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werftägNch nachmittags, Samstag; vor- u. nachmittags

mit einer täglichen

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. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden.

Postschcckloni»: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

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Nr. 226

Dienstag, 20. August 1935

83. Jahrgang.

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RMsimK-AilsstellMg miedet eröffnet!

Was tut England?

Wallfahrt der Flamen nach Dirmuiden

Kundgebungen gegen die französische Militärpolitik.

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Feuer aber stark angegriffenen Mauern der Halle IV von den Reichswehrpionieren gesprengt werden muhten. Um keine Menschenleben zu gefährden, war deshalb eine vorübergehende Räumung sämtlicher Aus­stellungshallen notwendig. Sowohl die Ausstellungs­besucher wie auch die Aussteller muhten daher das Aus- stellungsgelände auf Anordnung des Polizeipräsidenten ver­lassen. 3it das Sperrgebiet wurden auch einige angrenzende Strahen einbezogeu.

(Weitere Meldungen über den Brand auf dem Aus­stellungsgelände siehe Seite 2.)

Fühlungnahme die turopäischen Fragen stärker in den Vordergrund zu schieben und dabei wieder einmal die Warnung vor dem „gefährlichen" Deutschland als Droh- und Druckmittel zu benutzen. Daß man sich in England sehr wenig wohlfühlt, zeigt schon die Tatsache, daß Minister Baldwin seinen Ur­laub unterbricht und daß man eine Sondersitzung des Kabinetts für erforderlich erachtet, in der Eden Bericht erstatten soll. Ebenso blieb die Tatsache nicht unbe­achtet, daß der englische Außenminister bereits gestern vom König empfangen wurde. Am englischen Publikum ist die Meinung geteilt. Auf der einen Seite stehen die­jenigen, die wünschen, daß England sich aus dem Kon­flikt, ja überhaupt aus der Festlandspolitik zurückziehe. Auf der anderen Seite stehen die Sanktionspolitiker, die fordern, daß Großbritannien mit Sanktionen gegen Italien vorgehe. Gerade den Verteidigern dieser An­schauung, die auf diese Weise den Frieden retten möchten, wird entgegengehalten, daß Italien Sanktio­nen als kriegerische Handlungen betrachten könnte, so­daß also diese Politik geradezu das Hervorrufen würde, was man zu vermeiden trachte, nämlich einen neuen Krieg. So sieht sich auch das englische Kabinett einer schwierigen Situation gegenüber. Noch immer muß mithin die Frage, was weiter ge­schehen wird, offen bleiben. Das eine ist jedoch heute so sicher wie es gestern bereits war, daß in Abessinien die Waffen sprechen werden, sobald die Regenzeit vor­bei -ist.

Deutsche Tatkraft.

Berlin, 20. Aug. 13 Uhr. (Eig. Drahtmeldung.) Die grohe deutsche Rundfunkausstellung ist heute morgen »w 9 Uhr zur gewohnten Stunde wieder er­öffnet worden. Drauhe» hatte sich wie an früheren Ausstellungstage» bereits eine nach Tausenden zählende Reuge eingefunden, die auf die Öffnung wartete. Kurze Zeit nach der Eröffnung waren die freigegebeueu Hallen lereits dicht gefüllt. Der Besucher der Ausstellung, die Schau vom Haupteingang aus, also durch die Halle II Üritt, merkt von dem Brand, der vor wenigen Stunden dem Ausstellungsgelände wütete, so gut wie nichts. Die uugen für die Darbietungen am Volks- «nder werde« eatgegengenomme«, und bald staut sich die ge vor den Anmeldestellen. Eine Militärkapelle spielt e Märsche. 3a der Halle II, die vorsichtshalber gr­umt war, find die Apparate wieder ausgestellt rden und heute wird die Fernseh st raß« wieder zu- inglich sein. Draußen gehen währenddesien die Aus- »ugsarbeiten an den noch immer schwelenden Ammern der Halle IV rüstig vorwärts. Dabei e es sich heraus, daß die noch stehen gebliebenen, im

Großes Einsturzunglück

beim Berliner Untergrundbahnbau.

Berlin, 20. Aug. (Eig. Drahtmeldung.) Heute mittag gegen 12.15 Uhr ereignete sich in der Hermann-Eöring- Stratze ein schweres E i n ft u rz u n g l ü ck. Dort brach aus bisher noch unbekannter Ursache ein S-Bahn- chacht zusammen. Die Feuerwehr gab 8. Alarm- t u f e, da noch nicht geklärt ist, ob Menschenleben in Gefahr ind. Auch das Rettungsamt wurde sofort benachrichtigt und erschien an der Unfallstelle. Nähere Einzelheiten fehlen zurzeit noch.

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ans fürchtet um die Stresa Front

Laval sucht die europäischen Fragen in den Vordergrund zu schieben.

