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Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden.
Größte Auflage aller Tageszeitungen Groß-Wiesbadens.
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Nr. 232.
Montag, 26. August 1935
83. Jahrgang.
Die Eröffnung der Leipziger Messe
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7 Ausgaben
Unterhaltungsbeilage.
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tische Regime und für das Die italienische Infanterie stehe
Wöchentlich
mit einer täglichen
Erscheinungszeit:
Werktäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittags Fernsprecher^-ammel-Nr. 59631.
Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.
. --en Schütz zu legen. Die Arbeitsbeschaffung und die mit Wer Wehrhoheit verbundenen Ausgaben stellen das sReich vor eine schwierige Aufgabe, vor allem auch inso
fern. als die Finanzierung bisher zum grötzten Teil s kurzfristig erfolgte. Inder Abdeckung dieser -Kredite aber liegt, so betonte Gras Schwerin von - Krosigk, in ganz ähnlicher Form wie Dr. Schacht, die i Schwierigkeit, die durchaus nicht verkleinert werden soll.
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keiner Infanterie der Welt nach, ebenso wenig die italienische Artillerie und die italienischen Pioniere.
Druck und Stetlag:
8, Schellenberg'sche Sofbnchdnlckerei, „Tagblatt - Hans». Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn, und Feiertags.
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USA. erkennt die kommunistische Wühlarbeit.
Eine scharfe Note an Moslau.
1935, Jahr der Entscheidung für den Faschismus.
llnterstaatssekretär Baistrocci über die italienischen Manöver in Süd-Tirol.
Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höh- der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund, preis 6 Rpf., der 85 Vtilltmeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 3, Nachlatzstnffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags, wrotzere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegebeii werden.
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Völkerbundsrates am 4. September sagte Mussolini: werde eine Delegation zu dieser Ratssitzung schicken, um ... Welt den Standpunkt Italiens klar darzustellen. Unsere Sache wird durch Dokumente und Photographien unterstützt werden.
Ich werde sogar eineKistemitVüchernschicken, einschließlich eines Buches von Lady Simon, worin die barbarischen und sklavenhälterischen Gewohnheiten der Abessinier gekennzeichnet werden. (Es handelt sich um das Buch „Sklaverei", dessen Verfasserin die Gattin von Sir John Simon ist.)
, tn innere Angelegenheiten der Vereinigten Staaten unter» lassen werde. In der Note heißt es dann wörtlich: „Die Re- -gierung der Vereinigten Staaten würde es an Aufrichtigkeit fehlen lassen, wenn sie es unterließe, auszusprechen, daß fie die allerernste ft en Folgen voraussieht, falls die Sowjetunion nicht gewillt oder nicht imstande ist, ange- um in Zukunft Hand- E.uuycn 6u im krassen Widerspruch zu den den
s Vereinigten Staaten feierlich gegebenen Versprechen stehen." Wegen ihrer ungewöhnlich scharfen Form hat die Note in Amerika selbst große Sensation hervorgeiufen. Sie ’ beweist, daß die zuständigen Stellen in Amerika sich über die Wühlarbeit öes Kommunismus durchaus im
: klaren sind. Es mag dabei auch daran erinnert werden, daß
Regierung, Italien freie Hand in Ostafrika zu lassen. Hierauf habe Musiolini schriftlich geantwortet, und zwar:
Es ist wahr, daß die Vereinbarungen vom 7. Januar alle Meinungsverschiedenheiten zwischen uns und Frankreich geregelt haben.
Mussolini erklärte außerdem: Sollte der Völkerbund so unbesonnen sein, einen fernen Kolonialfeldzug in einen allgemeinen europäischen Krieg zu er- weitern, der die Tür für jeden unbefriedigten Ehrgeiz in Europa ober sogar in der ganzen Welt weit öffnen und der diesmal nicht Millionen, sondern Dutzende von Milkio- nen von Menschenleben kosten würde, dann würde Völkerbund die Schuld tragen.
llber die Haltung Italiens gegenüber der Session
Mussolini: Wir können jetzt nicht mehr zurück
Sanktionen bedeuten Krieg.
