^*9 8. Kuguft 1914.
Verlag Langgasse 21
’tolltM, . „Tagblali-Haus".
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£ -l. ofmi C « e - ,ie ^ u <. ä8 “™ n: 70 dkg. monatlich. M- 2.- vierteljährlich durch den Berlaa - ««w*« r Ä ® s.- vierteljährlich durch alle deutschen Posta,,statt,». aurickließlich d>,L"4 1«. i^?" 8 ^'^^Lungen nehmen augerdem entgegen^ in Wiesbaden die Zweiaftelle B,z- < "'« u»Ä 6l i Ausgabettellen in allen Teilen der Stadt l in Biebrichs die dort aen Aus. ^ m den brnachharlen Landorten und im Rbringau die betressenden Tagblat?-Träger.
tfi ' JÄ me: öür dieAbend'ÄuSg. bi»>2Uhr m ... , „
^°r,en.Aus-i bi» ü Uhr nachmittaas Berliner Redaktion des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-
12 Ausgaben.
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„Tagblatt-Haas" Nr. 6S50-S8.
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Morgen'Ausgabe.
Nr. 355 . ♦ 62. Jahrgang.
Heftung Lüttich im Sturm genommen!
^ erste bedeutende Erfolg.
Berlin, 7. August. Lüttich i, e„ deutschen Truppen im Sturm g>- ^ werden. Nachdem die Abteilung, die ü '^streich auf Lüttich unternommen >!d»^üarkt worden war, wurde der An- 'Kc,geführt. Heute morgen H Uhr war ", deutschem Besitz.
^ Berlin, 7. Aug. Der Kaiser,
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e» Chef des Ge» ralstabs empfangen
!lcf *
"ach
»eii.
e soeben einen seiner Fliigeladjn- dem Lustgarten, wo er dem liest, die Festung Lüttich
ä'W," '""teilen
. T SIa ttc Verlauf der Mobilmachung.
^'Berlin, 7. Aug. Im Jahre 1870 erging ^ kg,., 'chungsbcfeht am 15. Juli, erst nach drei r* lliiä e t 3Um ersten Gefecht. So wird auch jetzt ^hex/^edehnten Bahnnetzcs di tfeuev. rum
die Versammlung der entscheidenden Schlage noch einige
,ie ^. Die Öffentlichkeit must darüber klar sein, >?>kki,!.^UU)t auf die bevorstehenden Operationen
TI mit Heeresleitung noch unbedingte Zurück- ,?en zu veröffentlichten Nachrichten aufer
L hu * “ItttrYo ß ^ ^ J __ ^ 1 ("f.i ^ r
Wit ^Urige 6. Mobilmachungstag lästt aber bc- ^ch>^tttellung über den bisherigen Verlauf der
i‘i* ajt ß - 3U ' ~^- e Uon mastgebcnder Stelle
den Grasten Gencralstab noch keine ein il' 1 ' 1 '® worden. Die Mobilmachung und
' V ^thi rnn§ " 0 " öc,ucfllina verlaufen danach in i nach dem im Frieden ausgestellten
ÄJ' 1111 verbündeten Österreich-Ungarn geht V I,t 'H 3 ^ n - Ua ülutt von statten. Die zwischen den k feit '.v le p der österreichischen und deutschen .Th fuhren bestehenden nahen persönlichen Be- ^'chtct sich 3 u einem vertraulichen Vcrhält-
kArls^ "sten Opfer an der Westgrenze.
s d^'^^.Aug. (Eig. Drohtbericht) Am Diens- dl,« b'.chskanzler in seiner großen Reichstags- ^,Zrm"/wem Offizier geführte Patrouille V& .^korps erwähnt, die am 2. August die y EEirze überschritten habe und bis auf ell " ' e d e r g e s ch o s s e n worden sei. Wie "stv,!ur nunmehr mitteilt, ist der Führer
l tzä. Die
’f'iLeutnant Albert Mayer aus tr Me c" ° er schwerverwundet den Fein- >1? ist gefallen, aber bald darauf ge-
i$e„ - wurde in Joncerey mit m i l i- ^ d u r e n b e z e i g u n g e n von fran- ii ^vagonern bestattet.
^ ^°k»,"st'sche Deserteure und Flüchtlinge.
