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Werktäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittag»

mit einer täglichen

Unterhaltungsbeilage.

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Drahtanschrift: Tagblatt WiesbaSen.

Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

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83. Jahrgang.

Gerüchte um Eden.

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egierungsumbildung in der Tschechoslowakei

Vereidigung der Rekruten

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Fernsprechrr-Sammcl-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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Eeschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

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Überall im Reich sind in Liesen Tagen die Rekruten des ersten Jahrganges nach Wieverinkrafttreten der allgemeinen

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Anzetgenpreise: Sin Millimeter Höh« der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund­preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf-, sonst laut Preisstste Nr. 4, Nachlatzstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen - Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

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Handlungen vor dem Genfer Fünferausschuß. Immer wieder kann man in französischen Blättern lesen, daß die französischen uüd englischen Afrika-Sach- verftändigen einen gemeinsamen P l a n ausge- arbeitet Hätten, der allerdings von den Regierungen ergänzt werden müsse. Dazu kommt neuerdings wieder die Lesart von einem Vermittlungsversuch des Papstes, wobei man hören kann, Mussolini habe dem Papst feine Bereitwilligkeit erklärt, dem Krieg unter vernünftigen und ehrenhaften Beengungen ein Ende zu machen, worüber der Papst Genugtuung gezeigt und seinerseits zu einer ehrenhaften Regelung der abessini­schen Ansprüche geraten habe. Es ist sehr schwer zu er­kennen, inwieweit bei all diesen recht optimistischen Pariser Meldungen der Wunsch der Vater des Ge­dankens ist. London ist jedenfalls nach wie vor weniger zuversichtlich und Sir Samuel Hoare hat noch gestern in einer Wählerversammlung erklärt, daß sich in allen diplomatischen Verhandlungen bisher noch nichts Endgültiges ergeben habe. Man wird die Lage wohl erst einigermaßen übersehen können, wenn in G e n f, wo heute die neuen Sanktionsverhandlungen beginnen, die Gespräche zwischen Sir Samuel Hoare, Laval und Baron Aloisi stattgefunden haben werden.

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Die Zusammenarbeit im Mitteimeer. — Weitergehende französische Wünsche? Das Rätselraten um die Bermittlungsaktion.

rangen für ihr Einschwenken in die Sanktionenfront M kommen? Das ist eine Frage, die durchdiefranzösisch- Mglischen Militärbesprechungen naturgemäß ohne »Veiteres aufgeworfen wird, die sich allerdings im «iugenblick noch nicht klar beantworten läßt.

1 Vorher ist ja immer noch nicht abzusehen, ob die Wlnzöstsch-englischH Zusammenarbeit zu einer Ligui- Mierung des abessinischen Konflikts führen Cebitb. Paris gibt sich in dieser Hinsicht nach wie vor Z.Mr optimistisch und erwartet Kompromißver- 'P | ____ ______

as. Berlin, 31. Okt. (Drahtbericht unserer Berliner bte'ilung.) Zn London sind hohe Stabsoffiziere der tznzösischen Armee, Marine und Luftwaffe einge- - raffen, um sich mit ihren britischen Kameraden zu S Pterhalten. Zwei VerhaMungsgegenstände stehen E dabei im Vordergrund, nämlich einmal, die Z u - Hs sammenarbeit im Mittelmeer, die sich, wie st. mglische Blätter mit einer gewissen Befriedigung fest- ellen, nicht nur auf die Marine, sondern auch auf die 2 uftwaffe erstrecken soll und zum anderen die kom- 2i hnde Flotte n konferen z. Es fragt sich aber, ob er Rahmen dieser Besprechungen nicht weiter gesteckt H ■ Diese Frage ist umso berechtigter als auch der st Daily Telegraph" erklärt, es liege die Annahme nahe, H daß andere und int engeren Sinne europäische - ragen besprochen werden sollen." Beachtenswert ist, ä iß nun gestern in einer Wahlversammlung der eng- " jche Außenminister Sir Samuel Hoare auf eine An- Age erklärt hat, „was in der Welt draußen benötigt |rbe, sei ein Luftabkommen, in dem sich die .. wßen Luftmächte verpflichten, einander gegen Luft- ngriffe zu verteidigen." Gewiß keine Neue Idee, aber och immerhin eine Idee, die in der letzten Zeit sehr in tn Hintergrund getreten war. Wollen nun hier die lanzosen sich jetzt schon gewisse Zusagen Englands Hern? Wünschen sie Garantien eines sofortigen briti- «n Luftbeistandes für gewisse Fälle, kurzum, sind die ranzosen schon jetzt im Begriff, mit Gegenforde-

Jn diesem Zusammenhang nun ist es nicht un interessant, daß in London eine ganz neue Be gründung für die Genfer Reise sti. Samuel Hoare auftaucht. Es heißt nämlich jetzt, der Außenminister begebe sich persönlich nach Genf, um sich mit der ®enfer Maschinerie besser vertraut zu machen, da Eden nach den Wahlen einen anderen. Posten übernehmen werde. Es werden dabei für Eden sowohl das Ministevium für die Gliedstaaten wie auch das Keieg sm i n iste r i um genannt. Ob diese Ge­rüchte stimmen, ist nicht ohne weiteres zu sagen. Immer­hin ist bekannt, daß manche Herren iim Londoner Aus­wärtigen Amt, vor allem auch der Unterstaatssekretär Bcmfittard, die gegenwärtige Regelung nicht für glück­lich gehalten haben.

