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Wiesba-km Sanblatt

, Sch-ll-«b-rs'sch. HofdxchOnukni, ^-gbi-tt.H<m,- Wöchentlich 7 Ausaaben , Erscheinungszeit:

onu u:_ n ayi. v_ » ö WernaallM nackmrttaas. Samstaa« »o»»««

mit einer täglichen

Unterhaltungsbeilage.

Berliner Büro: Serlin-ÜBilmersborf.

Lrahtanschrist: Tagblati Wiesbaden.

Größte Auflage aller Tageszeitungen Groß-Wiesbadens.

BostlcheLtonia: Frankfurt a. Di. Nr. 7105.

Nk. 286.

Samstag, 19. Oktober 1935

83. Jahrgang.

Leichte Entspannung

verbliebene Not

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Blick in die Welt

Kein selbständiges Borgehen Englands

In Erwiderung auf die Behauptung, daß England

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Stellungskrieg an der Nordfront?

mehr oder

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Winterhilfswerk gesamte deutsche

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Nachrichten, keine

Mussolini vcrhandlungs- bercit?

windet die aus dunkler Vergangenheit und lindert die bittersten Sorgen.

Auch für das jetzt beginnende 1935/36 ruft die Reichsregierung das

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ineinsam mit" anderen Rationen ein besonderes Motiv für die Anwendung des Artikels 16 habe, dessen Paragraph 2 militärische Sühnemaßnahmen versieht, wurde festgestellt, daß England die Erfüllung seiner Genfer Ver­pflichtungen bis zum letzten Punkt gemein­sam mit anderen Ratioy en 'beabsichtige, daß aber keine andere Aktion als eine kollektive ergriffen wer­den würde.

Aufruf der Reichsregierung

für das Winterhilfswerk 1935/36.

Der gemeinsame Kampf gegen die Not in den ver­gangenen Jahren hat der Welt bewiesen, daß das nationalsozialistische Deutschland für seine notleidenden Volksgenossen mit der gleichen Tatkraft eintritt, mit der es den Neubau des Reiches in Angriff genommen hat. Der einige Wille gab dem deutschen Volk Ehre und Freiheit zurück.

Die geschlossene Krast der Nation brachte 5 000 ßßfl Volksgenossen in Arbeit und Brot.

Die Kameradschaft der deutschen Volksgenossen üder-

EeschSstszeii: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn, und Feiertags.

Werktäglich nachmittags, Samstags vor- a. nachmittag» Fernsprecher-Cannnel-Nr. 59631.

Je länger aber der abessinische Feld­zug Lauert, umso kostspieliger wird er. Kann Italien auf die Dauer

Tue jeder seine Schuldigkeit an dem Platze, auf de» gestellt ist.

Berlin, Len 18. Oktober 1935.

Die Rrichsregierung.

Mßpmspreue: tfüc eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf. für einen Monat NM 2— »in. schließlich -^raglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld Einzel­nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen die Trager und alle Postanstalten. — In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

AnreigeKpreife: Em Millimeter Höhe dec 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund­preis 6 Rpf der 85 Millimeter breiten Spalte in; Tertteil 45 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 4, Nachlatzstaffel 6. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Platzen wird lerne Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen - Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Eine Meldung aus Addis Abeba.

|L,. Addis Abeba, 18. Okt. Von der Nordfront wird leb- ^Tätigkeit der italienischen Truppen beim Ausbau r Stellungen gemeldet. Es würden Schützengräben «ni vappen gebaut und Drahtverhaue angelegt. Der Stcl- M^kgsausbau wird in Addis Abeba als Vorsichtsmaßnahme rWn einen Großangriff der Truppen des Ras Scyum an- »psvyen.

Eine amtliche englische Erklärung.

London, 18. Okt. Wie am Freitag amtlich mitgeteilt wckrde, hat England weder im Verlaufe der Unterhand- iungen mit dem französischen Ministerpräsidenten noch bei anderer Gelegenheit jemals die Frage militärischer Sühne- w-ßnahmen aufgeworfen. England denke nicht an kine Schließung des Suezkanals oder gar an «ir Erzwingung einer Blockade gegen Italien.

Volk ohne Unterschied zum gemeinsamen Kampf gegen Hunger und Kälte auf.