Ximteur',, Hier sind am Montag nicht weniger ^ '' ,l “ eingetroffen. Der Übertritt von flüchtigen
agg'^ngen Russen erfolgt auch werter in beträcht-
Opferwilligkcit in Bayern.
<■ Aug. (Eig. Drahtbericht)
lf H L U "tf)ci,
' rn Ote L l, t
mit
Überall
... h -Huno« . heller Freude begrüßt und
2o°f," reichlich bedacht. Das Königs- M., der in R e i ch e n h a l I lebende VS i freö Nathan 100 000 M. für Kriegs- > «egeben. “.'
;Si h e tQ „ ‘i—"l- AJLC Iitumuitje iywi»UiUUU u
.ü? s»üv^hrachte über 100 000 M. Die Stim
Die freiwillige Hilfsaktion in
J J; Uwbrg ist geradezu b e w u n d e r u n g s- st^ "te Theaterleiter ergeht ein Aufrllf
„ ÖGr Kammerspiele, danach sollen Schau-
tQ&
Kriegshilfe bis auf den Zehr-
^ ^age verzichten. Die Direktoren setzen
und veranstalten nur noch Anfführun- ^rerländischen St ü ck e n. Die sollen auf ihre Tantieme verzichten, bet^r Nachlässe geben und die Behörden Äl 1 . unterstützen. — In Pafsan tour* '^?Esankmelt, die als Belohnung für das MÄn^oIdaten des dortigen Jnfanterie-Regi- solndliche Geschütz bestimmt sind.
r n, hochherzige Spende.
^ . Charlottenburger Fuhrunternehmer Robert
T?et' „B. T." zufolge, den bedürftigen Fnmi-
Mrückter Soldaten die gesamte Kar-
L
toffelernte seines Rittergutes geschenkt. Er wendet sich mit folgendem Aufruf an die Öffentlichkeit: Mitbürger der Stadt Charlottenburg! Bedürftigen Fmnilien, deren Ernährer durch den uns nufgezwuugenen Krieg unter die Waffen gerufen sind, will ich meine unweit Berlins befindliche, etwa 60000 Zentner umfassende gesamte Kartoffelernte schenken. Die Kartoffeln sollen von den Familienmitgliedern der ins Feld gerückten Soldaten selbst gegraben werden. Während dieser Zeit stelle ich diesen freie Wohnung und freie bürgerliche Beköstigung zur Verfügung. Der Transport der geernteter, Kartoffeln soll durch das Entgegenkommen der König!. Eisenbahnverwaltung unentgeltlich bis zum Charlottenburger Bahnhof erfolgen. Zur weiteren Beförderung vom Bahnhof bis vor die in Frage kommenden Häuser will ich aus meinem Fuhrpark Wagen und Pferde zur Verfügung stellen. Ich bitte, von meiner Schenkung weitgehendsten Gebrauch zu machen. Alle sich darum bewerbenden Familien wollen sich unter der Angabe, bei welchem Truppenteil der Mann, Vater oder Bruder einberufen ist, schriftlich bei mir melden. Alles Weitere über die Verteilung und das Quantum werden die Antragsteller durch eine Mitteilung meinerseits erfahren. Robert Hennecke, Grotzfuhrunternchmer, Charlottenburg-Westend, Lindenallee.
Spende der Berliner Bankicrvcreinigung.
IV. T.-B. Berlin, 7. Aug. Die der Berliner Vereinigung angehörenden Großbanken und Bankfirmen haben beschlossen, größere Geldbeträge sowohl für die Pflege der Kranken und Verwundeten als zur Fürsorge für die Zurückgebliebenen der Familien der zum Heeresdienst Einberufenen zur Verfügung zu stellen. Sie hat diese Beträge dem Zentralkomitee des Deutschen Vereins vom Roten Kreuz zur Verwendung für das gesamte. Deutsche Reich überwiesen.
Die Loyalität der Lothringer.
