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! N Nr. 225.
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Montag, 19. August 1935
83. Jahrgang.
Eine Ansprache Mussolinis.
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Die amtliche Mitteilung.
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et wird leine Gewähr übetnommm' - eS Ä bestimmten Tagen und Plätzen Erotzere Anzeigen müssen spätestens einen U o°?
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Mnich her Pariser Perha»dI»M
Italien blerbt völlig unnachgiebig. — Unwirksame Drohungen.
Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, nutzer Sonn- und Feiertags.
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| Ein Dokument des schlechten Willens!
-er österreichische Sportführer verbietet den gesamten sportlichen Verkehr mit Deutschland!
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let Sa^tenntnis gehemmt von einer Verquickung von Sport und Politik sprachen. Dabei waren für die Überwachung der körperlichen Erziehung in Deutschland und für die einheitliche Zusammenfassung aller Korperkulturverbände ausschließlich staatspolitische Gesichtspunkte maßgebend. Österreichische Sportler aber werden gemaßregelt, denn darauf läuft das Startverbot hinaus, für einen Zeitungsaufsatz, von dem sie bei der peinlichen Sorgfalt, die Österreich anwendet, um deutsche Ansichten nicht über die Grenze zu lassen, wahrscheinlich auch nicht eine blasse Ahnung haben. Vielleicht weisen die Gemaßregelten einmal auf die Erzeugnisse der Wiener ludischen Preffe, vornehmlich der Hetzblätter vom Schlage des NemgkeltsMeltblattes und des „Telegraf" hin, die alltäglich von schwersten Beleidigungen des deutschen Volkes und seiner Regierung, non Hetz- und Greuelmeldunqen, die tausendmal widerlegt stno, nur ,o strotzen. Wenn deutsche Bebördcn ähnlich reagieren wollten dürfte es bald keinen Musiker. Film- schau, vieler und Geschäftsmann österreichischer Staatsangehörigkeit rn Deutschland mehr geben.
S™rt™»U1?9Cn gemachten Anregungen gestoßen ist, lassen roerbe^er*a8Ull8 $er ^geleiteten Prüfung notwendig
Nochmaliges Zusammentreffen.
Paris, 19. Ang. (Eig. Drahtmeldung.) Der Völker- bundsminister Eden wird vor seiner Abreise nach London rm Verlaufe des Montags mit Ministerpräsi- dent Laval eine Zusammenkunft haben. Auch Baron Alois i wird ^aval einen Besuch abstatten, ehe er nach Rom zuruckteist.
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rß o^gsgrundlage finden können, welche die <ä :?°lun9 des Konfliktes erlauben würde. Die Schwierig- -- **iten, auf die man bei der Prüfung der im Laufe der
Zurückziehung sämtlicher Startbewilligungen.
: 18- Aug. Der Pressedienst der österreichischen
und Turnfront teilt mit: Der oberste Sportführer g*« nut sofortiger Wirksamkeit verfügt, daß b i s a u f w e i - gesamte sportliche Verkehr mit Mfet 11 m I an b verboten ist. Maßgebend für diese Ver- die schweren Angriffe, die in den letzten Tagen ^.Voltischen^Beobachter" gegen die österreichische Regierung , deren Mitglieder geführt wurden. Die Zurück- H^dung sämtlicher bewilligter Starts wird ;Twrtntt angeordnet.
