnt ein neues Zeitalter für unser Griechenland.

Eine Abordnung wird König Georg abholen.

Athen, 4. Nov. Wahrscheinlich am Donnerstag dieser Woche werden sich der K r i e g s m i n i st e r, der Verkehrsminister und der Präsident der Na­tionalversammlung nach London zu König Georg begeben, um mit ihm nach Griechenland zurückzukehren. Auch eine Abordnung des Heeres, der Marine und der

Bor der Rückkehr Georgs II.

Stärkung des englischen Einflusses.

Die gestrige Volksabstimmung in Griechen­land ist in Ruhe verlaufen und hat der Monarchie eine sehr starke Mehrheit gebracht. Der Erfolg ist noch größer als die Regier ung erwartet hatte. Es sind, wie der Statthalter König Georgs, General Kondylis, Pressevertretern erklärte, alle Er­wartungen übertroffen worden. Damit sind die Vor­aussetzungen geschaffen für die Rückkehr König Georgs II., der ja wiederholt betont hat, daß er erst auf Grund einer Volksabstimmung zurückkehren würde. In verhältnismäßig kurzer Zeit wird er Wieder die Herrschaft übernehmen und der seit dem 10. Oktober be­stehende Zwischenzustand, der Griechenlands zu einer Monarchie ohne König machte, erreicht damit sein Ende^ Als sicher kann aber angenommen werden, daß General Kondylis, der mit seinem Vorgehen am 10. Oktober der Entwicklung in Griechenland die entscheidende Wen­dung gab, weiterhin an der Spitze der Re­gierung stehen wird. Wie sich im einzelnen die Dinge dabei gestalten werden, steht noch nicht fest, doch scheint Kondylis offenbar so etwas wie ein faschistisches Regime vorzuschweben, in dem dem König etwa die gleichen Befugnisse Zufällen sollen wie dem Königshaus in Italien. Das bedeutet aber nicht eine außenpolitische Orientierung nach Italien, viel­mehr wird die Rückkehr des Königs, der lange Zeit in England verbracht hat, meist als eine Stärkung des englischen Einflusses angesprochen. Auf jeden Fall bedeutet die Rückkehr eine Stärkung des Königs­gedankens auf dem Balkan. Zn Jugoslawien und Ru­mänien begrüßt man diese Wandlung in Griechenland mit Freuden, zumal zwischen Griechenland und den beiden Höfen verwandtschaftliche Beziehungen bestehen. Politisch sind diese drei Länder bekanntlich ohnehin mit der Türkei zusammen im Balkanbund vereint. Die Abwehr der Radikalliberalen und repu­blikanischen Strömungen wird die Zusammen­arbeit zwischen diesen Ländern in Zukunft wohl noch enger gestalten. Jedenfalls vollzieht sich der Wechsel in Griechenland in einem außenpolitisch nicht ganz leichten Augenblick, muß doch die Spannung im Mittelmeer sich naturgemäß auch auf Griechenland auswirken . So haben die Engländer schon mit einigem Mißfallen die Verstärkung der italienischen Anlagen auf den früher griechischen Inseln verfolgt und anderer­seits haben englische Kriegsschiffe in der letzten Zeit wiederholt griechische Häfen aufgesucht.

Ein Plan, ein Wille

Das große Richtfest in München.

Sinnvolle Ehrung für Professor Troost.

München, 3. Nov. Dem für München als Hauptstadt der Bewegung, als Der Stadt der deutschen Kunst so Denkwürdigen 3. November war trockenes, wenn auch Durch eine Hochnebeldecke herbstlich gestimmtes Wetter beschisden. In Der Gegend der Ludwigsbrücke ballten sich schon früh­zeitig dichte Spalierreihen zusammen.

Am frühen Vormittag begab sich der Führer zur Grab­stätte 'des Professors Paul Ludwig Troost, des leider zu früh verstorbenen großen Baumeisters. 2n stiller Andacht verweilte der Führer einige Minuten am Grabe Professor Troosts und legte einen großen Lorbeerkranz mit weißen Chrysanthemen nieder. Zu beiden Seiten des in Blumen ge-

Sanktionsb eschlutz und Offensive

Sanktionsbeginn am 18. November.

Größte Auflage aller Tageszeitungen Groß-Wiesbadens.

Montag, 4. November 1935.

Luftfahrt sowie ein Vertreter der Stadt Athen werden nach London reisen.

Vereidigung der Streitkräfte auf den König.

Athen, 4. Nov. Die Streitkräfte des Landes werden am Mittwoch, den 6. November, in Athen auf den König vereidigt werden. An die Feier, die int Stadion stattfinden wird, wird sich eine große Parade an­schließen. Der Regent Kondylis wird den König von dem Ergebnis der Abstimmung telegraphisch unter­richten.

Papanastasiu verbannt.

Athen, 2. Nov. Der Führer der Republikaner und Begründer der griechischen Republik, Dr. A. Pap ana- stajill, der kürzlich verhaftet wurde, ist auf die Insel Mykonos verbannt worden.

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