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WöchEch 7 Ausgaben W ^.JÄS3!?L.„

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mit einer tägliche«

UnterhaltmigSbeilage.

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kotzte Auflage aller Tageszeitungen Grotz-Mesbadens.

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Nr. 238.

Sonntag, 1. September 1935

83. Jahrgang.

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Eeschüstszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends außer Sonn- und Feiertags.

Merktä glich uachmittags, Samstag, »er» u. nachmittag, Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631.

. ohne starke Luftverteidi­gung gelassen habe. „Und pas das anbetrifft, so frage man die heutige Flakwasse rach ihren Trefferprogenten gegen Bomber in wirksamer Wurfhöhe und die Bomber nach den ihrigen in 7000 Meter ausserhalb der Flak­schutzreichweite!"

flotte von über ^00 000 Tonnen, eine Flotte mit gewaltiger Kampfkraft, mit entsprechender Bordluft- wafte und Flugbooten in Malta, deren Gesamtzahl sich freilich nicht mit de» italienischen messen kann. Aber tiefer Mittelmeerflotte, so heißt es in einem Artikel der „Deutschen Wehr", der wir diese Zahlen­angaben entnehmen, -seht die etwa gleichstarke Heimat­flotte und die Messe einer Gesamtseemacht von 1 -76 000 Tonnen mir einer beliebigen Luftverstärkung aus der Heimat. Der Artikel lehnt auch alle Kombi­nationen darüber ab, daß England irgendwelche feiner Stützpunkte, etwa M ctl t a oder Gibraltar, auf- gsben könnte, da Englarch sich damit feine Verbindungs­linien zerschneiden würde Vielmehr werde England diese Stützpunkte aus bauen und namentlich mit Luftabwehr verstärkeil, und es hieße feiner pazi­fistischen Neigung und Gutgläubigkeit doch wohl allzu­viel zutrauen, wenn inamannehme, daß es jene wich­tigen Stützpunkte bis freu: ' - - - -.....

»Das wichtigste und weittragendste Ereignis" in der Geschichte Abessiniens.

Vergebung umfassender Bergbaukonzessionen. — Vertragsabschluß mit einer englisch- amerikanischen Gesellschaft.

»q-aMeift: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf. für einen Monat RM ? — SE, Tr°gl°hn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, szüzüglich42‘ SRrf.’

nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Berlag, die Ausgabestellen ^die Träger und alle Postanstalten. - In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörunaen babe'n d e Bezteher kemen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Ra-tzah?ung des ^ug?preises°

„Man ersieht daraus, daßv maßgebende militärische Kreise doch die Situation dch englischen Stützpunkte sehr wesentlich anders beurteil«!, als man es gelegent­lich in Laienkreisen tut, Im übrigen aber möchten wir annehmen, daß alle diese Erörtsungen nur theore­tischer Natur bleiben werden. Gewiß bereitet man sich aui beiden Seiten aus alle Möglichkeiten vor, denn es märe fahrlässig, wenn man bas nicht tun würde. In dieser Hinsicht ist gerade eine halbamtliche englische Mitteilung recht interessant, die darauf verweist, daß es „für neutrale Nationen" üblich ist, in Spannungszeiten die Posten zu verstärken, die in oder sw he dem Operationsgebiet liegen, genau wie man in ähnlichen Fällen den Grenzschutz zu-vermehren pflege. Es sei also unbegründet, den Maßnahmen jetzt schon eine tiefere Bedeutung beizumessen. Man wird aber vermutlich auf beiden Seite» froh fein, wenn der Lärm wieder abflaut und wenn sich wieder Ruhe über das Mittelmeer senkt, das jetzt fo plötzlich in den Vordergrund des Interesses getreten ist.