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sachliche Antwort auf einen polemischen Aussatz einer Leitung besteht in einem Startverbot für die öster- l^stchen Sportler. Allerdings ein überzeugendes Argument, »erw, €s "icht gerade die Wiener Zeitungen, die bei der Er- des Reichssportführers fpaltenlang und durch keiner-
N t Se31et)gC teinm nUf Lieferung be. Blatte- L°auf°RüZhlung''"e^?v7uiN"
v . Paris, 18. Aug. Ministerpräsident und Außen- hat um 20 Uhr der Presse folgende gi amtliche Mitteilung zugehen kaffen:
L Laval als Vertreter Frankreichs, Eden als
Vertreter Großbritanniens und Baron Aloifi als hr' Vertreter Italiens, waren in Paris zusammenge- , ” Zmwen, um nach einer Möglichkeit für die friedliche
Un$ abessinisch-italienischen Streitfalles zu
oen sei, daß aber die Prüfung auf diplomatischem Ixlr.e 9 e fortgesetzt werde. Das bedeutet offenbar, 8aB man in Paris und London noch nicht jede Hoff- nun3 aufgegeben hat. "
sein dreien eine Derhandlungsgrundlage zwar nicht gefun- en, oen sei. daß aber die Vrüruno nur h l nrf a
Litauische Wahlschiebuug im Memelland.
«„2er litauische Staatspräsident hat einen Erlaß zur Änderung des Wahlgesetzes für den Memelländischen Landtag herausgegeben, der alle bisherigen Maß- nahmen zur Entrechtung des Deutschtums im Memel- I gebiet übertrifft.
In einem Anhang zum § 5 des seitherigen Wahlge- setzes wird bestimmt, daß alle Personen, die einer Parte > angehörten, deren gerichtlich festgestelltes Ziel es war, Litauen die Unabhängigkeit oder einen Teil seines toebtetes p rauben, für die Dauer von fünf Jahren keinWahlrecht haben und auch nicht wählbar sind
ZM Kownoer Prozeß wurde ein solches Urteil in bezug auf die Neumann- und Saß-Parteien gefällt Durch die Änderung des memelländischen Wahlrechtes werden also die früheren Angehörigen dieser Parteien sSozialijtische Volksgemeinschaft, Christlich-sozialistische Arbeitsgemeinschaft und Memelländ'ische Landwirt- schaftspartzi) vom aktiven und passiven Wahlrecht aus- ge,chlossen. Diese Maßnahme läuft praktisch darauf hinaus,
r u nd 10000 d e u tsch e, wahlberechtigte Bürger des Blemelgebietes vom Wahlrecht und von der Wählbarkeit auszuschließe n.
Es bestätigt sich nun, daß schon der Kownoer Schauprozeß die Einleitung zu einer riesigen Wahl- re cht ss ch i eb un g war. die nunmehr durch den Erlaß des litauischen Staatspräsidenten gesetzlich „verankert" worden ist. Dabei geht dieser Erlaß weit über das Kownoer Kriegsgerichtsurteil hinaus, das eine Reihe der Angeklagten von der Verurteilung ausschloß Es ist ein Vorgang ohnegleichen, daß Deutsche, lediglich auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu früher legalen, nur aus litauischen Zweckmäßigkeitsgründen verbotenen Parteien, vom Wahlrecht ausgeschlossen werden, ohne daß gegen diese Personen ein Prozeß geführt wird, der ihre „staatsfeindliche" Gesinnung bewiese.
. Litauen muß sich den schwerwiegenden Vorwurf ge- sallen lassen, daß es vor den Augen der Welt und offensichtlich auch mit Duldung der Signatare des Memel- statuts, dieses Statut erneut bricht, und zuungunsten des melländischen Deutschtums außer Kraft fetzt. Denn die neuen Bestimmungen haben doch offenkundig nur oen einen Zweck, unter weitgehendem Ausschluß des deuffchbewußten Memelvolkes einen Memelländischen Landtag wählen zu lassen, der den Wünschen und den Absichten Litauens gefügig ist. Das ergibt sich auch aus einer Reihe anderer Bestimmungen, die in dem Erlaß des litauischen Staatspräsidenten enthalten sind.