Ftrn der Konferenz nicht Italien treffe, "das ja die Einberufung dieser Konferenz nicht verlangt Mbe. Man habe sich immer bereit erklärt, zu hören, S; «Ms die Engländer vorschlagen würden in der An- •* ^me, daß die Vorschläge ernster und beachtenswerter ßin würden als es der Fall gewesen sei. I n Frank- |j) kejch ist man offenbar bemüht, die Füh- iungaahme irgendwie fortzusetzen und vor 5 : Kem zu verhindern, daß der italienische Stuhl im Völkerbund im September leer bleibt. In diesem .Mrne hat Laval noch vor der Abreise A l o i s i s auf ten italienischen Vertreter einzuwirken versucht, der ^öer keine bindende Erklärung abgab. Vor allem suchte man in Paris ein völliges Au sein­en derb rechen der Strefafront vermeiden und verhindern, daß man selbst über kurz oder lang Wichen London und Rom wählen muß. So scheint gesonnen zu sein, in der weiteren diplomatischen

Bas. Berlin, 20. Aug. (Drahtbericht unserer Berliner M Abteilung.) Die Frage, was nach dem Scheitern der ^Dreierkonferenz werden soll, wird von der Presse der A beteiligten Staaten eifrig erörtert, ohne daß freilich klare Antwort gegeben würde. Am wenigsten in- ssiert zeigt sich die italienische Preße, für die es seit «gem feststand, daß mit dem Ende der Regenperiode Abessinien die kriegerischen Aktionen beginnen vürden. In maßgebenden römischen Kreisen er- iirt man lediglich, "daß die Schuld für das Schei - 6 I tt hör ti'nttfForoni tt t + ^intf an Iraffa

Gründer des flämischen Fronttheaters, de Eruyter, und den,noch lebenden Priesterdichter Verchaeve. Diese drei Persönlichkeiten hatten sich während des Krieges um die Entwicklung des flämischen Nationalbewußtseins besonders verdient gemacht. Die Weihereden wurden von Profesior D a e l s aus Gent, dem Hauptorganisator der Wallfahrt, und einem Führer des flämischen Frontkämpferverbandes gehalten. Profesior Daels wandte sich in feiner Ansprache gegen die belgischen Zentralisierungsbe- streb ungen und behauptete, daß die im Weltkriege ge­machten Versprechungen nicht gehalten worden seien. Den Abschluß der Feier bildete ein großer Aufmarsch des flä­mischen Frontkämpferverbandes aus dem von Menschen- masien dicht gefüllten Marktplatz von Dixmuiden. Hierbei wurde ein gegen den französischen Militaris­mus gerichtetes Manifest verlesen. 3n dieser Kundgebung wurde in scharfer Form die Preisgabe des zwi­schen Frankreich und Belgien bestehenden Militärabkommens gefordert. Zum Schluß erhoben alle Teilnehmer die Hand zum Schwur und brachen in den Ruf aus: Los von Frank­reich. Mit dem Gesang eines flämischen Nationalliedes fand die eindrucksvolle Feier ihr Ende.

3m Gegensatz zu früheren Jahren verlies di« Wallfahrt diesmal ohne reden Zwischenfall.

tir die Preisgabe des Militärabkommens zwischen Paris und Brüssel.

Dixmuiden, 19. Aug. Am Sonntag fand die 16. W a l l - Drt der Flamen nach Dixmuiden statt, wo die erung an die im Weltkrieg gefallenen Söhne Flan- seit einigen Jahren durch den im ehemaligen Kamps- t am Ufer der Pser errichteten mächtigen Held en - ■tm wachgehalten wird. Wie in den Vorjahren waren r Hunderttausend« aus allen Ständen der ^sichen Bevölkerung, teils auf Lastwagen, teils mit ügen, herbeige strömt.

Die Feier begann am Vormittag mit einem F e l d - tesdienst an den Stufen des Heldenturmes, von i Spitze zwei riesige flämische Nationalflaggen herab- n. Während zahlreiche Abordnungen Blumen und Ze am Ehrenmal niederlegten, kam ein Manifest zur e—fung, in dem erklärt wird, daß trotz Versäilles, ?nf und Locarno der Frieden nicht in die gjt eingezogen sei und daß der Frieden nicht ge- werden könne, solange das den im Weltkrieg unter« Völkern und den kleinen Nationen angetane Unrecht M beseitigt wäre. 2m Mittelpunkt der» Feier stand die Wlllung von Gedenktafeln fürDr. vande Perr«,den

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Vor einem neuen Kapitel der Weltgeschichte,

Kein Pessimist war pessimistisch genug, um schon nach einer verhältnismäßig kurzen Dauer der Pariser Dreierkonferenz an einen Abbruch der Be­sprechungen zu glauben. Die Presse schrieb am Sonntagabend noch von einer „Unterbrechung", und es scheint, als ob zu dieser Zeit noch niemand den Mut hatte, den Dingen einen so eindeutigen Namen zu geben, wie sie ihn leider verdienen. Es ist ein schwacher Trost, daß die diplomatischen Verhandlungen weiter gehen werden und daß die VölkerbunÄssitzung im Sep­tember Gelegenheit zu neuen Konferenzen in Eens geben wird. Man muß schon ein großer Optimist sein, wenn man annehmen will, daß Italien in den nächsten vierzehn Tagen eine Haltung ändert, die Europa be­reits vor schwere Probleme und die Weltpolitik vor ein Kapitel neuer Ereignisse gestellt hat.

