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Wöchentlich

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8, Schtllmberg'Iche tzofbpchdruck-rei, „Zagblatt«Sans«.

Werktäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittag»

mit einer täglichen

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Drahtanschrift: Zagblatt Wiesbaden.

Größte Auflage aller Tageszeitungen Groh-Wiesbadens.

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Sonntag, 25. August 1935

83. Jahrgang.

Unruhe um die Ost-Politik

Benesch möchte vermitteln. — Bor

der Konferenz der Kleinen Entente.

Warschau und Bukarest.

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Fernsprech er-Sammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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at-io n en. Es ist kaum anzunehmen, daß man in Prag von dieser Kundgebung sonderlich erbaut gewesen ist, bedeutet sie doch, daß der Brückenschlag

TefchSftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

zwischen der Tschechoslowakei und Sowjetmhland, die bekanntlich keine direkten Grenzen haben und für Truppentransporte auf rumänisches Gebiet angewiesen find, erschwert wird. Das dürfte für Herrn Benesch Am so unerfreulicher sein, als er offensichtlich gewillt ist, die Frage der Politik Sowjetrutzland gegenüber auf der für Ende -des Monats vorgesehenen Konferenz der Kleinen (Entente zur Sprache zu bringen. Seine Hoff­nungen gehen dabei dahin, datz es gelingen wird,

Spanien und der Abessinien-Konflikt.

Madrid, 24. Aug. Die Madrider Zeitung „El Debate" nimmt Stellung zu den Erklärungen des spanischen Kriegs­und des Innenministers über die Truppenbewegungen in Südspanien und betont, datz zwar die Gefahr eines bewaff­neten Konfliktes für Spanien in weiter Ferne liege, datz die spanische Regierung jedoch die Öffentlichkeit rechtzeitig informieren sollte, um solchen Gerüchten, wie sie kürzlich im Umlauf waren, von vornherein entgegenzutreten. Wenn auch kein Grund zur Beunruhigung vorliege, so müsse man doch die Entwickelung der Dinge in der internationalen Politik mit aufmerksamen Augen verfolgen, da sich leicht Zwischenfälle ereignen könnten, die Spanien dem abessinischen Konflikt geographisch nahebringen würden. Aber auch in einem solchen Falle werde sich Spanien nur von seinem Willen zur Neutralität und zum Frie­den leiten lassen.

Nr. 231

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der Vinbungen zwischen den

Bevölkerungspolitik und Auswanderung.

Der Internationale Kongretz für Be- völkerungswissensckaft, der am 26. August in Berlin zusammentritt, will die verschiedenen Probleme der Bevölkerungspolitik und der Rassenhygiene behan­deln. Einen besonderen Raum wird auch die Methode der Bevölkerungsstatistik erfassen. Alle diese Fragen sind -in Deutschland in einer Weise gepflegt worden, wie wohl in keinem anderen Lande der Welt. Die nationalsozialistische Regierung hak die Probleme der Bevölkerungspolitik in den Mittelpunkt ihrer Ar­beiten gestellt. Die Rassenfra-gen nehmen hier in der wissenschaftlichen Erörterung wie auch in ihrer Anwen- wendung auf das Volksleben einen breiten Raum ein. Die Statistik hat seit Jahren in gewissenhafter Weise alle Unterlagen geschaffen, die sich nicht nur auf die Be­völkerungszahlen, sondern u. a. auf die berufliche Glie­derung, die Altersstufen, die Verteilung zwischen Stadt und Land, die Sterblichkeitsziffern, die Binnenwande­rung und die Auswanderung erstrecken.