Der nationalsozialistische Staat, die national­sozialistische Bewegung, ihre Regierung und das einige deutsche Volk betrachten das Winterhilfswerk als ihre höchste Ehrenpflicht.

diese Kästen aufbringen, besonders dann, wenn man ihm die Zufuhren . minder sperrt, wenn man seine Waren boykottiert? Das ist die große Frage, die heute niemand zu beantworten vermag. Die Engländer sind ganz offensichtlich der Ansicht, daß man Italien durch die finanziellen und die wirtschaft­lichen Sanktionen in nicht allzuferner Zeil in die Knie zwingen kann. Dann wäre ein herrliches Ergeb­nis erzielt, dann hätte man ein warnendes Beispiel auf­gestellt, das alle die schrecken müßte, die sich etwa mit kriegerischen Plänen tragen sollten. Öder aber man hätte dann nur erneut Las englische Welt­reich gesichert? Auf jeden Fall aber, darüber ist man sich in Rom klar geworden, die Engländer bluffen nicht nur, ihnen ist es ernst mit den Sanktionen. Vielleicht wird man auch hinzufügen können, ihnen ist es, wenn die Sanktionen nicht „ziehen" sollten, ernst mit der Blockade. Die Schiffsgeschütze im Mittelländischen Meer sprechen eine recht deutliche Sprache. Es erhebt sich michin die Frag«.

Die Herren Kriegsberichterstatter an der abessinischen und an der italienischen Front befinden sich in einer schwierigen Neuigkeiten. Lage. Sie — es handelt sich vor allem um amerikanische und englische Journa­listen — sollen Meldungen geben, -dazu noch Meldungen, die interessant sind, aber die Herren Korrespondenten sitzen selbst reichlich weit von der Front ent = fernt. Aber selbst wenn sie an der Front wären, würde vermutlich in ihren Meldungen auch nicht wesent­lich mehr enthalten sein, denn mehr als je paßt hier das schöne Sotdatenlisd des Weltkrieges: Und dieser Feld­zug -ist ja kein Schnellzug! Die Italiener kommen nur äußerst-langsam voran, denn auch.bei Ein­satz der stärksten Kräfte ist es nicht möglich, die erforder­lichen Straßenbauten schnell durchzuführen, konnte Loch auch zu der SiegesparaLe am letzten Sonntag General de Bono die Stadt Adua noch nicht im Kraftwagen erreichen, sondern mußte Len letzten Teil des Weges zu Pferde zurücklegen. Die Nachschubsich-wierig- leiten sind also für die Italiener ganz a uß er= ordentlich groß und wenn man auch liest? daß sich die kleinen Zweimanntanks in dem schlechten Ge­lände ausgezeichnet bewährt haben, so muß man sich doch vor Augen halten, Laß auch Liese Tanks Ben­zin brauchen, das unter großen Schwierigkeiten herangeschafft werden muß. Soviel also auch die Kriegsberichterstatter von kommenden Schlachten fun­ken und drahten, so wird man doch wohl gut tun, s f ch auf einen recht langsamen Verlauf der Operationen e i n z u st e l I e n.

Inzwischen hat auch Laval den Engländern auf ihre Anfrage geantwortet, ob Fraiikreich bei einem italienischen Angriff die englische Flotte unterstützen mürbe.. Der Wortlaut Lieser französischen Antwort soll erst in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Soweit bisher bekannt geworden ist, ist diese Ant­wort offenbar ein theoretisches Ja, wobei sich Laval von der Hoffnung leiten läßt, daß ein mili­tärischer Konflikt zwischen Italien und England und damit ein Übergreifen des abessinischen Konfliktes auf das Mittelmeer vermieden werden wird, sodaß die französische Verpflichtung praktisch nicht wirksam zu werden braucht. England hat allerdings ein vorbehaltloses Ja gefordert. Da aber auch London erklärt, Laß eine Einzelaktion nicht in Frage komme, so könnte vielleicht die französische Antwort ausreichen.

Schließlich muß man noch einen Blick nach Genf werfen. Dort soll heute die Sanktionskonferenz sich mit dem vom Ausschuß vorbereiteten Plan der Wirt­schaftssanktionen beschäftigen. Dann aber soll eine Pause eintreten und zwar bis zu-m 28. L. M. An diesem Tage würde man dann, wenn die Erklärungen der einzelnen Staaten zu Len Sanktionsplänen vorliegen, den Beschluß fassen, die Wirtschaftssanktionen gegen Italien schlagartig vom _ 31. Oktober wirksam werden zu lasse». Würde so verfahren, so -wäre also hier noch­mals eine Frist geschaffen, die zu Verhandlungen aus­genutzt werden könnte.

Alle diese Meldungen zusammengenommen, ergeben das Bild einer leichten Entspannung. Aller­dings soll nicht verkannt werden, daß man zu einem Teil auf Vermutungen angewiesen ist und es soll auch nicht verkannt werden, daß die Meldungen sich noch zu einem Teil widersprechen. Man wird deshalb kaum zuweitgehende Schlußfolgerungen ziehen dürfen, aber man wird doch wohl sagen können, Laß sich von Len Be­mühungen um eine Entspannung der Lage niemand ausschließt.

zr-i F ; amtlicher Seite werden Meldungen über Aufstände " 2' Provinz Eodjam dementiert. Di« Regierung «r-

■ asl'.... '^ie Mobilisierungsbefehle.glänzend durchgeführt Zga ■ , Die Truppen seien bereits in Marsch gesetzt und ^öden bald an der Front eintrefsen.

