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mit einer täglichen

Unterhaltungsbeilage.

Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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t. Lrahtmischrifi: Zagblatt SBtesbaben.

Größte Auflage aller Tageszeitungen Groh-Wiesbadens.

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Nr. 227

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Mittwoch, 21. August 1935

83. Jahrgang.

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Letzte Vorbereitungen Italiens

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Italienische Wasserflugzeuge vor Gibraltar

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Werktäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittags Fernsprech er-Sammel-Nr. 59631.

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Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

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Angriff aufs Mittelmeer?

Der Abessinienkonflikt, der anfangs eine rein lokale Bedeutung zu haben schien, wenigstens bevor man die eigentlichen italienischen Ziele kannte, hat inzwischen eine Bedeutung erlangt, die, weltpolitisch gesehen, den größten Ereignissen der letzten Jahrzehnte ebenbürtig zur Seite gestellt werden kann. Man ist versucht, das Bild von dem Steinchen zu gebrauchen, das auf einen ruhigen Wasserspiegel fällt und immer größere Kreise auf der Oberfläche hervorruft, deren Wirkung sich aber auch in der Tiefe fortsetzt. Nach dem Scheitern der Pariser Besprechungen bemüht man sich in Ztalien in keiner Weise mehr, die eigentlichen Absichten in Afrika zu verschleiern. Man geht aber auch — und das ist sehr beachtlich — bereits so weit, das gesamte Mittelmeerproblem in Zusammenhang mit dem afrikanischen Konflikt aufzurollen. Es ist bestimmt kein Zufall, daß die Pressepolemik der italienischen Zeitun­gen gegenüber England auf ein immer größeres Ziel hinsteuert, und es ist auch kein Zufall, wenn in einer bekannten faschistischen Zeitung in den letzten Tagen ein großes Bild des Mittelmeeres veröffentlicht wird, über dem sich ein Himmel wölbt, der bedeckt ist mit italienischen Flugzeugen. Die Unterschrift lautet be­zeichnenderweise: Unser Binnenmeer! Damit ist der Kernpunkt der italienischen politischen Zielrichtung be­reits Umrissen, wenn auch sicherlich keine verantwort­liche Stelle daran glaubt, daß es bereits in der nächsten Zeit gelingen könnte, den dominierenden Einfluß Eroß- britanniens in „Unser Binnenmeer" zu brechen. Es ist aber sehr bezeichnend, daß eine zunächst lokale Ange­legenheit mit Absicht auf die Route der Weltpolitik überführt wurde, wobei immer wieder betont werden muß, daß nur derjenige die Auffassung der italienischen Öffentlichkeit richtig verstehen kann, der die Ideenwelt des Faschismus zur Basis nimmt. Mussolini ist drauf und dran, seine 40-Millionen-Nation aus der Enge des Stiefels herauszuführen in die freieren Ebenen neu zu erobernden Gebiets. Daß der Faschismus dabei im Mittelmeer nicht Halt macht vor den traditionellen Po­sitionen des größten Kolonialreiches der Welt, nimmt bei' dem Inhalt seiner Gedankenwelt nicht wunder. Sprach man früher noch von der Adria als von dem „Mare Nostro", so versteht man heute darunter bereits das ganze Mittelmeer. Nur wer die gegenwärtige Verwicklung von dieser Seite her betrachtet, wird auch verstehen können, weshalb es für England hier Grenzen gibt, die niemals überschritten werden dürfen, wenn nicht die tragenden Pfeiler des britischen Imperiums ins Wanken gebracht werden sollen. Deshalb sind die Entscheidungen, die Großbritannien wohl in aller­nächster Zukunft zu treffen haben wird, unter dem Ge­sichtspunkt eines groß angelegten italienischen Angriffs auf die englische Interessensphäre im Mittelmeer zu verstehen.

Spanische Truppenzusammenziehungen an der Meeresenge.

Madrid, 21. Aug. Die Korrespondenten der Madrider Zeitungen in Cadiz teilen ihren Redaktionen mit, daß die Anwesenheit von zwei italienischen Wasserflugzeugen am Cabo de Tarifa (Provinz Cadiz) große Aufregung Hervor­rufe. Die italienischen Wasserflugzeuge begründeten ihre Anwesenheit in spanischen Gewässern mit der Aufgabe, ita­lienische Munitionsschiffstransporte zu schützen.

Spanische Truppenteile seien bereits mobilisiert worden und befänden sich auf dem Wege nach Cadiz. Bon den spanischen Garnisonen in Cordoba, Malaga und Sevilla würden weitere militärische Streitkräfte ansbrechen, um sich auf das südspauische Küstengebiet zu verteilen.

Der oberste Befehlshaber der auf de» balkarischen Inseln liegenden spanischen Division, der zur Zeit in Madrid weilte, kehrte nach einer kurzen Unterredung mit dem spanischen Kriegsminister nach den Balearen znrück.