Gerade was die Auswanderung betrifft, kann die Statistik reiches Material für die Geschichte der Staaten liefern. Die vergangenen Jahrhunderte bieten allerdings wenig an genauen Angaben, doch braucht nicht erst bewiesen zu werden, datz di; Auswanderung aus England und Spanien ganzen Weltteilen ein neues Gesicht gegeben hat. Deutschland war, nach­dem die großen Wanderungen nach dem Osten und Siid- osten abgeschlossen waren, besonders an -der Er­schliessung Nordamerikas beteiligt, wenn man von den ebenfalls -bedeutenden Auswanderungszahlen nach Australien, Südafrika und Südamerika absehen will. Welchen Umfang die Auswanderung erreichte, geht dar­aus hervor, datz im Laufe -des 19. Jahrhunderts fünf Millionen Deutsche in die Vereinigten Staaten ge­gangen sind. Professor Schmoller hat den Verlust des Heimatlandes materiell in einem Wert von fünf Milliarden geschätzt, denn alle diese Auswanderer bil­deten ein Kapital für die Neue Welt, das in Gestalt -von Erziehung und Ausbildung von der Heimat aufge­bracht worden war. Man könnte aber ebensogut zu Schätzungen von doppelter und dreifacher Höhe gelan­gen. Die Deutschen in Nordamerika haben sich als wertvolle Bürger ihres neuen Staates erwiesen. Man hat berechnet, dass am amerikanischen Sezessionskrieg in den sechziger Jahren mehr Deutsche unter Waffen standen, als Preutzen in den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815 aufstellen konnte. Diese Auswanderung hat in den Zeiten der Mißernte vor etwa 100 Jahren und in den politischen Kämpfen von 1848 ihren Höhe­punkt gehabt. Noch vor etwa einem halben Jahrhundert betrug die Auswanderung 200 000 und mehr im Jahre. Die Ziffer ist dann bis auf 30000 und weniger zuriick- gegangen. Die Erschliessung neuer Weltteile war zu einem gewissen Stillstand gekommen, die Länder in Übersee kamen selbst in -schwere Wirtschaftskrisen und riegelten den weiteren Zustrom ab. Das Wort vom „Kulturdünger", den die alte Heimat lieferte, hatte sich erfüllt. Die Söhne deutscher Einwanderer haben unter dem Sternenbanner während -des Weltkrieges auch gegen das Deutsche Reich gekämpft und dann an der Rhein-landbesatzung ihren nicht geringen Anteil gehabt.

An -der amerikanischen Einwanderung waren auch Skandinavien, die russisch-polnischen Provinzen und Irland stark beteiligt. Das jetzt selbständige Irland -hat mehr Einwohner in Nordamerika, als auf -der hei­matlichen Insel.

Südamerika hat den stärksten Anreiz für die Zuwanderung des italienischen Bevölkerungs­überschusses ausgeübt, nachdem Spanien und Portugal ihre staatliche Bindung zu jenen Ländern gelöst sahen. Für Italien waren seine Auswanderer -in Argentinien und Brasilien ein besonders wertvoller Faktor. Diese Menschen, obwohl selbst in bescheidenen Verhältnissen lebend, haben Hunderte von Millionen an Spargeldern in die alte Heimat geschickt und deren Zahlungsbilanz wesentlich verbessert. Der Faschismus hat den Zug ins Ausland stark gedrosselt und die wirtschaftlichen Ver­hältnisse in Südamerika sind inzwischen so ungünstig geworden, datz Italien diese wirtschaftliche Hilfe nicht mehr bekommt. Ein anderes Auswanderungsgebiet für Italien war Tunis. Dort leben unter französischer Oberherrschaft über 200000 italienische Siedler. Dieser Zustand hat politische Hoffnungen erlebt und manche Rivalitäten zu Frankreich geschaffen, denen im Anfang dieses Jahres der römische Vertrag zwischen Mussolini und Laval ein Ende bereitete. Wenn eine italienische Mutter in Tunis die Geburt eines Kindes erwartet, mutz sie jetzt nach Italien reifen, sonst gilt -der junge Weltbürger als französischer Untertan. Italien hat weiter grosse Anstrengungen gemacht um seine 400 000 Menschen im Jahre steigende Bevölkerung in die eige­nen Kolonien zu bringen. Aber weder Tripolis

Jugoslawien zur Anerkennung Sowjetrutzlands zu ver­anlassen.