Angebliche Unruhen unter abessinischen Truppen.

Asmara, 19. Okt. (Funkspruch des Kriegsbericht- inu xt£TS DRV.) Wie von italienischer Seite verlautet, am Donnerstag die Stabt Assab zum zweitenmal von -nem abessinischen Flugzeug überflogen. »

Harrar soll nach italienischen Meldungen große Auf- ^,-tng wegen eines befürchteten Angriffs italienischer aus dem Somaliland herrschen. Der Gouverneur Sn* v?rtar fei, so wird behauptet, durch widersprechende ;Lj¥Wen aus Addis Abeba in feiner Zuversicht stark er- Unterführer sollen Verstärkungdurch regu- tze uAe ssinische Truppen angefördert haben, da jOn-geblid) ihrer irregulären Streitkräfte nicht mehr sicher

Gesundheitszustand der italienischen Truppen wider Erwarten gut.

Asmara, 18. Okt. (Funkspruch des Kriegsbericht­erstatters des DRB.) Wie das italienische Hauptquartier am Donnerstag bekanntgab, wurden zwischen Tempien und Emakadle starke abessinische Truppenbe­wegungen sestqestellt. Man sicht darin eine Bestäti­gung -der vorausgesagten Zusammenziehung der Abessinier um Makalle.

Die Unterwersungsaktion in -der Gegend von Aksum wird von den Italienern fortgesetzt. Die italienischen Bc- hövden haben der dortigen koptischen Marienkirche 15 000 Miaria-Therefien-Taler gestiftet.

Der Generalinspektor für das Gesundheitswesen erklärte, daß der Gesundheitszustand der italienischen Trup­pen wider Erwarten gut sei, da man, entgegen den ursprünglich gehegten Befürchtungen wegen der Wasser­zufuhr, im besetzten Gebiet überall zahlreiche Quellen ent­deckt habe.

Vor einem neuen italienischen Vorstoß.

Rom, 18. Okt. Wie di« „Agenzia Stefani“ meldet, sind die italienischen Truppen an der Rordfront nunmehr bereit, einen neuen Vorstoß zu unternehmen. Die rückwärtigen Verbindungslinien sind vollständig ausge­baut und die italienischen Flieger hoben, so wird gemeldet, die Lage im Kampfgebiet bereits geklärt, so -daß der neue Angrift südlich von Adua als unmittelbar bevorstehend be­trachtet werdc-n könne.

Ms hem Wege zur BerstSnhigung?

„Noch nicht alle Türen verschlossen."

Berlin, 19. Okt. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die diplomatischen Gespräche sind auch gestern fortgesetzt worben, Loch hat sich bas Gewicht ba- bei offensichtlich von Paris nach R o m verlagert. Mussolini hat nämlich gestern nicht nur die Bot­schafter Argentiniens und Frankreichs, sondern auch den englischen Botschafter Sir Eric Drummonb emp- Mgen. Dieser letzten Unterredung mißt man große Bedeutung bei. Eine amtliche Mitteilung über beit — । Inhalt ber Besprechungen ist nicht ausgegeben worben, 5 ul| wohl aber betont man in Rom, Lie Tatsache, daß die I Besprechung stattgefunden habe, zeige, baß „noch 2.2.1 nicht alle Türen verschlossen seien." Aus | privaten Meldungen kamt man entnehmen, daß es sich »I «»»en Besprechungen um Lie Zurückziehung der * | ilaliemschen Truppenverstärkungen aus Libyen drehte, wofür Italien als Gegenleistung die Zurück­ziehung der englischen Flottenverstärkungen aus den Italien benachbarten Gewässern verlangte (vielleicht mcht gleich nach England, wohl aber nach Gibraltar). , Als weiteres Anzeichen einer beginnenden Ent- ipannmng kann man wohl die englische Erklärung betrachten, daß niemals davon d'ie Rede ge­wesen sei, Italien zu blockieren oder den suez-kanal zu schließen. Reuter betont vielmehr mit großem Nachdruck, daß England unter keinen Uin= ständen Sanktionen gegen Italien als Einzelhandlung unternehmen werde, sonbern jede Aktion gemeinsam von den Völkerbundsmächten burchgeführt werden müßten. Dem entspricht auf -ber anderen Seite die Er- «Irrung eines in Paris tätigen italienischen Diplo­maten, die besagt, doß Italien keinerlei kriegerische Hanbluygen im Mittelmeer unternehmen werbe. Italien habe vielmehr den dringenden Wunsch, daß unter den im Mittelmeer interessierten Mächten die besten Beziehungen beftänben. Italien werde infolge- bessen alle dementsprechenden Vorschläge prüfen.