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mit einer täglichen

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Nr. 246.

83. Jahrgang.

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Völlig ungeklärte Lage im abessinischen Konflikt

WerftägNch nachmittag», Samstag, vor- n. nachmittag« Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631.

Seschästszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abend», außer Sonn- und Feiertags.

Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalt« im Sinnig ent eil Grund- preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Stpf-, sonst laut Preisliste Nr. 4, Nachlatzstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plötzen wird keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen - Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Revolver-Anschlag auf den früheren Gouverneur von Luisiana.

Lebensgefährliche Verletzungen.

London, 9. Sept. Reuter meldet aus New Port, Huey Lang, der vielfach als „Diktator" bezeichnete Gouverneur von Luisiana und Präsident Roosevelts erbitterter Kritiker, wurde am Sonntagabend in einem Gang des Pavlamentsgebäudes des Staates von einem unbekannten Mann durch einen Schutz in den Magen lebensgefährlich verwundet. Der Angreifer rour.be- von Längs privater Leibwache, die aus zwei bewaffneten Männern bestand, durch einen Kugelhagel aus Schnellfeuerpistolen tot zu Boden ge­streckt. Ein Augenzeuge berichtet, daß Blut aus Längs Mund strömte, als er aus dem Gebäude getragen wurde. Sein Zustand soll lebensgefährlich sein. Die Aerzte mutzten sofort zu einer Operation schreiten.

gerichtete Politik Jugoslawiens ist ein poltisch es Vermächtnis des verstorbenen Königs Alexander, und der jugoslawische Prinzregent Paul hat vor gar nicht langer Zeit.den rumänischen König Carol von der Gefährlichkeit einer unbedingt sowjetfreundlichen Politik zu überzeugen gewußt. Zuletzt war es die Konferenz der Kleinen Entente in Vled, die die unverändert ablehnende Haltung Jugoslawiens gege,n Sowjetrutzland zum Ausdruck brachte. Jetzt scheint aber, veranlaßt durch die neue Zuspitzung in der allge­meinen außenpolitischen Situation in Europa, ein er­neuter Druck aus Paris und Prag in Bukarest eingesetzt zu haben, und offenbar hat Ditulescu darauf­hin wieder, einen Vorstoß unternommen. Das Ziel ist darauf gerichtet, mit der Sowjetunion einen militäri­schen Beistandspakt abzuschlietzen, wie er von Sarojet- rutzland bereits mit Frankreich und der Tschechoslowakei getätigt wurde. Über das Ergebnis dieser Aktion Titu- lesaus ist noch nichts bekannt. Wohl aber verlautet mit Bestimmtheit, datz der rumänische Autzen- m i n i st e r sich dieser Tage nach Genf begeben werde, um mit dem französischen Ministerpräsi­denten Laval und dem s o w j e t r u s fischen Außenminister Litw ino w direkt in Ver­bindung zu treten.

Die amtlichen Ergebnisse der Wahlen werden erst nach einigen ,Tagen veröffentlicht. Nach den bisherigen Nach­richten sind in Warschau unter anderem Ministerpräsident Oberst Slawek und der Innenminister Koscialkoroski wählt worden.

Reichsparteitag der Freiheit.

Wenn sich in dieser Woche irr Nürnberg Hundert- tausende von deutschen Männern und Frauen ver­sammeln, wenn in der weiten Umgebung die Zeltstädte der Jugend und der Verbände aus der Erde wachsen, roenn Hunderte von Sonderzügen Maschenmassen ohne Ende zum Reichsparteitag führen, so weiß jeder, datz hier die größte Kundgebung des deutschen Volkes statt- findet, ein Aufmarsch, wie er in der Welt ohne Beispiel ist. Wer nicht dabei sein kann, erlebt ihn im Gerste mit.