Go wird der § 3 des bisherigen memelländischen Wahigejetzes, wonach jeder Wähler nur eine Stimme belaß, gestrichen. Der Schiebung wird damit Tür und ^.or geöffnet. Die Wahlberechtigten, denen der Kriegs- kominandant wegen Zugehörigkeit zu einer staatsfeind- uchen Organisation das Wahlrecht aberkannt hat können von vornherein nicht wählen und sind auch nicht wahlbar; ebenso naturalisierte litauische Bürger und Optanten, die für Litauen optiert haben. Diese Be- strmmung ist eigentlich selbstverständlich, wenngleich sie vielleicht auch nur auf dem Papier stehen bleibt. Es ist klar, daß litauische Bürger keine „Memelländer" mehr sind. '
. Aber in dem neuen Anhang zum § 5 wird auch ge= logt, daß lolche memelländischen Bürger nicht wahlberechtigt sind, „die von einem anderen Staat (gemeint ist offensichtlich Deutschland) die Zusicherung haben in besten evtaatsverband bald wieder aufgenommen zu wevden." Es wird also memelländischen Bürgern auch wenn sie keiner „staatsfeindlichen" Partei angehört haben, und wenn ihnen sonst aus keinem anderen Grunde das Wahlrecht entzogen wurde, das Wahlrecht genommen. Es ist letzten Endes nur eine Frage der Auslegung, festzustellen, worin denn diese „Zusicherung" der spateren Aufnahme in einen anderen Staats- verband eigentlich besteht.
^.P.^llmmbezirke werden künftig nicht mehr vom memelländischen Gesamtdirektorium, sondern nur vom Vorsitzenden des Direktoriums festgesetzt. Die Stimmzettel werden denWählern erst amWahltwge und unmittel- bar vor der Wahlhandlung ausgehändigt. Da aber leder Wähler so viel Stimmen hat, wie Abgeordnete wählen sind (zur Zeit 29), und für jeden Abgeordneten em Stimm.;ettel ausgegeben wird, müßten jedem Wähler eigentlich Hunderte von Stimmzetteln in die Hand gedruckt werden, damit er auch von seinen 29 Stimmen Gebrauch machen kann. Welche phantastischen Möglichkeiten ergeben sich bei einem solchen „System" bas „Wahlgluck" etwas zu korrigieren!
. Und wenn wir im neuen memelländischen Wahlae- letz weiter leien (§ 65, Abs. 4), daß die Feststellung des Wahlergebnisies nicht mehr am Wahlort erfolgt also unter örtlicher und scharfer Kontrolle, iondern. dak
Englisch-französische Front in Genf?
ß, 18; Aug. In maßgebenden französischen Kreisen erklärte man am Sonntagabend, daß die Vertagung der Dreierkonferenz nicht als der en Ä g ü l - ige Abschluß der Verhandlungen angesehen werden durste, die man zur friedlichen Regelung des italienisch-abessinischen Konflikts aufgenommen habe. Lie Dreierkonferenz sei ein ergänzendes Verfahren gewesen durch das man die Lösung des Konfliktes habe erleichtern wollen. Gegenüber dem Völkerbund bleibe die Haltung Frankreichs unverändert. Die für die französische Politik maßgebenden Grundsätze hätten zur Folge, daß Frankreich mit Bezug auf Genf sich der Haltung Englands anschließe, ifminerhrn habe die Freundschaft Frankreichs zu Italien oie nanzomche Abordnung bereits zu einer großen Anstrengung im Sinne des Ausgleiches veranlaßt. Diese Anstrengung werde bis zur Erschöpfuna aller Mittel fortgesetzt werden.
Bittgottesdienst in Addis Abeba.
Addis Abeba, 18. Aug Unter außerordentlich großer Beteiligung der Bevölkerung fand am Sonntag auf Anordnung des Kaisers in der Hauptstadt ein feier- Wr Bittgottesdienst für die Erhaltung des riebe ns statt. Die kaiserliche Familie war anwesend. Unter den Besuchern sah man auch den amerikanischen Geschäftsträger Endert. Rach Schluß des Gottesdienstes kam es zu großen Ovationen für die Amerikaner. Der amerikanische Geschäftsträger dankte in herzlichen Worten.
