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Postschecktoitt,: grantfurt a. M. Nr. 7405.

Nr. 217.

Sonntag, 11. August 1935

83. Jahrgang«

Baltische Politik.

MinnlanÄ hat von Anfang an den Ostpakt abgelehnt lipii n 9f.1t SiMtimtmitfliM* ÜaI Sa« QT?utX«... .. .

4 ö 5 MM») füiH <vu,fjeniniTui|ter YI 2& | Worte gekleidet, daß Fin " | barungen beteiligen werbe,

PlOezeiiüigW für W Pariser DsamiaeMO

Kellogg über den Kelloggpakt.

aus

Fernsprecher-Sammel-Nr. 69631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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Seschüstszett: 8 Uhr morgen- bis 7 Uhr abend-, außer Sonn- und Feiertag-.

Beck in Helsingsors.

Ein Gegenbesuch. — Gesprächsthema: der Ostpakt.

Anzeigenpreis«: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund­preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte int Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarif Nr. 3, Nachlatzstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

vezug-preise: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf. für einen Monat NM s— .in. Mtegttch Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, ztrzüglich 42 Rpf. Bestellaeld Einzel- nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an- der Verlag Sie Ausaabettellen "die «äeber11 ItinenetÄnliho~«3n büUen näherer Gewalt oder Betriebsstörungen^bm die Bezieher leinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Mandschukuo wird mündig erklärt.

W^kittweise Aufhebung der japanische« Sonderrechte.

9- ^-ug. Das japanische Kabinett beschloß in . Sitzung am Freitag die schrittweise Ailf- ^cJLTt6 der Sonderrechte der Japaner in IßgWtöuo nach Maßgabe der fortschreitenden Festi- des dortigen Verwaltungssystems und unter Be- ^Migung der japanischen Nivberlaffungsrechte. In Weise ist an einen allmählichen Übergang der z^D?--ungsrechte innerhalb der Bahnzone der siid- M^^rischon Eisenbahn an Mandschukuo gedacht, i^kbstverständlich im Kwantung-Pacht- keine Änderung der Verhältnisse erfolgen.

kommunistischen Unruhen in Frankreich nur "och dazu beigetragen, die Abneigung Po le n s g ege n d ie P a kt pl ä ne z u v er stärke n. So schreibt beispielsweise der „Kurjer Polkski", die Er­eignisse in Frankreich verstärken in Warschau die dort bereits vertretene Meinung, daß ein Ostpakt, der sich auf eine Zusammenarbeit mit der Sowjetunion stützen soll, nicht nur für Polen unannehmbar ist, sondern auch für andere Teilnehmer Gefahren mit sich dringen müßte. In der, Frage des Ostpaktes werden also die beiden Außenminister ohne weiteres eine weitgehende Übereinstimmung feststellen können.

.. Nun hat sich in der letzten Zeit Finnland etwas stärker für die baltischen Staaten interessiert. So waren Besuche maßgebender finnischer Persönlichkeiten sowohl in Riga als auch in Reval zu verzeichnen. Über das Ergebnis dieser Fühlungnahme wird zweifellos der finnische Außenminister seinen polnischen Kollegen in das Bild setzen, ja, es gibt Politiker, die die Meinung vertreten, daß diese Fühlungnahme auf polnische An­regung stattgefunden habe. Trotzdem wäre es aber gänzlich falsch, nun etwa die Schlußfolgerung zu ziehen, daß die Zeiten des Vierervertrages, der int Jahre 1922 zwischen Finnland, Polen, Estland und Lettland abgeschlossen werden sollte, wiederkehren könnten. Für Finn­land komm t, darüber hat man in Helsingsors keinen Zweifel gelassen, ein Anschluß an die baltische Entente nicht in Frage, da dadurch nur neue Komplikationen geschaffen werden könnten. Trotzdem ist es begreiflich, daß man sich mit den anderen Erenz- nachbarn Sowjetrußlands gelegentlich unterhält und daß man den Wunsch Hat, auch ihre Anschauungen und Meinungen darüber, wie der Friede in Osteuropa am besten aufrecht erhalten werden kann, kennen zu lernen wünscht. In diesem Sinne verdient naturgemäß auch die Reis« des Obersten Beck nach Helsingsors Aufmerk- koit, vor allem auch in Deutschland, das ja in der Ost­paktfrage weitgehend mit beiden Staaten überein­stimmt. Irgendwelche sensationelle Ergebnisse der Be­sprechungen in der schönen finnischen Hauptstadt wird man jedoch nicht zu erwarten haben.