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,Nun ist ja mit der großen Anleihetransaktion des Reiches hier bereits der Weg beschritten. Aber auch langfristige Schulden müssen zurückgezahlt und Wehrwirtschaftsaufgaben müssen gelöst werden. Für den verantwortungsbewußten Leiter der Reichsfinanzen ergibt sich -daraus für den Reichshaushalt die Forderung nach a l t p r e u tz i s ch e r 2 p a r s a m k e i t, die uns der große König und sein strenger Vater oorgolebt haben. Nie darf die große Aufgabe aus dem Auge verloren werden und genau wie der Reichsbankpräsident so unterstrich auch der Reichsfinanzminister, daß wir uns auf die große Aufgabe, die uns der Führer gestellt hat, konzentrieren müssen. Gerade im Hinblick auf dieses große Ziel ist die größte Sparsamkeit geboten, und es ist deshalb auch vollkommen klar, daß selbst bei den steigenden Steuereingängen jetzt von einer Steuersenkung nicht gesprochen werden kann. Auf der anderen Seite aber hat auch der Reichsfinanz- minister mit genau dem gleichen Nachdruck, wie der Reichsbankpräsident, nochmals jedes Währungsexperiment abgelehnt.
So hat die Rede des Reichsfinanzministers einen guten Überblick über die Wirtschafts- und Finanzlage Deutschlands gegeben, wobei Graf Schwerin von Krosigk ebenso wie Dr. Schacht vor acht Tagen unterstrich, daß das Geheimnis des deutschen Erfolges in der zielbe- wutzten Aktivität unserer Finanz- und Wirtschaftspolitik liegt, in -der straffen Zusammenfassung aller Kräfte, wie sie nur im autoritären Staatsgefüge möglich ist. Im übrigen darf man nach dem günstigen Bericht über den ersten Tag der Leipziger Messe wohl erwarten, daß auch diese Herbstmesse zur günstigen Entwicklung der deutschen Wirtschaft und damit auch der deutschen Finanzen ihren Teil beitragen wird.
Meuchle Danz- uni) MWslWM, Der Reichsfinanzminister über die bisherige Aufbauarbeit. - Altpreuhische Sparsamkeit. Keine Währungserperimente.
Die jugoslawische Regierungskrise beigelegt.
Rekonstruktion des Kabinetts.
Belgrad, 26. Slug. Die jugoslawische Regierungskrise wurde am Sonntag durch Rekonstruktion des Kabinetts beigelegt. Anstelle des zurückgetretenen Ministers für Sozialpolitik Preka wurde der derzeitige Minister für die körperliche Ertüchtigung der Jugend, Komnenowitsch^ ernannt. An die Stelle des zurückgetretenen Justizministers Auer trat der Abgeordnete Mischkulin und an die Stelle des zurückgetretenen Forstministers Stefanowitsch -der bisherige Minister ohne Geschäftsbereich Janko- witsch. Die neuen Minister sind bereits vereidigt worden.
Erklärungen des Duce für die „Daily Mail".
London, 26. Slifg. Mussolini sagte dem Sonderberichterstatter der „Daily Mail", Ward Price: Wenn in Genf Sanktionen gegen Italien beschlossen -werden, bann wirb Italien sofort ben Völkerbunb verlassen, Unmißverständlich sollte begriffen werben, baß jeher Staat, ber Sanktionen gegen Italien anroenbet, ber bewaffneten Feindschaft Italiens begegnen wirb. Wie ber Korrespondent ergänzenb bazu bemerkt, unterscheibe babei Mussolini zwischen moralischen, wirtschaftlichen unb militärischen Sanktionen.
Eine moralische Sanktion, z. B. in Form eines Tabeivotums in Genf, würde mit dem Austritt aus dem Völkerbund beantwortet werben. Eine Blockabe italienischer Häsen ober ber Schließung bes Suezkanals würde nach Mussolinis Worten mit allen Streitkräften Italiens zu Lande, zu Wasser unb in ber Luft Widerstand g e - leistet werden. Eine Schließung des Suezkanals würde er als einen Bruch bes Versailler Vertrages betrachten, benn bas Statut bes Kanals sei in diesem Vertrag eingeschlossen worben.