IV. T.-B. Metz, 7. Aug. Als Beweis für das zunehmende Vertrauen in die Sicherheit der Sparkassengelder und das Vertrauen auf die Schlagfertigkeit unseres Heeres 'gibt der Bürgermeister bekannt, daß die Sparkasseneinlagen bedeutend zugcnommen und in den letzten beiden Tagen 110 000 M betragen haben. ^ Die „Metzer Zig." hebt die vorbildliche' Art hervor,^ wie in diesen schweren Stunden die attein- heimische und lothringische Bevölkerung ihrer Wehrpflicht n a ch g e k o m m e n ist. So war die Stimmung der fast ausschließlich aus Einheimischen zusammengesetzten Reserve- und Landwehrformation die denkbar beste ohne jede mißmutige Miene. Ferner wird dem Blatt von verschiedenen Seiten mitgeteilt, daß die Eingezogenen Lothringer auf ledem Posten ihre Pflicht und Schuldigkeit tun.
Oie Sozialdemokratie in ernster Stunde.
Ein Aufruf der Essener „Arbeiterzeitung" an die ins Feld ziehenden Krieger.
Essen, 4. Aug. Den Kundgebungen der Genossen in Karlsruhe, in Mannheim, in Frankfurt a. M. und arideren suddeutschen Städten schließen sich jetzt auch die radikalen Ge- nosien rm Industriegebiet an. Die Essener „Arbeiterzeitung" veröffentlicht an der Spitze des Blattes einen Aufruf an die Mitbürger und Mitbürgerinnen, worin es heißt: „Unser Sehnen und Trachten, unser politischer Kampf gilt einem preren Vaterland als Wohnstätte freier, glücklicher Menschen. Wenn jetzt dieses Land durch Rußlands Ent- schlreßungen bedroht wird, dann werden die Sozialdemokraten angesichts der Tatsache, daß der Kampf dem russischen Blut- zari-mus, dem millionenfachen Verbrecher an Freiheit und Kultur, gut, an Pflichterfüllung und Opferwilligkeit sich von keinem --ande ubertreffen lassen. Niemand in deutschen Landen oull erne Niederlage im Kampf, niemand will halb- barbarrsche Horden, aus denen zum großen Teil Rußlands Heer bc:tehst ,n unserem Lande wissen. Und deshalb wird jeder Deutsche bis zum letzten Mann seine Pflicht tun! Nieder mrt dem Zarismus! Nieder mit dem Hort der Barbarei! das wird dann Parole sein. Unfern brüderlichen Gruß allen ^ 8eld ziehen. Möge es ihnen gelingen, mit moglickyt geringen Opfern den Krieg zu Ende zu führen, mögen rechr viele, dre heute und die nächsten Tage bewegten Herzens Abschied nehmen, wiederkehren. Und mögen sie alle, die hinausziehen, sich hj^ Menschlichkeit bewahren und rn Feindesland bedenken, daß sie Krieg führen gegen die bewaffnete Feindesmacht, nicht aber gegen die wehrlose Bevölkerung. Nach diesen schweren Zeiten werden wieder andere kommcw in denen wir gemeinsam arbeiten können für foeE X^cnfcfjcn @lü(f unb SBoIjlcEQeljen!”
Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Serbien.
, ^ ?"Iin, 7. Aug. (Eig. Drahtbericht) Wie ver- lautet, hat der serbllche Geschäftsträger Dr. I o w ä n o- w r-.s ch'yeute seine Pässe verlangt und ist abgereist. Die diplomatischen Bezlehungeii zwischen Deutschland und SL^olLN und b(uni£ ebenfüHs? nö'geüroAen.
Keine Automobile mehr anhalten!
W. T.-B. Berlin, 7. Aug. Ter Große Gencralstab bittet erneut dringend, daß alle bisher getroffenen Maßnahmen zur Sperrung und Hemmung des Auto- mobilvcrkehrs aufgehoben werden. Fremde Automobile seien im Lande überhaupt nicht mehr vorhanden. Der Trnppensührung sind bereits schwere Schädigungen durch Aushalten der von ihr entsandten Automobile entstanden.
Die Herzogin von Ratibor von einem Wachtposten angcschosscn.
Sagau, 7. Aug. (Eig. Drahtbeiücht) Die Herzogin von Ratibor wuvde laut „Schief. Ztg." ans der Durchreise im Automobil bei Tschieds (Kreis Sagan) durch einen Schuß verletzt. Das Auto hatte auf den Anruf Zeines. Wachthabenden nicht an ge- halten. Die Herzogin ist leicht verletzt und befindet sich im hiesigen Krankenhaus. Die Herzogin ist die Biutter der Prinzessin Agathe, der Gattin des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen.