Der spanische Innenminister teilte de» Pressevertreter» mit, daß die Rachrichten aus Cadiz auf Grund der noch de-

An,-ig««^^Ie: Em Millimeter Höh- der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund. Slnlrmfb bnr 85 SDfiI-hme‘er Bretten Spalte tm Sextteil 45 Rpf., sonst laut Preisliste Sir. 3, ...„P L C-~ Sur die Ausnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und PILtz-ü ffirÄBJr ®ea>ät)r übernommen. - Schluß der Anzeigen-Aunahme 10 Uhr vormittags. 6ro§ere Anzeigen müssen spätestens -men Tag vor dem Erscheinungstage ausgegeben werden

stehenden Pressezensur aus der spanischen Presse ferngehalten würden.

Vorläufig 20 Vermißte beim Berliner Einsturz-Unglück.

Minister Dr. Goebbels veranlaßt RSV.-Hilfe für die Familien der Vermißten.

Berlin, 21. Aug. (Eig. Drahtmeldung.) Wie durch

««frage der Baufirma nunmehr festzustehe» scheint, muß it beim Einsturz-Unglück in der Hermann- »»ring-Stratze doch mit 20 Vermißten gerechnet •tttten. Ob die Vermißten sämtlich unter den Trümmern Etzraben liegen, steht «och nicht fest; möglich ist es immer daß der eine oder andere Arbeiter seine Arbeitsstätte nicht aufgesucht hat.

; Wie wir erfahren, hat Reichsminister Dr. Goebbels ^Eniaßt, Laß den Familien der Vermißten von NSV. im Laufe des heutigen Vormittags je 10 0 0 R M. '"^gezahlt werden, um die erste Rot zu lindern.

(Weitere Meldungen auf Seite 6.)

| vep>S»preise: Für eme Bezugszett von 2 Wochen 94 Rpf. für einen Monat RM 9— i schließlich Tr?glohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld Einzel, x nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der SBmlaa die Ausoolmll-abn

«räf»herU Mnen6 SMnrnrh Srällen böberet Gewalt ober Betriebsstörungen baden die

S Bezieher .einen Anspruch auf Lieferung des Blattes ober auf Rüitzahlung des Bezugspreises.

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2. j «rennen, daß man gewillt ist, London für die

»Times" zur Entrechtung der Memelländer.

Überwachung der Wahlen.

London, 21. Aug. (Eig. Dr<chtmeldung.) In einem Leit- Mch erörtert „Times" die Maßnahmen der litauischen Re- E?ttS, die anscheinend darauf abzielten, beiden Wah- MiV.rm Memelland eine geheime uni freie EJttmmung unmöglich zu machen und die Rede- <iers ammlungsfreiheit aufzuheben. Das Blatt spricht ikp?41 Anregung, die Wahlen wie an der Saar unter gu,’Ircht des Völkerbundes abzuhalten, nennt aber Er «n Urheber dieses Vorschlages, der, so heißt es weiter, Iw verwirklicht werden könne, da die Saar der Auf-

Völkerbundes unterstand, während das Memelland M^ter der Souveränität Litauens befinde. Andererseits die Garantiemächte zweifellos ihre offiziellen Ver- 8^2 'n Litauen beauftragen, auf die Art und Weise zu E2?» 'n der die Wahlen abgehalten werden. Wenn das jtg£_t''s der Wahlen eine Krisis in den Beziehungen Litauen und Deutschland Hervorrufe, würden die Mächte unvermeidlich in Mitleidenschaft gezogen

t $or Sem enMen MinelM.

^ans lchrebt London die Entscheidung zu. - Am die Waffenlieferungen für Abessinien Frankreich denkt an Europa.

Here Entwicklung verantwortlich zu . Mit größter Spannung sieht man dement- chend dem englischen Kabinettsrat entgegen, der am «stag stattfindet und an dem alle englischen Mister teilnehmen werden. „Am Donnerstag", so t hierzu der „Paris Soir", „fällt in London die Ent- idung. Es geht um das italienisch- Ulische Verhältnis, vor allem aber um die nmenarbeit Englands und Frankreichs auf dem tinent." Dabei interessiert die französische Presse iger die Frage, ob sich die englische Regierung ent- ießen wird, das Parlament einzuberufen, was nicht wahrscheinlich ist, als vielmehr die Frage, was hin- ich der nur vorläufig geregelten Waffenliefe- gen f ür Abeff inien werden wird. Zn einer bung des Waffenlieferungsvevbotes würde man ^Verschärfung der Situation erblicken, zumal man Varis glaubt, daß Rom englische Waffen- sernngen an Abessinien als Vorwand nutzen würde, um auf der Ratstagung in Genf r September nicht zu erscheinen. Richtig ist daran hl, daß man in Rom in einer Aufhebung des Ver- s der Waffenlieferung an Abessinien eine politische nftration gegen Italien erblicken würde, aller-

5 die einzige, mit der man in Rom rechnet, da nie- glaubt, daß England sich zu „Sanktionen" ent- ßen könnte. Für die Praxis freilich mißt Rom der ung eines solchen Verbotes keine übertriebene

Amerikanische Neutralität tm Kriegsfälle.

