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Montag, 12. August 1935
83. Jahrgang.
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4,5% erhöht wird. Diese Maßnahme wird damit begründet, daß sich der Bank Notenu m lauf im vergangenen Monat um 827 Millionen Lire erhöhte. 2m gleichen Monat des Vorjahres belief sich die Erhöhung^nur auf 457 Millionen Lire. Die Ursache sei -in starken 2n- d u st r i- e k ä u s e n zu suchen. Wie an zuständiger Stelle u. a. ausdrücklich erklärt wird, hege Italien keinerlei inflat i o n i st -i s ch e A b sicht e n.
Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abenb«, außer Sonn- und Feiertags.
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land und die Verteidigung dieses wichtigen Verkehrs- und Industriezentrums. Aus- den Berichten ersieht man, daß die Aufklärung zwar tadellos geklappt hat, batz die Aufklärungsflieger auch dauernd in funken- telegraphischer Verbindung mit den Zadgeschwadern blieben, daß es aber trotzdem nicht gelang, die Vereinigung der angreifenden Bombengeschwader über Mailand zu verhindern. Als Ergebnis der Luftkämpfe wird festgestellt, daß ein mit starken Mitteln vorgetragener Bombenangriff auch durch die besten Verteidigungskräfte nicht abgeschlagen werden könne. Man erblickt darin einen neuen Beweis für die Auffassung, daß der w i r k s a m st e Schutz des eigenen Gebietes in Repressalien gegen das Ausgangsland des feindlichen Angriffs liegt. Zm übrigen aber betont die italienische Presse, auch diese Manöver hätten bewiesen, datz die militärischen Vorbereitungen der Nation im engen Zusammenarbeiten aller Waffen rastlos vorwärts schreite.
Sonst aber verrät die italienische Prösse nach wie vor ihre sehr ablehnende Haltung gegenüber England in verschiedenen Artikeln. So gibt sie angesichts der englischen Waffonli-ef-eru-ngen für Abessinien London zu verstehen, datz auch Italien schließlich einmal Waffen für die Feinde der Engländer liefern könnte, wobei ein sehr deutlicher Hinweis auf Ägypten nicht fehlt. Aus der Reife des Finanzberaters der englischen Regierung nach dem Fernen Osten schließt man in Rom auf eine e-ngl-isch- japanische Zusammenarbeit und benutzt die Gelegenheit, um den Engländern zu erklären, daß das, was den Japanern in China recht fei, den Italienern in Abessinien billig sein müsse. Alles das bestätigt nur den Eindruck, datz die Eesamtlage sich gegenüber den letzten Genfer Besprechungen Edens, Lavals und Aloifis, kaum verändert hat.
Der Führer bei der Alten Garde in Rosenheim.
Rosenheim, 11. Aug. In feiner Rede an die Alte Garde auf dem Max Josefplatz in Rosenheim anläßlich der Feier des 15jährigen Bestehens der Ortsgruppe der NSDAP., rief der Führer die Erinnerung wach an die Zeit, da er vor 15 Jahren zum ersten Male in dieser Stadt sprach, 15 Jahre, die heute deutsche Geschichte geworden sind int höchsten und deutschesten Sinne des Wortes, erfüllt von einem Kampf, wie er wundersamer um das Herz und die Seele des deutschen Volkes noch nie geführt worden ist.
Das Schicksaldi eserOrtsgruppe müsse für uns alle eine Lehre sein. Nichts habe das Schicksal der Alten Gard« auch in dieser Stadt damals geschenkt. Eine kleine Schar gegen die Übermacht der Zweifler und Spötter! „Damals stand einer gegen zehn, und wir sind in diesem Kampf nicht müde geworden, bis der Erfolg errungen war." Heute
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Die NSDAP, zum Kampf bereit
Ein Wort an die Nörgler und kleinen Zweifler.
Japanische Militärflieger bei Mussolini.
Rom, 11. Aug. M u s s o l i m i hat heute eine Abordnung japanischer Militärflieger empfangen, die von dem japanischen General Ito -begleitet war. Die japanischen Flieger wurden 'bem Duce durch den hiesigen japanischen Botschafter vorgestellt. Dabei richtete der japanische General Ito eine herzlich« Ansprache an den italienischen Regierungschef, di« von Mussolini in dem gleichen Ton beantwortet -wurde.
Bor der Dreimächte-Konferenz
Eden schon morgen in Paris.
»Bomben auf Mailand." — Abessinien für wirtschaftliche Zugeständnisse.