Der Korrespondent bemerkt dazu, Sanktionen würden Einstimmigkeit, b. h. bas EinvernehmenFrankreichs zur Voraussetzung haben. Deshalb habe er Mussolini gefragt, ob er alle Streitfragen mit Frankreich (Tunis usw.) geregelt habe im Austausch gegen ein Versprechen ber französischen
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Trügerischer Sonnenschein.
Nach der Tagung des englischen Kabinetts hat es zunächst den Anschein, als ob das stürmisch bewegte Meer der europäisch-afrikanischen Politik sich ein wenig besänftigt hätte. Wenn man die Presse der am nächsten beteiligten Länder betrachtete, so leuchtete sogar etwas wie ein verschämter Sonnenstrahl über den weißen Wogenkämmen. Sicher ist allerdings, daß das ganze Bild eher Ähnlichkeit mit der bekannten Ruhe vor dem wirklichen Sturm hat, und daß es sich bei dem Wunschtraum eines heiteren Sonnenhimmels über Europa um ein Trugbild handelt. Die Erklärungen des italienischen Duce haben gezeigt, daß Italien auch jetzt nicht bereit ist, nur einen Fußbreit von der Linie zu weiclfen, die man sich in Rom politisch gesteckt hat. Der italienische Regierungschef hat sich zwar gegenüber einer Reihe von Fragen seines amerikanischen Interviewers sehr wendig und diplomtisch verhalten, aber auch unter Hinweis auf ähnliche Vorgänge in der Weltgeschichte seine Energie durchblicken lassen, das zu Ende zu führen, was er für seine Nation als richtig erkannt hat. Man braucht selbstverständlich, wie so oft in schwierigen politischen Lagen, nicht von vornherein — auch jetzt noch nicht — das Allerschlimmste vorauszusehen, der Konflikt und seine europäische Behandlung durch die Großmächte hat aber bereits solange gedauert, daß nur noch wenige und sehr schmale Pfade in die Ebene einer Friedenserhaltung münden. Man darf überzeugt sein, daß sowohl von englischer als auch von französischer Seite aus mit aller gebotenen diplomatischen Vorsicht das Terrain weiter sondiert wird. Es fragt sich nur, ob man nicht in Paris und Rom zu sehr das Wesen des faschistischen Regimes verkennt und die italienische Staatsautorität nicht zu stark nach den Massen westlicher Demokratie zu messen geneigt ist. Durch die ganze Taktik der Italien gegenüberstehenden Nationen zieht sich wie ein roter Faden der Begriff des Angebots und des Ausgleichs. Mussolini hat aber — das muß scharf hervorgehoben werden — sich während der gangen langen Verhandlungs- psriode noch kein einziges Mal aus ein solches System des Aushandelns eingelassen, sondern entsprechend der faschistischen Doktrin von der Wahrhaftigkeit in der Staatspolitik klar und deutlich sein großes Ziel abgesteckt und entsprechend mit aller Konsequenz auch die vorbereitenden Handlungen zu seiner Erreichung durchgeführt. Daß sich Großbritannien um das Gebiet des Tanasees, also um die Quellen des Blauen Nils, Sorge zu machen braucht, ist keinesfalls anzunehmen. England befürchtet aber weit mehr ein starkes Übergreifen der italienischen Einflußsphäre nach einer Durchdringung Abessiniens auf seine wichtigsten Ko- lonialgebiete in Afrika überhaupt. Danach mutz sich die englische Staatskunst in jedem Falle und ohne jedes Kompromiß richten. Weit besser ist Frankreich daran, dessen Regierung andererseits durch gewisse römische Abmachungen gebunden ist, sodaß hier ein starker Einfluß für die Friedenserhaltung nicht erwartet werden kann. Man mag die Dinge betrachten wie man will, man kommt für die nächsten zwei Wochen immer wieder zu der Auffassung: trügerischer Sonnenschein!