Anzeigenteile: Lftr MWnieter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Ernnd- cr 85 bresten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 4,

Nachlatzstaffel 0. — Für bte Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen ~ S$u6 bet Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erschemungstage aufgegeben werden

Die Kräfteverhältnisse.

mr ,a?; Berlin, 31. Aug. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Wenn auch an dieser Stelle bereits mehr- betont wurde, daß man die Nachrichten über einen möglichen italienisch-englischen Konflikt nicht über- Ichatzen dürfe, da beide Teile ein großes Interesse an k'it." friedlichen Lösung haben und daß deshalb eine friedliche Lösung die wahrscheinlichere fei, )o ist doch nicht zu leugnen, daß an den Gestaden des sonnigen Mittelmeeres eine recht leb- hafte Unruhe herrscht. Die Engländer haben bekanntlich beschlossen, ihre Garnison auf Malta zu ver- flarken und vor allem nach dort starke Kräfte der Luft- wasse und der Flugabwehr zu entsenden. In den bei­den englischen Häfen Southampton und Portsmouth Wetteifert man jetzt, diese Verstärkungen für Malta und für die anderen englischen Stützpunkte so schnell w l e m 0 g l 1 s ch z u verladen. Lange Reihen von Lastkraftwagen bringen Kriegsmaterial an die von dem engufchcn Kriegsamt gemieteten Dampfer, und Marine-Infanterie ist damit beschäftigt, dieses Krieas- De£^8n- Die Italiener haben diese ena- tlfchen Maßnahmen, wie aus einer DNB.-Meldung her­vorgeht, damit beantwortet, daß sie Manöver ihrer Kriegsflotte in unmittelbarer Nähe von Malta angosetzt haben. Ähnlich wie mit den großen Manövern am Brenner, so will man offenbar auch mit diesen Flottenmanövern demonstrieren, daß man sich stark fühlt und vor Drohungen nicht ohne weiteres zu- rüchchreckt.

Tatsächlich verfügt Italien auch über eine sehr ansehnliche Kriegsflotte, die nach den neuesten Aufstellungen insgesamt umfaßt: 4 Linien- wW, 1 FluMeugträger, 11 schwere Kreuzer, 13 leichte 2° Flottillenführer, 74 Zerstörer und 59 U- Boote. Das sind insgesamt 182 Schiffe von 384 734 Enen. England verfügt zur Zeit im Mittelmeer Ger das 1. Llnienfchiffgeschwader: 5 der größten und schnellsten Schlacht,chiM, 1 Flugzeugträger, 1 Zerstörer Das 1. und 3. Kreuzergeschwader: 4 schwere und 4 leichte Kreuzer. Die 1., 3. und 4. Zerstörerflottille mit 1 Kreuzer und 24 Zerstörern. Die 1. U-Boot-Flottille Aff 6 Booten, dazu 8 Minensucher, Mutterschiffe, Werkstatt- und Lazarettschiffe, alles zusammen eine

Hilssquellen von „halb Abessinien" fir di« Zeit von,75 Jahren gewährt worden sein soll. Der ameri- kamsche finanzielle Ratgeber des Kaisers sei Zeuze bei der Unterzeichnung des Vertrages gewesen. Das Konzessions- gebiet beginne im Norden an der Grenze von Eütrea und führe am 40. Längengrad entlang, durchschneid« die Eisen­bahnlinie Addis Abeba—Djiduti und ende am Rudolph-See an der Grenze von Kenia. Das Gebiet schließe stie wert­vollen Petroleumvorkommen von Aussa-Iigjiqga ein Wie Telegraph" meldet, verlautet von zuverlässiger Seite, baß dem Kaiser kürzlich voraeschlagen worden kr, das ^troleumgebiet von Auffa an Italien gegen Bezahlung abzutreten. Aus diesem Angebot sei aber nichts mehr ge­worden.

Es handele sich, so schreibt der Korrespondent, um vas wichtigste und weittragendste Ereignis in der Geschichte Abessiniens. Es sei beabsichtigt, die Petroleumfelder durch den Bau einer ungefähr 500 Kilometer langen Rohrleitung mit Geludia und von dort aus mit einem Hafen am Rostn Meer zu verbinden. Der größte Teil des erforderliche Kapitals von ungefähr 10 Millionen Pfund Sterling werd« in New Pork aufgebracht werden. Man rechnet damit, daß bereits in den nächsten Wochen Geologen und Bohrsachver-. ständige in Abessinien eintreffen werden, um die ersten Untersuchungen anzustellen. Er sei anzunehmen, daß die Ein­nahmen Abessiniens aus dieser Konzession in den nächsten mer oter jünj Jahren auf etwa 3 Millionen Pfund Sterling sich belaufen dursten.

»Daily Telegraph" berichtet schließlich noch von Ber- bandlungeii über den Pau eines Sperrüammes non Pumpstationen am Tana-See, die zur Stadt Addis Abeba laufen solleu.