Am Sonntagabend gibt der Außenminister ein großes Essen zu Ehren der in Addis Abeba anwesenden Journalisten.
Eine hochgestellte und maßgebliche Persönlichkeit der Provinz Ogwden gewährte dem DNV.-Vertreter eine Unterredung. Es waren hier und da Vermutungen laut geworden, daß die abeffinischen Somalis angeblich gegen die Person des Kaisers seien. Dem Vertreter wurde hierbei erklärt, daß an einer treuenEefolg- jd)aft auch der Somalis im Falle eines Krieges nicht zu zweifeln sei. Die Somalis hätten eine besondere Abneigung gegen Italien. Als Beweis hierfür wurde seitens ber Persönlichkeit angeführt, daß während der sechs Monate einige tausend Somalis, die von Italienern angeworben worden seien, mit den tönen ausgehändigten Waffen, mit Pferden und der gesamten Munition nach Abessinien zurück- gekehrt wären. Die Rückkehrer seien von der Absicht beseelt, gegen Italien zu kämpfen. Man müsse die Übertritte von Eritireanern und Somalis innerhalb der letzten Monate auf etwa 10 000 schätzen
Aug. (Drichtbericht unserer Berliner Abteilung) Die Pariser Dreierverhandlungeii, die eiiigeleitet waren, „um nach einer Möglichkeit für die ÄS”0 ;beS abessinisch-italienischen Streit- falles zu suchen , wie es in der amtlichen Mitteilung ergebnislos abgebrochen worden. Sest Freitagabend .wartete man in Paris auf eine Ant- -dluffol inis auf den enalisch-franiMicben Vorschlag und wiederholt wurde Baron AloiN qe- P9;- 90 er noch keine neuen Instruktionen erhalten Jran3°%. Prep ließ durchblicken, daß sich Frankreich ganz auf die Seite Englands stellen könnte. Won war in einigen Meldungen von einem gemeinsamen englischffranzöstschen Vorschlag zu lesen schon Pr auch tn einigen Zeitungen zu lesen, daß Laval und Nesi sich nach Rom begeben würden, um dort mit . ; 'nb Vereinbarung zu unterzeichnen. Ganz
' ™ Mensichtlich hat aber aus Mussolini diese Pressetaktik feinen Eindruck gemacht. Die italienischen Blätter 'den immer wieder betont, daß Italien kein Völker- ndsmandat wünsche, sondern, daß Italien in Abes- ten die Rechte einer Kolonialmacht verlange Den arzhemden der Division des „28. Oktober", also der viswn, die nach dem Datum des Marsches auf Rom rannt ist, rief Muffolini gestern vor der Einschiffung t euer Name bedeutet das Kommando für
• Ihr werdet alle Hindernisse überwinden bis zu Ziel, das euch gesteckt wird." Darüber hinaus ist auch von bet italienischen Presse wiederholt betont ^bn, daß Mussolini die Mobilisierung nicht umsonst ‘ geführt habe, sondern, daß er damit den geschlosse- ». Willen Italiens bekunden wolle. Es ist auch der «mschen Preffe nicht entgangen, welchen Wert der nzostsche Generalstab auf die Vereinbarungen mit lallen legt, die es Frankreick ermöglichen, Truppen , , der Grenze gegen Italien abzuziehen. Auch daraus haben italienische Zeitungen den Schluß gezogen, daß »an die Drohungen der französischen Presse nicht allzu kvnst nehmen brauche. So war also Mussolinis LAntwort, die am Sonntag in Paris eintraf, eine •oiatte Ablehnung aller engl ifch-f r a n z ö- * I m e n Vorschläge. Was weiter werden wird V schwer zu sagen. Die amtliche französische Meldung Ipricht davon, daß in den bisherigen Erörterungen zu
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