Die ersten Parteitage der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei standen im Zeichen schwersten Kampfes. Dort scharten sich einst um den Führer Adolf Hitler, der einem neuen Wollen Idee und Gestalt ge­geben, hatte, die ersten begeisterten Mitarbeiter und Kämpfer. Damals wollte außerhalb dieser Bewegung niemand zugeben, daß sie einmal die alleinige Trägerin des deutschen Schicksals, die Repräsentantin des deut­schen Staates sein werde. Der niemals zu beugende Wille, des Führers hat aber feine alte Garde mit dem felsenfesten Glauben an den Sieg zu erfüllen gewußt. Er hat nicht nur leuchtende Ziele aufgestellt, sondern auch die Gedanken geprägt und gehämmert, die auf dem Wege zum endlichen Erfolge die Richtung geben sollten.

Seit 1933 ist Nürnberg zur Stadt des Reichspartei­tages erklärt worden. Die Parolen dieser einzig­artigen Kundgebungen beleuchten wie Scheinwerfer das Geschehen ihrer Zeit: 1933 der „Parteitag des Sieges!", 1934 der „Triumph des Willens" und 1935 der „Partei­tag der Freiheit."

Die deutsche Freiheit ist ein großer heiliger Begriff. Das Wort von der ,Freiheit" war allzu lange mißbraucht worden, besonders von dem Tage an, da die, westlichen Demokratien item deutschen Volke in der Gestalt des demokratischen Parlamentarismus ein neues Zeitalter der „Freiheit" versprachen. Wie dieses Zeit­alter beschaffen war, hat unsere Nation unter Blut und Tränen erlebt. Wir sahen die Zerreißung der Grenzen eines großen Volkes, die Zuteilung deutschen Volkstums an fremde Staaten, die Aussaugung Deutschlands durch endlose Tribute, die Zerstörung der deutschen Wirt­schaft in allen ihren Teilen. Der Parlamentarismus durfte allenfalls der Vollstreckungsbeamte fremder Knechtschaft sein, bis er an seinen eigenen Sünden zu­sammenbrach. Aber selbst, wenn ihm diese traurige Rolle erspart geblieben wäre, würbe er dem deutschen Volke wesensfremd geblieben sein. Diese Spielart der Freiheit, wie sie uns vom Ausland empfohlen wor­den war, konnte nichts anderes fein, als eine Prämie für den Marxismus zur Vernichtung von Kultur und Sitte, von Glauben und Treue.

Das deutsche Volk ist unter der Führung Adolf Hitlers von diesem Irrwahn befreit worden. Es hat sich auf die Urkräfte seiner Bestimmung und seines Wesens besonnen. An die Stelle des Massenwahns ist der Führergedanke getreten. Die Schmutzwelle der Demagogie und Pernichtung aller Werte ist besiegt worden durch Disziplin und Aufbauwillen.

So sehen wir als höchstes Geschenk die Wiederge­winnung der deutschen Wehrfreiheit. Keinem anderen ist sie zu verdanken als Adolf Hitler, dem deutschen Führer und Reichskanzler. Sie wurde nicht geschaffen im Kampfe mit hadernden Parteien oder Jnteressentengruppen, sondern sie wuchs aus dem Werke des Führers heraus und sie fand in der Nation jubelnde Begeisterung. Niemand hat gefragt, was uns die Wehrfreiheit finanziell kosten könnte, denn jeder war sich darüber klar, daß sie lebenswichtig ist. Nie­mand im deutschen Volke hat in der neuen Wehrmacht ein Instrument des Angriffs gegen fremde Völker oder eine Kriegsgefahr gesehen, denn jeder Deutsche roeitz, daß sie ein Garant des Friedens sein soll. Selbst im Auslande mutz man das mehr und mehr widerstrebend zugeben. Dafür ist das Flottenabkommen mit England der stärkste Beweis.