mb Jein Außenminister^hat das in Warschau in die Finnland sich nicht an Verein- . .----- , die es in fremde Angelegen-

Mmen hineinziehen könnten, noch an Gruppierungen WAnehmen werde, die gegen irgendjemanden feind- seligen Charakter trügen. Vielmehr habe Finnland be- ' Dicht Nichtangriffsverträge mit den anderen Machten ; ^geschlossen. An dieser finnischen Auffassung hat sich xMts geändert, denn erst dieser Tage »Märte der "Ministerialdirektor Rantakari gelegentlich eines

Gesuches in der lettischen Hauptstadt Riga, Finnland weise den Ostpakt für sich ganz entschieden 'zurück, einerlei wie sich andere Länder in der Frage ■ verhalten sollten. Finnland habe seinerzeit einen ^Nichtangriffspakt mit Sowjetrußland geschloffen, und - man sei der Ansicht, daß durch neue Verträge nur die mten geschwächt würden. Das entspricht durchaus auch Wr Warschauer Auffaffung. Auch Polen hat bekrnnt- | bch, sehr zum Kummer Frankreichs, den Ostpakt von MAnfang an abgelehnt. Ja, neuerdings haben die

Amerikas Presse begrüßt die Kredit-Verweigerung.

Washington, 9. Aug. Der Beschluß der Außenhandels­bank, an italienische Firmen keine Kredite zu geben, wird in der amerikanischen Presse durchweg begrüßt und als erstes Anzeichen dafür gewertet, daß Amerika „endlich auf- wache" und keine Kriege im Ausland mehr finanziere. Man erklärt im übrigen, daß fremde Staaten künftig nur gegen Barzahlung Kriegsmaterial erstehen könnten.

„$Rorntng Post" rechnet mit einer stürmischen Aussprache.

[. London, 10. Aug. (Eig. Drahtmeldung.) Eden wird zu M?n Dreimächtebesprechungen über die abessinische Frage den ' ^tschlageinerendgültigenRegelungder bis« dilatorisch behandelten Angelegenheit nach Paris mttbrmgen. Wenigstens glaubt dies der diplomatische Kor- kApondent der „Morning Post" zu wissen. Welcher Art er W», werde allerdings streng geheim gehalten. Nur soviel ^rfe man annehmen, daß die britische Regierung bereit sei, E Arige zur Förderung einer friedlichen Lösung zu tun. ' r?.Frankreich und Italien sei leider der Glaube weit ver- Mt«t, daß die Hauptsorge Großbritanniens nicht so sehr dem i jr"feibnnb als den Interessen des britischen Reiches gelte.

mache die Lage noch verwickelter. Ja, in politischen Italiens sei angedeutet worden, daß Italien sich das Wohlwollen Großbritanniens sofort wieder zuwenden könne, ■ . es eine ausdrückliche Verpflichtung eingehe, die

-irischen Interessen im Gebiete des Tana- !*e zu achten. Wie bem gegenüber festgestellt werden müsse, ^/"maßgebenden Kreisen Englands noch bis vor kurzem " t dtlmdpunkt vertreten worden, daß die Haltung Eroß- ^WDmiens in dieser Frage nur durch grundsätzliche Erwa- werd e.

sei angedeutet worden, daß eine Be-

Das Ende der Freimaurerei.

Die Nationalsozialistische Partei hat die Freimaurerei nie im Zweifel darüber gelassen, daß im neuen Deutschland für Geheimbünde kem Platz mehr ist. Die Freimaurer selbst haben die Gefahr, die ihnen vom Nationalsozialismus drohte, klar erkannt. Schon nach den Septemberwahlen des Jahres 1930, die das erste große Anschwellen der national» sozialistischen Flut in Deutschland brachten, beschlossen die altpreußischen Großlogen der Freimaurerei, sich als „christlich-nationale Orden" zu bezeichnen; aber erst nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wurde dieser Beschluß durchgeführt. Im Frühjahr 1933 lösten sich die h um a nitä r e n L o gen auf; der Gegensatz zwischen dem Nationalsozialismus und dem „Menschheits- und Welt­bürger-Ideal" der Freimaurer war unüberbrückbar.