’ »Es ist traurig genug, daß durch die zersplitterte Lagerung der europäischen Völker sich in manchen Fällen eine praktische Grenzziehung in den Nationalitäten ent­sprechenden Nationalgrenzen nur schwer verwirklichen läßt oder durch gewisse Verträge auf die nationale Zusammen­gehörigkeit bewußt keine Rücksicht genommen wurde. Es ist dann aber erst recht nicht notwendig, daß man Menschen, die ohnehin schon von dem Unglück betroffen sind, von ihrem angestammten Volk weggerissen zu sein, außerdem noch quältund miß handelt. In einer großen inter­nationalen Zeitung las ich vor wenigen Wochen die Be­merkung, daß Deutschland doch leicht auf das Memelgebiet Verzicht leisten könne, es sei ohnehin schon groß genug. Dieser menschenfreundliche Skribent vergißt nur eines, daß 140 000 Menschen endlich ja auch ein eigenes Lebensrecht be­ißen, daß es sich gar nicht darum handelt, ob Deutschland sie will oder nicht, sondern darum, ob sie selber Deutsche oder keine Deutschen sein möchten. Sie sind Deutsche! Man hat sie durch einen nachträglich sanktionierten Überfall, der mitten im Frieden stattfand, vom Reiche weggerissen und zur Strafe dafür, daß sie nun dennoch am deutschen Volks­tum hängen, werden sie verfolgt, gefoltert und auf das barbarischste mißhandelt. Was würde man wohl in England oder Frankreich sagen, wenn ein solch trauriges Schicksal An­gehörigen dieser Nation zustoßen würde! Wenn das Gefühl der Zugehörigkeit zu einem Volk durch Menschen, die man gegen jedes Recht und Naturempfinden von einem solchen Volke weggerissen hat, als strafwürdiges Verbrechen gilt, dann heißt dies, daß man Menschen selbst das Recht be­streitet. das jedem Tier noch zugebilligt wird: Das Recht der Anhänglichkeit an den alten Herrn und die alte angeborene Gemeinschaft. Aber 140 000 Deutsche in Litauen werden sogar unter diese Rechte gestellt. Wir haben daher keine Möglich­keit,, solange es den verantwortlichen Garanten des Memel­statuts ihrerseits nicht möglich ist, Litauen zur Beachtung der einfachsten Menschenrechte zurllckzuführen, unsererseits mit diesem Staate irgendeinen Vertrag abzuschließen."

Mögen sich die llnterzeichnungsmächte wenigstens jetzt dieser vom Führer seinerzeit mit dem Ausdruck der tiefsten

* menschlichen Empörung hinausgerusenen Worte erinnern!

Memel-Wahl — Memel-Qual.

Wenn Genf sich rührt, bricht Feuer aus. Europa spürt es schmerzhaft wie nur je an der Ostsee und am Mittelmeer. Genf wurzelt in Versailles. Die ersten Seiten des Versailler Schanddokumentes bestehen ja aus den Statuten des Genfer Völkerbundes. Versailler Ungeist bleibt lebendig, solange dieses Genf des Kriegsverlängerungsvertrages aufrecht er­halten bleibt. Wer in Europa unrecht Gut besitzt, oder im- recht Gut zu nehmen entschlossen ist, stützt sich auf die Genfer Natsstuben, die von allen anständigen Europäern längst als (senfer Unratsstuben erkannt worden sind. So macht man es in Kowno, so ist die Unverfrorenheit des Rechtsbruches gegen die deutschen Memelländer zu erklären. Kowno fühlt sich ge­deckt durch Genf... ' ’ B

. . Mit einem Schein des Rechts! In Kowno weiß man, dass sich Genf und damit auch die llnterzeichnungsmächte des Memelvertrages, der den Memelländern Eigenherrschaft un^rJ*tau*i^er Staatshoheit zusichert, nicht rühren werden, weil sie damit gleichzeitig die Wilnafrage anschneiden.