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Waffen für Englands Feinde.
as. Berlin, 12. Aug. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die abessinische Frage wird auch in der neuen Woche im Mittelpunkt des politischen Interesses stehen. Dafür sorgt schon einmal die Drei- Mchtokonferenz, die am Freitag beginnen soll. Ihr werden aber französisch-englische Gespräche voraufgehen, denn nach den bisherigen Dispositionen will Eden bereits morgen in Paris eintreffen, um mit Laval, der freilich angesichts der wachsenden Opposition gegen e Notverordnungen nicht ganz wird von den Fragen der Innenpolitik frei machen können, über die Ver- DMdlungs Methoden zu beraten und auch wohl um fest- gellen, inwieweit England mit einer Unterstützung rankreichs rechnen kann. Im großen und ganzen wird n wohl sagen können, datz die Lage u n v e r ä n - rt ist. Die Abessinier betonen zwar in den ten Tagen mehr als bisher, datz sie zu wirtschaft- hen Zugeständnissen bereit seien. Das int auch der abessinische Gesandte nochmals Herrn
I versichert zu haben, zugleich aber auch, daß Wessinien garnicht daran denke, po-li- Jische Zugeständnisse zu machen und datz das Abessinische Volk entschlossen sei, s e i n e S e l b st ä n d i g- t zu verteid igen. Datz aus dieser Grundlage fßeute noch eine Verständigung mit Italien möglich ist, -man kaum annehmen.
M.Die Italiener halten es für angebracht, .noch vor der Diejerkonserenz den anderen Mälzen erneut zu zeigen, daß Rom trotz der -militärischen Vorbereitungen in Ostafrika noch stark genug in Europa bleibt. Aesem Zwecke dienten auch die großen Luftmanöoer, Ae jetzt den Heeresmanövern vorangingen. Diesmal handelte es sich um einen Luftangriff auf Mai-
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Angebliche römische Informationen.
Rom, 11. Aug. Die Stellung Großbritanniens Sm Mittelm eer gewinnt für Italien angesichts der Zu- Wung des ostafrikanischen Konfliktes eine immer steigende tung. So werden hier besonders alle Nachrichten mit ciogem Interesse verfolgt, die irgendwelche Andeutungen über eine Anpassung der britischen Mittelmeerpolitik an die «genblickliche Lage enthalten. In großer Aufmachung be- t daher der „Lavoro Fascista" in einer Korrespondenz Jerusalem über Pläne Großbritanniens, feine miilitärischen Stützpunkte im Mittelmeer zu verlagern. Die gegenwärtige Londoner Besprechung der Hohen Kommissare Ägyptens und Palästinas 'Nid der britischen Gesandten im Irak und Arabien dienten hauptsächlich dieser Erörterung. Danach solle die britische s siauptflottenbasis von Malta nach Haifa verlegt werden, da die Haltung der italienischen Be- . »ölkerung Maltas immer englandfeindlicher werde. Aus Madogischen und wirtschaftlichen Gründen verliere Malta smmer mehr seine Eignung als wichtiger Flottenstützpunkt. ^Bföetibem sei die Insel zu weit von Palästina und Ägypten M sittstrnt, um im äußersten Falle die Verteidigung der en-g- ^Wchen Verkehrswege zu garantieren.
Für Sicherung des Cuezkanals und des Roten Meeres nach dem Bau einer Eisenbahnverbindung das Gebiet U«»n Akaba zum Operationszentrum der ■•»itifdjen Truppen in Palästi na und Trans- kjsrdanien gemacht werden, um dadurch gleichzeitig di« M^iteressen des Britischen Weltreiches im nahen und mittleren ■fcient zu schützen. Außerdem beabsichtige man in London, BSt naheliegender Zukunft die britischen Truppenkontingente WM Ägypten nach Palästina zu verlegen und in Akaba eine M fcofee Flugzeug-Basis für .den nahen Osten zu schaffen. WDSYPten -sei wegen feiner Nähe zum italienischen Libyen als k ^rststützpunkt weniger geeignet. Außerdem sei in dem für r ;*ie Operationen in Erwägung gezogenen Gebiet Trans- MEaniens wie Akaba leicht mit einer Zustimmung der WÄpxtigen Emire zu rechnen.
Merkwürdige Ostpakt-Gesprache.
Lozor-aiti s, Litauens vielbeschäftigter Außenminister, hatte sich bekanntlich vor einiger Zeit in die Tschechoslowakei zurückgezogen, um dort seine überanstrengten Nerven zu erholen. Wir waren schon damals der Ansicht, datz diese Reife nicht von ungefähr unternommen worden -war. Schließlich mutz es auf- f-allen, wenn der litauische Autzenminister ausgerechnet in einer Zeit nach der Tschechoslowakei reist, in der ein gewisser Moskanbesuch des Herrn Dr. Bene sch mit allen Mitteln vorbereitet wurde. Unsere Vermutung hat uns -auch nicht getäuscht, wie die neuesten Meldungen aus Prag beweisen. Es stellt sich jetzt nämlich heraus, datz Herr Lozor-aitis seinen Kuraufenthalt nach der politischen Seite hin sehr gut ausgenutzt hat. Er hat sich sogar auf das Landgut seines tschechoslowakischen Kollegen begeben und dort „-eingehende politische Besprechungen" gepflogen. Diese galten, wie übereinstimmend gemeldet wird, vorzugsweise der weiteren Organisation des Ostpaktes.