Auch ein anderer Versuch Beneschs, -die Ostpakt­politik zu forcieren, ist offenbar missglückt. Unlängst weilte nämlich der litauische Auhenminister Lozo- r a i t i 5 in Prag, und wie man vernahm hat Herr Benesch auch bei dieser Gelegenheit versucht, auf dem Umwege über Litauen auf -die baltischen Staaten int Sinne der Ostpaktpolitik einzuwir-ken. Das aber dürfte schwerlich glücken; vielmehr hat man in den baltischen Staaten mit besonderer Aufmerksamkeit die Reise des polnischen Autzen-min-isters Beck nach Helsin-gfors ver­folgt und hat zur Kenntnis genommen, dass Finnland und Polen in der Ablehnung -der Ostpaktpolitik vdll übereinstimmen. Datz im übrigen Beck zu dieser Reise einen polnischen Dampfer benutzte, der den Namen „T eschen" führte, dürfte angesichts der polnisch- tschechoslowakischen Auseinandersetzung um das Teschener Gebiet wohl kein Zufall gewesen sein. Alles in allem ergibt sich, datz man auch im Osten nicht un­tätig ist und seinerseits Folgerungen aus der gesamt­politischen Situation Europas zieht.

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Gegenbesuch in Moskau.

Tschechoslowakische Offiziere nehme» an den Sowjetmanövern teil.

Prag, 23. Aug. Wie die Prager Blätter berichten, hat die tschechoslowakische Armeeverwaltung -die Einladung der sowjetrussifchen Heeresleitung zur Teilnahme an dem Ende dieses Monats im Gebiet von Kiew stattfindenden grossen sowjetrussischen Manöver» angenommen. Die Armeeverwal­tung wird eine achtgliedrige Abordnung unter Führung des Kommandanten der tschechoslowakischen Kriegsschule, Divisionsgeneral Adalbert Luza, nach Sowjetrussland ent­senden. _____________

„Krasse Verletzung feierlicher Versprechen."

Frankreich und die Propagandatätigkeit der Komintern.

Paris, 23. Aug. Die Verhandlungen des Komintern­kongresses in Moskau sind in Frankreich nicht so aufmerksam verfolgt worden, wie man hätte annehmen sollen. Immer­hin mehren sich die Stimmen, die gegen die unbekümmerte Art Stellung nehmen, mit der die Moskauer Internationale Frankreich als ihr Tätigkeitsgebiet betrachtet.

Der „Matin" verwahrt sich vor allem gegen die in Moskau verabschiedete Entschliessung, wonach „die Taktik der Volksfront fortgesetzt werden muss", weil diese Ent­schliessung einen tmWttelbaren Eingriff in die französischen Innenpolitik bedeut« Die Komintern, so schreibt das Blatt, nehmen damit-- für die radikalsozialistisch-kommunistische Front in Frankreich und gegen die nationale Einheit, also für die Opposition gegen die Regierung Stellung. Der „Matin" weift aber noch auf eine ändere Tatsache hin, die eine krasse Verletzung des feierlichen Ver­sprech e n s Sowjetrusslands darstelle, sich nicht in inner­französische Angelegenheiten zu mischen. 3m Vollzugsaus­schuss der Komintern, dessen Ziel der Sieg der Weltrevolution fei, fitze der sowjetrussische Regierungschef Stalin neben den Franzosen Cachin, Mart», Thorez und Duclos. Man müsse sich fragen, was die russische Regierung sagen würde, wenn man in Paris eine weisse Internationale bildete, die es sich zur Aufgabe mache, das Sowjetregime zu stürzen, und in deren Vollzugsausschuss Lebrun und Laval neben Kokouzoff und anderen ehemaligen Zaristen fassen.