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Wehrpflicht in ihre neuen Garnisonen eingezogen. Überall sah man das gleiche Bild: Frohe, übermütige Gesichter, frische junge Gestalten, beladen mit dem spärlichen Gepäck, das zum Übertritt aus dem nüchternen zivilen Dasein in die bunte Soldatenzeit notwendig ist. In einer Woche wird die feierliche Vereidigung dieser Rekruten auf den Ob er st en Befehlshaber der Wehrmacht und die neue Reichskriegsflagge stattfinden, und da­mit hat dann auch praktisch nach der vorangegangenen gesetz­geberischen und erzieherischen Arbeit die Periode ein Ende genommen, während der in 17 langen schweren Jahren dem deutschen Volke unter dem Zwang des Versailler Diktates die allgemeine Wehrpflicht, die sich immer wieder als die wichtigste Lebensschule des Volkes erwiesen hat, versagt blieb. Die „Zeit beim Militär" wird auch in Zukunft wie­der für tausende und abertausende von Männern für ihr ganzes^eben eine der wertvollsten Erfahrungen und schön­sten Erinnerungen werden, die innere Haltung voll Selbst­zucht und Hingabe an eine bestimmte Aufgabe, mit der sie auch im Frieden dem Däterlande dienten, wird sie — mehr oder weniger nachhaltig — stets begleiten und in dem Er­lebnis -der Kameradschaft, das feinen echtesten Ausdruck im Soldatendasein findet, werden sie miteinander verbunden bleiben.

gemeinsamen Renner mit der Dr. Veneschs gebracht werden konnte.

Das Blatt _ der oppositionellen tschechisch-nationalen „Poledni Listy" schreibt, erst die weitere Entwicklung werde die Gründe aufklären, die Malypetr bewogen haben, auf das Amt des Ministerpräsidenten zugunsten des Vorsitzes in der Kammer zu verzichten. Hodza wird als einer der be- fähigsten Politiker der Tschechoslowakei bezeichnet.

Das Blatt der tschechisch-katholischen Volkspartei „Li­dowe List" erklärt, daß für die Bestimmung Hodzas zum Ministerpräsidenten in erster Linie die Rücksicht auf die Slowakei und außenpolitische Gründe maßgebend gewesen seien.

Berlin, 30. Okt. Am 7. November 1935, 8 Uhr vor­mittags, wird zum ersten Male die neue Reichskriegs - flagge in feierlicher Form von der Wehrmacht gefetzt werden. Bei dieser Feier wird einErlaßdesFührers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht an die Sol­daten bekanntgegeben. Anschließend findet einheitlich in den Standorten der Wehrmacht die feierliche Vereidi­gung der am 1. November eingetretenen Re- kruten der allgemeinen Wehrpflicht statt.

Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht hat angeordnet, daß die Öffentlichkeit zu diesen Veranstaltungen Zutritt erhält.

Die Bekanntgabe der neuen Reichskriegsflagge erfolgt am 7. November.

Oestlicher Dreibund.

Türkei, Iran und Irak.

Während das hauptsächliche Interesse der Welt auf die kriegerischen Ereignisse in Abessinien gerichtet ist, und alles den Atem anhält, ob es vielleicht doch noch in letzter Minute gelingen könnte, die Atmosphäre zu bereinigen, hat die Politik der friedlichen An­nähe rung zwischen Türkei, Iran und Irak be­achtenswerte Früchte gezeitigt. Der Freundschaftspakt, den die drei vorderasiatischen Staaten miteinander ge­schlossen haben, ist für die Beurteilung der Verhältnisse und Vorgänge im Nahen Osten von größter Wichtigkeit. Es ist sicher kein Zufall, daß dieser Vertrag gerade jetzt unterzeichnet wurde, da sich das britische Imperium in einer keinswegs beneidenswerten Lage befindet und die größten Anstrengungen unternehmen muß, um zu ver­hindern, daß der Konflikt zwischen Italien und Abes­sinien wie ein schwelendes Feuer immer weiter um sich greift und in seine Interessenzone hineinfrißt. Italien führt mit Abessinien Krieg. Im gleichen Augenblick hält die Türkei den Zeitpunkt für gekommen, um mit Iran, dem ehemaligen Persien, und mit dem König­reich Irak eine gemeinsame Friedenspolitik zu treiben.

