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7 Ausgaben

Wöchentlich

Seritägli<6 nachmittags,Samstags vor- ».nachmittag.

t. Schellenbergiche Hofbnchdnuliret, ^ragblatt-Hans'.

Unterhaltungsbeilage.

mit einer täglichen

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Größte Auflage aller Tageszeitungen Groh-Wiesbadens.

Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaben.

83. Jahrgang.

Mittwoch, 30. Oktober 1935

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orschläge zur Lösung des Ostasrika-Problems

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Fernsprecher-Sammel-Rr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilniersdors.

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Wechsel im abessinischen Kriegsministerium.

W Addis Abeba, 29. Okt. 3m abessinischen Kriegs- Wi n i sr e r i u m soll nach einer amtlichen Verlautbarung W Wechsel vorgenommen weiden. Der frühere Kriegs- Mnister B i r r u, der jetzt aus der Verbannung zurückge- Wrt ist, soll Ras M o u l o u g e t a s ersetzen. Ras Mou- Wugetas wird zum Gouverneur der Eodjam-Provinz er- Wnnt werden.

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn, und Feiertags.

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Der Schauplatz der nächsten Kämpfe.

Eine Übersichtskarte des nördlichen Kriegsschauplatzes in Abessinien, auf dem die Italiener erneut im Vormarsch begriffen sein sollen. Die Operationen scheinen diesmal Mak-alle zum Ziel zu haben, das einen Kreuzui^svunkt der nördlichen Karawanenstraße darstellt. Die Italiener kommen nun­mehr in das abessinische Bergland hinein, denn hier sind bereits Erhebungen bis zu 1000 und noch mehr Meter zu verzeichnen. (Graphische Werkstätten, M.)

Italiens Abwehrwille.

| as. Berlin, 30. Okt. (Drahtbericht unserer Berliner fcteilung.) Der englische Völkerbundsminister Eden vivd heute gegen 18 Ühr in Paris eintreffen und in der Dacht nach Genf weiterfahren. Morgen folgt ihm auf Wem Wege der Außenminister Sir Samuel Hoare, der die Strecke von Paris und Genf in Gesellschaft von Herrn Laval zurücklegen wird. Inzwischen ist auch kaigestellt, daß Italien in Genf vertreten sein wird. Diese Mission ist wieder Baron Aloisi übertragen Borden. Aus diesem Entschluß Mussolinis, sich in Genf zertreten zu lassen, könnte man vielleicht schließen, daß Wch Rom noch gewisse Einigungsmöglichkeiten sieht, tatsächlich ist man in Paris auch wieder leidlich zuver- ßhtlick) gestimmt. Man glaubt, daß die bisherige englisch - französische Fühlungnahme doch zu einer |o rmel geführt werde oder wenigstens führen werde, Sie den Ausgangspunkt für die Lösung des ad eff i ni-fch e n Konfliktes bilden könnte. Mfenbar schwebt den Franzosen dabei immer noch der Gedanke vor, daß die Italiener die von ihnen erstrebten äbessinischen Gebiete auf dem Wege der Pachtung Malten sollen, sodaß man auf diese Weise das Gesicht wahre, das heißt scheinbar die Oberhoheit des abessini­schen Kaiserreiches unangetastet lassen würde. Die eng- Hchen Meldungen klingen allerdings wesentlich anders. London stellt nämlich fest, daß keinerlei f r a n - Asisch - englische Vereinbarungen zustande Kommen seien 'und fügt hinzu, es bestehe völlige Einig- Mi darüber, daß die gegenwärtigen Vorschläge keinen faktischen Wert hätten. Man sieht, die Lage ist noch ferner höchst undurchsichtig und auch heute kann man 8ur feststellen, daß die diplomatischen Gespräche fortge­setzt werden. So hat Mussolini gestern den englischen Dwschafter erneut empfangen und auch Laval hat sich

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gestern wieder mit dem Pariser Vertreter Englands unterhalten.