Zum Wehrstand gehört der Nährst and. Es galt die Nahrungsfreiheit unseres Volkes wieder herzu­stellen. Ein Staat wie Deutschland darf in schweren Zeiten seine Ernährung nicht von dem Willen oder den Preisen des Auslandes abhängig machen. Diesem Ge­danken ist unsere Wirtschaftspolitik untergeordnet. Schwierigkeiten sind vorausgesagt worden, aber in dem angekündigten Umfange nicht eingetreten. Wo ein Wille ist, dort ist auch der Weg vorhanden, Hemmun­gen zu überwinden. Das ist gelungen, und es ist Vor­sorge getroffen, datz dieser Weg zur wirtschaftlichen Un­abhängigkeit eingehalten werden kann.

Die Freiheit der Arbeit — jahrelang hat der Marxismus mit diesem Wort Mißbrauch getrieben. Er sah in der Freiheit den Kampf zwischen den einzelnen Teilen des Betriebes, er schuf Gegensätze auch dort, wo sie nicht vorhanden waren, er verwandelte die Ab­hängigleit des Menschen von der Arbeit in den Begriff der Knechtschaft. Adolf Hitler hat die Ehre der

Eine Friedensrede des Papstes.

Rom, 7. Sept. Anläßlich eines gegenwärtig in Rom tagenden internationalen Frontkämpfer tref­fen s hat Papst Pius XI. bei einer feierlichen Messe in der Basilika San Paulo eine längere Ansprache gehalten. Der Papst hatte eigens seinen Sommenurlaub auf Castell Gan- dolfo unterbrochen und war nach Rom gekommen, um persön­lich die aus allen Ländern der Welt versammelten Front­kämpfer zu begrüßen. Seine im wesentlichen religiös gehal­tene Ansprache enthielt auch einige politische Hin­weise. Der Papst betonte, daß er am Horizont einen Regen­bogen des Friedens auftauchen sehe. Ohne Italien direkt zu nennen, sprach er davon, daß d i e Rechteeiner großen Macht verstanden und respektiert werden müßten. Der Friede müsse jedoch aufrecht erhalten blei­ben. Kriege dürfen nicht zur Ungerechtigkeit und daher gleich­zeitig auch zur Sünde werden. Mit besonderem Nachdruck hob der Papst hervor, daß es seine Pflicht als Vater der Christen- beit sei, sich für die Wahrung des Friedens mit allen geistigen Mitteln einzusitzen.

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Erneuter Druck aus Paris und Prag.

®etlitt, 9. Sept. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die Bemühungen um eine neue Ver­stärkung der sowjetrussisch-französischen Front in Europa sind in ein neues Stadium getreten. Nach einem Bericht aus Bukarest hat am Sonntag zwi­schen König Carol, dem Ministerpräsidenten T a r t a - rescu und dem Außenminister Titulescu eine Besprechung stattgesunden, der man grundsätzliche Bedeutung für die künftige Haltung Rumäniens , gegenüber Sowjetrutzland beilogt. Ditulescu ist, wie i man weiß, unbedingter Freund Frankreichs und als solcher Anhänger der engsten Zusammenarbeit zwischen -numainen und ioowjetrußland. Gerade wegen dieser . Haltung ist er auch in seinem Lande vielfacher und scharfer Kritik ausgesetzt. Er verfolgt seit längerer Zeit i das Ziel, zu einem engeren Zusammenwirken mit der t Sowjetunion auf vertraglicher Grundlage zu gelangen, aber die Widerstände, die vor allem auch aus Jugo- , Ilawien vorliegen, ließen es bis jetzt noch nicht ! dahin kommen, und bei der engen politischen Ver- ; bundenheit der Staaten der Kleinen Entente unter­einander mußte man auch in Bukarest auf solche Strö­mungen Rücksicht nehmen. Die gegen Sowjetrutzland

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Am die Einbeziehung Rumäniens.

Besprechung zwischen König Carol, Tatarescu und Titulescu.

Das englische Kabinett unterstützt Edens Haltung.