Es ist nicht schwer, an diese neue politische Kon­stellation int Nahen Osten allerhand Vermutungen und aktuelle Betrachtungen anzuknüpfen. Auf den ersten Blick scheint es jedenfalls so, als ob endlich ein mehr oder minder gefestigter vorderasiatischer Staatenblock geschaffen worden wäre. Wenn man im Zusammenhang damit bedenkt, daß in diesem Teile der Welt britische, französische und auch italienische In­teressen auf dem Spiele stehen, wird man erst die wahre politische Bedeutung dieses Vertrages in ihrer ganzen Tragweite begreMn können. Wie man den neuen FreundschaftspakL auch drehen und wenden mag, es kommt dabei immer das gleiche heraus, eine immer stärker werdende Emanzipation und Loslösung der vorderasiatischen Staaten von der europäischen Politik. Interessant ist dabei vor allem die Haltung der Türkei, die in der letzten Zeit eine starke östlich be­tonte Entwicklung genommen hat. Man erinnert sich bei dieser Gelegenheit an den Besuch des persischen Schahs Risa-Khan in Ankara. Dieser Besuch war alles eher als ein platonischer Weekendausflug. Schon da­mals wurde eine praktische Annäherung zwischen der Türkei und Persien erfolgreich in Sie Wege geleitet. Man baute von der persischen Grenze zum Schwarzen Meer nach Trapezunt eine Straße, die eine große wirt­schaftliche Bedeutung hat, aber auch einen beachtlichen strategischen Wert besitzt. Die Türkei entsandte über­dies Ausbildungsoffiziere und um die Freundschaft noch besonders zu bekräftigen, regelte man auch gleich eine etwaige Grenzstreitigkeit zwischen Afghanistan und Persien, indem man die Türkei für einen solchen Fall zum Richter einsetzte.

Es ist.anzunehmen, daß sich im Laufe der vergange­nen Monate hinter den Kulissen der vorderasiatischen Politik allerlei abgespielt hat. Der Block, der jetzt ge­schaffen wurde, ist ein weithin sichtbares Zeichen, daß im Nahen Osten als Gegengewicht zu gewissen euro­päischen Machtgruppierungen ein vorderasiatisches System der kollektiven Sicherheit im Entstehen begriffen

Größte Auflage aller Tageszeitungen Groß-Wiesbadens.

Donnerstag, 31. Oktober 1935.

Die neue Reichskriegsflagge

wird am 7. November zum ersten Male feierlich gesetzt.

Ministerpräsident Dr. Hodza.

[ Prag, 31. Okt. (Gig. Drahtmeldung.) Staatspräsident 8asaryk hat der von dem Ministerpräsidenten oorge- pagenen Umbildung der Regierung zuge- fim m t unter der Voraussetzung, daß es zu keinen größeren tnderungen kommt.

h. Er wird jedoch zunächst den in Aussicht genommenen dtftigen Ministerpräsidenten Dr. Hodza empfangen, um >h von ihm seine Pläne darlegen zu lasten. Ebenso sind en Ministern die Absichten der tschechischen Agrarier zur tenntnis gebracht worden. Sie werden darüber den übrigen kegierungsparteien berichten. Mit dem förmlichen iüd tritt der Regierung ist daher erst zu rechnen, *enn alle diese Besprechungen in zustimmendem Sinne ab- ftHlossen sind.

kDie Presse zur Regierungsumbildung.

I Prag, 31. Okt. (Eig. Drahtmeldung.) Die Regierungs- mbildung wird in allen tschechoslowakischen Blättern leb- ijt erörtert. Die deutsch-agrarnckie „Deutsche Landpost" er- ®rf, der neue Ministerpräsident Hodza gehöre zu den ffrigsten Kündern der Agrardemokratie, für die er nicht nur ' der Tschechoslowakei gewirkt habe. Er sei auch ein Bürge r den nationalen Frieden im Staate und für n Grundsatz der Zusammenarbeit.

: Der tschechisch-nationale „St—3“ schreibt, bei den agrar- 'en Parteien herrsche nicht gerade Begeisterung darüber, jetzt Änderungen in der Regierung vorgenommen wer- . — „Eeske Slooo", das Blatt Dr.'Veneschs, meint, Dr. 13a sei eine starke Persönlichkeit und habe in . letzten Jahren großen staatsmännischen Weitblick be- sen. Es sei nicht vorteilhaft gewesetr, fo weitreichende terungen gewaltsam zu beschleunigen.

Das Hauptblatt der sudetendeutschen Partei, die „Zeit", ei&t, die Regierungsumbildung sei eine Korrektur des herigen Kräftespiels im Sinne einer Zunahme des agia­hen Einflusses. Es fei unter diesen Verhältnissen nicht vahrscheinlich, so führt die „Zeit" aus, daß die Span­tgen zwischen der Linken und den übrigen Regierungs- leien in Zukunft noch stärker als bisher heroortreten wen. Dazu komme, daß der neue Chef der Regierung in lreichen Erklärungen wiederholt eine außenp bli­che L ta t e angedeutet hab^ K>ie nur schwer auf einen