Washington, 21. Aug. (Eig. Drahtmeldung.) Der Ausschuß des Senats verabschiedete am Diens­tag eine Anzahl von Vorlagen, die die Neutralität der Vereinigten Staaten im Falle kriegerischer Verwicklungen unter anderen Nationen sichern sollen. Die Vorlagen wurden anschließend sofort dem Senatsplenum zugeleitet. Der Senat wird sie in seiner nächsten Tagung erledigen.

Im wesentlichen handelt es sich bei den Vorlagen um folgende Bestimmungen: 3m Falle eines Kriegsausbruchs ist der P r äss i d e n t v e r p f l i ch t e t, die Munitions - und Waffenausfuhr nach allen kriegführen­den Staaten zu verbieten. Die Waffenfabrikanten und Ausfuhrländer werden durch Lizenzen unter Aussicht ge­stellt. Zuwiderhandlungen gegen die Ausfuhrverbote werden mit 10 000 Dollar Geldstrafe und fünf Jahren Gefängnis ge­ahndet. Die amerikanischen Schiffe dürfen keine Munition an k r i e g f ü h ren de Staaten ver­frachten, auch darf kein Versand von Waffen oder Truppest aus amerikanischen Häfen an kriegführende Schiffe erfolgen. Der Präsident soll ermächtigt werden, die Benutzung amerika­nischer Häfen durch Unterseeboote zu regeln. Ferner soll es dem Ermessen des Präsidenten anheimgestellt werden, den amerikanischen Bürgern zu verbieten, auf Schiffen krieg­führender Parteien zu reisen.

Bedeutung bei, sondern vertritt vielmehr die Ansicht, daß dieses Verbot nie recht wirksam gewesen fei, weil i>te Durchfuhr von Waffen durch englisches Gebiet stets erlaubt war. Es wäre vielleicht auch noch darauf hin­zuweifen, daß die italienische Presse bereits jetzt derart •IV®/ Angriffe geg,en foie englischen Staatsmänner richtet, daß sich der Ton kaum verschärfen kann. Abge- sehen von der Frage der Waffenlieferung muß sich das englische Kabinett auch mit der Haltung Eng- lands auf der am 4. September beginnenden ni s tag u ng beschäftigen. Es scheint, als ob man beschließen wird, daß nicht nur Eden, sondern auch der englische Außenminister Sir Samuel Hoare an dieser Tagung teilnehmen wird.

Während man also in Paris auf die Beschlüsse im englischen Kabinett wartet, bemüht man sich immer wieder, die europäischen Fragen in den Vordergrund zu schieben. Die Artikel der Pariser Blätter sind etwa auf den Ton gestimmt: Man tut, als gäbe es nur noch Afrika. Sollte man nicht lieber von Europa sprechen? Es ist gestern hier schon gesagt worden, daß Laval offenbar bemüht ist, durch europäische Kuhhandelsgeschäfte die Stresafront, um die sich die französische Presse sehr besorgt zeigt, zu retten. Der „Intransigeant" wird sehr deutlich, wenn er in be­sorgtestem Ton fordert, daß man endlich gegen Deutsch! a n d.röas dauernd auf die Umwälzungen in Europa spekuliere, die Mauer der schon lange geplanten Sicherheits ko mb inat ionen er­richten müsse.

Die italienische Presse beteiligt sich an solchen Er­örterungen verhältnismäßig wenig, abgesehen davon, daß sie ihrem Ärger über England Luft macht. In Rom ist man vor allem mit den kriegerischen Vorberei­tungen beschäftigt. Man beschleunigt die Truppen­transporte und erläßt Verfügungen über Kriegs- examinas kriegsfreiwilliger Studenten. Kurzum, der bevorstehende Kolonialkrieg tritt immer mehr in den Vordergrund des öffentlichen Lebens in Italien.

Kommunistische Bluttat in Costarica.

Mexiko, 21. Aug. Nach Meldungen aus Costarica wurde am Montag der Millionär Alberto Gonzalez Lehmann, der deutscher Abstammung ist, auf feinem Landsitz von Ange­hörigen der Kommunistischen Partei ermordet. Die Ban­diten wollten von ihm 20 000 Colones für den roten Propa­gandafonds erpressen. Die Tat hat große Bestürzung aus- gelöst. Man erwartet das Eingreifen der Regierung."

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. Scrltn, 21. Aug. (Drahtbericht unserer Berliner

. Abteilung.) So wenig sich auch die Lage, die nach dem Scheitern der Dreierkonferenz entstanden ist, geändert 8 - W, so ausführlich beschäftigt sich doch die Weltpresse L2, mit der gegenwärtigen Situation. In Paris zeigt

1 Mn sich dabei erfreut, daß man zunächst selbst keine Mscheidung zu treffen braucht. Man blickt vielmehr M Emal nach London und die Kommentare der ian zosifchen Presse lassen auf den ersten Blick