Verbot von Chiffre-Annoncen.
W. T.-B. Berlin, 7. Aug. Der Oberbefehlshaber in den Marken gibt bekannt: Die Aufnahme von Chiffre- Annoncen in periodischen und nicht periodischen Schriften, die zur Verbreitung bestimmt sind, wird hiermit verboten.
Eine Anregung zu einem Verbot der Herstellung von Alkohol aus Kartoffeln und Getreide.
Der Bädifche Gauverband gegen den Alkoholismns (Vorsitzender: EisenbtthndirÄtor a. D. de Terra in Freibuvg i. B.) hat an den Reichskanzler die dringende Bitte gerichiie>t, im Interesse der Volksernährung underz-ügNch veranlassen zu wollen, daß in sämtlichen deutschen Bundesstaaten die Verwendung von K a r t o f f e l n und von Getreide aller Art zur Herstellung von Spiritus und alkoholischen Getränken für die Dauer des Kriegszustandes verboten wird.
Warnung vor Belästigung Englisch redender Ausländer.
Köln, 5. Aug. Die „Köln. Ztg." warnt in einem offiziösen Artikel vor der Belästigung der Ausländer und fügt noch folgendes hinzu: „Bei Englisch sprechenden Personen, die sicher zum großen Teil den Krieg gegen Deutschland nicht billigen, kommt aber noch hinzu, daß es sich sehr oft um Amerikaner handelt. Die Vereinigten Staaten aber haben den Schuh unserer Landsleute in den mit uns Krieg führenden Ländern übernommen. Erfolgen neue Belästigungen oder gar Mißhandlungen an Amerikanern, so besteht die Gefahr, daß die Vereinigten Staaten sich weigern werden, den Schuh unserer Landsleute weiter zu übernehmen. Also nach jeder Richtung hin schädigt das Verhalten Unbesonnener die deutsche Sache. Darum sollte jeder, der Zeuge derartiger Vorfälle wird, dazu beitragen, daß diese Verletzungen der deutschen Kultur und Würde und diese Schädigungen der deutschen Sache unterbleiben."
Frauen als Schaffner in Berlin.
* Berlin, 7. Aug. Da bei der großen Berliner Straßen» bahn von 8000 Angestellten 4475 zu den Waffen berufen sind und 2- bis 3000 bei dom Aufgebot des Landsturmes folgen werden, hat sich die Direktion entschlossen, i» den nächsten Tagen versuchsweise den Schaffnerdienst auf 'den A n» h ä n g e w a g e n durch die Frauen der zu den Fahnen de» rüfenen Schaffner und Fahrer versehen zu lassen.
Die Rückkehr des deutsche» Botschafters aus London.
W. T.-B. Amsterdam, 7. Aug. Der deutsche Botschafter Fürst Lichno.wsky ist an Bord des Dampfers „Petersburg" der Harwichlinie in Hook van Holland eingetroffen. Er passierte abends in Begleitung mehrerer deutscher Konsuln aus England mit ihren Damen den Zentralbahnhof in Amsterdam auf der Weiterfahrt nach Deutschland.
Eine Sitzung der ReichSzcntrale für Arbeitsnachweis. — Kein Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitern.
IV. T.-B. Berlin, 7. Aug. In der heutigen Sitzung der Reichszentrale für Arbeitsnachweis wurde festgestellt, daß zurzeit ausreichende Organisationen für alle einschlägigen Fragen bestehen und diese sämtlich mit der Reichszentral'e zu- sammenarbeiten. Die Bildung weiterer Organisationen ist daher zu unterlassen, da die Fülle die Organisation zu stören droht. Es ist zunächst erforderlich, einen Überblick über die Lage des landwirtschaftlichen Arüeitsmarktes zu erlangen, der für die Bergung der Ernte besonders dringend ist. Zu dem Zweck sind die unteren Verwaltungsbehörden telegraphisch angewiesen worden, die Nachfrage und den Bedarf an landwirtschaftlichen Arbeitern zu ermitteln. Da vorderhand ein Überangebot von Arbeitskräften vorliegt, soll die Unterrichts- Verwaltung ersucht werden, die Schulüefrciungen älterer Schüler vorerst nicht weiter zu gestatten. Auch die Pfadfinder und ähnliche freiwillige Helfer können für landwirt-