Von der Dreierkonferenz in Paris hatte man er­wartet, daß der Abestinienkonflikt auf friedlichem Wege, wenn auch auf Kosten Abessiniens, ge­regelt werden würde. Die Angebote, die selbst von England den Italienern gemacht worden sind, gingen weiter als je ein Entgegenkommen in den letzten vier Jahrzehnten kolonialer Politik. Sie gingen sogar so­weit, daß Frankreich sie nach Ram weiterempfahl, ob­wohl seiner Ansicht nach Italien im Abessinienkonflikt zu wenigstens neunzig Prozent im Recht war. Musso­lini aber hat dazu geschwiegen, und was sein Vertreter Aloisi in Paris zu sagen hatte, war weder von der italienischen Staatsführung autorisiert, noch konnte es dazu beitragen, das Ziel zu erreichen, das man sich in Paris gesteckt hatte. Inzwischen rüstet Italien weiter, und es sind nicht nur die abenteuerlustigsten italienischen Zeitungen, die kaum einen Zweifel daran lasten, daß Italien den Krieg in Afrika will.

Wie die öffentliche Meinung Großbritanniens dar­über denkt, ist ausreichend bekannt. Aber auch in Frankreich sieht man mit Besorgnis der neuen Afrika­politik Italiens entgegen. Es beginnt, so schreibt das „Echo de Paris", eine Epoche der großen Abenteuer für Italien und für ganz Europa, und welche Folgen sich an die Epoche italienischer Abenteuer knüpfen können, kann man aus ein paar Zeilen des gleichen Artikels herauslesen, in denen die französische Regierung auf- gefordert wird, nicht ganz die Fühlung mit Italien auf­zugeben, damit wenigstens die Sicherheit Europas nicht gefährdet werde.

Noch sträubt man sich in Europa und ganz besonders in Deutschland, an die Möglichkeit eines Krieges und einer Epoche großer Abenteuer zu glauben, selbst wenn der Schauplatz dieser Abenteuer nicht Europa ist. Deutschland zum Beispiel hat unter seiner neuen Führung alle Kräfte, die sein Volk her­gab, in den Dienst des Friedens gestellt, und zwar nicht nur seines eigenen, sondern des Weltfriedens. Es hat dies in der klaren Erkenntnis getan, daß ein, auch in ferner Stelle durch die Kriegsfackel entzündeter Brand gar leicht Funken wirft, die weiterschwelen und meist nicht leicht zu löschen sind. Das deutsche Volk unterstellt auch anderen Ländern einen ähnlichen Frie­denswillen, und es gibt darum auch heute die Hoffnung noch nicht auf, daß die diplomatischen Verhandlungen, die wenigstens nach den Wünschen Englands und Italiens weitergehen sollen, zum Ziele führen.

Es versteht sich von selbst, daß der Völkerbund end­gültig verloren ist, wenn auch Italien ihn verläßt, und etwas anderes bleibt Italien ja nicht übrig, wenn der Abesiinienkonflikt, der im Augenblick ja immer nur noch ein Konflikt ist, zu einem offenen Krieg wird. Wir Deutsche haben keinen Anlaß, dem formalen oder prak­tischen Verschwinden der Genfer Institution eine Träne nachzuweinen. Wird aber der Völkerbund unter solchen Umständen aufgelöst, wie sie jetzt in den Bereich des Möglichen rücken, so beginnt damit ein Abschnitt der Weltpolitik, von dem man nur die ersten, nicht aber die letzten Zeilen kennt.

Es ist eine Ironie der Weltgeschichte, daß es gerade Italien war, durch das Abessinien in den Völkerbund hineinmanövriert wurde. Italien wollte damit den englischen und französischen Interessen im Reich des Negus einen Riegel vorschieben. Das gleiche Italien fetzt sich nun über die Mitgliedschaft Abessiniens beim Völkerbund hinweg. Es ist ferner eine Ironie der Weltgeschichte, daß England und Frankreich, um ge­meinsam mit Italien, mit wenigstens formalem Recht, über die Zukunft eines vierten Landes beraten zu können, einen Vertrag als Grundlage ihrer Besprechun­gen heranzogen, der, wie alle Dorkriegs- und Kriegs­verträge, durch die Völkerbundssatzung bereits außer Kraft gesetzt ist; wir meinen den Vertrag von 1906, der Abessinien in italienische, französische und englische Jnteressenzonen aufteilt. Das bedeutet mit anderen Worten, daß wir heute, 17 Jahre nach Kriegsende, im