Herr Lozora-itis hat die Gelegenheit benutzt, nm das Gespenst einer deutschen Bedrohung, besonders mit Rücksicht auf das Memell-and, an die Wand zu malen und dafür selbstverständlich -bei Herrn Dr. Benesch das entsprechende tiefe Verständnis gefunden. Die beiden Herren sollen weiter übereingekommen sein, datz es unter allen Umständen notwendig wäre, Litauen so rasch als möglich, eventuell unter Erweiterung des tschechoslowakis-ch-sowjetrusiischen und des französijch- sowjetrussischen Beistandspaktes in das Vertragswerk -des „Ostpaktes" ei-nzu-beziehen. Hier hat man also endlich einmal die Katze aus dem Sack gelassen! Man sieht aus dieser Formulierung, daß die angeblich friedlichen Beistandspakte, die die Tschechoslowakei und Frankreich mit der Sowjetunion abgeschlossen haben, nichts anderes sind als Einkreisungsverträge g-egenüber Deutschland. Immerhin sind wir für die Kenntnis dieser Abmachungen sehr -dankbar, denn es zeigt sich, wie richtig Deutschland gehandelt hat, wenn es in den Tagen der Stresa-Konferenz seine Stellung zum Ostpaktproblem dahingehend umriß, daß sich Deutschland zur Unterzeichnung einer gegenseitigen Beistandsklausel mit Rücksicht auf die Gefährlichkeit solcher Abkommen nicht bereitfinden könne.
Man wird in Paris vielleicht etwas verstimmt darüber fein, daß diese hochinteressanten Einzelheiten den Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben, da man in den dortigen diplomatischen Kreisen immer noch an der friedlichen Fassade der Ostpaktidee festzuhalten beliebt. Zn dem Gespräch zwischen Lozoraitis und Dr. Benesch soll auch die Notwendigkeit betont worden sein, die baltischen Staaten, also Finnland, Estland und Lettland, so rasch als möglich zur Unterzeichnung eines Abkommens z>u bewegen. Das wird man in Helfingfors mit besonderem Znteresse vernehmen, nachdem anscheinend beim Baltischen Block nicht die geringste Bereitschaft vorhanden ist, diese gefährlichen Wege der sranzösisch-tschechisch--sowjetrusiischen Politik auf Kosten der eigenen Wohlfahrt zu gehen. Ausgerechnet in diesen Tagen hat der estnische Außenminister Seljamaa erklärt, Lettland und Estland hielten den Ostpakt für keineswegs akut und feien nicht geneigt, dem Gedanken näherzutreten. Die merkwürdigen Ostpaktg-sspräche von Prag werden also im Nordosten Europas, abgesehen von Litauen, nicht den entsprechenden Widerhall finden. Immerhin -ist die Tatsache dieser Beratungen für unseren Standpunkt von entscheidender Bedeutung, da sie die Richtigkeit unserer Einstellung gegenüber den Ostpaktplänen beweist.
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Italien erhöht den Diskontsatz.
M» Rom, 11. Slug. In der am Montag erscheinen-den „ llfficiale" wird ein Gesetz veröffentlicht, nach dem ^Diskont der Bank von Italien von 3,5 auf
stehen neun des gesamten deutschen Volkes gegen einen der kleinen Zweifler. Wenn wir damals nicht kapituliert haben, dann werden wir es heut« sicherlich nicht tun.
„Im Kampf haben wir einst das Deutsche Reich erobert, und im Kampf werden wir es erhalten und bewachen. Die gegen uns stehen, sollen sich in uns nicht täuschen! Den Kampf haben wir noch nie gescheut, früher nicht und heute nicht. Wenns i eihnwolle n, dannkönnensieihn haben! Wir werden sie niederschmettern, daß ihnen fiir die nächsten 14 Jahre Gedanken an eine Fortsetzung dieses Kampfes vergehen werden!"
In plastischer Weise stellte der Führer gegenüber, was unsere Gegner in 15 Jahren verwirtjchaftet haben, dem, was der Nationalsozialismus in 2% Jahren seiner Herrschaft im deutschen Volke auf-gebaut hat, und diesen Aufbau schütze nicht mehr eine feige bürgerliche Welt, sondern ein fanatisches, mannbares, junges deutsches Volk. Unter stürmischer Zustimmung rief der Führer aus: „Das darf ich denen, die glauben, datz ft e allein den Segen des Himmels gepachtet haben, wohl