In Rom verfolgt man die Vorbereitungen für die Genfer Verhandlungen naturgemäß mit größter Auf­merksamkeit. „Zwei englische Minister und der franzö­sische Regierungschef reisen nach Genf", so schreibt hier­zu das „Giornale d'Ztalia", „um das Zeichen für die Ingangsetzung der schwerfälligen und geheimnisvollen Genfer Maschine zu geben. In Genf ist man weit entfernt von jener Einstimmigkeit, auf die die englische Politik abzielt, um den Kampf der ganzen Welt gegen Italien zu entfachen. Die französisch-englische Einheits­front reicht jedoch mit ihren Ergänzungen aus, um den Sanktionen eine solche Schwere zu geben, daß eine ebenso ernste Abwehr notwendig ist." Man sieht, man macht sich in Rom nichts vor, sondern betrachtet die Lage ruhig und nüchtern. Zugleich freilich zeigen die Verfügungen der italienischen Regierung, die ganz allgemein auf eine Einschränkung des Rohstoff verbrauch es hinzielen und die Bevölke­rung vor allem durch die Einschränkung des Fleischverbrauches treffen, den Abwehrwillen Italiens und die Entschlossenheit, auf dem bisherigen Wege weiter zu marschieren. Wird man sich nun in Italien mit dieser Entwicklung begnügen oder wird man noch einen Schritt weiter gehen? Das ist die Frage, die sofort auftauchte, besonders, da gleichzeitig gemeldet wird, daß der große Fa s ch i st e n r a t, den man als die oberste Partennftanz ~ mit den Befugnissen eines Staatsrates bezeichnen kann, für Sonntag einberufen ist. Es ist nicht verwunderlich, daß in diesem Zusammen­hang sofort wieder Gerüchte über den angeblich ge­planten Austritt Italiens aus dem Völkerbund auf­tauchen. Das wird man ab »art en müssest Zunä-d zeigt die Einberufung mit Sicherheit nur, daß Rom bis zum Sonntag eine Klärung der höchst undurch­sichtigen Lage erwartet.

etzte Vorbereitungen in Genf

Paris ist wieder hoffnungsvoll. — London bleibt peffimistifch. Die diplomatischen Gespräche gehen weiter.

Am«ig«prri!e: (tot Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund- preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 4, Nachlahstaffel C. — Für di« Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen rvrrd keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen - Annahme 10 Uhr vormittags. Gröbere Anz«ig«n mästen lpätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Ein Monat 5trieg.

Die militärische Bilanz. — Politik und Krieg.

Am 3. Oktober gab Mussolini anläßlich des großen Faschistenappells den Marschbefehl, und am gleichen Tage setzten sich die italienischen Streitkräfte gegen Abessinien tn Bewegung. Niemand, der die außerordentlichen Schwie­rigkeiten gerade eines Kolonialkrieges gegen das afrika­nische, Hochgebirgsland, das im Osten und im Süden noch obendrein durch wasserlose Wüsten gesichert ist, kennt, konnte annehmen, daß der italienische Vormarsch ein ununter­brochener Siegeslauf werden würde. Am wenigsten haben sich die Italiener selber solchen Hoffnungen hingegeben. Sie wußten, welche Hindernisse sich ihnen entgegentürmen wür­den. Ihre sehr sorgsamen und wohlüberlegten Kriegsvor­bereitungen waren darum gerade au? das Technische eines Gebirgskrieges eingestellt. Ihre Taktik zielt offenbar darauf ab, schrittweise vorzugehen. Jeder Eeländeerfolg wird dazu benutzt, die rückwärtigen Verbindungen sicher und fest aus­zubauen, um Rückschläge nach Möglichkeit zu vermeiden. Der erste Erfolg brachte den Italienern im Norden die Eroberung von Aksum, Adua und Adigrat. Von dieser Linie aus erfolgt jetzt die neue italienische Offensive in der Rich­tung auf Makalle, das zwei Heeressäulen, die in den Hoch­gebirgstälern nach Süden Vordringen, in die Zange nehmen. 3m Süden ist die Wüste von Ogaden von den italienischen Truppen fast 100 Kilometer weit überwunden worden, und der hier operierende General Graziani hat außer diesem Ge­ländegewinn auch große taktische Erfolg« aufzuweisen. Es ist ihm offenbar gelungen, die Abessinier weitgehend von der Grenze des Britisch-Sömalilanoes abzudrängen. Durch fein Vorrücken in den Flußtälern flankiert er wirksam die abessi­nischen vorgeschobenen Posten und drückt damit die Gesamt­heit der abessinischen Streitkräfte zurück.

Wo die Italiener Widerstand gefunden haben, haben sie ihn militärisch gebrochen. Alle Meldungen Über abessinische Gegenschläge und Zurückeroberungen haben sich sehr bald als unrichtig herausgestellt. Die militärisch nicht sehr ernstzu­nehmenden Einbrüche in Eritrea sind bedeutungslose Husarenstreiche geblieben. Es ist den Italienern gelungen, dies« zumeist irregulären Banden unschädlich zu machen und zu zerstreuen. Neben dem großen moralischen Erfolge der Eroberung von Adua bedeutet die erste Monatsbilanz für die Italiener mindestens das, was man billigerweise von den italienischen Streitkräften erwarten konnte. Es hat manchen europäischen Skeptiker gegeben, der da glaubte, daß der Ver­lauf des Feldzuges zu gewagten italienischen Experimenten führen würde. Die italienische Heeresleitung hat allen Ver­suchungen widerstanden, Schnellerfolge in mangelhaft vor­bereiteten, überstürzten Vorstößen zu suchen. Auch der Ein­satz der Luftwaffe war stets taktisch gut überlegt und auf die organische Zusammenarbeit mit der kämpfenden Truppe ein­gestellt. Die schweren Bombenflugzeuge wurden entweder zur Bekämpfung abefsinischer Truppenansammlungen oder zur Zerstörung von Waffenlagern eingesetzt, die übrigen Luftstreitkräfte dienten vornehmlich Aufklärungszwecken.