Schon im Januar 1934 hatte der Preußische Minister­präsident Göring in einem Erlaß unzweideutig erklärt, daß für die Freimaurerlogen in Deutschland kein Platz mehr sei. Die Partei rückte deutlich von den Logen ab. Freimaurer, die nach dem Januar 1933 noch einer Loge angehörten, können gemäß einer Entscheidung des obersten Parteigerichtes nicht in die NSDAP, ausgenommen werden; Parteimitglieder, die vor 1933 aus der Loge austraten, können kein Parteiamt be­kleiden.

Inzwischen hat sich die Geheime Staatspolizei wiederholt mit den Freimaurerlogen befassen müssen. Schließlich hat der Reichsinnenminister den noch bestehenden Logen und „Orden" die Selbstauflösung dringend nahegelegt. Am 1. Juli d. I. hatte daraufhin der Druiden-Orden seine Selbstauslösung vollzogen. Und nunmehr wird bekannt, daß sich Ende Juli auch die altpreußischen Großlogen aufgelöst haben. In Preußen bestehen also keine Freimaurer-Organi­sationen mehr. Die in anderen Ländern noch bestehenden Logen, zum Beispiel in Sachsen, werden diesem Beispiel schnell folgen müssen, da ihnen sonst, wie Reichsminister Dr. Frick es dieser Tage in Essen ankündigte, etwas nachgeholfen werden müßte.

Deutschland ist damit dem Beispiel des faschistischen Italiens gefolgt, das die Eeheimbünde der Freimaurer eben­falls aufgelöst hat. Und es ist sicherlich kein Zufall, daß in dem Augenblick, in dem in Deutschland eines der mächtigsten Bollwerke der „überstaatlichen Mächte" verschwindet, in der Sowjet-Union die Freimaurerlogen wieder feierlich eingesetzt werden.

Die Freimaurerei, vor allem die Humanitären Logen, war und ist eine der Hauptdomäne der jüdischen Macht und des jüdischen Einflusses. Bor Ausbruch des Krieges um­faßte die Weltfreimaurerei 23 812 Logen mit fast 2,1 Mill. Mitgliedern. Für das Jahr 1918 wird die Zahl der Frei­maurer in Deutschland mit 58 728 angegeben.

Die Freimaurerei hat es immer verstanden, nach außen hin das „Dekorum" zu wahren. Besondere Zeremonien und ein geheimnisvoller Ritus umhüllten diesen Bund der „Brüder" exklusiv und tarnten ihn vor den Augen Unbe­rufener. Offiziell dienten die Logen nur sittlicher und geisti- S Veredelung. Aber durch die Gelübde, die auch die weigepflicht über alle Vorgänge in der Loge umfaßten, wurden die „Brüder" so stark gebunden, daß ste in Konflikt mit ihren staatsbürgerlichen Pflichten kommen mußten. Die Freimaurerei war — man kann es nicht anders sagen — ein Staat im Staate. Durch das System der „unbekannten Oberen" konnten sämtliche Logen nach einheitlichem Willen regiert und für einheitliche Ziele eingesetzt werden. Welcher Art diese Ziele waren, darüber gibt ein Ausspruch des Hoch­gradfreimaurers „ Walther Rathenau Aufschluß, der gesagt ■ hat, daß 300 Männer die Weltgeschichte leiten, von denen nur einer den andern kennt ....

Wenn gesagt wird, daß die Freimaurerei ihren Ursprung in den Bauhütten des Mittelalters habe, in den Innungen und Bruderschaften der Steinmetzen, dann ist dies eine sehr biedere Form der geschichtlichen Aufklärung, die den wissen­schaftlichen Untersuchungen nicht standhält. Es gibt in­zwischen eine sehr umfangreiche Literatur über diese inter­nationale Eeheimgesellschast, die vom Anfang ihrer Grün­dung an schon nicht jene ideale Brüderschaft war, als die sie sich nach außen hin ausgab. Durch Jahrhunderte, von der Gründung der ersten Großloge in London im Jahre 1717 ab, mar das Judentum in der Freimaurerei vorherrschend. Und immer hatte die Freimaurerei als „überstaatliche Macht" ihre Hände auch in der Politik! Es ist bewiesen, daß Frei­maurer die Grundzüge der französischen Revolution von 1789 festgelegt haben. Die Freimaurer selbst rühmen sich, daß aus ihrem Kreise die Ideen der Revolutionen von 1830, 1840 und 1848 gekommen sind. Es kann auch nicht mehr abge- tritten werden, daß nach 1870 die internationale Frei­maurerei unter maßgeblicher Beteiligung des Judentums die Einkreisung Deutschlands betrieben hat. Der Führer spricht in seinem Buche „Mein Kampf" an vielen Stellen über diele zerstörenden und zersetzenden Kräfte, die Deutschland an den Rand des Abgrundes geführt haben. Adolf Hitler bezeichnet die freimaurerischen Geheimgesellschasten, die übernationale Presse und den internationalen Marxismus als die drei Hauptwaffen des Judentums.