24. Aug. (Drahtbericht unserer Berliner i Abteilung.) Der lebhafte Wunsch des tschechoslowaki- f ^-^^Aliministers B e n e s ch, mit seinem sowjet- ru|i ifchen Kollegen Litwinow, der unter -dem Namen pftidiael Lotte als Badegast in Marienbad weilte, zu- sammenzutreffen, ist nicht -in Erfüllung gegangen. Herr Litwin-ow-Lotte hat Mavenbad bereits wieder ver­lassen, -allwo er, wie ein Prager Blatt feststellte, acht Kilogramm abgenommen hat. Benesch muh sich also zunächst damit begnügen, datz sowjetrussische Offiziere kan den soeben abgeschlossenen tschechoslowakischen Ma- i növern teilnahmen. Datz das in einem Augenblick ge- a-3 fjäjob, in dem ein tschechoslowakischer Kommunist auf f dem Kongreh der Komintern die Entfernung aller 5 S; - »faschistisch gesinnten" Generale und Offiziere aus der । tschechoslowakischen Armee und das Ver-fammlungsrecht 8 ; für die Truppe forderte, -stört offenbar den tschecho- ; slowakischen Auhenminister nicht. Er ist entschlossen, :«us der Tschechoslowakei nicht nur ein Fl-ug-zeugmutter- f schiff für die sowjetrussischen Flieger, sondern auch eine Mdwache für das sowjetrussische Heer zu machen. Gar zu gerne hätte Benesch nun zwischen Rumänien und So-wjetr-utzland vermittelt, um endlich fden sowjetrussisch-rumänischen Beistandspakt, von dem tschon so viel die Rede war, unter Dach und Fach zu bringen. Wenn nicht alles täuscht, -so sind nämlich in der letzten Zeit die ru-mänisch-sowjetrussischen Ver- haiidlung-en zum Stillstand gekommen. Auch von der Zeit langem geplanten Reise T-itulescus nach Moskau ist es jetzt -wieder still geworden. Trotzdem darf nicht .übersehen werden, dah Titulescu ihm unbequeme Diplomaten, wie den rumänischen Gesandten in Warschau, der gegen das rumänisch - sowjetrussische Bündnis war, kaltgestellt hat. Es scheint aber, als ob der Einfluh seiner Gegenspieler in letzter Zeit gewachsen nt, wobei daran erinnert sei, dah vor allem König s Carol für ein Festhalten an dem Militärbündnis mit J f Polen ist, einem Bündnis, das mit dem Moskauer Bei- - ° standspakt nicht -in Einklang zu bringen ist. So ist es ! - recht kennzeichnend, dah auf dem „F estdesMeere s", : das kürzlich in der rumänischen Hafenstadt Constanza * f abgehalten wurde, eine Kundgebung für das polnisch- rumänische Bündnis stattfand und zwar in An- - Wesenheit König Carols. Ein Becher mit Ostseewasser, den -der polnische Gesandte, begleitet von einer Sonder- Ijl Delegation aus Vertretern der polnischen Meeresliga, j dem König überreichte, und den dieser dann in das ^Schwarze Meer schüttete, bildete -die symbolische

[ Em Bataillon Infanterie zur Verstärkung der Gesandtschaftswache.

London, 24. Aug. Der diplomatische Korrespondent des k„Daily Telegraph" will -berichten können, dah Italien be- kabfichtige, die militärische Besetzung Abessiniens offiziell Mols .polizeiliche Schutzmassnahme" zu bezeichnen. Es wolle kleinen Gesandten in Addis Abeba nicht ab - f berufen, sondern wünsche ein Bataillon Infan - • tcrie zur Verstärkung der Gesa nd t s ch a f t s - l wache nach der abessinischen Hauptstadt zu fc f e n b e n.

Mussolini führe Klage darüber, dass Großbritannien den L abessinischen Widerstand ermutige und ihn dadurch zu einer | Verdoppelung feiner militärischen Vorbereitungen nötige, l Er sei aber entschlossen, sich durch nichts von seinem Ziele r abbringen zu lassen: der völligen militärischen i Besetzung Abessiniens, der Erwerbung des Tief- Windes und" der Errichtung eines italienischen Protektorats : 6ber das Hochland.

AWllg Wiens ols „polizeiliche WtzUtzmlW"

Der italienische Gesandte soll in Addis Abeba verbleiben.

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