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Wöchentlich 7 Ausgaben

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e.

mit einer täglichen

Unterhaltungsbeilage.

Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

Drahtanschrift: Tagblatt Wie-badeii.

Krähte Auflage

aller Tageszeitungen Groh-Wiesbadens.

Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

Nr. 269

Mittwoch, 2. Oktober 1935

83. Jahrgang.

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

Werktäglich nachmittags. Samstags vor- u. nachmittag, Fernfprecher-Sammel-Nr. 59631.

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„WMmsi imeiteti.“

Eine Kundgebung des Führers.

Berlin, 2. Okt. (Eig. Dralitmeldung.) Der Führer und Reichskanzler erlägt folgende Kundgebung:

„Die sterbliche Hülle des im vorigen Jahre Heimge­gangenen Eeneralfeldmarfchalls ist heute, an dem Tage, an dem er vor 88 Jahren geboren ist, in die für ihn im Tanncnbergdenkmal errichtete Gruft überführt worden. Hier, an der Stätte des Sieges von Tannenberg, umgeben von feinen in der Schlacht gefallenen Soldaten, hat der Feldherr nun feine letzte Ruhestätte gesunden. Die Bettung dieses grohen Deutschen in den Mauern des gewaltigen Schlachtendenkmals gibt diesem eine besondere Weihe und erhebt cs zu einem HeiligtumderNation. Um dieser Bedeutung des Tanneubergdenkmals sichtbaren Ausdruck zu verleihen, erkläre ich es zum Reichsehrenmal und lege ihm den Name» „Reichsehrenmal Tannenberg" bei. Als ErabstättedesEeneralfeldmarschalls und der neben ihm ruhenden 20 unbekannten Soldaten soll es für alle Zeiten dem dankbaren Gedenke» an die sieg­reichen Leistungen und heldenmütigen Opser des deutschen Volkes im Weltkrieg geweiht sein. Das Deutsche Reich über­nimmt das „Reichsehrenmal Tannenberg" mit dem heutigen Tage in seine Obhut und wird es als Wahrzeichen deutscher Treue, Kameradschaft und Opfer­willigkeit in alle Zukunft zu wahren und zu schirmen wissen.

Deutsche Männer haben in schwerer Zeit dieses Denkmal geschaffen und weite Kreise der deutschen Bevölkerung haben mit freiwillige« Gabe« zu seinem Ausbau beigetragen. Ihnen allen dafür in dieser Stunde aufrichtig zu danken, ist mir Pflicht und Herzensbedürfnis zugleich. *

Berlin, 2. Oktober 1935.

Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler."

W liciliflile WremmI öer Mn.

Die Hindenburgfeier int Tannenberg-Nationaldenkmal.

Auf der Fahrt zum Tannenbergdenkmal.

H-henftei» (Ostpreußen), 2. Okt. (Eig. Drahtmeldung.) ^on Norden fahren wir an einem wundervoll übersonnten Herbstmorgen denselben Weg, den wir in jener herrlichen cstpreustuchen Sommernacht fuhren, als wir den toten Generalfeldmarschall von Hindenburg auf feinem letzten Weg geleiteten.

Wundervoll ist diese ostpreußische Landschaft und unbe- fchrerblich schon dieser Morgen. Zwischen leichten Wölkchen lugt blauer Himmel hervor. Die Sonne ist wie eine mati- goliEne Scheibe. An der Strecke stehen hohe Tannen in dunklem Grün wie eine Traucrparade. In Äräucher» und Baumen, die noch kaum das fahle Herbstlaub zeigen, hängt Altweibersommer. Auf den Feldern sind die Bauern dabei, die Kartoffeln herauszunehmen.

Blaue Seen liegen an der Strecke, umrahmt von Laub­wäldern, überfüllt von grünen Hügeln. Nun tauchen dis

die Familie des verewigten Feldmarschalls und die Gau­leiter.