Am wenigsten fürchtet es offenbar die Unterzeichnungs- machte des Memelstatuts; denn die weiß es mit sehr schwer- wiegenden Fragen beschäftigt, und außerdem bezieht es offen­sichtlich aus ihren Kreisen Anregungen, die unter anderem zu einer wahrhaft teuflischen Gestaltung des Wahlgesetzes für das Memelland führten. Rund 05 000 Wähler könnten sich bei Zulassung des allgemeinen und geheimen Wahlrechtes, wie es für die Memelländer im Memelstatut völkerrechtlich verankert ist, an einer Neuge­staltung des Memelländischen Landtages beteiligen. Mehr als 10 000 von ihnen macht das neue Wahl-„Recht" ohnmäch­tig. Sie dürfen nicht an den Urnen erscheinen, weil sie be­stimmten Parteien angehören, die Kowno für sich als be­sonders unbequem empfindet. Wahlberechtigt sind dafür zu­sätzlich aber die litauischen Soldaten, die sich im Memel- lande aufhalten, so daß es Kowno nur nötig hat, Truppen­verschiebungen nach dem Memellande vorzunehmen, um die litauischen Wahlaussichten durch litauische Wähler zu ver­bessern.

Dazu kommt dann noch die für unsere Begriffe sinnlose Vorschrift, daß der einfache Wähler sich aus mehr als 300 Zetteln mit einem Kandidatennamen 29 aussuchen muß, keinen weniger, deren Träger er in den Landtag entsenden möchte. Vergißt er einen Zettel ober nimmt er einen zuviel, dann sind alle anderen ungültig. Gezählt wird bei dieser un- lauteren „Wahl" durch ausschließlich mit Litauern besetzte Wahlausschüsse, und zwar ausdrücklich nicht öffentlich.

Deutlicher hat selbst in unseren Tagen noch kein Raub- st a a t zu erkennen gegeben, daß er geraubtes Gebiet recht­los machen will. Das ist Kowno! Aber noch stärker als Kowno ist das Genf. Es rührt sich ebensowenig wie die Unterzeichnungsmächte des Memelstatutes zum Schutz der Memelländer, weil sie Deutsche sind und nichts anderes fein wollen. Genf wartet auf eine gefälschte Wahl und ihr falsches Ergebnis, weil es Möglichkeiten zu haben glaubt, dieses Unrecht dann später als Recht, als Volkswillen, hin- heucheln zu können. So schafft Genf einen neuen Krisenherd, ungestört durch den erschütternden Warnungsruf des Führers in seiner letzten großen Reichs­tagsrede, die in den unvergeßlichen Worten gipfelte:

LSrm im Mittelmeer.

-italienische Manöver bei Malta. — Englische Verstärkungen werden verladen.

Meldung englischer Blätter.

$0!Zwei englische Blätter überraschen heute ihr« Leser mit der Behauptung, daß der Kaiser von Abessinien gerade m diesen Tagen politischer Hochspannung umfangreich« Konzessionen, die sich über große e !k - Abefsiniens erstrecken, an ein« eng - 111 ch-akonische Gesellschaft vergeben habe.

'■6onberforrelponbent der „News Chronicle" in Addis Abeba meldet dan der Kaiser am Freitag einer enq- lifch-amerikanischen Gesellschaft mit dem Sitz in London «m« bedeutungsvolle Konzession zur Ausbeutung der Vd P?troleumschätze Abessiniens gc= öS1* 3? Addis Abeba _ werde vorläufig strengste < eheunhaltung beobachtet, doch sei mit einer amtlichen Er- tlarung am Samstag zu rechnen. Die Konzession, bei der es ÜMieiw RA 1 l d f und Sterling handeln werde, 0$ «ns die Ausbeutung der Bodenschätze von Ge- SU denen auch das südliche Harar an der Grenze Oer Ogodenwuste gehören solle.

nnn % ^T’^rung sei, so berichtet „News Chronicle", plauder namens E. W. Ricke tt aus London &^-n morben. Er habe sich acht Tage in Addis St 5" d-efer Zeit sollen di« Verhand-

unil in einem Regierungsgebäude ge- !nlrt^^s»Jetn; Rickett sei in der Nacht zum Freitag 6°"^.eawten aus dem Bett geholt und in einem gefahren worden, wo nach einer : r,!Ren t ^vrechung mit dem Kaiser die Unterschrift

100üworden sei. Hierauf sei Rickett ori über Dsibutl nach London abgereist.

veröffentlicht in allergrößter aus>.SZR^llns- ihres Sonderberichterstatters

n aus diese Konzessionserteilung be- iilirirnn “IcA °r 65 um We britisch-amerikaniiche > EkRoitatwil and Development Corporation"

Ausbeutuna der Petroleum- Vorkommen, der Mineralschatze und der sonstigen natürlichen .