Freimaurer haben jahrzehntelang auf die Entfachung des Weltkrieges hingearbcitct. Die Mörder von Saraievo waren Freimaurer, denen die Verbindung mit dem Eroß- orient von Frankreich nachgewiesen werden konnte. Auf dem Freimaurerkongreß in Paris wurde schon am 28./20. Juni 1917 das Versailler Diktat in seinen Grundzügen festgelegt. Während des Krieges rissen die Verbindungen der inter­nationalen Freimaurerei nie ab. Die deutschen Logen grün­deten im Herbst 1919 den „Blunschli-Ausschuß zur Verbreitung des der Freimaurerei so nahe verwandten Völkerbunds­gedanken '. Die .Liga für Menschenrechte" wurde von Frei­maurern gegründet. Viele deutsche Politiker der Nachkriegs­zeit waren Freimaurer hohen Grades; die bekanntesten unter

setzung Abessiniens durch Italien eine Bedrohung der Stel­lung Großbritanniens in Ägypten bedeuten würde. Es dürfte daher zwischen Eden und Baron Aloisi ge­legentlich sehr deutlich gesprochen werden, während Laval die schwierige Aufgabe der Aussöhnung zufallen werde.

Eine Vereinbarung werde nicht erleichtert durch die Nach­richt, daß der Kaiser von Abessinien eine neue Auslandskon­zession gewährt habe. Ein Schweizer Konsortium habe Er­laubnis erhalten, eine Straße zwischen Addis Abeba und dem Sudan zu Bauen. Diese Straße würde die Reise nach der Nordgrenze, die jetzt Wochen beanspruche, auf einige Tage verkürzen, und dies dürste der Entwicklung des Handels zwischen Abessinien und dem Sudan sehr zugute kommen.

London, 10. Aug. (Gig. Drahtmeldung.) Reuter meldet St. Paul (Minnesota), der ehemalige Staatssekretär Kellogg, der Urheber des nach ihm und Vriand benannten Paktes, habe in einem Interview erklärt, weder Italien noch Abessinien könnten irgendeine Entschuldigung dafür mwbringen, zur Regelung ihrer Meinungsverschiedenheiten Krieg anzufangen. Durch den Patt, in dem die Nationen auf Krieg als Werkzeug nationaler Politik verzichteten, fei jedes Land verpflichtet, allen Nationen bei der Erhaltung des Friedens zu helfen und feine eignen Streitigkeiten durch friedliche Mittel in Ordnung zu bringen. Dadurch werde der Krieg eine Angelegenheit, in 'der jede Nation das Recht habe, die anderen Parteien zur A«stecht«rhaltung des Friedens und der Unversehrtheit des Vertrages aufzuplkfen.

■S k durfte jedoch abwegig sein, wenn naturgemäß auch : T. I der Ostpakt Tn den Besprechungen in der finnischen = ~ v Hauptstadt eine Rolle spielen wird. Ein aktueller An-

S »Ur Reise lag jedoch für den polnischen Außen- 5'ci ^unmster kaum vor, vielmehr handelt es sich um einen Hegendes,uch, denn wie noch erinnerlich sein dürfte ^=1 I Mete der finnische Außenminister Hackzell der pol- ” 1 ^Mischen Hauptstadt im Mai einen Besuch ab. Angesichts il| INs damals erfolgtem Todes des Marschalls Pilsudski M die Presse jedoch mit den Warschauer Be- ~ verhältnismäßig wenig befaßt. Schon da-

»tls aber ergab eine weitgehende Übereinstim - M«ng Zwischen Beck und Hackzell über die Paktpläne.

I 10. Aug. (Drahtbericht unserer Berliner

Metlung.) Die Reise, die der polnische Außenminister : Oberst Beck nach Helstngfors unternommen hat und die = 3 I «uf einem polnischen Dampfer von Edingen aus durch- ÄK i MÜM wurde, wird vielfach in Zusammenhang ge- bracht mit den neuen Bestrebungen um den Ostpakt.