Es ist den Italienern offenbar auch gelungen, in den abessinischen Grenzgebieten die Bevölkerung zu sich herüberzuziehen. Gewiß wird vielfach der, eingeborene Unterführer sich einfach der Gewalt der Waffen gebeugt haben. Darüber hinaus zeigt sich aber doch, daß di« Grenz­länder sich keineswegs so fest an die Herrschaft des Negus ge­bunden fühlen. Das ist geschichtlich durchaus begründet. Viele dieser Grenzgebiete sind in früheren Kriegen erst unterworfen worden oder die Macht des Negus hat sich durch die Einsetzung ihm ergebener Fürsten in diesen Gebietsteilen begründet. Verwandtschaftliche Rivalitäten tun noch ein übriges. Jedenfalls ist es eine unbestreitbare Tatsache, daß eine Anzahl eingeborener Unterfürsten heute auf der Seite Italiens kämpfen. Die italienische Politik zieht daraus ihre Vorteile. Sie kann ja sogar darauf verweisen, daß die Kirchenhäupter der alten Kaiserstadt Aksum sich in aller Form unterworfen haben. Diese Häupter der koptischen Kirche, di« dem Abuna in Alexandria, dem koptischen Papst

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Mtldes gestellt werden. Danach ergeben sich folgende Punkte: K 1. Verwaltung: Ein italienischer Berater beim Wegas, italienische Lokalgouverneure oder italienische Be- Wter in den Randprovinzen and besonders westlich von Wdis Abeba.

f 2. Armee: Einrichtung eines Fremdenlegionssystems, Das die Aufstellung italienischer Einheiten and zum Teil Mliemjcher Truppenteile gestattet.

M 3. Gebietsbestimmungen: Hairar bleibt bei Mesiini en; Ogaden wirb Italien zugesprochen: in Tigre und Tänakil werden Grenzberichtigungen vorgenoninwn, die Wahrscheinlich darauf hinzielen, die von Italien gemachten ■toeruugcit zu bestätigen.

| 4. Abessiniens Zugang zum Meer : Man wird Mn Freihafenjystem absehcn zu Gunsten eines Korridors, »s scheint aber noch nicht entschieden zu fein, ob dieser durch Wlieni-ches, französisches ober englisches Gebiet gehen soll."

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Neues Abessinien-Rezept des „PetitJournal".

I Paris, 30. Ott. (Eig. Drahtmeldung.f „Petit Journal" Bill aus einer nicht genannten ausländischen Quelle Waue res über b i e V o r f ch l ä g e z u r L ü f u n g b e s O st - lfr i k a p r oble m s erfahren haben, die ben Gegenstand tat Dssprechungen zwischen englischen und französischen Mawialfachverstündigen gebildet haben sollen. Nach dem Wvtit Journal" könnte man sogar dem Glauben verfallen, bttg die Vorschläge in diesen Besprechungen vusgearbeitet »orten sind. Inzwischen liegen freilich schon aus London Keldung en vor, aus denen hervorgeht, daß es sich um Wll'ienifche Entwürfe gehandelt hat, die von englischer Seite als nicht diskutabel bc= Wertet worden sind. Trotzdom verliert die Meldung des Wetit Journal" nicht an Interesse, denn sie hat symptomati- Wen Wert. Das Blatt entwickelt folgendes Projekt:

k „Man wirb eine Unterscheidung zwischen 8>em_ a m -

Der Geheimcode des ägyptischen Heeres gestohlen.

London, 30. Okt. (Eig. Drahtmeldung.) Aus Kairo wird gemeldet: Soeben ist bekannt geworden, daß Anfang September der Geheimeode des ägyptischen Heeres gestohlen und nicht wieder aufgefunden worden ifc Es wurde daher ein neuer Code eingeführt. Der Code war in einem großen versiegelten und mit „streng geheim" bezeichneten Briefum­schlag an den Befehlshaber eines Jnfanteriebataillons in Abbafste gesandt worden. Als der Offizier die Sendung öffnete, war der Code nicht darin enthalten. Ein Soldat und ein Unteroffizier, durch deren Hände das wichtige Schriftstück gegangen war, wurden verhaftet, doch konnte bisher nicht festgestellt werden, wo und in welcher Weise der Diebstahl begangen worden ist.

rischen und dem n ich ta mH a rische n A chen. Das erstere wirb unter die Kontrolle des