die Vereinigten Staaten bereits Anfang Februar sich veranlaßt sahen, die diplomatischen Beziehungen zu Sowjetrußland einzuschränken.
haben und wie es ihn als Finanzminister besonders freue, daß gegenüber dem Krifentiefstand die Reichs- steuern in diesem Jahre eine Zunahme von rund 2 Milliarden zeige. Zum anderen ließ der Finanzminister auch keinen Zweifel daran, daß
Wenn ber Völkerbunbsrat biefes Veweismaterial geprüft hat, werbe ich ben Völkerbund fragen, ob er gesonnen ist, Italien als auf gleichem Fuß mit Abessinien stehend ju
weit- A.rveitsto,tgteit in Zweifel zu ziehen. Demgegenüber sran- konnte Graf Schwerin von Krosigk darauf verweisen, hatte wie günstig sich die Reichsfinanzen entwickelt
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1 I as. Berlin, 26. Aug. (Drahtbericht unserer Berliner ir am Abteilung.) Auf dem traditionellen Empfang der in- ch di und ausländischen Presse, der am ersten Tag der kam Leipziger Messe stattfindet, hat gestern Reichsfinanz- di Minister Graf Schwerin von Krosigk eine Rede to gtzwalten, die in mancher Beziehung die Ausführungen
t ml eröänjt, die Reichsbankpräsident Dr. Schacht vor acht Tagen bei der Eröffnung der Ostmesse machte. Der Finanzminister bestätigte anhand des statistischen Zahlenmaterials die günstige Wirtschafts- und Finanzentwicklung Deutschlands. Wenn er h er damit seinen deutschen Hörern auch nichts Neues sagte,
1 UTtt so war dieser Hinweis doch erforderlich, weil das Ausland itüwi roo mctn $er nationalsozialistischen Regierung keine Er- g folge gönnt, immer wieder den Versuch macht, die Dinge rtrifc umzubiegen und die Zahlen über den Rückgang der ' Arbeitslosigkeit in Zweifel zu ziehen. Demgegenüber
E» - Bozen, 26. Aug. Unterstaatssekretär Baistrocci, ’ der am Samstag in Bozen eintraf, empfing am Abend die ausländischen unb italienischen Pressevertreter und machte ihnen Mitteilungen über die Absichten, die das Kriegs- Ministerium mit den diesjährigen Manövern verfolge.
Die Hauptaufgabe fei, die Übungen der Wirk- lichkeit möglich st anzunähern, also ben Stäben ; unb Truppen die größten Schwierigkeiten entgegenzustellen. Bei früheren Manövern sei dies nicht getan worden, aber die diesjährigen Übungen feien so elastisch gestaltet, daß sie dem Ernstfall entsprächen. Das Hauptgewicht liege auf dem EinsatzunÄderErprobungdermotorisierten Streitkräfte, deren Verwendung gerade im Alpengebiet
““T i schwierig sei. Das Gelände entspreche dem, in dem die italienischen Truppen im Ernstfälle kämpfen müßten.
Das Jahr 1935 sei das Jahr der Entschei-
as. Berlin, 26. Aug. (Drahtbericht unserer Berliner eilung j Der schon seinerzeit angetünbigte amerika - , che Protest gegen die Einmischung in -innere Angelegenheiten, Einmischungen, die man |in ben Reben, die auf dem Kongreß der Komintern ^gehalten wurden, erblickt, ist nunmehr erfolgt. Der ameri- s ranische Botschafter in Moskau hat im Auzenkommissariat seine außerordentlich scharf gehaltene Protestnote oeL überreicht. In dieser Protestnote wird n. a. darauf Bezug sgenommen, daß die Sowjetunion seinerzeit die ,Jv sZusicherunggegebenhabe.daßsie jede Einmischung . i in innere Angelegenheiten der Vereinigten Staaten unter-