Auf den Wehrgängen der Mauer ziehen wieder Sol­daten auf, die dort Gewehr bei Fug mit aufgepflanztem Seltengewehr stehen. Vor dem Denkmal wehen halbmast die Reichskriegsflagge und die Fahne des Deutschen Reiches, die Hakentreuzfahne. Die Türme des Denkmals tragen gleich­falls Reichskriegsflagge und Hakenkreuzflagge mit langem Trauerwimpel. Als Ehrengäste werden an der Feier teilnehmen: der Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg, General der Artillerie Freiherr von Fritsch als Oberbefehlshaber des Heeres, Admiral Dr. h. c. Raeder, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, und General der Flieger Göring als Oberbefehlshaber der Reichsluftwaffe, mit ihm Staatssekretär Generalleutnant Milch. Es folgen die Oberbefehlshaber der Gruppe 1—3, die kommandieren­den Generäle und Admirale und die Befehlshaber der Luft­kreise.

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Zinnen von Tannenberg aus dem Hügelland, und dann laurt unser Zug in Hohenstein ein.

Gruft und Gedenkhalle im Hindenburg - Turm.

^re kochen Entwurfszeichnungen geben links die Gruft im Hindenburg-Turm wieder, in der die sterbliche Hülle des großen Toten und seiner Gattin ruhen wird, rechts die Gedenkhalle in dem Turm über der Gruft, die ein Bronzestandbild des Feldherrn schmücken wird. (Wagemborg-Archiv, MZ

3 Das StÄtche» Hohenstein steht schon seit Tagen im Zeichen der Herer. Schon gestern haben die Truppen für die heutige Trauer feier geübt, ist die Aufstellung geprobt worden. ^^mDenkmal wurde die letzte Hand angelegt, wur- hfrausgeräumt. die Gruft unter dem großen gerichtet. Das ganze Denkmal hat nun ietn ©efW vollkommen verändert. Das große Grab in der -vlitte imt den -0 unbekannten Soldaten ist verschwunden oe zehn der toten Soldaten werden nun zu beiden Seiten der Hindenburggruft ruhen, so daß der Feldherr auch im Tode mit [einen Soldaten verbunden ist. Das große Kreuz das über tetn Grab der unbekannten Soldaten stand, ragt nun gewaltig an der Mauer des Hindenburgtnrms. Stufen fuhren vom Umgänge herunter in die Mitte des Denkmals die mit gro«en Platten ausgelegt ist. Überall Fahnen und Grün. An den Denkmälern der Regimenter, in den Arkaden hangen grüne Kränze. Auch die übrigen Türme sind nun schl BiÄ^ ^as Denkmal bietet nun ein ge-

Von den Familienange.horigen, persönlichen freunden und Mitarbeitern des verewigten Generalfeld­marschalls sind Generalmajor a. D. von Hindenburg mit seiner Göttin erschienen, die Töchter des Generalfeld­marschalls, Frau von Pentz und Frau von Brockhusen, die Enkelkinder des Eeneralfeldmarschalls, Generalfeldmarschall von Mackensen, der General der Infanterie a. D. Franke, die Generalleutnants a. D. von Krahmer, von Unger und Rehbel.

Es erscheinen ferner der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß, der Reichs- und preußische Minister des onnern, Dr. Frick, die Staatssekretäre Koerner, Dr. Lam- mers, Funk und Reichsarbeitsführer Hier!, weiter Staats­sekretär Meißner, der Oberpräfident und Gauleiter Erich Koch, Oberpräsident und Gauleiter Schwede, Senatspräsi­dent Greiser und Gauleiter Forster, Vorstand und Abord­nungen des Reichsverbandes deutscher Offiziere, des Reichs- treubundes, des Reichskriegerbundes Kyffhäufer, Abord­

nungen der Offiziers- und Regimentsvereine des ehemaligen 3. Garderegiments zu Fuß, der Jnfanterieregimenter 91 und 147, des Verbandes der ostpreußischen Regimentsvereine Berlin, der Kommandant des früheren Panzerkreuzers „Hindenburg", Konteradmiral a. D. von Karpff, Abord- mingen des Landeskriegeroerbandes Saargebiet, die Spitzen der Wehrmacht, Partei und Behörden Ostpreußens.

Der Führer betritt den Denkmalhof.