London, 9. Sept. Reuter meldet: Der Staatssekretär des Äußeren, Sir Samuel Hoare, der gestern auf dem Luft­wege in Genf eingetroffen ist, brachte eine Botschaft für den Völkerbundsminister Eden mit, in der dieser der vollen Unterstützung Baldwins und des Kabinetts in dem von ihm in der abessinischen Frage befolgten Kurs versichett wird. Dies ist besonders bemerkenswert angesichts der in Rom und Paris ausgesprochenen Vermutung, daß Mussolini geneigt sein könnte,' einer neuen Dreimächtekonfe­renz mit England und Frankreich in Stresa eher zuzustim­men, als dem Fünferausschuß des Völkerbundes.

Lösung ohne Gens?

Paris, 8. Sept. Der Havas-Berichterstatter in Rom meldet, daß der leichte Optimismus, der bisher hin­sichtlich einer für Italien befriedigenden Lösung der abossi- j Nischen Frage bestanden habe, v e r f l o g e n sei. Die einzige ! Möglichkeit, doch noch zu einer Lösung zu kommen, würde in einer Art erneuerter Dreierkonferenz zwischen Mussolini, Laval und Sir Samuel Hoare oder Baldwin in einer italienischen Stadt bestehen. Von den drei Möglichkeiten, die der Duce vorgesehen habe: „Mtt Genf — ohne Genf — gegen Genf" gelte die erste bereits als fast | hoffnungslos, die zweite sei jetzt die wahrscheinlichere.

Italienische Gleichgültigkeit gegenüber dem Fünier-Ausschuh.

. 8. Sept. Der Fünferausschuß zur Prüfung des

' ttalrenich-abessinischen Streitfalles hielt heute vormittag unter dem Vorsitz des spanischen Vertreters de Mada - riaga seine erste Sitzung ab. Minister Eden berichtete über die Pariser Verband jungen und erläuterte eingehender, j als dies in der Ratssitzung geschehen ist, die damals an Jta- . tien gemachten Angebote. Nach Rom und Addis Abeba wur- 1 den gleichlautende Telegramme mit der Aufforderung gerich­tet, während der Verhandlungen nichts zu unter­nehmen, was zur Verschärfung des Streit- । ja lies beitragen könnte.

Die Arbeiten des Fünferausschusses werden in der italie- , nischen Poesie mit der größten Gleichgültigkeit ! betrachtet.

Die Sejmwahlen in Polen.

, Drei Tote bei Zwischenfällen.

Warschau, 9. Sept. (Eig. Drahtmeldung.) Die gestrigen , Sssmwahlen sind im allgemeinen ruhig verlaufen. Zu größeren Zwischenfällen kam es in einigen Ortschaften der Woiwodschaften Warschau und Posen, wo natio­nalistische oppositionelle Elemente die Wahllokale zu demolieren versuchten. In . zwei Fällen mußte die Polizei von der Schußwaffe Ge- 1 brauch machen; drei Verwundete starben an den | Verletzungen. In drei Dörfern des Kreises Wirsitz wurden die Wahlakten vernichtet. Vielerorts war die Polizei ge­zwungen, Agitatoren zu verhaften, die Flugblätter mit Voykottaufrufen verteilten.

Über die Wahlbeteiligung läßt sich vor Bekanntgabe der amtlichen Zählung nichts sagen. Die Schätzungen der Oppo- sitionspresie, daß sie nur etwa 30 v. H. betragen habe, dürf­ten erheblich zu niedrig gegriffen fein. Ein genaues Bild läßt sich noch nicht gewinnen, da Äreife oorlregen, mit 70 ! v. H. Wahlbeteiligung und andere mit 20 v. H., und da von einem großen Teil der Kreise überhaupt noch alle Ziffern r fehlen.

Die Wahlbeteiligung hat zweifellos, abgesehen von der ■ Agitation der Oppositionsparteien, stark gelitten unter dem Unwetter, das den Wahltag in ganz Polen auszeichnete.

Größte Auflage aller Tageszeitungen Groß-Wiesbadens.

Montag, 9. September 1935.