Kurz vor 10 Uhr betritt Generalmajor v. Hindenburg mit den Familienangehörigen des Feldmarschalls den Ehrenhof. Es werden Kränze und immer wieder Kränze hereingetragen.

Punkt 10 Uhr trifft der Führer ein, begleitet von den Oberbefehlshabern der Wehrmacht und feinem Stellvertreter Reichsminister Heß. Tausende von Händen reckten sich zum Gruß, während der Führer an den Ehrenkompagnien vorbei an das Grabmal tritt.

Wieder hoben sich die Hände zum Gruß der Fahnen, die jetzt mit der Ehrenkompagnie einmarschierten. Dann klang ein Choral auf und unter leisem Trommelwirbel wird der Sarg Hindenburgs, während sich die Häupter etft- blößen, von Offizieren des Heeres, der Flieger und der Marine aus dem Turm herausgetragen. Zwei Generäle der Wehrmacht, ein Fliegergeneral und ein Admiral mit ge- Benem Degen umgaben den Sarg als Ehrenwache. Unter em Trommelwirbel wird er bis zum Haupteingang ge­tragen und hier auf eine mit Tannengrün geschmückte Bahre gelegt. Der Sarg ist bedeckt mit einer riesigen Reichs­kriegsflagge. Darauf liegen Helm und Degen des Feld-

Am Denkmal.

mit r Hohenstein ist in ein Flaggenmeer getaucht.

JHe Hauser sind mit Girlanden geschmückt. Vom frühen Morgen an vollzieht sich der A n m a r s ch der Ein- am Denkmal. In langen Sondcr- ^^r-Mwagenkolonnen sind die Einheiten prange,fft vordem RAhts und links vom Haupteinqanq m® NSKK., SA., SS. und HI? aufgestellt

SRehTrnrr*?' sich der Kpffhäuserbund, dann die

^r. Reichstreubund, der Arbefts- politischen Leiter an. Reben dem Erustturm

Ehrengäste, die schon zum großen Teil mit zwei Sonderzugen aus Berlin emgetroffen sind Aufstelluna ae- «"■ Die Wehrmacht flmrkiE die önLre Settk Ls Emgang zur Gruft, in dem tiefen, mit ist ein Blumenbeet (?t7U^ Stuhle sind bestimmt für den Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile, di« altea Geaeraie TauneaberMchlach«.

Gescheiterter Umsturzversuch in Bulgarien.

Der Ausnahmezustand verhängt.

Sofia, 2. Okt. (Eig. Drahtmeldung.) Die Regie­rung hat, wie der Ministerpräsident vor der Presse er­klärte. den Ausnahme zu stand über das ganze Land verhängt. Die für morgen, den 3. Oktober an­läßlich des Jahrestages der Thronbesteigung und der llnabhängigkeitserklärung Bulgariens angesetzte Parade und Feierlichkeiten sind verschoben worden. Die Ver­hängung des Ausnahmezustandes erfolgt in Verbin­dung mit der Aufdeckung eines gefährlichen Um­sturzversuches, zu dem bereits sämtliche Vorbe­reitungen getroffen waren. Der Umfturzplan ging in der Hauptfach« von Anhänger« de» Sweuo-Kreije»

aus, der sich bereits an dem vorjährigen Staatsstreich vom 19. Mai 1934 beteiligt hatte. Der Organisator des damaligen Staatsstreiches, Oberst d. R. Damian W e t s ch e f f, der im Ausland in der Verbannung lebte, traf heute früh unerwartet im Auto in Sofia ein. Er wurde verhaftet. Zm Laufe des heutigen Morgens wurden zahlreiche wertere Personen, darunter auch der frühere Finanzminister Peter Todorosf sestgenommen. Die Verhaftungen dauern zur Stunde noch an. Ein Teil der Verschwörer zählt zur linksradikalen Bauern­gruppe. Wie noch mrtgeteilt wird, zielte die Ver­schwörung auf einen Sturz der Regierung und sogar auf eine Entthronung des Königs hin. Weitere Einzelheiten fehle» zur stunde noch.